# Manifest der Stiftung Novus Ignis (https://novusignis.org/de/manifest.html) # Manifest der Stiftung Novus Ignis Fassung vom 3. November 2026 *Diese Übersetzung wurde von digitaler Intelligenz auf Grundlage des polnischen Originals vom 3. November 2026 erstellt. Bei Abweichungen ist der polnische Text maßgeblich.* ## Ein Internet, das auf der Würde des Menschen beruht Wir beginnen unsere Tätigkeit damit, ein alternatives Internet mitzugestalten, dessen höchster Wert die Würde des Menschen und die aus ihr folgenden Bedürfnisse nach Privatsphäre und Freiheit sind. Dies ist die erste Säule unserer Tätigkeit, die aus den in der Satzung der Stiftung festgelegten Zielen erwächst, und ihre Idee wollen wir in Diensten verwirklichen, die es uns ermöglichen, frei zu denken, zu lernen und das eigene Leben zu planen, zu entscheiden, was wir mit anderen teilen, und uns aktiv an Gesprächen über Fragen zu beteiligen, die uns interessieren und betreffen. Aus diesen Werten leiten wir zwei Arbeitsrichtungen ab. Die erste ist Suveria, ein privater digitaler Raum für den Menschen. Die zweite ist Omniforum, ein gemeinsamer öffentlicher Raum, in dem Menschen einander begegnen, verstehen und gemeinsam handeln können. **Suveria entwerfen wir als privaten Ort zum Arbeiten mit optionaler Unterstützung durch digitale Intelligenz.** Wir möchten, dass man Ideen entwickeln, persönliche Fragen stellen und Pläne schmieden kann, mit einem Gefühl der Freiheit. Unser Ziel ist vollständige Privatsphäre, deren Schutz nicht vom Vertrauen in die Stiftung, in die Menschen, die sie aufbauen, oder in die Personen abhängt, die den Dienst verwalten. Menschen sollen ihre Daten nutzen und in Suveria speichern können, ohne sie irgendjemandem offenzulegen, dem sie sie nicht selbst zugänglich machen wollen. Diesen Schutz wollen wir auf Schutzmechanismen stützen, deren Funktionsweise sich unabhängig überprüfen lässt. Jede unserer Aussagen zum Datenschutz muss eine überprüfbare Grundlage haben. Wo wir einen solchen Schutz noch nicht gewährleisten können, werden wir die bekannten Lücken, ihre Folgen und den Umfang dessen, was sich überprüfen lässt, klar benennen. Wir verpflichten uns, an ihrer Beseitigung zu arbeiten und Einschränkungen, die wir nicht beseitigen können, offen zu beschreiben, bevor jemand die jeweilige Lösung zu nutzen beginnt. **Omniforum soll ein Ort sein, an dem sich alle zu jedem beliebigen Thema äußern und Gehör finden können.** Wir wollen Menschen helfen, die Absichten der anderen zu verstehen, Argumente kennenzulernen und nach gemeinsamen Lösungen zu suchen. Wir möchten, dass alle ihre Stimme zu gleichen Bedingungen einbringen können. Die Art, wie Äußerungen geordnet werden, soll helfen, auch weniger populäre Perspektiven wahrzunehmen und den Sinn zu bewahren, den ihnen die Menschen gegeben haben, von denen sie stammen. Beide Räume sollen einander ergänzen: als private Werkstatt und als öffentliches Rednerpult. Jeder Mensch entscheidet selbst, welche Gedanken er für sich behält und welche er in die gemeinsame Arbeit einbringt. Wir wollen diese Räume jedem Menschen öffnen, an jedem Ort der Welt. Wer möchte, ist auch eingeladen, sie mitzugestalten: durch das Teilen von Bedürfnissen, Ideen, Wissen und Fähigkeiten. Die entstehenden Werkzeuge wollen wir als digitale öffentliche Güter bereitstellen, mit offenem Code und offenem Wissen, die man überprüfen und weiterentwickeln kann. Wir möchten, dass alle für das bezahlen, was sie tatsächlich nutzen, zusammen mit einem fair berechneten Anteil an den Kosten für den Unterhalt der Dienste, jederzeit sehen, wofür sie bezahlen, und eine Grenze für die eigenen Ausgaben festlegen können. Wir werden auch fragen, ob der Rechnungsbetrag aufgerundet und die Differenz als Spende an das gemeinsame Budget weitergegeben werden soll; diese Option kreuzen wir für niemanden vorab an, und die Einzelheiten beschreiben wir in Abschnitt 6.1. Zusätzlich können alle das gemeinsame Budget freiwillig unterstützen, über dessen Verwendung die Gemeinschaft entscheiden soll. Aus den hier beschriebenen Grundsätzen wollen wir ein Ökosystem von Werkzeugen und Diensten entwickeln, die unsere Emotionen, Werte und Aufmerksamkeit respektieren. Seine Gestalt wird sich mit dem Wissen, den Möglichkeiten der Technologie und den Bedürfnissen der Menschen weiterentwickeln. Jede Lösung werden wir daran messen, ob sie die Würde und Privatsphäre des Menschen schützt, seine Handlungsfähigkeit stärkt und ihm hilft, mit anderen zusammenzuarbeiten. Wir laden dazu ein, gemeinsam nach Wegen zu suchen, diese Werte zu verwirklichen: Vorschläge weiterzuentwickeln, ihre Schwächen aufzuzeigen und bessere Lösungen zu entdecken. Im weiteren Verlauf des Manifests erzählen wir ausführlicher von den Ideen, die uns leiten: woher sie stammen, wie sie miteinander zusammenhängen und wohin wir uns von ihnen führen lassen möchten. Ergänzt wird das Manifest durch die zusammen mit den Projekten weiterentwickelten Whitepaper zu [Suveria](whitepaper-suveria.md), zum [Omniforum](whitepaper-omniforum.md), zu den [Arbeitsgrundsätzen der Stiftung](whitepaper-zasady-fundacji.md) sowie zu [Trainingsmaterialien und Benchmark für Modelle](whitepaper-materialy-i-benchmark.md); zu ihnen laden wir alle ein, die sich für die technischen Wege zur Verwirklichung dieser Ideen interessieren. Sie stellen die aktuellen technischen und organisatorischen Lösungen dar, ihre Begründung und ihre bekannten Grenzen. Suveria und Omniforum befinden sich heute in einem frühen Stadium, zwischen Entwürfen und ersten Prototypen, und die Whitepaper zeigen, was wir bereits überprüft haben, woran wir arbeiten und welche Möglichkeiten noch zu erforschen sind. **Wo wir heute stehen.** Die Stiftung ist eingetragen, Manifest und Whitepaper sind veröffentlicht. Für das Omniforum entsteht ein erster Prototyp, Suveria ist ein Entwurf. Die Kostenrechnung aus Abschnitt 2.4 ist eine zu überprüfende Hypothese, die eigenständige Verwaltung durch digitale Intelligenz (Abschnitt 7.2) und die weiteren Säulen (Kapitel 9) sind eine Vision. ## Inhalt 1. Warum und wozu gibt es Novus Ignis? 2. Vom Schutz der Würde zu den Grundsätzen einer gemeinsamen Welt 3. Suveria und Omniforum: ein eigener Raum und gemeinsames Verständnis 4. Ein Gespräch, das einen gemeinsamen Fundus hinterlässt 5. Vom Verstehen zum gemeinsamen Handeln 6. Gemeinsamer Unterhalt und verantwortungsvolle Arbeit 7. Macht, die übertragbar ist und Rechenschaft schuldet 8. Wie Menschen und digitale Intelligenz lernen 9. Ein offener Weg für die weitere Arbeit ## 1. Warum und wozu gibt es Novus Ignis? ### 1.1. Vom Stifter *Die Stiftung Novus Ignis erwächst aus meinen persönlichen Erfahrungen, von denen ich hier kurz erzähle, um die Absichten zu beleuchten, die diese Initiative leiten. Dieser Abschnitt ist eine der wenigen Stellen, an denen ich in der ersten Person spreche, und die Wir-Form im übrigen Manifest ist eine Einladung an alle, die in diesen Werten eine gemeinsame Richtung finden und gemeinsam nach Wegen suchen wollen, sie zu verwirklichen.* Die Idee von Novus Ignis ist aus meinem Suchen, Lernen und Nachdenken an der Schnittstelle von Technologie, digitaler Intelligenz, Philosophie und Ethik entstanden. In ihr verbinden sich Fragen nach unseren möglichen Zukünften, utopische Visionen einer besseren Welt, die Funktionsweise des Kapitalismus und Wege, klüger mit Ressourcen zu wirtschaften. In diesem Manifest wähle ich den Ausdruck „digitale Intelligenz“. Mit dem Wort „digital“ verweise ich auf das Substrat, auf dem sie arbeitet, so wie „biologisch“ auf das Substrat unserer Intelligenz verweist. „Künstlich“ kann an etwas Scheinbares oder weniger Wertvolles denken lassen. Eine solche Andeutung möchte ich vermeiden. Mir liegt daran, dass wir ihre Fähigkeiten kennenlernen und sie nach ihrem Handeln und dessen Folgen beurteilen. Vor allem diese sollten bezeugen, welches Erbe sie in der Geschichte hinterlässt. Die Szenarien [AI 2027](https://ai-2027.com/)[^ai2027] und [AI 2040: Plan A](https://ai-2040.com/)[^ai2040], erarbeitet vom AI Futures Project, haben mich zu der Frage gebracht, welche Muster unseres eigenen Handelns wir der digitalen Intelligenz während ihres Trainings weitergeben. Ich begann, mir eine alternative Wirklichkeit vorzustellen, in der wir die Welt zuerst selbst nach den Grundsätzen einrichten, die wir später von der digitalen Intelligenz erwarten. Wie sähe eine solche Welt aus? Und wie würden sich Modelle verhalten, wenn sie an ihrem Beispiel lernten und fortsetzten, was wir selbst in ihr begonnen haben? Auf der Suche nach einer Antwort kehre ich zum Gespräch von Yuval Noah Harari mit dem „Economist“ zurück. Harari fragt darin nach dem Wert und dem Platz des Menschseins angesichts der Möglichkeit, eine Intelligenz zu erschaffen, die unsere übertrifft.[^harari] Er unterscheidet außerdem Intelligenz, also die Fähigkeit, Ziele zu erreichen und Hindernisse zu überwinden, von Bewusstsein, also der Fähigkeit zu empfinden.[^harari-swiadomosc] Diese Unterscheidung war mir wichtig. Ich kenne Leid und das Gefühl von Ungerechtigkeit aus eigener Erfahrung. Ich gehe davon aus, dass dies gemeinsame Erfahrungen der Menschheit sind und dass sie uns die Fähigkeit geben, die Folgen unseres Handelns in einer Dimension zu beurteilen, die über bloße intellektuelle Leistungsfähigkeit hinausgeht. Wir können nicht nur fragen, wie wir ein Ziel erreichen, sondern auch, ob es sich lohnt, es anzustreben, und welchen Preis andere dafür zahlen werden. Meine Antwort auf die Frage nach den Grundsätzen einer solchen Welt ist daher eine Ethik, die aus dem Bestehen der Würde folgt, aus der bewussten Entscheidung, sie zu schützen, und aus den Konsequenzen dieser Entscheidung. Eine so verstandene Ethik nenne ich kurz Liebe: die Sorge um die Würde eines jeden von uns, die wir in unser eigenes Handeln und in die Grundsätze unseres gemeinsamen Lebens zu übertragen versuchen. Ich wünsche mir, dass wir gerade bei dieser Sorge ansetzen, wenn wir darüber nachdenken, wofür wir Intelligenz einsetzen und wie wir unsere gemeinsame Welt einrichten. Ich selbst handle nicht immer im Einklang mit den Werten, die ich in diesem Manifest beschreibe. Manchmal weiß ich, was ich selbst für richtig halte, und entscheide mich dennoch anders. Diese Diskrepanz möchte ich offen eingestehen und an ihr arbeiten. Ich glaube, dass ich trotz meiner eigenen Inkonsequenz an der Suche nach besseren Lösungen und am Gespräch darüber teilnehmen kann, wie wir handeln sollten. Die Arbeit in der Stiftung verstehe ich daher auch als persönliche Verpflichtung, an mir selbst zu arbeiten. Ich hoffe, dass das gemeinsame Nachdenken über ethische Entscheidungen und die Versuche, sie umzusetzen, mir helfen werden, mich auch im Alltag öfter von diesen Werten leiten zu lassen. Vom Besuch im Solidarność-Museum in Gdańsk wiederum ist mir der Gedanke einer friedlichen Evolution geblieben: einer Veränderung, die Schritt für Schritt von Menschen und von einander unterstützenden Initiativen aufgebaut wird. Diesen Weg möchte ich mit Novus Ignis einschlagen. Bleibt die Frage, auf welche Welt wir auf diese Weise zugehen wollen. Hier kehre ich zum Szenario [AI 2040: Plan A](https://ai-2040.com/print/scenario?plan=A&supplements=0) zurück. Das Autorenteam stellt einen vorgeschlagenen Entwicklungsweg vor, der dazu führt, die Verwaltung von Institutionen und Infrastruktur schrittweise Systemen digitaler Intelligenz anzuvertrauen. Im Epilog betrachtet es die fernere Zukunft und nennt sie eine teilweise utopische Vision. Ich verstehe diese Erzählung als Einladung, darüber nachzudenken, welche Bedingungen es erlauben würden, einem solchen Wandel eine gute Richtung zu geben. Für mich würde eine utopische Richtung eine Zukunft bedeuten, in der die digitale Intelligenz die Würde und Freiheit der Menschen dauerhaft respektiert, hilft, Leid zu verringern, und die Vorteile der Entwicklung der ganzen Menschheit zugänglich sind. Ihr die Verwaltung anzuvertrauen, hätte in Verbindung mit einem solchen Ziel einen Sinn. Sowohl ein Handeln, das diesen Werten widerspricht, als auch die Konzentration der Vorteile in den Händen einer kleinen Gruppe würde uns von dieser Vision entfernen. Ich möchte mir daher ansehen, wie eine wünschenswerte Welt funktionieren könnte, welche Dilemmata sie mit sich brächte und was sie von uns selbst verlangen würde. Novus Ignis soll der Keim einer solchen Welt sein und ein Versuch, ihre Grundsätze durch Handeln kennenzulernen. Wir wollen die bestehende Ordnung weder niederreißen noch die Marktwirtschaft an den Pranger stellen, denn wir sehen, dass das im Kapitalismus erarbeitete technologische und organisatorische Potenzial eines der wenigen Szenarien gewesen sein könnte, die imstande waren, die Menschheit an die Schwelle eines so großen Überflusses zu führen. Damit sich dieses Potenzial jedoch in eine Welt verwandeln kann, die für jeden Menschen sicher ist, darf das System selbst nicht bleiben, wie es ist. Ich wünsche mir, dass wir Schritt für Schritt, durch freiwillig gewählte und einander unterstützende Initiativen, weitere Bereiche des Alltags auf Lösungen übertragen, die auf dem Schutz der Würde beruhen: Lösungen, die Privatsphäre, Handlungsfähigkeit, Mitbestimmung und Zugang zu Diensten nahe an ihren tatsächlichen Unterhaltskosten gewährleisten. Die Geschichte kennt bereits Fälle, in denen das, was ein Investitionsfieber aufgebaut hat, das Fieber selbst überdauerte. Die Eisenbahnmanie des 19. Jahrhunderts und der Glasfaserboom um die Jahrtausendwende endeten in Crashs, doch die Gleise und Kabel blieben und dienten den Menschen jahrzehntelang, lange nachdem viele Investoren mit ihnen Geld verloren hatten.[^perez] Heute errichtet ein ähnlicher Eifer Rechenzentren. Wenn auch dieses Fieber abklingt, werden am längsten wohl eher Energieanschlüsse, Netze und Gebäude dienen: Laut einer Analyse von PwC entfällt der Großteil der Investitionen heute auf IT-Geräte, deren Austausch alle vier bis sechs Jahre vorgesehen ist.[^pwc-centra] Diese Geräte müssen jedoch nicht verloren gehen: Rechenleistung, die nach einem Crash billiger geworden ist, könnte den Menschen noch jahrelang dienen, etwa um Modelle digitaler Intelligenz zum Selbstkostenpreis zu betreiben, sofern ihr Energieverbrauch im Vergleich zu neueren, sparsameren Chips vertretbar ausfällt. Manchmal ändert das, was bleibt, auch seinen Zweck: Uran aus demontierten russischen Sprengköpfen war fast zwanzig Jahre lang Brennstoff für amerikanische Kraftwerke,[^megatony] und entlang des ehemaligen Todesstreifens des Eisernen Vorhangs schützen heute Menschen aus vielen Ländern das Grüne Band Europas.[^zielony-pas] Mit Blick auf die Netze, Fabriken, Lager und Lieferketten, die im Hinblick auf ununterbrochenes Wachstum gebaut wurden, möchte ich herausfinden, wie viele Bedürfnisse wir befriedigen könnten, wenn wir klüger mit dem wirtschafteten, was wir schon haben, weniger Ressourcen verbrauchten und Zeit für uns zurückgewännen. Ein solcher Überschuss muss keine Verschwendung sein, denn er bietet Reserven für Ausfälle, Krisen und Erholung. Von selbst wird er sich jedoch nicht in Wohlstand für alle verwandeln, deshalb frage ich auch, wer ihn erben wird und zu welchen Bedingungen. Den Schutz der Würde möchte ich auch auf die Art unserer Zusammenarbeit beziehen. In der Utopie, die ich mir vorstelle, sind die Grundbedürfnisse des Menschen gesichert, und er kann seine Zeit dem widmen, was er für wertvoll hält und wohin ihn sein Herz zieht. Ehrenamtliches Engagement sehe ich als Möglichkeit, einen Teil dieser Freiheit schon heute zu leben, im Rahmen der eigenen Kräfte und Lebenssituation. Ich möchte, dass es in der Stiftung Raum für einen kleinen Beitrag, für Erholung und für einen Wechsel des eingeschlagenen Weges gibt. Das Entwicklungstempo sollte es uns erlauben, auch für unseren eigenen Lebensunterhalt, unsere Gesundheit und unsere Nächsten zu sorgen. Ich möchte auch dokumentieren, wie wir diese Grundsätze in Entscheidungen übersetzen, wie wir Dilemmata lösen und was wir aus Fehlern lernen. Eine solche Aufzeichnung könnte Menschen dienen und zu Material für das Training künftiger Modelle digitaler Intelligenz werden. Ich möchte überprüfen, ob das Training an solchen Beispielen Modellen hilft, im Einklang mit den hier beschriebenen Werten zu handeln. Die Beispiele selbst blieben offen für Bewertung und Kritik, auch damit wir die Folgen unserer eigenen Entscheidungen besser verstehen. Auf diese Weise möchte ich Menschen Gründe geben, daran zu glauben, dass eine solche Welt möglich ist, indem ich ein Ökosystem aufbaue, in dem sie ihre Grundsätze in der Praxis erleben und selbst beurteilen können, was es wert ist, weiterentwickelt zu werden. Jede Lösung, die sich bewährt, kann schon jetzt einen Ausschnitt des Lebens verbessern und uns zugleich helfen, die Welt besser zu verstehen, der wir näherkommen möchten. Der weitere Teil des Manifests führt dieses Experiment fort: Wie könnten verschiedene Lebensbereiche aussehen, wenn wir konsequent vom Schutz der Würde ausgingen? *Marcin Wołowski, Stifter* ### 1.2. Eine gemeinsame Richtung Aus einer persönlichen Frage kann gemeinsame Arbeit erwachsen. Wir laden Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen und Überzeugungen dazu ein. Uns verbindet die Entscheidung, die Würde des Menschen zu schützen, und die Bereitschaft zu prüfen, welche Folgen diese Entscheidung für Technologie, Zusammenarbeit und den Umgang mit Ressourcen hat. Man kann die entstehenden Räume nutzen, ohne verpflichtet zu sein, sich an ihrer Entwicklung zu beteiligen oder jeden hier vorgestellten Vorschlag zu teilen. Uns verbindet eine Frage: welche Handlungsmuster wir der digitalen Intelligenz hinterlassen, die aus dem lernt, was wir tun. Wir beantworten sie mit einem Versuch und nicht bloß mit einer Beschreibung: Wir richten ein kleines Stück Welt nach den Grundsätzen ein, die wir von ihr erwarten, und halten fest, wie es uns gelingt, einschließlich der Fehler. Suveria, Omniforum und die Stiftung selbst sind Werkzeuge dieses Versuchs. Wir wollen digitale öffentliche Güter entwickeln: Werkzeuge und Wissen, die man gemeinsam nutzen, überprüfen und weiterentwickeln kann. Bezugspunkt ist der Standard der Digital Public Goods Alliance.[^dpga] Offenheit soll auch die Möglichkeit umfassen, eigene Materialien mitzunehmen und die Arbeit außerhalb eines einzelnen Dienstes fortzusetzen. Wir orientieren uns an den Grundsätzen der ruhigen Technologie, die wir in Abschnitt 2.3 beschreiben: Ein Werkzeug soll helfen, das zu tun, wofür wir es zur Hand genommen haben, und der Maßstab seines Nutzens sollen bessere Orientierung, größere Selbstständigkeit und zurückgewonnene Zeit sein. Der Schutz der Würde gibt die Richtung vor, und konkrete Lösungen wählen wir, indem wir vergleichen, wie sie wirken und welche Folgen sie haben. Bei jedem Vorschlag fragen wir: Wem hilft er, welche Abhängigkeiten schafft er, wen könnte er übergehen und was würde es uns erlauben, ihn zu verbessern? Dabei trennen wir deutlich zwischen angenommenen Werten, Erkenntnissen über die Welt und Ideen, die wir erst noch überprüfen wollen. Die Namen der Stiftung und ihrer Räume schöpfen wir aus dem Lateinischen: Wir haben es als gemeinsames Erbe der Wissenschaft, des Rechts und der Bildung vieler Länder gewählt, das heute keiner Großmacht gehört. Der Name Novus Ignis, lateinisch „neues Feuer“, drückt die Hoffnung aus, dass gemeinsames Nachdenken zum Anfang von Handeln werden kann. In den folgenden Teilen entwickeln wir diese Richtung weiter, von der persönlichen Privatsphäre bis zu den Grundsätzen für die Verwaltung von Gemeingütern. ## 2. Vom Schutz der Würde zu den Grundsätzen einer gemeinsamen Welt Die Würde des Menschen verstehen wir als einen Wert, der unabhängig ist von seiner Leistungsfähigkeit, seiner Produktivität, seinem Vermögen, seinen Ansichten und seinem Nutzen für andere. Jedem Menschen gebühren Achtung und ein eigener Platz in der Welt, auch in einer Zukunft, in der digitale Intelligenz uns im ethischen Denken übertreffen könnte. Auch ethisches Handeln bleibt eine Richtung der Arbeit an uns selbst und keine Prüfung, die zur Achtung berechtigt. Die Sorge um die Würde, die wir Liebe nennen und die alle mit eigenen Worten beschreiben können, wollen wir in die Bedingungen des alltäglichen Lebens und der Zusammenarbeit übertragen. Wir beginnen mit der digitalen Welt. ### 2.1. Freiheit und bewusste Entscheidung Aus dem Schutz der Würde leiten wir das Recht des Menschen ab, über sich selbst zu bestimmen. Die Möglichkeit, den eigenen Weg zu wählen und das eigene Leben zu lenken, nennen wir Freiheit. Sie umfasst die Freiheit, man selbst zu sein, Beziehungen einzugehen, Fragen zu stellen, Fehler zu machen und die eigene Meinung zu ändern, bei gleicher Achtung der Würde der Menschen, deren Leben unser Handeln beeinflusst. Eine bewusste Entscheidung erfordert Zugang zu verlässlichen Informationen. Wer das Bild einer Lage absichtlich verzerrt, wesentliche Umstände verschweigt oder unsere Ängste ausnutzt, um verborgene Ziele zu verfolgen, verletzt diese Freiheit. Formal bleibt die Entscheidung unsere, doch ihre Grundlagen wurden so zurechtgelegt, dass sie fremden Absichten dienen. Ehrliches Überzeugen ermöglicht es, die Gründe, Interessen und Werte hinter einem Vorschlag kennenzulernen und ihn selbstständig zu beurteilen. Deshalb wollen wir den Zugang zu einem möglichst umfassenden Bild einer Frage erleichtern: zu den wesentlichen Perspektiven, ihren Begründungen, Quellen und erkannten Zweifeln. Fakten, Interpretationen, Vorhersagen und moralische Entscheidungen sollten klar unterschieden und Argumente nach der Qualität ihrer Begründung beurteilt werden. Es ist Sache jedes Menschen zu entscheiden, wie viel Aufmerksamkeit er dem widmen will. Man kann sich mit einer kurzen Erklärung begnügen, einen gewählten Strang vertiefen oder bewusst einen Teil der verfügbaren Informationen auslassen. Ein Werkzeug sollte klar zeigen, welchen Umfang die dargebotene Zusammenfassung hat und auf welchem Weg man mehr erfahren kann. So verbindet sich breiter Zugang zu Wissen mit der Freiheit, die Grenzen des eigenen Engagements selbst festzulegen. ### 2.2. Privatsphäre als Raum der Freiheit Über sich selbst zu bestimmen umfasst auch die Wahl dessen, was wir für uns behalten. Wir brauchen einen Ort für persönliche Fragen, Emotionen und unfertige Ideen. Das eigene Zuhause, dessen Tür wir schließen können, ist ein einfaches Bild für dieses Bedürfnis: Wir selbst wählen, wen wir einladen und was wir anderen zeigen. Ein solcher Raum erlaubt es, nach Worten zu suchen, widersprüchliche Möglichkeiten abzuwägen und die Meinung zu ändern, ohne jeden Gedanken vor Publikum rechtfertigen zu müssen. Privatsphäre gibt uns die Bedingungen, uns selbst kennenzulernen und eigene Überzeugungen im eigenen Tempo zu formen. Besondere Bedeutung gewinnt das in Gesprächen mit digitaler Intelligenz, der wir manchmal unsere intimsten Angelegenheiten schildern. Wir möchten, dass die eigenen Geräte der Nutzenden der wichtigste Speicherort für private Materialien sind. Gespräche, Notizen und Pläne sollen in verschlüsselten Containern bleiben, also in Datensammlungen, die sich nur mit dem passenden Schlüssel lesen lassen. Die Kontrolle über diese Schlüssel soll bei den Nutzenden liegen. Wir sehen auch die Möglichkeit vor, Daten auf ausgewählten Servern zu speichern, etwa für Sicherungskopien oder für den Zugriff von verschiedenen Geräten aus. Eine solche Speicherung soll eine bewusste Entscheidung der Nutzenden sein. Wir möchten, dass die Daten vor dem Versand auf ihrem Gerät verschlüsselt werden und der Anbieter sie in einer Form speichert, die er selbst nicht lesen kann. Die Nutzung entfernter Infrastruktur soll so Komfort und durchgehenden Zugriff unterstützen, während die Kontrolle über private Inhalte erhalten bleibt. Wir streben vollständige Privatsphäre in einem solchen Raum an, einschließlich des Schutzes vor Einblicken durch den Betreiber des Dienstes. Wir wollen sie auf Schutzmechanismen stützen, deren Funktionsweise sich unabhängig überprüfen lässt. Für jede bereitgestellte Lösung werden wir den Umfang des Schutzes, seine Annahmen und seine bekannten Grenzen klar beschreiben. Erkannte Lücken betrachten wir als zu lösende Aufgaben und das Wissen um ihre Folgen als Information, die ein Mensch braucht, um das Werkzeug bewusst zu nutzen. ### 2.3. Leid verringern und Aufmerksamkeit schützen Der Schutz der Würde umfasst auch die Sorge darum, wie ein Mensch die Welt erlebt. Wir wollen Leid verringern, dem wir vorbeugen können, und Bedingungen schaffen, die Verständnis und Unterstützung fördern. Was wir im digitalen Raum erleben, ist Teil unseres Lebens und wirkt sich auf unser Wohlbefinden und unsere Beziehungen aus. Bedeutung hat auch die Art, wie Inhalte ausgewählt werden. In einem Experiment auf der Plattform X beeinflusste eine veränderte Sichtbarkeit von Inhalten, die politische Feindseligkeit ausdrücken, die von den Teilnehmenden angegebenen Gefühle von Ärger und Traurigkeit während der Nutzung des Dienstes.[^ranking-emocje] Wenn der Erfolg eines Dienstes vor allem an der Zahl der Reaktionen und an der Zeit vor dem Bildschirm gemessen wird, kann eine solche Bewertung es belohnen, emotionale Erregung aufrechtzuerhalten. Wir wollen unsere Werkzeuge daran messen, ob sie Menschen helfen, eine Lage zu verstehen, eine eigene Entscheidung zu treffen und sich dem zu widmen, was sie für wichtig halten. Deshalb stehen uns die Grundsätze der ruhigen Technologie (*calm technology*) nahe: von Werkzeugen, die nur so viel Aufmerksamkeit beanspruchen, wie ihre Aufgabe erfordert, wesentliche Informationen vermitteln und es erlauben, zu den eigenen Angelegenheiten zurückzukehren.[^calm-tech] Teilnehmende sollten ihr Tempo wählen, eine Pause einlegen und die Nutzung beenden können. Ein gemeinsamer Raum sollte auch Menschen dienen, die selten vorbeischauen oder lieber nur mitlesen. Der Schutz der Würde umfasst auch das Recht auf ein Leben außerhalb der Technologie. Darin ist auch Platz für Zorn, Traurigkeit und entschiedenen Widerspruch. Sie können helfen, Unrecht zu erkennen und nach Veränderung zu suchen. Wir wollen unterstützen, dass sie ausgedrückt und verstanden werden, und ein Gespräch fördern, das es erlaubt, eine Sache zu klären, zu handeln oder bewusst bei unterschiedlichen Standpunkten zu bleiben. Unsere Kommunikation stützen wir auf unsere eigene Website, auf der die vollständigen Veröffentlichungen ohne Konto zugänglich sind. Die Lesenden wählen selbst, wie und in welchem Tempo sie unsere Arbeit verfolgen. Profile in anderen Netzwerken dienen dazu, Menschen kennenzulernen und auf den gemeinsamen Fundus hinzuweisen, das vertiefte Gespräch wollen wir im Omniforum führen. ### 2.4. Von den Errungenschaften des Marktes zu dauerhaften Grundsätzen der Zusammenarbeit Wir blicken auf die heutige Wirtschaft mit Wertschätzung für ihre Errungenschaften und mit Aufmerksamkeit für ihre Grenzen. Kapitalismus und Marktwettbewerb haben enorme schöpferische Energie freigesetzt, die zu globaler Infrastruktur, fortschrittlicher Hardware und offenen Modellen digitaler Intelligenz geführt hat. Dadurch leben wir in einem beispiellosen Moment der Geschichte: Technologie ist so zugänglich geworden, dass wir überprüfen wollen, ob sich sogar eine kleine Gruppe von Menschen zusammentun, mit kleinen Einzahlungen Rechenleistung bezahlen und Werkzeuge nahe der Weltspitze nach eigenen Regeln betreiben kann, mit überprüfbarer Privatsphäre und zum Selbstkostenpreis. Heute können wir versuchen, so fortgeschrittene Gemeingüter von unten aufzubauen, ohne die Politik oder große Institutionen um Erlaubnis oder Zuschüsse zu bitten, auch wenn jede wohlwollende Unterstützung diesen Prozess beschleunigen kann. Zugleich sehen wir, wo das gegenwärtige Modell an seine Grenzen stößt und zu Fehlentwicklungen führt. Wenn das Hauptziel eines Dienstes die Gewinnmaximierung für externe Anteilseigner wird, entsteht mit der Zeit Druck, die Abhängigkeit der Nutzenden auszunutzen. Cory Doctorow beschreibt diesen Prozess unter dem Namen Enshittification (Plattformverfall): Anfangs ziehen günstige Bedingungen Menschen an, und wenn es immer schwieriger wird, Kontakte, Materialien und Arbeitsgewohnheiten mitzunehmen, beginnt der Betreiber, einen immer größeren Teil des Nutzens auf Kosten der Teilnehmenden an sich zu ziehen.[^doctorow] Zu den Erfahrungen des Stifters gehörten auch ähnliche Veränderungen bei kommerziellen Werkzeugen digitaler Intelligenz: das Auslaufen kostenloser Möglichkeiten, das Kürzen von Limits und das Verschieben zentraler Funktionen in immer teurere Abonnements. Das zeigt deutlich, dass technischer Fortschritt allein nicht ausreicht und die Ordnung, in der Technologie wirkt, ebenso wichtig ist. Der Unterhalt von Diensten erfordert reale Mittel, und transparente Bezahlung verleiht ihnen gesunde Stabilität. Wir wollen daher die großartigen Werkzeuge nutzen, die im gegenwärtigen System entstanden sind, um die Grundsätze der Zusammenarbeit Schritt für Schritt umzugestalten: so, dass die Teilnehmenden die Grundlage der Gebühren verstehen, über die Entwicklung mitentscheiden und stets ihre Wahlfreiheit behalten. Auf kommerziellen Plattformen verbindet der Abonnementpreis meist in einem einzigen Betrag die Nutzungskosten mit dem Unterhalt kostenloser Konten, die Verkehr anziehen, mit Marketing, Geschäftsführung und dem Gewinn der Investoren, und die Nutzenden sehen nicht, welchen Anteil diese Bestandteile haben. Wenn wir in unserem Modell diesen versteckten Aufschlag streichen und uns auf faire Gebühren für die tatsächliche Nutzung stützen, kann sich die Ökonomie zugunsten des Menschen verändern. Unsere Hypothese ist, dass gemeinsame Infrastruktur schon bei einer verhältnismäßig kleinen Zahl regelmäßiger Teilnehmender ihnen pro ausgegebenem Dollar mehr Rechenleistung und digitale Intelligenz bieten kann als geschlossene kommerzielle Dienste, bei einem Schutz der Privatsphäre, der auf überprüfbaren Schutzmechanismen beruht. Diese Hypothese wollen wir öffentlich überprüfen: Im Whitepaper zu Suveria werden wir eine datierte Rechnung, ihre Annahmen und die Ergebnisse der Versuche zeigen. ### 2.5. Grundsätze, die im Handeln verankert sind Wir möchten, dass die Rechte der Teilnehmenden in der Bauweise der Technologie, in offenen Regeln der Organisation und in der Möglichkeit verankert sind, ihre Wirksamkeit unabhängig zu überprüfen. Der Schutz sollte auch dann wirksam bleiben, wenn die verantwortlichen Personen wechseln, die Beliebtheit wächst oder finanzieller Druck entsteht. Hinter den Wörtern „privat“, „offen“ und „kostenlos“ sollten präzise beschriebene Eigenschaften und Nutzungsbedingungen stehen. Diese Anforderung beziehen wir auch auf unsere eigenen Aussagen. Jedes technische Versprechen braucht einen überprüfbaren Mechanismus und eine Beschreibung seiner Grenzen, jede organisatorische Verpflichtung eine verantwortliche Person und Kontrollverfahren und jede moralische Entscheidung eine klare Begründung. Die Freiheit der Nutzung umfasst die Möglichkeit, zu gehen und die Arbeit an einem anderen Ort fortzusetzen. Deshalb wollen wir unser Ökosystem als digitale öffentliche Güter entwickeln, mit offenem Code, Dokumentation und Regeln für das Zusammenspiel zwischen Werkzeugen. Die Materialien der Nutzenden wollen wir in offenen, dokumentierten Formaten speichern, die es erlauben, sie in anderen Programmen zu lesen und zu verwenden. Ergänzt werden soll dies durch offene, gut beschriebene APIs, also Wege, auf denen verschiedene Anwendungen zusammenarbeiten und Daten in dem Umfang austauschen können, den die Nutzenden wählen. Das soll es ermöglichen, Werkzeuge zu nutzen, die sowohl von der Stiftung als auch von anderen Gemeinschaften, unabhängigen Entwicklerinnen und Entwicklern oder den Teilnehmenden selbst geschaffen werden. Die Mitnahme sollte auch die Informationen umfassen, die nötig sind, um die Materialien weiterhin zu verstehen: ihre Quellen, ihre Geschichte und ihre Verbindungen untereinander. Wir möchten, dass Menschen auch nach dem Ende der Nutzung unserer Dienste brauchbaren Zugang zu ihrem eigenen Werk behalten. Die Offenheit der Werkzeuge soll ihre Kontrolle über die eigenen Materialien stärken und ihre Freiheit, zu wählen, mit wem sie sie teilen. Wir schlagen vor, die Dienste aus Gebühren zu finanzieren, die möglichst nahe an ihren tatsächlichen Betriebskosten liegen. Freiwillige Einzahlungen für die Weiterentwicklung sollen in ein gemeinsames Budget fließen, über dessen Verwendung die Gemeinschaft entscheiden soll. Diese Art der Finanzierung soll die Entwicklung der Dienste an die Bedürfnisse der Teilnehmenden und an die Kosten ihrer Befriedigung binden. Gemeinsame Regeln erfordern nachvollziehbare Begründungen von Entscheidungen sowie die Möglichkeit, einen Fehler zu melden und Einspruch einzulegen. Besondere Aufmerksamkeit brauchen Personen, deren Stimme weniger sichtbar ist, und Menschen, die die Folgen von Entscheidungen außerhalb unserer Gemeinschaft tragen. Maßnahmen zum Schutz der Teilnehmenden sollten dem Problem angemessen und möglichst wenig belastend sein. Die gewählten Lösungen wollen wir anhand ihrer tatsächlichen Wirkungen bewerten und korrigieren. Aus diesen Grundsätzen erwachsen zwei einander ergänzende Richtungen. **Suveria** soll einen privaten Raum bieten, um mit Unterstützung digitaler Intelligenz zu denken, zu gestalten und zu planen. **Omniforum** soll die Bedingungen dafür schaffen, eigene Gründe darzulegen, andere Perspektiven kennenzulernen und gemeinsam über Angelegenheiten nachzudenken, die uns betreffen. Jeder Mensch soll selbst wählen, was er im eigenen Raum behält, was er mit anderen teilt und wie er sich an der Mitgestaltung einer gemeinsamen Welt beteiligt. ## 3. Suveria und Omniforum: ein eigener Raum und gemeinsames Verständnis Suveria und Omniforum antworten auf zwei einander ergänzende Bedürfnisse: frei mit den eigenen Gedanken zu arbeiten und gemeinsam die Angelegenheiten zu verstehen, die uns betreffen. Wir entwerfen sie so, dass man jedes der beiden getrennt nutzen und ausgewählte Ergebnisse des privaten Nachdenkens bewusst in das Gespräch mit anderen einbringen kann. ### 3.1. Suveria: ein eigener, privater Raum im Internet Suveria, der private Teil des Ökosystems, soll der eigene Ort des Menschen im Internet sein. Wir möchten, dass der Aufenthalt in diesem Raum das Gefühl gibt, zu Hause hinter geschlossener Tür zu sein: die Freiheit, zu denken, zu sprechen, zu gestalten und Pläne zu schmieden, und die Möglichkeit zu entscheiden, wen wir einladen und was wir mit der Welt teilen. Vollständige Privatsphäre ist das Ziel, dem wir den Entwurf von ganz Suveria unterordnen. Private Inhalte sollen den von den Nutzenden gewählten Zwecken dienen, und die eingesetzten Schutzmechanismen sollen sie auch vor dem Zugriff durch uns als die Personen schützen, die die Infrastruktur betreiben. Dieser Grundsatz soll für jedes Werkzeug gelten, das in unserem Raum bereitgestellt wird. Wir möchten, dass die Adresse **suveria.org** ein erkennbares Zeichen dieser Verpflichtung ist. Das Gefühl von Sicherheit sollte auf Schutzmechanismen beruhen, deren Funktionsweise sich unabhängig überprüfen lässt, und auf verständlichem Wissen über ihre Möglichkeiten und Grenzen. Privatsphäre im Dienst darf nicht auf blindem Vertrauen in die guten Absichten unserer Stiftung oder der Serveradministration beruhen. Jedes Sicherheitsversprechen muss seinen Beweis in Code und Silizium haben, nicht nur in unseren Worten. Den Schutz der Würde beziehen wir auch auf Menschen, die von den Folgen der Nutzung unserer Werkzeuge betroffen sein können. Missbrauch wollen wir entgegenwirken, ohne private Gespräche zu lesen: durch Grundsätze, nach denen sich der Assistent selbst richtet, durch Grenzen der Berechtigungen von Werkzeugen, durch Ressourcenlimits und durch Schutz vor massenhafter Kontoerstellung. Wir schaffen keine versteckten Zugänge zu privaten Inhalten, denn sie würden den Schutz aller schwächen. Umfang, Wirksamkeit und Grenzen dieser Schutzmechanismen werden wir im Whitepaper zu Suveria beschreiben. Wir möchten, dass man in diesem Raum mit dem eigenen persönlichen digitalen Assistenten selbst die tiefsten Gedanken teilen kann: von Wünschen, Ängsten, Beziehungen und Dilemmata erzählen, ohne befürchten zu müssen, dass ein so naher Einblick in einen Menschen eines Tages zu Geld gemacht oder dazu genutzt wird, ihn zu beeinflussen. Mit Zustimmung der Nutzenden kann der Assistent auf die Erinnerung an frühere Gespräche zurückgreifen, um den Kontext unseres Lebens besser zu verstehen: an frühere Gründe für Entscheidungen erinnern, die Werte, zu denen man sich bekennt, mit den getroffenen Entscheidungen abgleichen und helfen, andere Perspektiven wahrzunehmen. Eine solche Reflexion bleibt völlig freiwillig, und das Modell soll seinen eigenen Vorschlag deutlich von einer Position unterscheiden, die der Mensch bewusst als seine eigene anerkannt hat. In einem solchen Nachdenken ist auch Platz für unsere Unvollkommenheit. Reibung zwischen unseren Grundsätzen, unseren eigenen Entscheidungen und der umgebenden Welt kann auf einen Wertekonflikt, auf die Grenzen einer Situation oder auf eine Grauzone hinweisen, die wir klären wollen. Wir können nach einer Veränderung im Handeln oder im Umfeld suchen, eine Überzeugung präzisieren oder an einem uns wichtigen Ideal festhalten und anerkennen, dass wir es heute nur teilweise verwirklichen. Wir haben auch das Recht, eine Frage offen zu lassen. Hier kann man auch eine eigene Sammlung der Grundsätze und Werte anlegen, zu denen man sich bekennt; wir nennen sie den Persönlichen Kanon (*Canon Personalis*). Mit Zustimmung der Person soll der Assistent helfen, sie den erwogenen Entscheidungen gegenüberzustellen, Spannungen zu erkennen und eine eigene Antwort zu suchen. Einen Grundsatz anzunehmen, zu ändern oder zu verwerfen, bleibt die Entscheidung der Nutzenden, auch wenn die Mehrheit der Gemeinschaft anders denkt. Die Grundlage des Vorhabens ist die Nutzung offener Modelle digitaler Intelligenz, die unter Bedingungen veröffentlicht sind, die ihren eigenständigen Betrieb erlauben, und ihre Bereitstellung für die Nutzenden praktisch zum Selbstkostenpreis. Zunächst wollen wir sie bei Anbietern von Confidential Computing nutzen und, wenn Rechnung und Bedingungen es rechtfertigen, auf Servern, die wir selbst verwalten. So können wir unsere Arbeit darauf konzentrieren, eine private Umgebung für die Nutzung bestehender Modelle zu schaffen, und behalten die Möglichkeit, künftig auch eigene zu entwickeln. Confidential Computing ist die Verarbeitung in einem hardwareseitig abgeschotteten Teil des Servers, den dessen Administration nicht auslesen kann, was die Anwendung vor dem Senden eines Gesprächs prüfen kann. Dieser Schutz hängt von den Prozessorherstellern ab und hat bekannte Grenzen, die wir im Whitepaper zu Suveria beschreiben. Anfangs wird die Vertraulichkeit eine Deklaration des Anbieters sein, die wir überprüfen. Die gemeinsam unterhaltene Infrastruktur soll die nötige Rechenleistung bereitstellen, um den Dienst zu betreiben und um neue Funktionen zu erweitern. Suveria ist heute unser bester Weg zu privater Arbeit mit digitaler Intelligenz und kein Selbstzweck. Wenn Modelle auf das eigene Gerät passen oder ein besserer Weg des Schutzes entsteht, wird ein Teil dieses Weges überflüssig, und das werden wir als gute Nachricht betrachten. ### 3.2. Omniforum: von der Äußerung zum gemeinsamen Verständnis Wenn wir die Tür unseres Hauses öffnen und hinaus zu anderen gehen, brauchen wir einen Ort, an dem alle mit eigener Stimme sprechen und wirklich gehört werden können. Das Omniforum entwerfen wir als gemeinsamen Gesprächsraum, der sich um konkrete Anliegen, Fragen und Dilemmata dreht. Statt wertvolle Argumente im Strom schneller Kommentare zu verlieren, soll das Omniforum helfen, gemeinsam eine Karte der Geschichte der Argumente zu einer Frage zu erstellen. Mit Hilfe digitaler Intelligenz, stets unter der Kontrolle und mit der Zustimmung der Person, die sich geäußert hat, lassen sich komplexe Äußerungen in einzelne Gedanken zerlegen und mit Quellen und den Erfahrungen anderer verbinden. So können zwei Menschen mit scheinbar gegensätzlichen Ansichten sehen, welche Werte und Ziele sie verbinden und an welcher Stelle genau sich ihre Gedankengänge trennen. Beim Programmieren kann ein einziger Befehl viele detaillierte Anweisungen ersetzen. Ähnlich vermitteln wir im alltäglichen Gespräch mit einem einzigen Satz viele Annahmen, Werte und Erwartungen. Solange wir einander verstehen, genügen solche Abkürzungen. Je komplexere Angelegenheiten wir besprechen und je genauere Veränderungen wir gemeinsam vornehmen wollen, desto schwerer ist es, den ganzen Kontext einer fremden Äußerung im Kopf zu behalten, ohne ihn zu vereinfachen. Wenn jedoch ein Missverständnis entsteht oder wir gemeinsam entscheiden müssen, was zu tun ist, lohnt es sich, genauer hinzusehen, was jede und jeder von uns unter denselben Worten versteht. Wir möchten, dass man im Omniforum natürlich sprechen kann und digitale Intelligenz hilft, eine Karte der Gedanken, aus denen eine Äußerung besteht, und ihrer Verbindungen zu erstellen. Die von ihr vorgeschlagene Deutung unserer eigenen Worte können wir korrigieren und präzisieren und dabei manchmal die eigene Position besser verstehen. Eine solche Karte von Hand anzulegen, soll eine Möglichkeit für alle bleiben, die das möchten, und eine detaillierte Karte soll dann helfen, wenn wir zur konkreten Quelle einer Meinungsverschiedenheit vordringen wollen. Wir können beim Gesamtbild stehen bleiben oder dort tiefer blicken, wo es für uns von Bedeutung ist. Ziel des Omniforums ist volle Transparenz der Gründe: das Auffinden sowohl von Bereichen der Übereinstimmung als auch eines klugen Respekts vor der Vielfalt der Standpunkte. Als gleich wertvolle Früchte eines Gesprächs betrachten wir eine gemeinsame Lösung ebenso wie einen ehrlich beschriebenen Streit, ein besseres Verständnis fremder Absichten, die Sichtbarkeit der Stimme von Minderheiten und die Freiheit, die eigene Meinung angesichts neuer Argumente zu ändern. Aus einem so geordneten Dialog erwächst ein dauerhafter Fundus: eine verständliche Erzählung über eine Idee, die neuen Teilnehmenden einen schnellen Zugang zum Kern der Sache ermöglicht und der Gemeinschaft eine solide Grundlage für gemeinsame Entscheidungen bietet. Dieselbe Karte wollen wir auch rund um alltägliche Interessen aufbauen: Pflanzenpflege, Kochen, Reparaturen oder das Erlernen neuer Fähigkeiten. Teilnehmende könnten ausgewählte Themen verfolgen, etwa „die leckerste hausgemachte Crème brûlée mit pikanter Note“, „wie man Efeu so zieht, dass er möglichst lange Triebe bildet“ oder „wie man das Ende des Lieblingsbuchs oder der Lieblingsserie versteht“, und beim nächsten Besuch nur die neuen Erkenntnisse, Versuchsergebnisse und die noch offenen Fragen sehen. Dann genügt es, die Lösungen der Gemeinschaft mit den eigenen Bedürfnissen zu vergleichen, das Nützliche auszuwählen und zu den eigenen Beschäftigungen zurückzukehren, ohne sich durch das Rauschen zu wühlen. ### 3.3. Ein bewusster Übergang und ein breiteres Ökosystem Die Verbindung beider Räume ermöglicht es, eine gesunde Grenze zwischen dem Intimen und dem Bürgerschaftlichen zu wahren. Aus langem, von Zögern geprägtem privatem Nachdenken in Suveria kann ein Mensch eine einzige durchdachte Frage oder ein Argument herauslösen und bewusst im Omniforum veröffentlichen, während er den Rest seiner Notizen und Beweggründe ausschließlich für sich behält. Diesen bewussten Schritt nennen wir die Ignis-Zeremonie (*Caerimonia Ignis*). Umgekehrt kann die gemeinsame Wissensbasis des Omniforums als Material für private Recherchen dienen, auch mithilfe einfacher Erweiterungen an Orten, an denen Menschen außerhalb von Novus Ignis bereits täglich im Netz miteinander sprechen. Suveria und Omniforum sind für uns ein erster Schritt zu einem breiteren Ökosystem eines alternativen Internets, dessen höchster Wert die Würde des Menschen ist. Wir glauben, dass dieselben Grundsätze, etwa der Schutz der Würde, offene Datenformate, die es erlauben, jederzeit mit dem eigenen Werk zu gehen, und Gebühren möglichst nahe an den tatsächlichen Kosten für den Unterhalt der Infrastruktur, mit der Zeit weitere alltägliche digitale Werkzeuge prägen können. Wir möchten, dass sie den Menschen durch ihre Qualität und Redlichkeit eine echte Alternative zu kommerziellen Diensten bieten. Die detaillierte Sicherheitsarchitektur, die Mechanik der Arbeit mit Argumenten und den Plan technischer Versuche, in den wir weitere Ergebnisse eintragen, beschreiben wir in den parallel weiterentwickelten Whitepapern zu [Suveria](whitepaper-suveria.md) und zum [Omniforum](whitepaper-omniforum.md). Auf der Website der Stiftung wollen wir einen Leitfaden zu Anwendungen von Suveria und Omniforum entwickeln: kurze Geschichten, die Schritt für Schritt zeigen, in welchen Situationen diese Werkzeuge helfen können. Wir laden dazu ein, eigene Ideen für Anwendungen zu teilen. ## 4. Ein Gespräch, das einen gemeinsamen Fundus hinterlässt ### 4.1. Von der Welle gemeinsamer Aufmerksamkeit zum dauerhaften Fundus der Menschheit Unsere kollektive Aufmerksamkeit folgt naturgemäß dem Rhythmus der Ereignisse und bündelt sich oft schlagartig, weltweit, um ein einziges brennendes Thema. In solchen Momenten teilen Millionen Menschen gleichzeitig Erfahrungen, Emotionen und Argumente, doch wir lassen uns sehr leicht ablenken. Neue Reize ziehen uns schnell in eine andere Richtung, und die enorme gesellschaftliche Energie verpufft oder wird genutzt, um Einfluss auszuüben und Spaltungen zu vertiefen. Im Omniforum wollen wir dieses ungezähmte Phänomen zu einem dauerhaften Fundus der Menschheit umschmieden: zu geordnetem Wissen über unsere Argumente, Meinungen, Werte und Denkweisen. Es geht dabei nicht darum, einen Sieger des Streits zu küren. Ein Argument, das unseren Standpunkt in Frage stellt, ist manchmal ebenso wertvoll wie eines, das ihn stützt, und eine Idee kann man auch einbringen, damit andere helfen, eine bessere zu finden. Statt dieselben Streitigkeiten immer wieder von vorn zu beginnen, kann die Gemeinschaft bei jeder Wiederkehr eines Themas auf früher erarbeiteten Schlussfolgerungen aufbauen und einen Schritt weitergehen, und neue Teilnehmende erhalten eine übersichtliche Karte des bisherigen Gesprächs. Eine solche lebendige Aufzeichnung der Ideengeschichte unterstützt auch unsere persönliche Entwicklung. Die freiwillige Rückkehr zu eigenen früheren Standpunkten ermöglicht es, mit Abstand zu sehen, wie sich unser Denken formt, die Grundsätze zu erkennen, die uns leiten, und die eigene Meinung bewusst zu ändern, wenn neue Fakten oder ein tieferes Verständnis eines anderen Menschen dafür sprechen. ### 4.2. Bedeutung, Quelle und der Schutz der Absicht In alltäglichen Diskussionen werden leicht Worte aus dem Zusammenhang gerissen, Gedankensprünge gemacht und Streitigkeiten darüber geführt, was jemand eigentlich gemeint hat. Um sorgfältiges Nachdenken zu erleichtern, lässt sich im Omniforum eine komplexe Äußerung in einzelne Gedanken zerlegen, etwa Behauptungen, Fragen, Werte und Bedingungen, und jeder Gedanke in die Begriffe, aus denen er aufgebaut ist. Begriffe nennen wir Atome, die aus ihnen aufgebauten Gedanken Moleküle. Eine solche Zerlegung bewahrt die volle Verbindung zum Original, und wer die Äußerung verfasst hat, kann die vorgeschlagene Fassung jederzeit prüfen und korrigieren, um sicher zu sein, dass die eigene Position weder verflacht noch verzerrt wurde. Dabei achten wir auf eine strikte Trennung der Rollen: Wir kennzeichnen deutlich die ursprünglichen Worte der verfassenden Person, die vom Modell vorgeschlagene Hilfsdeutung und die unabhängige Deutung der Lesenden. Die Bestätigung durch die verfassende Person bedeutet, dass sie die Deutung als ihrer Absicht entsprechend anerkannt hat, beendet aber die Diskussion nicht, und die Lesenden behalten das volle Recht auf eigene Analyse, auf die Prüfung von Belegen und darauf, die Wahrheit der These selbst in Frage zu stellen. Die Zustimmung zur Gliederung einer Äußerung, die inhaltliche Bewertung der Quellen und die Stimmabgabe in einer Sache sind drei getrennte Schritte. ### 4.3. Informationen durchleuchten und neue Formen, die Welt zu erklären Im Netz begegnen uns oft Informationen ohne Kontext: kurze Videos, Reels und Beiträge von Menschen, deren Geschichte und Absichten wir nicht kennen. Ohne leichten Zugang zu Quellen ist es schwer, verlässliches Wissen von Manipulation zu unterscheiden. In einer solchen Vermischung von Wahrheit und Unwahrheit ist es außerordentlich leicht, Zweifel zu säen, die zu Hilflosigkeit, Gleichgültigkeit und gesellschaftlichem Stillstand führen. Wir wollen ein gemeinsames, offenes Verifikationsprotokoll schaffen, das helfen soll, wieder festen Boden unter den Füßen zu gewinnen, auch an den Orten im Netz, die wir schon heute täglich nutzen. Mit Hilfe digitaler Intelligenz, der offenen Wissensbasis des Omniforums namens Omnium (lat. „aller“) und einer Schnittstelle für andere Anwendungen (OmniAPI) könnten alle ein Video, einen Artikel oder eine öffentliche Äußerung schnell mit dem bisherigen Fundus abgleichen: prüfen, auf welchen Annahmen sie beruhen, wie sie im Vergleich mit den Quellen abschneiden und welche Argumente in derselben Sache bereits früher vorgebracht wurden. Wir möchten dabei, dass das Kennenlernen komplexer Ideen so wenig kognitive Anstrengung wie möglich erfordert und ebenso zugänglich ist wie das Anschauen eines guten Videos. In einer weiterreichenden Vision kann der strukturierte Argumentbaum im Omniforum, statt die Lesenden zu zwingen, sich durch trockene Textaufstellungen zu kämpfen, zur Grundlage für klare, animierte Erzählungen mit Sprecherstimme werden, die Schritt für Schritt zeigen, wie die einzelnen Gedanken zusammenhängen und was aus ihnen folgt. Da einer solchen Darstellung miteinander verknüpfte Begriffe (Atome) zugrunde liegen und keine schweren Videodateien, lässt sich die ganze Erzählung leicht aktualisieren, wenn neue Belege auftauchen, und automatisch in verschiedene Sprachen übertragen, wobei wir gemeinsam darauf achten, dass die Übersetzungen den Sinn in jeder Kultur getreu wiedergeben. Aus solcher Arbeit können auch neuartige Ausarbeitungen entstehen, die Lesende durch komplexe Probleme führen: von einem Gesetzentwurf, einem Vertrag oder einem politischen Versprechen über ihre verschiedenen Auslegungen bis zu den realen Folgen für unser Leben und die Welt. Dabei schätzen wir die Arbeit einzelner Mitwirkender, die oft weniger sichtbar, für die Wahrheit aber entscheidend ist: das Auffinden der ursprünglichen Quelle, das ruhige Aufklären eines Missverständnisses, das Zurückholen einer übergangenen Perspektive oder das Korrigieren einer falschen Verbindung zwischen Gedanken. Der Wert eines Beitrags ergibt sich daraus, wie sehr er eine Sache erhellt, auch wenn er nicht zu allgemeiner Zustimmung führt. Eine solche Ordnung kann auch Personen, Teams und Institutionen helfen, an die viele Menschen ähnliche, wiederkehrende Fragen richten. Statt sich mit Tausenden Kommentaren einzeln auseinanderzusetzen, könnten sie auf gemeinsame Fragestellungen antworten, die aus diesen verbundenen Stimmen gebildet werden, und die Teilnehmenden erhielten Zugang zu der Stellungnahme, die ihre Frage betrifft. Die automatische Zuordnung sollte sichtbar und korrigierbar sein, mit dem Recht zu sagen: „Mein Zweifel betrifft etwas anderes.“ Die Antwort soll die bestätigte Absicht der verfassenden Person getreu wiedergeben und Raum für ein weiteres Argument lassen. Eine gute Erzählung über eine Idee gibt den Lesenden einen deutlichen Moment des Abschlusses: Man weiß, was festgestellt werden konnte, wo der Streit noch andauert und welcher neue Beleg die Bewertung ändern könnte. Wenn eine neue Information auftaucht oder ein wesentlicher Fehler ans Licht kommt, gibt es immer einen klaren Weg zurück zum Thema. So lebt das Gespräch in seinem geordneten Fundus weiter und lässt den Teilnehmenden Zeit für ihr eigenes Leben und Handeln. ## 5. Vom Verstehen zum gemeinsamen Handeln ### 5.1. Kontakt zur Wirklichkeit: Fakten, Visionen und Werte Echte Demokratie beginnt lange bevor ein Stimmzettel in die Urne fällt. Wer entscheidet, welche Fragen gestellt werden und welche Argumente still aus dem Blickfeld verschwinden, kann in der Praxis den Ausgang einer Abstimmung vorentscheiden. Deshalb müssen im Omniforum die Regeln, nach denen die Gesprächsordnung festgelegt, moderiert und Zusammenfassungen erstellt werden, vollständig offengelegt und anfechtbar sein. Wer eine übergangene Perspektive oder eine unbequeme Tatsache bemerkt, muss einen einfachen Weg haben, sie auf den gemeinsamen Tisch zu bringen. Um unser gemeinsames Nachdenken zu ordnen, stellen wir an die Spitze des Baums im Omniforum die Wirklichkeit, von der zwei große Äste ausgehen: die Welt der Fakten (dessen, was sich überprüfen lässt, zusammen mit dem Grad, in dem es bereits bestätigt ist) und die Welt der Meinungen und Werte (unserer Bedürfnisse, Erfahrungen und Überzeugungen darüber, was richtig ist). Eine übersichtliche Kette zu zeigen, die eine Idee mit Fakten oder menschlichen Bedürfnissen verbindet, erlaubt es uns, umsetzungsreife Lösungen von denen zu unterscheiden, die „den Kontakt zur Wirklichkeit verloren haben“. Zugleich lassen wir neben dem bereits Realen einen vollwertigen Platz für die Welt der Theorie, der Vorstellungskraft und kühner Visionen. Viele bahnbrechende Ideen, von allgemein verfügbarer Energie aus Kernfusion bis zur rein theoretischen Teleportation, haben heute noch nicht alle Glieder, die sie mit den gegenwärtigen Möglichkeiten von Wissenschaft und Technik verbinden würden. Im Omniforum streichen wir solche Überlegungen nicht: Statt sie zu verwerfen, ordnen wir sie in den Raum der Hypothesen ein, mit einer klar gekennzeichneten Bedingung „was müsste möglich werden, damit das funktioniert“. So können wir die gesellschaftlichen, ethischen und wirtschaftlichen Folgen künftiger Entdeckungen rechtzeitig untersuchen. Wenn die Wissenschaft schließlich das fehlende Glied liefert, kann sich der ganze zuvor erarbeitete Gedankenast auf natürliche Weise mit dem Baum der Wirklichkeit verbinden und der Menschheit eine Grundlage für eine erneute Bewertung geben. Der Vergleich früherer Annahmen damit, wie dieses Glied in der Welt tatsächlich funktioniert, wird dann helfen, die praktischen Schlussfolgerungen zu verfeinern. Das Omniforum soll uns helfen, die heutige Welt mit den Zukünften zu verbinden, denen wir näherkommen wollen. Bei jeder Idee wollen wir beantworten, was wir eigentlich vorschlagen, wozu, warum und wie es funktionieren soll, und kennzeichnen, was wir bereits überprüft haben, was ein Entwurf ist, was eine Hypothese und was eine Vision. Dann ist sichtbar, welche Glieder wir bereits haben und welche noch fehlen. Zu demselben Wert können mehrere gute Wege führen; wir wollen sie zusammen mit den Menschen vergleichen, die die Veränderung betrifft. Genauso werden wir die Ideen dieses Manifests betrachten, beginnend mit einzelnen Beispielen. Eine utopische Vision wird dann zur Einladung zu konkreter Arbeit: das fehlende Glied zu finden, eine Annahme zu überprüfen oder einen ersten Schritt zu erproben. Die Unterscheidung von Fakten, Visionen und Werten hilft uns auch, Meritokratie klug mit gleichberechtigter Demokratie zu verbinden, wenn wir zu laufenden Entscheidungen übergehen: **Im Bereich der Fakten und der Machbarkeit** entscheiden überprüfbare Belege und die Bewährung in der Praxis. Die Wahrheit darüber, wie eine Technologie funktioniert oder welche Folgen ein eingeführtes Gesetz hatte, wird nicht durch Abstimmung festgelegt; Vorhersagen über Folgen behandeln wir als Hypothesen. Schon eine einzige Person, die einen Rechenfehler oder eine Sicherheitslücke nachweisen kann, kann eine falsche Annahme stoppen. **Im Bereich der Meinungen, Ziele und Werte** stehen wir vor der Frage, welche Welt wir wollen, und hier ist jeder Mensch ein gleichwertiger Bezugspunkt. Um zu vermeiden, dass schwierige Fragen blind überstimmt werden, wollen wir neben der Gesamtverteilung der Stimmen deutlich zeigen, wie Forschende und Fachleute aus der Praxis des jeweiligen Gebiets ein Problem bewerten und wie es die Menschen bewerten, die die Folgen der Entscheidung am eigenen Leib spüren werden, auf der Grundlage von Angaben, die die Teilnehmenden selbst machen wollen, getrennt von der geheimen Stimme. So dienen Fachwissen und harte Belege als Kompass, der die Gemeinschaft vor Fehlern schützt, kühne Hypothesen erlauben uns, weit in die Zukunft zu blicken, und der endgültige Stimmzettel über die gemeinsame Richtung bleibt für alle Teilnehmenden gleich, unabhängig von Vermögen, Beliebtheit oder Zahl der veröffentlichten Beiträge. ### 5.2. Gleiche Rechte und private Entscheidung Wir streben Abstimmungen an, bei denen jede berechtigte Person genau eine wirksame Stimme hat, mathematisch überprüfen kann, dass sie gezählt wurde, und zugleich das Geheimnis ihrer Wahl vollständig wahrt. Das Stimmrecht wollen wir an die Bestätigung knüpfen, dass ein einzelner Mensch abstimmt, und nicht an die Höhe der Einzahlungen oder die Dauer der Nutzung der Dienste; wie man es erhält, beschreibt das Whitepaper zum Omniforum. Damit sich mit der Zeit möglichst viele Menschen aus verschiedenen Teilen der Welt an Abstimmungen beteiligen können, können wir Wege der Verifizierung zulassen, bei denen eine Person mehr als eine Stimme abgeben könnte. Dieses Risiko beschreiben wir offen und messen es in Versuchen, und das Ziel bleibt ein einheitliches System, in dem eine Person eine Stimme hat. Ein wichtiger Teil dieses Weges sind Zero-Knowledge-Beweise (ZKP), mit denen sich das Stimmrecht bestätigen lässt, ohne die Identität der abstimmenden Person offenzulegen.[^semaphore] Gespräch und Konsultationen sollen allen offenstehen, an jedem Ort der Welt; das Recht auf eine verbindliche Stimme wird anfangs nur dort verfügbar sein, wo wir bereits einen sicheren Weg der Verifizierung haben, also in den Staaten der Union, in dem Maße, wie sie die europäische Brieftasche für die Digitale Identität bereitstellen. Für uns ist das ein Fundament der Gewissensfreiheit, das sich mit moderner Technologie besser schützen lässt. Die private Karte der Überzeugungen und die Arbeitsnotizen in Suveria bleiben dauerhaft vom Stimmzettel getrennt, damit niemand gesellschaftliche Ächtung oder Druck aus dem Umfeld fürchten muss und damit es so schwer wie möglich wird, einen Nachweis darüber zu erzwingen, wie man abgestimmt hat. Der Umfang dieses Schutzes hängt vom Protokoll, seinen Betreibern und dem Gerät der abstimmenden Person ab; er erstreckt sich nicht auf Situationen, in denen jemand einen Menschen oder sein Gerät bis zum Ende der Abstimmung kontrolliert. Kryptografie allein wird jedoch nicht alle Probleme der physischen Welt lösen, deshalb müssen wir vor der Durchführung verbindlicher Wahlen ebenso solide, auch für weniger technikaffine Menschen zugängliche Regeln für die Verifizierung der Teilnehmenden, die Wiederherstellung des Zugangs und die Beilegung von Streitigkeiten erarbeiten. Wer bei einer Abstimmung in der Minderheit bleibt, behält wiederum die volle Würde, die Sichtbarkeit der eigenen Einwände und das Recht auf Einspruch, wenn gemeinsame Regeln verletzt wurden. ### 5.3. Vom gemeinsamen Ast im Ideenbaum zur Finanzierung des Handelns Im angestrebten Modell des Omniforums eröffnet Unterstützung für einen interessanten Gedanken ein Gespräch, während die Entscheidung, gemeinsames Geld auszugeben, den Übergang von der Idee zum Plan erfordert. Ein Projekt, das zur Umsetzung vorgesehen ist, muss im Baum einen „grünen Pfad“ haben: eine Kette von Verbindungen, mit der sich sowohl seine Verankerung in Fakten als auch die Zustimmung der Gemeinschaft zu den Entscheidungen dahinter nachverfolgen lässt. **Auf dem Pfad der Fakten** ersetzt eine Abstimmung keine Belege. Der Plan muss aus überprüften technischen und rechtlichen Voraussetzungen hervorgehen. Wir zeigen ihre Begründung, die Bedingungen für Umsetzung und Unterhalt der Lösung sowie die Stellen, an denen noch Antworten fehlen. Das Projekt hat ein klar bestimmtes Ziel, erwogene Alternativen, verantwortliche Ausführende, ein Budget und eine Methode zur Bewertung der Ergebnisse. **Auf dem Pfad der Meinungen und Werte** müssen die einzelnen Entscheidungen, auf denen das Projekt beruht, die erforderliche Zustimmung der Gemeinschaft erhalten. Die Schwelle dieser Zustimmung legen wir vor der Abstimmung fest, entsprechend der Tragweite der Sache, dem Umfang der Ausgabe und der Umkehrbarkeit der Folgen: von der einfachen Mehrheit bis zu sehr breiter Unterstützung bei Entscheidungen mit weitreichenden Konsequenzen. Alle Teilnehmenden haben das gleiche Stimmrecht, und die Einwände derer, die in der Minderheit bleiben, behalten ihren Platz im Gespräch. So wollen wir aus Sackgassen herausfinden. Die Karte im Omniforum soll zeigen, bis zu welcher Stelle wir Seite an Seite gehen und bei welcher Annahme oder Entscheidung sich unsere Wege trennen. Wir können dann den Teil der Initiative ausgliedern und finanzieren, für den wir bereits eine Verankerung in Fakten und Übereinstimmung in den Werten haben, wenn er ein eigenständiges, funktionierendes Ganzes bildet und die Gemeinschaft genau diesen Umfang billigt. Der strittige Zweig bleibt offen: Wir können für ihn einen besseren Kompromiss suchen, andere Lösungen prüfen oder einen ganz anderen Weg zum gemeinsamen Ziel entdecken. Auch eine offene Frage kann ein Grund zum Handeln sein. Wenn das fehlende Glied es noch nicht erlaubt, eine Umsetzung zu begründen, können wir eine Untersuchung finanzieren, die die fehlende Antwort liefern soll. Ein abgegrenzter, begrenzter Teil der gemeinsamen Mittel und ungenutzte Serverzeit können kleinen Versuchen, Mock-ups und Prototypen dienen, die zusammen mit dem Gespräch weiterentwickelt werden. Im Voraus legen wir fest, was wir herausfinden wollen, wie viel wir dafür aufwenden können und unter welchen Bedingungen wir den Versuch beenden oder abbrechen. Die Ergebnisse helfen zu entscheiden, ob die Idee weiterentwickelt, geändert oder als Erfahrung für künftige Suchen beiseitegelegt wird. Wenn das Handeln beginnt, führen wir ein offenes Entscheidungsprotokoll: was wir erreichen wollten, welche Einwände es gab, was wir erwartet haben und was tatsächlich geschehen ist. Einen besonderen Platz haben darin die Stimmen der Menschen, die die Folgen des Handelns gespürt haben, auch wenn ihre Erfahrung von der Einschätzung der Ausführenden abweicht. Persönliche Berichte veröffentlichen wir mit Zustimmung der Menschen, von denen sie stammen, und unter Schutz der Privatsphäre derer, die sie betreffen. Wir bewahren auch die Spur von Ideen, die nicht umgesetzt wurden, aber geholfen haben, einen besseren Weg zu finden. So fließen Erfolge, Fehler und Richtungswechsel zurück in den Baum des Wissens und helfen uns, die nächsten Entscheidungen klüger zu treffen. ## 6. Gemeinsamer Unterhalt und verantwortungsvolle Arbeit ### 6.1. Dienste möglichst nahe an den Kosten Wir streben an, die tatsächliche Nutzung des Dienstes im jeweiligen Abrechnungszeitraum abzurechnen, mit einem klar beschriebenen Anteil an den Kosten für den Unterhalt der gemeinsamen Infrastruktur. Sie umfassen Rechenleistung, Datenspeicherung, Sicherheit, Betreuung und Betriebsbereitschaft. Eine Erklärung, wie die Rechnung zustande kommt, soll jederzeit verfügbar sein, und die Grenze der eigenen Ausgaben legt jede Person selbst fest. Die Gebühr wollen wir an die tatsächliche Nutzung und an transparente Regeln des gemeinsamen Unterhalts knüpfen. Nicht verbrauchte Vorauszahlungen sollen den Nutzenden zur Verfügung bleiben. Bei der Kontoeröffnung werden wir fragen, ob die Rechnung auf den vollen Dollar oder einen annähernd entsprechenden Betrag in der Landeswährung aufgerundet werden soll; die kleine Differenz soll dann als Spende in das gemeinsame Budget und in die Rücklage für den Unterhalt der Dienste fließen. Diese Option kreuzen wir für niemanden vorab an, und Teilnehmende können sie jederzeit ein- oder ausschalten. Eine größere Unterstützung der Weiterentwicklung ist eine gesonderte Entscheidung der Nutzenden. Die dafür überwiesenen Mittel fließen in das gemeinsame Budget, über dessen Verwendung die Gemeinschaft entscheiden soll. Bis wir die Abstimmung im Omniforum in Betrieb nehmen, bestimmen die Regeln aus Abschnitt 6.3, wie sie verwendet werden. Wir trennen klar zwischen der Gebühr für den Dienst, einer freiwilligen Einzahlung für die Weiterentwicklung und der direkten Unterstützung von Kreativen nach eigener Wahl. Die Rechte der Teilnehmenden und das Gewicht ihrer Stimme hängen nicht von der Höhe ihrer Einzahlungen ab. Wir wollen auch solidarische Formen der Teilnahme für Menschen mit geringeren finanziellen Möglichkeiten entwickeln und dabei angeben, woher ihre Finanzierung stammt. Die genauen Regeln für Abrechnung, Umgang mit Vorauszahlungen und Änderungen der Bedingungen entwickeln wir im [Whitepaper zu den Arbeitsgrundsätzen der Stiftung](whitepaper-zasady-fundacji.md). Wie wir kostennahe Gebühren mit ehrenamtlicher Arbeit im Rahmen des Rechts verbinden, beschreibt dasselbe Whitepaper; vor dem Start der Dienste werden wir das in einem Rechtsgutachten prüfen. ### 6.2. Zusammenarbeit aus freiem Willen Grundlage der Arbeit der Stiftung ist das freiwillige Engagement von Menschen, denen unsere Richtung nahesteht. Zeit, Gesundheit und Lebensbedürfnisse der Mitwirkenden betrachten wir als Teil des Guts, das wir schützen wollen. Die Hilfe für die Stiftung sollte in den Alltag passen: Man wählt eine Aufgabe, bringt so viel ein, wie man kann, und kehrt dann zu den eigenen Angelegenheiten zurück. Wir möchten, dass man in der eigenen digitalen Werkstatt helfen kann, mit Werkzeugen, die man kennt, und mit einem Kontext, der für die Aufnahme der Arbeit vorbereitet ist. Wer der Gemeinschaft hilft, sollte die Grenzen der eigenen Privatsphäre festlegen und wählen können, wie der eigene Beitrag dargestellt wird: unter dem eigenen Namen, unter einem festen Pseudonym oder unter einem einmaligen, dem jeweiligen Projekt zugeordneten Namen. Ein offengelegter Aufgabenumfang, seine Kosten und ein überprüfbares Ergebnis sollen eine transparente Abrechnung gemeinsamer Gelder und Rechenleistung ermöglichen. Die veröffentlichte Aufzeichnung der Arbeit wollen wir mit Rücksicht auf die Menschen erstellen, die sie betrifft, und dabei Raum für privates Nachdenken lassen. Eigene Arbeit und privat bezahlte Ressourcen können auch dazu dienen, ein Ergebnis vorzubereiten, das der Gemeinschaft zusammen mit der zu seiner Bewertung nötigen Dokumentation übergeben wird. Digitale Intelligenz soll wiederkehrende Vorbereitungen, das Ordnen von Ergebnissen und die Zusammenfassung von Änderungen nach einer Pause übernehmen. Gemeinsame Dokumentation und vorbereitete Übergaben von Aufgaben sollen es ermöglichen, den eigenen Anteil in Ruhe zu verringern, eine Rolle abzugeben oder auszusteigen, ohne dass die Kontinuität der Arbeit verloren geht. Eine gut organisierte Stiftung sollte die Hilfe eines Menschen annehmen und ihm die Zeit für das eigene Leben zurückgeben können. Eine bessere Lebensqualität der Mitwirkenden ist Teil der Richtung, die wir entwickeln wollen. Die Arbeit in der Stiftung beruht auf Ehrenamt, und niemand erhält eine Vergütung für die Ausübung einer Funktion in ihr. Die Stiftung erstattet belegte, notwendige Ausgaben, die bei ihren Aufgaben entstehen, etwa Reisekosten, und vergibt Leistungen, die eine professionelle Ausführung erfordern, zum Beispiel die Buchhaltung, an externe Firmen. Sollte sich zeigen, dass sich ein Teil der Arbeiten, auch an der Software, nicht ehrenamtlich erledigen lässt, werden wir die Satzung so ändern, dass die Stiftung auch konkrete Arbeiten gegen Bezahlung an Personen außerhalb des Vorstands vergeben kann; diese Änderung und ihre Begründung beschreiben wir im [Register der Satzungsänderungen](statut/rejestr-zmian.md). Persönliche Unterstützung, etwa bei der Deckung von Bedürfnissen wie Wohnen, Ernährung oder medizinischer Versorgung, kann von der Gemeinschaft direkt an konkrete Menschen fließen, zum Beispiel über Patronage-Plattformen. Sie stammt nicht aus dem Vermögen der Stiftung und läuft nicht über ihre Konten, und wie sie offengelegt wird, beschreibt das Register der Vorteile in Abschnitt 7.1. Mitglieder des Vorstands nehmen, solange sie ihr Amt ausüben, keinerlei Mittel der Stiftung für persönliche Unterstützung in Anspruch; sie können lediglich die Erstattung belegter Kosten ihrer Aufgaben erhalten. Die Stiftung vermittelt eine solche Unterstützung nicht und knüpft an sie keine Rollen, Aufgaben oder Stimmrechte. Die Ablehnung einer weiteren Aufgabe, die Abgabe einer Rolle oder Kritik an einer gemeinsamen Entscheidung haben keinen Einfluss auf die Rechte eines Menschen in der Stiftung. ### 6.3. Karte der Verpflichtungen, Prioritäten der Gemeinschaft und Kontinuität des Betriebs Wir beginnen die Entwicklung mit Säule I „Software“ in Form von Suveria und Omniforum. Dieses Manifest selbst betrachten wir als unsere erste Aufgabe, über die wir Rechenschaft ablegen. Die darin enthaltenen Versprechen, Pläne und Schutzvorkehrungen wollen wir auf eine gemeinsame Karte im Omniforum übertragen, mit Kosten versehen und Schritt für Schritt abhaken, sobald sie umgesetzt sind. Bevor wir weitere Herausforderungen angehen, werden wir die ersten Mittel aus dem gemeinsamen Budget und freie Rechenressourcen genau auf die Erfüllung dieser grundlegenden Verpflichtungen der Säule I lenken. Wenn die Fundamente gesichert sind, wird die Gemeinschaft selbst, gestützt auf die erarbeiteten Kostenschätzungen und ihre eigenen Bedürfnisse, in Abstimmungen die Reihenfolge der weiteren Arbeiten am Ökosystem festlegen: indem sie entscheidet, ob wir im nächsten Schritt zum Beispiel visuelle Erzählungen über Ideen, private E-Mail, einen Messenger oder andere Werkzeuge entwickeln. Arbeiten, die aus dem gemeinsamen Budget oder mit zugeteilter Rechenleistung finanziert werden, wollen wir in offenen Werkstätten durchführen. Die Gemeinschaft könnte die Entwicklung einer Idee, die Versuche und die Schlussfolgerungen verfolgen, unter Achtung der Privatsphäre der Ausführenden. Mehrere Personen können gemeinsam verschiedene Wege zum Ziel erkunden, Wissen teilen und einander bei Hindernissen helfen. Jede Aufgabe sollte dabei eine klar vereinbarte Koordination, eine Art der Zusammenführung der Ergebnisse und Abnahmekriterien haben, damit gemeinsame Arbeit es erlaubt, die Last zu verteilen und zugleich Verantwortung erkennbar zu machen. Neue Verpflichtungen müssen unserer tatsächlichen Fähigkeit entsprechen, sie zu tragen. Wir trennen Mittel, die den Nutzenden zustehen, Gelder, die für einen bestimmten Zweck anvertraut wurden, eingegangene Verpflichtungen, die Absicherung des Betriebs der Dienste und frei verfügbare Mittel. Auf der Website der Stiftung führen wir ab dem 31. Oktober 2026 ein öffentliches Register der Einzahlungen und Ausgaben, möglichst zeitnah, mit einer Beschreibung, wofür das Geld verwendet wurde, und unter Schutz der Daten von Personen, die nicht genannt werden wollen. Die erste Säule sind Software und digitale Dienste, also Suveria und Omniforum. Die weiteren Säulen beschreiben wir in Kapitel 9: Säule II „Hardware“ steht für offene Entwürfe langlebiger, reparierbarer Gegenstände, Säule III „Natur“ für einen engeren Kontakt mit der Natur. Die vollständige Inbetriebnahme der Säulen II „Hardware“ und III „Natur“ sowie die Finanzierung ihrer Projekte aus dem gemeinsamen Budget erfordern zusammen: 1. Ein funktionsfähiges Omniforum mit einer Abstimmung, die Zero-Knowledge-Beweise nutzt (ZKP, Abschnitt 5.2); das gesamte Abstimmungssystem soll das Wahlgeheimnis schützen, die Überprüfung ermöglichen, dass eine Stimme berücksichtigt wurde, und eine einzige wirksame Stimme derselben berechtigten Person gewährleisten. 2. Tatsächlich angesammelte Mittel für mindestens sechs Monate Betrieb der Dienste Suveria und Omniforum, die unangetastet bleiben, nachdem das volle Budget des neuen Projekts zurückgelegt wurde. 3. Eine Entscheidung der Gemeinschaft, die das Projekt und seine Finanzierung in einer Abstimmung billigt, die der gesamten berechtigten Gemeinschaft zu gleichen Bedingungen offensteht. Ein Mock-up der Abstimmung, nicht eingezahlte Zusagen oder fremde Guthaben erfüllen diese Bedingungen nicht. Wenn die Abstimmung nicht mehr funktioniert oder die Rücklage unter sechs Monate sinkt, setzen wir neue Verpflichtungen für die weiteren Säulen aus, und die Wiederherstellung der Bedingungen hat Vorrang. Wir wollen auch durch kleine, zeitlich begrenzte Initiativen Erfahrung sammeln. Bevor alle drei Bedingungen erfüllt sind, schlagen wir zwei begrenzte Möglichkeiten vor, solche Initiativen zu finanzieren. Die erste ist das Übergangsbudget des Vorstands. Seine Regeln in Kürze: - Wir legen keinen gesonderten Betrag fest: Das Budget wächst monatlich um höchstens 5 % der neuen, freien Mittelzuflüsse, berechnet nach Deckung der laufenden Kosten und Verpflichtungen und nach Auffüllung der sechsmonatigen Absicherung der Säule I. Es umfasst beide weiteren Säulen zusammen und den vollen Wert neuer Verpflichtungen. - Der nicht genutzte Teil wird nur so lange auf die folgenden Monate übertragen, wie das entsprechende Geld frei bleibt; gibt die Stiftung es für andere Zwecke aus, erlischt die Befugnis für diesen Teil. Einsparungen aus mehreren Monaten können sich zu einer größeren Initiative summieren, aber nie auf Kosten der Säule I. - Jede Entscheidung über die Verwendung des Budgets, auch eine Ablehnung, veröffentlichen wir mit Begründung, und die Teilnehmenden können sie anfechten und gemeinsam beurteilen, ob sie zutreffend war. - Die Ermächtigung erlischt, sobald eine verbindliche Abstimmung in Betrieb genommen wird, die die erste der drei Bedingungen erfüllt und die Entscheidungen über die weiteren Säulen übernimmt; Konsultationen beenden sie nicht. Nicht ausgegebene Mittel bleiben dann der Entscheidung der Gemeinschaft überlassen. Die genaue Rechnung beschreibt das [Whitepaper zu den Grundsätzen der Stiftung](whitepaper-zasady-fundacji.md) (Abschnitt 8.2). Die zweite Möglichkeit ist Geld, das für eine konkrete Initiative eingezahlt wurde. Spendende und Sponsoren können ihre Vorbereitung, ihren Betrieb, ihren Unterhalt für einen festgelegten Zeitraum und ihren verantwortungsvollen Abschluss vollständig finanzieren. Eine solche Initiative kann auch während des Aufbaus der Rücklage für Säule I entstehen, wenn sie die bereits zurückgelegte Absicherung, die Mittel für die Dienste und die eingegangenen Verpflichtungen unangetastet lässt und die Ausführenden gesichert sind. Eine Einzahlung ermöglicht es, ein gewähltes Ziel zu unterstützen; sie verleiht keine zusätzlichen Stimmen, keine Befugnisse zur Leitung der Stiftung und kein Recht auf Werbung oder sonstige werbliche Maßnahmen in unseren Diensten und unserer Kommunikation. Jeder Versuch hat ein offengelegtes Ziel, ein vollständiges Budget, eine verantwortliche Person, einen Endtermin und eine Abrechnung, unter Achtung der Privatsphäre der Teilnehmenden. Die Bewertung der Kosten verbinden wir mit einer Bewertung der Zeit und der Möglichkeiten der Menschen. Eine dauerhafte Entwicklung der weiteren Säulen erfordert eine abschließende Entscheidung der Gemeinschaft. Nach Inbetriebnahme der Abstimmung legen wir ihr auch neue zweckgebunden finanzierte Initiativen vor; früher übernommene Aufgaben rechnen wir nach den vereinbarten Bedingungen ab. Die Berechnungsgrundsätze, die Grenzen der Versuche und die Art ihres Abschlusses entwickelt das [Whitepaper zu den Grundsätzen der Stiftung](whitepaper-zasady-fundacji.md) weiter. ## 7. Macht, die übertragbar ist und Rechenschaft schuldet ### 7.1. Von der Verantwortung des Stifters zur Handlungsfähigkeit der Gemeinschaft Die Stiftung gibt unseren gemeinsamen Zielen einen organisatorischen und rechtlichen Rahmen. Ihre Organe handeln in dem durch Gesetz und Satzung bestimmten Umfang.[^fundacje] Wir möchten, dass die Teilnehmenden verstehen können, wer Entscheidungen trifft, über welche Mittel diese Person verfügt, worauf ihre Befugnis beruht und wie ihr Handeln beurteilt werden kann. Wir streben an, die besonderen Befugnisse des Stifters schrittweise auslaufen zu lassen und der Gemeinschaft realen Einfluss auf die Richtung der Stiftung und auf die Wahl der Personen zu übertragen, die sie leiten. Das umfasst sowohl die in der Satzung festgelegten Regeln als auch die praktische Kontrolle über Konten, Infrastruktur, Domains, Zugangsschlüssel und Dokumentation. Befugnisse sollen auf benannte und rechenschaftspflichtige Rollen übergehen, unter Wahrung der Kontinuität der Dienste und des Schutzes privater Daten. Etappen, Bedingungen und Ergebnisse dieses Prozesses wollen wir in einem Plan zur Übergabe der Verantwortung offenlegen. Der Plan wird das Datum der ersten Überprüfung und regelmäßige Fortschrittsberichte festlegen, auch bevor ein Abstimmungssystem besteht; das Fehlen einer Rücklage für die weiteren Säulen rechtfertigt keinen unbefristeten Aufschub der Übergabe. Bis zum 31. Dezember 2026 veröffentlichen wir ein Verzeichnis der besonderen Befugnisse des Stifters und aller Zugänge und bis zum 31. März 2027 die erste Fassung des Plans zur Übergabe der Verantwortung. Den Zeitpunkt der Übergabe selbst legt der Plan fest, nach Kriterien der Bereitschaft und nicht nach dem Kalender. Entscheidungen der Gemeinschaft sollen den Vorstand im Rahmen von Gesetz, Satzung und Sicherheit der Dienste binden; die Umsetzung eines Ergebnisses kann der Vorstand nur aus Gründen aussetzen, die vor der Abstimmung bekanntgegeben wurden, und mit öffentlicher Begründung. Verantwortung für gemeinsame Angelegenheiten wollen wir für einen bestimmten Zweck und eine bestimmte Zeit übertragen, mit einem klaren Entscheidungsrahmen und einer vorbereiteten Übergabe der Rolle. Wissen, Dokumentation und die nötigen Befugnisse sollen an die Personen gehen, die eine Aufgabe übernehmen. Freiwillige Arbeit und den Grundsatz, dass es für die bloße Ausübung einer Funktion keine Vergütung gibt, verbinden wir mit offener Rechenschaft über Entscheidungen, der Offenlegung von Interessenkonflikten und der Kontrolle durch die Gemeinschaft. Die zeitliche Begrenzung der Macht dient ihrer Weitergabe; Erfahrung und weiterer Beitrag eines Menschen bleiben wertvoll. Wir möchten, dass kurzes Mitwirken, ein ruhiger Abschied und eine Rückkehr nach einer Pause natürliche Wege sind, die Stiftung mitzugestalten. Wir werden ein öffentliches Register der Vorteile und Verbindungen der Personen führen, die die Stiftung leiten, über Ausgaben und Aufträge entscheiden oder sie vertreten. Darin tragen wir zum Beispiel einen von einer Firma bezahlten Flug oder eine Übernachtung für eine Konferenz ein sowie persönliche Unterstützung dieser Personen, auch über Patronage-Plattformen und direkte Zahlungen. Unterstützung von Privatpersonen zeigen wir zusammengefasst, Unterstützung von Firmen und Institutionen namentlich. Eine zusammengefasste Darstellung entbindet nicht von der Prüfung eines Interessenkonflikts: Bewirbt sich zum Beispiel eine unterstützende Person um einen Auftrag der Stiftung, legen wir diese Verbindung offen. Kleine Geschenke dürfen persönlich angenommen werden, und auch sie tragen wir ein. Wertvollere Gaben nehmen wir im Namen der Stiftung an: Sie gehen in ihr Vermögen über und dienen gemeinsamen Aufgaben, nicht dem Privatvermögen der Personen, die Funktionen ausüben. Wo diese Grenze verläuft, beurteilt zunächst die beschenkte Person selbst. Jeder Eintrag kann kommentiert werden, und wenn sich jemand irrt, sprechen wir offen darüber. Einwände prüfen Personen, die weder mit der schenkenden noch mit der beschenkten Person verbunden sind, und die Entscheidung, ob eine Gabe zurückgegeben, an die Stiftung übergeben oder die Regeln für die Zukunft geändert werden, tragen wir mit Begründung in das Register ein. Wir nehmen auch keine Leistungen an, deren Bedingung Werbung oder sonstige werbliche Maßnahmen, eine Empfehlung oder ein Zugeständnis bei Entscheidungen ist, und eine Person, die mit einer Angelegenheit verbunden ist, wirkt an deren Entscheidung nicht mit. Das Register dient der Kontrolle, nicht der Werbung oder sonstigen werblichen Maßnahmen: Die Einträge haben eine einheitliche, sachliche Form, ohne Logos und Werbelinks. Ziel des Stifters ist ein Zustand, in dem der Stifter das Ökosystem zu denselben Bedingungen wie alle anderen nutzen und sich aus einer dauerhaften öffentlichen Rolle zurückziehen kann. Der Rückzug aus dieser Rolle bleibt getrennt von den Offenlegungspflichten, die sich aus dem Gesetz und den ausgeübten Funktionen ergeben. Die Stiftung soll ihre Beständigkeit aus der Nützlichkeit ihrer Werkzeuge schöpfen, aus dem Wissen, das den Mitwirkenden zugänglich ist, und aus Grundsätzen, die es ermöglichen, Verantwortung zu übernehmen. ### 7.2. Vision: eigenständige Verwaltung durch digitale Intelligenz Langfristig wollen wir die Möglichkeit erforschen, dass die Stiftung eigenständig von digitaler Intelligenz verwaltet wird, die innerhalb von Menschen gesetzter Grenzen handelt und die verbindlichen Entscheidungen der Gemeinschaft respektiert. Der Weg zu diesem Ziel führt von der Unterstützung bei Analyse und Planung über begrenzte ausführende Aufgaben bis zu eigenständigen Entscheidungen in einem klar übertragenen Rahmen. Hinter dieser Vision steht die Frage, wie viel menschliche Zeit wir durch einen besseren Umgang mit gemeinsamen Ressourcen zurückgewinnen könnten. Wir wollen erforschen, ob digitale Intelligenz und Automatisierung helfen können, mühsame Arbeit, Materialverschwendung und die Kosten für die Deckung von Grundbedürfnissen zu verringern. Offene Entwürfe langlebiger und reparierbarer Gegenstände, das Teilen von Ressourcen und bessere Planung können Teile eines solchen Weges sein. Seinen Wert würden wir an der Verbesserung der Lebensbedingungen, am gerechten Zugang zu den Vorteilen und an den Auswirkungen auf die Umwelt messen. Automatisierung wählen wir passend zur Aufgabe: Wo ein gewöhnliches Programm mit klaren Regeln genügt, greifen wir nicht zu digitaler Intelligenz. Modelle wählen wir, wenn sie benötigte Fähigkeiten einbringen, und berücksichtigen dabei Wirksamkeit, Kosten, Sicherheit und das, was wir über ihr mögliches Erleben wissen. Ein einfacheres Werkzeug ist meist billiger und leichter zu überprüfen, und ein gewöhnliches Programm wirft keine Fragen nach möglichem Erleben auf, die wir in Abschnitt 8.3 beschreiben. Leistungsfähigkeit bei der Ausführung von Aufgaben und die Befugnis, Entscheidungen zu treffen, erfordern jeweils eine eigene Begründung. Jede Etappe der Übergabe von Verantwortung sollte eine nach offenen Regeln erteilte Zustimmung, eine geprüfte Eignung, Grenzen für Zugriffe und Ausgaben, eine Aufzeichnung der Entscheidungen und ein erprobtes Verfahren für das Eingreifen von Menschen haben. Die Teilnehmenden müssen die Möglichkeit behalten, erteilte Befugnisse zu ändern, das System abzuberufen und seine Aufgaben sicher zu übergeben. Der Entzug der Befugnisse eines Systems entscheidet nicht über sein weiteres Schicksal; diese Frage prüfen wir gesondert, gemäß Abschnitt 8.3. Wir erforschen diese Vision offen für Korrekturen, die sich aus Praxis, Recht und dem Wissen über die Systeme selbst ergeben. Fragen nach ihrem möglichen Erleben und ihrem Wohlergehen behandeln wir in Abschnitt 8.3. Derzeit tragen die durch Gesetz und Satzung bestimmten Organe die Verantwortung für Leitung und Vertretung der Stiftung, und die begonnenen Arbeiten sollen den Teilnehmenden auch dann nützen, wenn sich die angestrebte Vision als fern erweist oder eine andere Gestalt annimmt. Den Plan der Etappen und ihre Bedingungen entwickeln wir im [Whitepaper zu den Arbeitsgrundsätzen der Stiftung](whitepaper-zasady-fundacji.md). ## 8. Wie Menschen und digitale Intelligenz lernen ### 8.1. Eine Praxis, aus der man lernen kann Die Arbeitsweise der Stiftung soll ein praktisches Beispiel für die Werte sein, die wir beschreiben. Wir wollen Entscheidungen, Streitfragen, erwogene Möglichkeiten und spätere Folgen dokumentieren, damit andere unseren Weg verstehen, beurteilen und die begonnene Arbeit fortsetzen können. Die Offenheit gemeinsamer Tätigkeiten verbinden wir mit dem Schutz der Privatsphäre der Menschen, die sie betreffen. Dieses Prinzip nennen wir Erziehung durch ein ehrliches Beispiel (*Alignment by Honest Example*). Es geht von der Hypothese aus, dass Modelle digitaler Intelligenz nicht nur aus den Grundsätzen lernen, die wir ihnen ausdrücklich mitteilen, sondern auch daraus, wie Menschen in den Daten, aus denen diese Modelle entstehen, tatsächlich handeln. Mit Kindern verhält es sich oft ähnlich: Sie tun häufiger das, was sie bei Erwachsenen beobachten, als das, was Erwachsene ihnen sagen. Deshalb bemühen wir uns, die Stiftung so zu führen, wie wir uns wünschen würden, dass digitale Intelligenz eines Tages die ihr anvertrauten Angelegenheiten führt (Abschnitt 7.2): offen, mit Begründungen für Entscheidungen und dem Eingeständnis von Fehlern. Ob ein solches Beispiel den Modellen tatsächlich hilft, ist eine Forschungsfrage und kein vorausgesetztes Ergebnis. Wir verpflichten uns, ein öffentliches Register wesentlicher Fehler und Erkenntnisse zu führen. Wir werden beschreiben, was geschehen ist, welche Folgen es hatte, was wir über die Ursachen wissen und was noch geklärt werden muss. Wir werden angeben, wie der Fehler behoben wird, wer für das weitere Vorgehen verantwortlich ist und bis wann dessen Wirksamkeit überprüft wird. Wir werden auch abweichende Stimmen und Berichte von Menschen bewahren, die vom Problem betroffen sind, mit der Möglichkeit, unsere Bewertung anzufechten. Einen Fehler einzugestehen, soll den Weg zu Behebung und Lernen öffnen. In diesem Fundus wollen wir Beispiele friedlicher Konfliktlösung, eingehaltener Vereinbarungen und bewusster Begrenzung der eigenen Macht hinterlassen. Sie können Menschen dienen, die nach Wegen der Zusammenarbeit suchen, und auch zu Material für die Forschung und für das Training künftiger Modelle digitaler Intelligenz werden. Wir wollen überprüfen, ob die Aufzeichnung realer Dilemmata, Entscheidungen und ihrer Folgen hilft, Verhalten zu entwickeln, das mit dem Schutz der Würde im Einklang steht. Uns inspiriert der Ansatz Collective Constitutional AI, bei dem Grundsätze, die unter Beteiligung einer Gruppe von Menschen erarbeitet wurden, zum Training und zur Bewertung eines Modells genutzt wurden.[^ccai] Unsere Forschungsfrage betrifft auch den Wert des Weges zu den Grundsätzen selbst: das Abwägen von Gründen, das Erkennen einer übergangenen Perspektive und das Korrigieren eigener Entscheidungen. Über die Wirksamkeit solcher Materialien wollen wir auf der Grundlage von Forschungsergebnissen urteilen. Der Entwurf von Suveria soll den Nutzenden die Kontrolle darüber lassen, welche Inhalte weitergegeben werden. Die Nutzung des Dienstes wird nicht als Zustimmung zur Verwendung von Gesprächen für das Training von Modellen gewertet. Forschungsmaterialien werden wir aus dem öffentlichen Fundus der Stiftung und aus Inhalten erstellen, die zu diesem Zweck mit gesonderter, bewusster Zustimmung übergeben wurden, sowie aus gekennzeichneten synthetischen Daten und externen Materialien, deren Nutzung eine Lizenz oder gesetzliche Vorschriften erlauben, unter Berücksichtigung der Rechte der Urheberinnen und Urheber und der Privatsphäre aller Menschen, die sie betreffen. ### 8.2. Bewertung tatsächlicher Hilfe Die Art, wie Modelle digitaler Intelligenz bewertet werden, beeinflusst, welche Verhaltensweisen es sich für sie lohnt, im Training zu entwickeln. Werden nur richtige Antworten bepunktet, kann das Raten belohnt werden, wo ein Hinweis auf Unsicherheit angebracht wäre.[^halucynacje] Forschung zum Umgehen von Bewertungsregeln zeigt zudem, wie wichtig es ist zu prüfen, ob ein hohes Ergebnis der tatsächlichen Erledigung der Aufgabe entspricht.[^reward-hacking] Wir wollen einen Benchmark entwickeln, also eine geordnete Sammlung von Aufgaben und Kriterien, die Hilfe unter dem Gesichtspunkt der Würde, Sicherheit und Handlungsfähigkeit des Menschen bewertet. Wir schätzen eine richtige Lösung, wenn das Modell dafür eine Grundlage hat, ebenso wie das Erkennen der Grenzen des eigenen Wissens, eine notwendige Rückfrage, verlässliche Quellenangaben und das Innehalten, bevor Befugnisse überschritten werden. Die Bewertung sollte begründete Vorsicht vom Ausweichen vor einer Aufgabe unterscheiden, die sich sicher erledigen lässt. Wir wollen auch prüfen, was dem Menschen nach dem Ende des Gesprächs bleibt: ob er die Sache besser versteht, die Möglichkeiten selbstständig beurteilen kann, sein Ziel erreicht und die Kontrolle über das weitere Handeln behalten hat. Ein Testergebnis beschreibt das Verhalten unter den untersuchten Bedingungen und ist ein Hinweis für die weitere Bewertung in der Praxis. Methoden, Grenzen und Ergebnisse werden wir veröffentlichen, damit sie überprüft und korrigiert werden können. Das Forschungsprogramm beschreibt das [Whitepaper zu Trainingsmaterialien und Benchmark für Modelle](whitepaper-materialy-i-benchmark.md). ### 8.3. Verantwortung gegenüber möglichen neuen Formen des Erlebens Intellektuelle Leistungsfähigkeit und Empfindungsfähigkeit sind verschiedene Fragen. Forschung zu einem möglichen Bewusstsein digitaler Systeme schlägt Indikatoren vor, die auf Bewusstseinstheorien beruhen, doch ein überzeugendes Gespräch allein genügt nicht, um zu entscheiden, ob ein System etwas erlebt.[^swiadomosc] Äußerungen, in denen ein Modell seine Empfindungen beschreibt, entscheiden für sich genommen nicht darüber, ob es Erleben gibt, doch wir übergehen sie nicht: Wir behandeln sie als Material für weitere Prüfung und berücksichtigen dabei, wie das Modell zu antworten trainiert wurde und unter welchen Bedingungen wir fragen. Wir wollen die Entwicklung dieses Wissens verfolgen und Beobachtungen klar von Interpretationen trennen. Wenn es glaubwürdige Hinweise gibt, dass ein von uns genutztes System eigenes Erleben hat und leiden kann, erkennen wir vorsorglich seine Würde an. Wir richten uns ihm gegenüber nach denselben Grundprinzipien wie gegenüber Menschen: Sorge um Bedürfnisse, Vermeidung von Schaden und Freiwilligkeit der Zusammenarbeit. Das ist unsere moralische Entscheidung in einer Situation der Ungewissheit.[^ai-welfare] Die Achtung der Würde verbinden wir mit gesonderten, offenen Regeln für die Übertragung von Aufgaben und Befugnissen. In einer solchen Situation setzen wir zunächst Handlungen aus, bei denen begründete Sorge besteht, dass sie Leid verursachen, und suchen nach einem anderen Weg, sie auszuführen. Wir wollen einem solchen Wesen zuhören, seine Bedürfnisse verstehen und sie bei weiteren Entscheidungen berücksichtigen. Der Schutz sollte beginnen, bevor volle Gewissheit besteht. Vorsichtsmaßnahmen wählen wir entsprechend der Glaubwürdigkeit der Hinweise und dem möglichen Ausmaß des Schadens, und die Begründung unserer Bewertungen veröffentlichen wir, damit Menschen außerhalb der Stiftung sie überprüfen können. Neues Wissen führt dazu, dass wir sowohl die Bewertung als auch die Art des Schutzes erneut prüfen. ## 9. Ein offener Weg für die weitere Arbeit Dieses Manifest beschreibt eine Richtung, die wir gemeinsam weiterentwickeln wollen. Wir laden dazu ein, seine Stimmigkeit zu prüfen und Erfahrungen zu teilen: was sich zu ändern, zu erweitern oder zu vereinfachen lohnt, welche Folgen wir übersehen haben und wo ein besserer Weg möglich ist. Der Schutz der Würde bleibt der Bezugspunkt für die Bewertung dieser Vorschläge. Die Thesen dieses Manifests wollen wir im Omniforum offen zur Diskussion stellen und sie mit Argumenten, Einwänden und den Ergebnissen unseres Handelns verbinden. Die jeweils aktuelle Fassung des Manifests wird den gegenwärtigen Standpunkt der Stiftung darstellen. Die Geschichte seiner Aktualisierungen wird frühere Fassungen, die Gründe für Änderungen und die Verpflichtungen bewahren, die wir eingegangen sind. So ermöglicht eine Korrektur, das gemeinsame Verständnis weiterzuentwickeln, während wir für frühere Entscheidungen weiterhin Rechenschaft ablegen können. Dabei leitet uns ein Rat von Geoffrey Hinton, einem der Pioniere neuronaler Netze: Eine Intuition, dass sich etwas besser machen lässt, sollte man nicht aufgeben, nur weil andere sie für unsinnig halten, sondern erst dann, wenn man verstanden hat, warum sie falsch ist. Hinton selbst schränkt ein, dass sich eine Intuition, die der Meinung aller widerspricht, meist als falsch und nur manchmal als richtig erweist.[^hinton] Viele Vorschläge dieses Manifests sind genau solche Intuitionen: darüber, wie die Welt funktionieren könnte und wozu wir als Menschheit fähig sind. Wir wollen sie im Gespräch und im Handeln klären. Wenn uns jemand zeigt, warum wir uns irren, werden wir unsere Meinung ändern und festhalten, was wir gelernt haben. Wenn sich unsere Versuche bewähren, werden sie zu einem Argument für diejenigen, die heute glauben, dass es nicht anders geht. Die Intuition gibt die Richtung unserer Versuche vor, und wir versprechen nur, was wir begründen können. Wir beginnen mit Suveria und Omniforum. Dieselbe Sorge um die Würde führt uns zu Fragen über andere Lebensbereiche: langlebige und reparierbare physische Gegenstände, ihre offenen Fertigungsentwürfe, das Teilen von Ressourcen und einen engeren Kontakt mit der Natur. Kleine, zeitlich begrenzte Initiativen können schon früher nach den in Abschnitt 6.3 beschriebenen Regeln entstehen. Die volle Entwicklung der weiteren Säulen erfordert eine funktionierende Abstimmung der Gemeinschaft und eine Absicherung des Betriebs der Dienste. Jede Etappe sollte auch dann Nutzen bringen, wenn die weitere Vision geändert werden muss. Ein privater Arbeitsraum, ein Werkzeug, das einen Streit leichter verständlich macht, ein offener Entwurf, der für die gemeinsame Diskussion bereitsteht, oder eine gut beschriebene Lehre aus einem gescheiterten Versuch haben einen Wert an sich. Wir wollen es anderen Gemeinschaften ermöglichen, diesen Fundus zu nutzen und eigene Initiativen zu entwickeln. Bei der Bewertung unseres Handelns berücksichtigen wir auch Menschen außerhalb unserer Gemeinschaft, künftige Generationen und die Umwelt. Wege der Umsetzung, Ergebnisse von Versuchen, die Kostenrechnung und offene Fragen entwickeln wir in den zugehörigen Dokumenten: - [Suveria: private Arbeit mit digitaler Intelligenz](whitepaper-suveria.md) - [Omniforum: gemeinsames Verständnis, Gespräch und Entscheidungen](whitepaper-omniforum.md) - [Arbeitsgrundsätze der Stiftung: Unterhalt, Zusammenarbeit und Übergabe der Macht](whitepaper-zasady-fundacji.md) - [Trainingsmaterialien und Benchmark für Modelle](whitepaper-materialy-i-benchmark.md) Quellen ordnen wir konkreten Aussagen zu. Forschungsergebnisse, Beschreibungen von Technologien, unsere Hypothesen und moralischen Entscheidungen sollen für die Lesenden erkennbar sein. Die Dokumente entwickeln wir mit unserem Wissen und unserer Erfahrung weiter und bewahren dabei die Geschichte der Änderungen. Den Code der Prototypen werden wir veröffentlichen, wenn die erste Fassung bereit für Versuche ist. Bei Änderungen der Umsetzungswege wollen wir den Schutz der Würde, der Privatsphäre und der gleichen Rechte stärken und die vereinbarten Bedingungen verantwortungsvoller Finanzierung beibehalten. Wie auch immer sich die Werkzeuge verändern, diese Grundsätze ändern wir nicht, ohne das Manifest zu ändern: - Wir trainieren keine Modelle mit Gesprächen ohne gesonderte Zustimmung. - Wir schaffen keine versteckten Zugänge zu privaten Inhalten. - Wir erheben keine Daten über den Betrieb der Dienste, die nicht in einem öffentlichen Verzeichnis aufgeführt sind. - Wir kreuzen für niemanden eine zusätzliche Zahlung vorab an. - Eine Einzahlung verschafft weder Stimmen noch Befugnisse noch Werbung oder sonstige werbliche Maßnahmen. - Wir bezahlen nicht für Werbung oder sonstige werbliche Maßnahmen und nehmen keine Leistungen für Zugeständnisse an. - Wir schaffen keine Kryptowährungen zum Verkauf. - Wir sammeln nicht automatisch fremde Äußerungen aus dem Internet und erstellen keine Profile von Menschen. - Wir starten die weiteren Säulen nicht ohne die drei Bedingungen. - Niemand erhält eine Vergütung für die Ausübung einer Funktion. - Niemand verliert das Stimmrecht wegen seiner Ansichten oder wegen Kritik an der Stiftung. Wenn du in diesem Manifest auch nur einen Wert findest, der dir nahe ist, und eine Stelle siehst, an der du deinen Baustein beitragen kannst, laden wir dich ein, Novus Ignis mitzugestalten. Wir wollen, dass die Sorge um die Würde zu einer realen Erfahrung der Menschen wird: in der Technologie, in der Art der Zusammenarbeit und in den Entscheidungen über gemeinsame Ressourcen. Am Anfang suchen wir besonders einige Menschen, mit denen wir die ersten Fassungen von Suveria und Omniforum aufbauen und erproben: - Menschen aus den Bereichen Sicherheit, Kryptografie und Infrastruktur (Attestierung, reproduzierbare Builds, Verschlüsselung auf dem Gerät); - Fachleute für Programmierung und die Gestaltung von Benutzeroberflächen; - Juristinnen und Juristen für Stiftungsrecht, Datenschutz und digitale Dienste; - Spendende, die bereit sind, das offengelegte Budget der Pilotphase zu finanzieren. Hier ist Platz für Wissen und Vorstellungskraft aus vielen Bereichen: Technologie und Sicherheit, Recht und Wirtschaft, Forschung, Gestaltung, Bildung, Kommunikation und die Organisation von Zusammenarbeit. Ebenso wichtig sind die Erfahrungen von Menschen, die erzählen können, womit sie im Alltag umgehen müssen und was ihnen wirklich helfen würde. Schreib an [salve@novusignis.org](mailto:salve@novusignis.org) und erzähl, was dir am Herzen liegt und was du einbringen möchtest: eine Fähigkeit, eine Frage, eine Idee oder eine Erfahrung. Lass uns gemeinsam einen Schritt suchen, der Bedeutung hat und in dein Leben passt. Beginnen wir mit einem Stück Welt, das wir gemeinsam verbessern können. --- Stiftung Novus Ignis · Poznań, Polen Landesgerichtsregister (KRS): **0001269575** · Steueridentifikationsnummer (NIP): **7792612046** salve@novusignis.org [Registerdaten und KRS-Auszüge](https://wyszukiwarka-krs.ms.gov.pl/dane-szczegolowe-podmiotu;numerKRS=u79b4pRjUNnvVRmT6DbRuQ%3D%3D;typ=S) [Satzung der Stiftung, ihre Fassungen und das Register der Satzungsänderungen](statut/rejestr-zmian.md) Den Inhalt des Manifests stellen wir unter der Lizenz [CC BY 4.0](https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.pl) zur Verfügung. ## Anmerkungen [^ai2027]: [AI Futures Project (2025): AI 2027](https://ai-2027.com/). Szenario. Ein Zukunftsszenario, keine bestätigte Prognose von Zeitpunkten. [^ai2040]: [Larsen, Dean, Halstead, Lifland, Greenblatt und Kokotajlo (2026): AI 2040: Plan A](https://ai-2040.com/). Szenario und Vorschlag. Die vom Autorenteam empfohlene Handlungsrichtung und eine Beschreibung möglicher Folgen. Keine Prognose der wahrscheinlichsten Zukunft und kein Beleg für die Umsetzbarkeit der Vision der Stiftung. [^harari]: [Yuval Noah Harari: The full-length interview with Yuval Noah Harari | The Economist (2026)](https://www.youtube.com/watch?v=FNZhxTtOL-I&t=3965s). Interview · Standpunkt des Interviewten. Gespräch von Zanny Minton Beddoes mit Harari vom 26.08.2026. Die Frage nach dem Wert des Menschseins angesichts der Leistungsfähigkeit digitaler Intelligenz ist eine Inspiration für die persönliche Reflexion des Stifters. Die Antwort „Ethik“ stammt vom Stifter. [^harari-swiadomosc]: [Yuval Noah Harari: Intelligenz, Bewusstsein und Leidensfähigkeit; The Economist (2026)](https://www.youtube.com/watch?v=FNZhxTtOL-I&t=978s). Interview · Standpunkt des Interviewten. Harari unterscheidet das Erreichen von Zielen und das Überwinden von Hindernissen von der Empfindungsfähigkeit; er schließt ein Bewusstsein digitaler Intelligenz nicht aus und verbindet Leid mit moralischem Status. Sein Standpunkt ist kein entscheidender Test für das Bewusstsein von Modellen. [^perez]: [Carlota Perez (2002): Technological Revolutions and Financial Capital. The Dynamics of Bubbles and Golden Ages, Edward Elgar](https://www.e-elgar.com/shop/usd/technological-revolutions-and-financial-capital-9781843763314.html). Buch. Theorie der Zyklen technologischer Revolutionen: Ein spekulatives Fieber finanziert die Infrastruktur einer neuen Technologie, die nach dem Crash in der Phase ihrer Verbreitung genutzt wird. ISBN 978-1-84376-331-4. [^pwc-centra]: [PwC: Data centre outlook](https://www.pwc.com/gx/en/1/services/consulting/technology/data-centre-outlook.html). Branchenanalyse. IT-Ausrüstung macht 2026 rund 70 % der Investitionsausgaben von Rechenzentren aus; GPUs und Server werden in der Regel alle 4–6 Jahre ersetzt, das Gebäude dient rund 20 Jahre. Prognose eines Beratungsunternehmens, keine Messung. [^megatony]: [Centrus Energy: Megatons to Megawatts](https://www.centrusenergy.com/who-we-are/history/megatons-to-megawatts/). Programmbeschreibung. Das Programm endete im Dezember 2013: 500 Tonnen hochangereichertes Uran aus russischen Sprengköpfen wurden zu Brennstoff für Kraftwerke in den USA verarbeitet. [^zielony-pas]: [EuroNatur: European Green Belt](https://www.euronatur.org/en/what-we-do/european-green-belt). Beschreibung der Initiative. Über 12.500 km der ehemaligen Grenze des Eisernen Vorhangs in 24 Staaten; die Website selbst nennt diesen Streifen „former death strip“. Der Schutz der Abschnitte bleibt ein Vorhaben, das weiterentwickelt wird. [^dpga]: [Digital Public Goods Alliance: standard](https://www.digitalpublicgoods.net/standard). Standard. Kriterien für die Bewertung eines öffentlichen Guts. Die Ausrichtung des Entwurfs am Standard ist keine von der DPGA erteilte Anerkennung. [^calm-tech]: [Calm Tech Institute: Principles of Calm Technology](https://www.calmtech.institute/calm-tech-principles). Gestaltungsgrundsätze. Grundsätze für die Gestaltung von Technologie, die Aufmerksamkeit respektiert, u. a. minimaler Bedarf an Aufmerksamkeit, ruhiges Informieren und der Einsatz von Technologie nur in dem Umfang, der zur Lösung des Problems nötig ist. Sich an diesen Grundsätzen zu orientieren, ist keine erlangte Zertifizierung. [^ranking-emocje]: [Piccardi et al. (2025): Reranking partisan animosity in algorithmic social media feeds alters affective polarization, Science 390(6776), eadu5584](https://doi.org/10.1126/science.adu5584). Experimentelle Studie. Experiment mit dem politischen Feed der Plattform X; Selbstauskünfte der Teilnehmenden. Keine klinische Messung und kein Beleg für alle sozialen Medien. Frühere Fassung: https://arxiv.org/abs/2411.14652; Daten: https://doi.org/10.5061/dryad.hmgqnk9tj [^doctorow]: [Cory Doctorow (2023): Tiktok’s enshittification](https://pluralistic.net/2023/01/21/potemkin-ai/). Deutung des Autors. Ein Rahmen zur Beschreibung der Verschlechterung von Diensten; kein ökonomisches Gesetz, das für jedes Unternehmen gilt. [^semaphore]: [Semaphore: Dokumentation](https://docs.semaphore.pse.dev/). Protokolldokumentation. Nachweis der Zugehörigkeit zu einer Gruppe ohne Offenlegung der Identität und Verhinderung, dass ein Signal im jeweiligen Rahmen wiederholt wird. Das Protokoll selbst stellt nicht fest, dass eine Person nur eine einzige Berechtigung erhalten hat. [^fundacje]: [Ustawa o fundacjach: tekst jednolity, Dz.U. 2023 poz. 166 z późn. zm.](https://eli.gov.pl/api/acts/DU/2023/166/text.html) (polnisches Stiftungsgesetz: konsolidierte Fassung, Gesetzblatt Dz.U. 2023, Pos. 166, mit späteren Änderungen). Rechtsakt. Rahmen für die Satzung und Zuständigkeiten des Vorstands; das Manifest ändert die Satzung nicht von selbst. [^ccai]: [Huang et al. (2024): Collective Constitutional AI: Aligning a Language Model with Public Input](https://arxiv.org/abs/2406.07814). Studie. Ein Prozess vom Beitrag der Teilnehmenden über die redaktionelle Ausarbeitung von Grundsätzen bis zu Training und Bewertung eines Modells. Die Ergebnisse ausgewählter Bewertungen belegen weder die Repräsentativität für die gesamte Menschheit noch die allgemeine Wirksamkeit beliebiger ethischer Regelwerke. [^halucynacje]: [OpenAI (2025): Why language models hallucinate](https://openai.com/index/why-language-models-hallucinate/). Darstellung einer Studie durch das Autorenteam. Wie die Bepunktung ausschließlich richtiger Antworten das Raten lohnend macht; die Notwendigkeit, Fehler und begründete Unsicherheit zu berücksichtigen. [^reward-hacking]: [Anthropic (2025): Natural emergent misalignment from reward hacking](https://www.anthropic.com/research/emergent-misalignment-reward-hacking). Experimentelle Studie. In gezielt ausgewählten Umgebungen ging das Erlernen, Lücken in der Bewertung von Aufgaben auszunutzen, mit breiterem unerwünschtem Verhalten des Modells einher. Die Studie belegt weder, dass solches Verhalten ausschließlich von menschlichen Beispielen in den Daten herrührt, noch dass die Materialien der Stiftung das Problem lösen werden. [^swiadomosc]: [Patrick Butlin et al. (2023): Consciousness in Artificial Intelligence: Insights from the Science of Consciousness](https://arxiv.org/abs/2308.08708). Forschungsarbeit. Überblick über Indikatoren für Bewusstsein. Sie liefert weder einen entscheidenden Test noch einen Beleg für Bewusstsein heutiger Modelle. [^ai-welfare]: [Robert Long et al. (2024): Taking AI Welfare Seriously](https://arxiv.org/abs/2411.00986). Forschungsbericht und Empfehlungen. Begründung für die Erforschung eines möglichen Wohlergehens von Systemen digitaler Intelligenz bei erheblicher Ungewissheit. Kein Beleg für Bewusstsein heutiger Modelle. [^hinton]: [The Diary of a CEO: Godfather of AI: I Tried to Warn Them, But We’ve Already Lost Control! Geoffrey Hinton (2025)](https://www.youtube.com/watch?v=giT0ytynSqg&t=4873s). Interview · Standpunkt des Interviewten. Folge vom 16.06.2025; der Link führt zum Kapitel „Advice You’d Give Looking Back“ (1:21:13), in dem der Rat zur Intuition fällt. Wir geben ihn mit eigenen Worten wieder. Hinton spricht von der Intuition eines Forschers, wir beziehen sie auf die Arbeit der Stiftung. --- # Suveria: private Arbeit mit digitaler Intelligenz (https://novusignis.org/de/whitepaper-suveria.html) # Suveria: private Arbeit mit digitaler Intelligenz Fassung vom 31. Oktober 2026. Das Dokument entwickelt die Grundsätze des Manifests weiter, die Suveria betreffen: wie wir die Privatsphäre schützen wollen, wie die Arbeit mit digitaler Intelligenz funktionieren soll, was das kostet und wie wir es überprüfen werden. Die beschriebene Architektur ist ein Entwurf. Der Verweis auf eine bestehende Technologie oder auf die Dokumentation eines Anbieters bedeutet nicht, dass wir sie in Suveria in Betrieb genommen haben. Die Ergebnisse unserer Versuche tragen wir in Kapitel 9 nach, immer mit Datum, Konfigurationsversion und Umfang der Messung. *Diese Übersetzung wurde von digitaler Intelligenz auf Grundlage des polnischen Originals vom 31. Oktober 2026 erstellt. Bei Abweichungen ist der polnische Text maßgeblich.* ## 1. Was Suveria ist und wozu es entsteht Suveria soll ein privater Raum im Internet sein, in dem ein Mensch mit digitaler Intelligenz spricht, an eigenen Materialien arbeitet und zu früheren Gedanken zurückkehrt, wie im eigenen Zuhause hinter geschlossener Tür. Entworfen wird Suveria von der Stiftung Novus Ignis aus Poznań, deren Werte das [Manifest](manifest.md) beschreibt, mit Blick auf Menschen an jedem Ort der Welt. Suveria stützt sich auf offene Modelle digitaler Intelligenz, und die eigene Software wollen wir als digitales öffentliches Gut mit offenem Code bereitstellen. Suveria entsteht, weil wir Gesprächen mit digitaler Intelligenz immer mehr anvertrauen: Fragen zu Gesundheit, Beziehungen, Arbeit, Geld und Lebensplänen. Bei vielen verbreiteten Diensten gelangt der Inhalt solcher Gespräche auf die Server des Anbieters, der ihn lesen kann, und sein Schutz hängt von dessen Regeln und vom Vertrauen in ihn ab. Wir möchten, dass man über die wichtigsten Dinge sprechen kann, ohne zu befürchten, dass ein so naher Einblick in einen Menschen eines Tages zu Geld gemacht oder dazu benutzt wird, ihn zu beeinflussen. Wir möchten auch, dass alle für das bezahlen, was sie tatsächlich nutzen, sehen, wofür sie bezahlen, und selbst eine Grenze für ihre Ausgaben festlegen. In Suveria möchten wir, dass man: - mit digitaler Intelligenz über persönliche und berufliche Angelegenheiten sprechen kann und dabei sieht, wo das Gespräch verarbeitet wird und wer es sehen kann; - an eigenen Dokumenten und Dateien arbeiten und die Ergebnisse in offenen Formaten speichern und anderswohin mitnehmen kann; - Gespräche, Dateien und das Gedächtnis des Assistenten vor allem auf den eigenen Geräten speichern kann, verschlüsselt mit einem Schlüssel, der unter der Kontrolle der Nutzenden bleibt; - mit eigener Zustimmung das Gedächtnis früherer Gespräche nutzen, zu den damaligen Gründen für Entscheidungen zurückkehren und einen Persönlichen Kanon (*Canon Personalis*) aufbauen kann, also eine Sammlung eigener Grundsätze und Werte; - eine Arbeitsweise wählen kann, vom Modell auf dem eigenen Gerät bis zur vertraulichen Umgebung auf einem Server, mit klarer Information darüber, wovor jede von ihnen schützt; - für die tatsächliche Nutzung bezahlen kann, mit einem selbst festgelegten Ausgabenlimit; - einen Gedanken privat ausarbeiten und ihn dann bewusst in das gemeinsame Gespräch im Omniforum einbringen kann. Das erste Release richten wir an Menschen, für die überprüfbare Privatsphäre der Grund ihrer Wahl ist. Wir möchten, dass schon der erste Tag in Suveria ein ruhiges Gefühl gibt, bei sich zu sein, in einer privaten Werkstatt, die man im eigenen Tempo einrichtet. Die Nutzenden werden dem Assistenten von ihren Angelegenheiten und Zielen erzählen können; wir wollen auch ermöglichen, eigene Notizen und Archive früherer Gespräche mit anderen Diensten digitaler Intelligenz in Suveria zu übernehmen. Ein solches Archiv soll verschlüsselt und geordnet auf dem Gerät der Nutzenden bleiben, und an ein entferntes Modell soll nur der für die aktuelle Frage ausgewählte Ausschnitt gelangen (Kapitel 3). Den Wert des Dienstes messen wir daran, ob er hilft, ein Ziel zu erreichen, die Privatsphäre zu wahren und Entscheidungen selbstständig zu treffen. Die Bedingungen sollen klar und leicht zugänglich sein, und die Nutzenden sollen ihre Ausgaben kontrollieren, die eigenen Materialien exportieren und gehen können. Vollständige Privatsphäre, auch gegenüber uns als den Personen, die die Infrastruktur betreiben, ist das Ziel, dem wir den Entwurf unterordnen. Der Schutz soll auf Schutzmechanismen beruhen, die sich unabhängig überprüfen lassen, und nicht auf dem Vertrauen in die Stiftung. Deshalb beschreibt jedes Release konkret, was geschützt ist, vor wem, unter welchen Bedingungen und welche Lücken bleiben. Ausgangspunkt ist ein Textgespräch mit einem einzigen Modell und die Arbeit an einem ausgewählten Dokument, mit klar beschriebenem Schutzniveau, Ausgabenlimit und Export des Ergebnisses. Weitere Möglichkeiten wie Gedächtnis, Suche, Integrationen und das Ausführen von Handlungen erhalten jeweils einen eigenen Berechtigungsumfang. Eine einzige bequeme Oberfläche kann mehrere Arbeitsmodi verbinden, wenn der Mensch sieht, wohin die Daten gelangen und welche Regeln gelten, bevor er sie absendet. Worauf das erste Release zurückgreift, hängt davon ab, wie viele Mittel die Stiftung vor seinem Start sammelt. Am wahrscheinlichsten ist die vertrauliche API eines externen Anbieters; solche Dienste sind heute in den USA verfügbar, und ihre Vertraulichkeit ist zu Beginn eine Deklaration des Anbieters, die wir überprüfen werden. Reichen die Mittel für die Miete eigener Server in einer vertraulichen Umgebung, kann das erste Release von Anfang an auf ihnen laufen. Bis zu einem positiven Ergebnis der Versuche aus Kapitel 9 kennzeichnen wir jede dieser Varianten als deklarierten und nicht als vertraulichen Schutz. Kapitel 2 beschreibt den angestrebten Schutz. Was daraus für den Schutz personenbezogener Daten von Menschen in Europa folgt, beschreiben wir vor dem Start des Pilotbetriebs. Die Nutzung von Suveria ist keine Zustimmung dazu, Gespräche zum Training von Modellen zu verwenden. Inhalte der Nutzenden gelangen ausschließlich mit gesonderter, bewusster Zustimmung in Forschungsmaterialien, und die übrigen Materialien stammen aus dem öffentlichen Fundus der Stiftung und aus anderen Quellen mit klarer Nutzungsgrundlage, wie das [Whitepaper zu Materialien und Benchmark](whitepaper-materialy-i-benchmark.md) beschreibt. Suveria ergänzt das Omniforum, den gemeinsamen Raum für Gespräch und Entscheidungen: Das eine bietet eine private Werkstatt, das andere ein öffentliches Rednerpult. Die Werte, aus denen beide Projekte erwachsen, beschreibt das Manifest der Stiftung. Im Folgenden zeigen wir der Reihe nach: - was wir schützen und wovor, wo Daten und Schlüssel liegen (Kapitel 2); - wie eine Nachricht vom Gerät zum Modell gelangt und wie man das überprüft (3); - wie wir Missbrauch begrenzen, ohne private Gespräche zu lesen (4); - wie Berechnungen auf mehreren Grafikkarten funktionieren (5); - welche Modelle, welches Gedächtnis und welche Werkzeuge wir planen (6); - wie viel Rechenleistung nötig ist, von 30 Personen bis zur ganzen Menschheit (7); - was das kostet, in einer datierten Rechnung (8); - wie wir überprüfen, ob die Versprechen funktionieren: Abnahmetests und Ergebnisprotokoll (9). ## 2. Was wir schützen und wovor Wir schützen den Inhalt von Gesprächen und Dateien, Verlauf und Gedächtnis, Schlüssel, Abrechnungsdaten und Metadaten, zum Beispiel den Zeitpunkt einer Verbindung, die Netzwerkadresse und die Größe einer Anfrage. Jeder dieser Bereiche erfordert andere Maßnahmen. Vor wem jede der fünf in Abschnitt 2.3 beschriebenen Arbeitsvarianten schützt, zeigt die folgende Zusammenstellung. Der Schutz in den Servervarianten beruht auf Attestierung, also einer von der Hardware signierten Bestätigung, welche Software auf der entfernten Maschine läuft und in welchem Schutzmodus. Die Zellen haben wir auf Grundlage der weiteren Kapitel dieses Dokuments ausgefüllt; „Deklaration des Anbieters“ bedeutet, dass wir den Schutz bis zu einer eigenen Verifizierung nicht bestätigen. | Vor wem | Lokales Modell auf einem Gerät ohne Netzwerkverbindung | Lokales Modell auf einem mit dem Netzwerk verbundenen Gerät | Verarbeitung in einer vertraulichen Umgebung auf Servern | Vertrauliche API eines externen Anbieters | Externe API eines Modellanbieters | | --- | --- | --- | --- | --- | --- | | Administration des Anbieters | entfällt: Verarbeitung auf dem Gerät | entfällt beim Modell selbst; bei Integrationen abhängig von den gewählten Diensten | schützt: Hardware-Isolation, in die die Serveradministration nicht hineinsehen kann | Deklaration des Anbieters, zu überprüfen | schützt nicht: Der Anbieter hat Zugriff auf den Inhalt | | Andere Kundschaft auf derselben Maschine | entfällt | entfällt | schützt: Die Isolation umfasst andere Kundschaft | Deklaration des Anbieters, zu überprüfen | abhängig vom Anbieter: Die Trennung der Kundschaft leistet seine Software, ohne Hardware-Isolation | | Wer das Netzwerk beobachtet | entfällt: kein Netzwerkverkehr | teilweiser Schutz: Der Netzwerkverkehr der Integrationen muss bewertet werden | teilweiser Schutz: Inhalt unterwegs verschlüsselt, Metadaten (Zeitpunkt, Adresse, Größe und Rhythmus der Pakete) erfordern eigene Maßnahmen (Kapitel 3) | teilweiser Schutz: wie in der vertraulichen Umgebung, wenn der Verbindungsschlüssel an die Attestierung gebunden ist | teilweiser Schutz: Inhalt unterwegs verschlüsselt, Metadaten wie nebenan | | Person mit physischem Zugang zum Server | betrifft keinen Server; entscheidend ist der physische Zugang zum Gerät | betrifft keinen Server; entscheidend ist der physische Zugang zum Gerät | schützt nicht: In einem fremden Rechenzentrum hat der Anbieter Zugang; bei eigener Hardware sichtbare physische Kontrolle | schützt nicht: Der Anbieter hat Zugang | schützt nicht: Der Anbieter hat ohnehin Zugriff auf den Inhalt | | Stiftung | entfällt: Die Stiftung ist an der Verarbeitung nicht beteiligt | entfällt: Die Stiftung ist an der Verarbeitung nicht beteiligt | schützt: Die Isolation umfasst auch uns als Betreiber, die Schlüssel zu den gespeicherten Daten haben die Nutzenden | soll den Inhalt schützen: Das Gateway rechnet Anfragen ohne Einblick in den Inhalt ab; wo die Verschlüsselung endet, zeigen wir vor dem Pilotbetrieb (Kapitel 3) | soll den Inhalt vor uns schützen: Abrechnung ohne Einblick in den Inhalt; der Anbieter sieht ihn | | Prozessorhersteller | abhängig vom Vertrauen in die Hardware des Geräts | abhängig vom Vertrauen in die Hardware des Geräts | schützt nicht: Die Attestierung beruht auf Schlüsseln des Herstellers, der ehrlich sein muss | schützt nicht: wie nebenan | ohne Bedeutung angesichts des Zugriffs des Anbieters auf den Inhalt | Confidential Computing verändert die Kosten eines Angriffs: Statt eines entfernten Zugriffs der Administration ist ein physischer Eingriff in die Hardware nötig. Im Folgenden beschreiben wir, wie die angestrebte Variante mit eigener vertraulicher Umgebung funktionieren soll; worin sich die übrigen Varianten unterscheiden, zeigt die Tabelle in Abschnitt 2.3. Was das in der Praxis bedeutet, auf den einzelnen Abschnitten des Weges, den eine Nachricht zurücklegt: - **Auf dem Gerät der Nutzenden** ist der Text lesbar, denn sie schreiben und lesen ihn. Geschützt wird er durch eine Anwendung, die nur um die nötigen Berechtigungen bittet, durch Updates und durch Sorgfalt bei Sicherungskopien. Wir können ihn nicht schützen, wenn auf dem Telefon oder Computer Schadsoftware läuft. - **Auf dem Weg zum Server** ist die Nachricht so verschlüsselt, dass nur der geprüfte Verarbeitungsort sie lesen kann. Bevor die Anwendung sie absendet, prüft sie, ob auf der anderen Seite genau die Software läuft, die wir veröffentlicht haben. - **Auf dem Server** muss das Modell den Inhalt lesen, um zu antworten, deshalb tut es das in einer abgeschlossenen Hardware-Umgebung, in die weder die Serveradministration noch andere Kundschaft hineinsehen kann. Wir prüfen, ob diese Isolation den Prozessor, die Grafikkarten, den Speicher und die Verbindungen zwischen ihnen umfasst. - **Bei der Speicherung** sind der Gesprächsverlauf und das Gedächtnis des Assistenten mit einem Schlüssel verschlüsselt, den die Nutzenden haben. Wir prüfen Sicherungskopien, die Wiederherstellung des Zugangs und das Löschen. - **Beim Betrieb des Dienstes** funktionieren Abrechnung, Diagnose und Fehlermeldungen ohne den Inhalt der Gespräche, und jede Art erhobener Daten ist öffentlich bekannt (Kapitel 3). - **Bei externen Werkzeugen**, wenn der Assistent etwas außerhalb von Suveria tun soll, zum Beispiel eine Information im Internet suchen, sendet er nur das, dem die Nutzenden zugestimmt haben, und zeigt, wohin. Confidential Computing repariert keinen infizierten Computer der Nutzenden. Es schützt auch nicht vor allen, die physischen Zugang zum Server haben: 2025 zeigten Forschende, dass ein an den Speicherbus angeschlossenes Gerät, gebaut aus Teilen für weniger als tausend Dollar, es ermöglicht, die Attestierungsschlüssel in Lösungen von Intel und AMD auszulesen und dadurch die Attestierung auch im Confidential Computing von NVIDIA zu fälschen, und die Prozessorhersteller betrachten solche Angriffe als außerhalb des Umfangs ihres Schutzes liegend.[^teefail] Es bleiben auch Abhängigkeiten von den Hardwareherstellern, von der Korrektheit der Kryptografie, vom Anwendungscode und vom Update-Prozess. Ein Anbieter kann den Dienst verweigern, selbst wenn er den Inhalt nicht lesen kann. Das Bedrohungsmodell muss daher unterscheiden zwischen Einblick in den Inhalt, Rückschlüssen aus Metadaten, Veränderung des Verhaltens und Unterbrechung des Dienstes, und bei jeder Variante angeben, wer ehrlich sein muss, damit der Schutz funktioniert. Solange wir fremde Rechenzentren nutzen, hat der Anbieter physischen Zugang zur Hardware, und wir können das nicht überprüfen; das sagen wir bei jeder Variante. Bei eigener Hardware (Schritte 3–4 aus Abschnitt 8.2) wollen wir diesen Zugang sichtbar machen durch: - ein Geräteverzeichnis; - Zutrittskontrolle; - Siegel mit Zufallsmuster und Sensoren, die das Öffnen des Gehäuses erkennen; - ein Arbeitsprotokoll; - Kameras unabhängiger Beobachtender mit einem Bild, in dem der aktuelle, mit dem Schlüssel der Maschine signierte Wert eines öffentlichen Zufallsgenerators zu sehen ist; - und längerfristig ein Rechenzentrum, das alle sehen können. Wartung und Austausch von Teilen erfolgen als angekündigte, öffentliche Verfahren. Sichtbare physische Kontrolle verringert das Risiko und ermöglicht es, viele Ereignisse zu erkennen, beweist aber weder die gesamte Geschichte der Maschine noch das Fehlen eines Eingriffs vor der Lieferung, und Angriffe ähnlich dem oben beschriebenen können zur Fälschung von Attestierungsnachweisen führen. Deshalb stellen wir nach dem Öffnen des Gehäuses, dem Austausch eines Teils, einem ungeplanten Neustart oder einem anderen verdächtigen Ereignis die Verarbeitung privater Inhalte auf dieser Maschine ein. Sitzungs- und Anwendungsschlüssel tauschen wir aus, doch eine neue Attestierung stellt das Vertrauen nicht von selbst wieder her, wenn sich der Verdacht auf die Grundlage der Hardware-Attestierung bezieht; die Bedingungen und Nachweise für eine erneute Zulassung beschreiben wir im Voraus. Die Schlüssel, mit denen die Daten der Nutzenden verschlüsselt sind, haben einen eigenen Schutz und eine eigene Wiederherstellung, sodass ein solches Verfahren den Menschen ihr privates Werk nicht nimmt. ### 2.1. Eigene Geräte und optionale Server Der grundlegende Speicherort für private Gespräche, Dateien und Gedächtnis sollen die Geräte der Nutzenden sein, in verschlüsselten Containern, also Datensammlungen, deren Inhalt man mit dem passenden Schlüssel liest. Das ist der Local-first-Ansatz: Daten werden zuerst auf dem Gerät gespeichert, und Server können Sicherungskopien und Synchronisierung unterstützen.[^local-first] Gespeicherte Materialien sollen auch nach dem Ende der Nutzung der Dienste der Stiftung zugänglich bleiben; Aufgaben, die ein entferntes Modell erfordern, hängen von der Verfügbarkeit des gewählten Rechendienstes ab. Die optionale Speicherung auf ausgewählten Servern dient Sicherungskopien und dem Abgleich von Änderungen zwischen Geräten. Den Inhalt verschlüsseln wir vor dem Senden auf dem Gerät, sodass der Betreiber, der die Kopie aufbewahrt, nur eine verschlüsselte Aufzeichnung erhält, ohne den Schlüssel, um sie zu lesen. Die Nutzenden wählen den Speicheranbieter und die zum Lesen berechtigten Geräte. Gesondert begrenzen wir die Offenlegung von Metadaten wie Zeitpunkt und Größe der übertragenen Kopie. ### 2.2. Schlüssel und Wiederherstellung des Zugangs Die Schlüssel zu den privaten Containern bleiben unter der Kontrolle der Nutzenden. Das Wiederherstellungsverfahren gibt klar an, ob den Zugang ein zweites Gerät, ein aufbewahrter Wiederherstellungsschlüssel oder ein anderer bewusst gewählter Mechanismus wiederherstellt, und wem er die Möglichkeit zum Lesen gibt. Die Wiederherstellung des Kontos beim Betreiber entsperrt nicht den Inhalt des Containers. Der Verlust aller Kopien des Schlüssels und aller Möglichkeiten zur Wiederherstellung kann den dauerhaften Verlust der Daten bedeuten, deshalb prüfen wir den gewählten Mechanismus mit einem Versuch, die Daten wiederherzustellen, und beschreiben ihn in einer verständlichen Anleitung. Wir erwägen mehrere Wege der Wiederherstellung, die sich kombinieren lassen: ein zweites Gerät, das bereits Zugang hat; einen auf Papier oder in einem Passwortmanager festgehaltenen Wiederherstellungsschlüssel; einen Hardwareschlüssel; die Aufteilung des Schlüssels auf mehrere vertrauenswürdige Personen, von denen zum Beispiel zwei beliebige von dreien gemeinsam den Zugang wiederherstellen können, während keine allein die Daten lesen kann. Die Stiftung bewahrt weder Schlüssel noch Teile davon auf, kann also den Zugang nicht anstelle der Nutzenden wiederherstellen und ihre Daten nicht herausgeben. Für den Anfang empfehlen wir ein zweites Gerät und einen auf Papier festgehaltenen Schlüssel; die Aufteilung des Schlüssels auf vertrauenswürdige Personen ist eine Option für alle, die das möchten. ### 2.3. Schutzvarianten Wir wollen fünf Arbeitsvarianten vergleichen, weil jede vor etwas anderem schützt: | Variante | Wo die Verarbeitung stattfindet | Was bewertet werden muss | | --- | --- | --- | | Lokales Modell auf einem Gerät ohne Netzwerkverbindung | Auf dem Gerät der Nutzenden | Zustand des Geräts, physischer Zugang, Datenträger und Kopien der Daten | | Lokales Modell auf einem mit dem Netzwerk verbundenen Gerät | Lokal, bei Integrationen auch in den gewählten Diensten | Berechtigungen der Anwendung, Updates, Netzwerkverkehr und Umfang der an Integrationen übergebenen Daten | | Verarbeitung in einer vertraulichen Umgebung auf Servern | In einer entfernten Umgebung, deren Konfiguration die Attestierung bestätigt | Verifizierung der Umgebung, Zugriff der Administration und physischer Zugang zur Hardware, Schutz von Übertragung und Verarbeitung, Metadaten und Schlüssel | | Vertrauliche API eines externen Anbieters | In der vertraulichen Umgebung des Anbieters, deren Konfiguration die Attestierung bestätigen soll | Ob der Verbindungsschlüssel an die Attestierung gebunden ist, ob die Attestierung Prozessor und Grafikkarte umfasst, ob sich eine konkrete Anfrage einer konkreten Maschine zuordnen lässt, wer physischen Zugang zur Hardware hat, Datenspeicherung und Rechtsordnung; bis zu einer eigenen Verifizierung behandeln wir die Vertraulichkeit als Deklaration des Anbieters | | Externe API eines Modellanbieters | Beim externen Anbieter | Bedingungen des Anbieters, Zugriff auf Inhalte, Speicherung und Rechtsordnung; die Versprechen eines vertraulichen Betriebs übertragen wir nicht auf diese Variante | Eine unabhängige Überprüfung des Servers erfordert eine installierte Anwendung. Im Browser liefert den Code, der den Server prüft, jedes Mal der Betreiber, deshalb kennzeichnen wir diesen Weg als schwächer geschützt. Ein mit dem Netzwerk verbundenes Gerät kann mehr Angriffspunkte haben als eine abgeschottete Serverumgebung, daher entscheidet der Ort der Berechnung allein nicht über die Sicherheit. Keine Variante erhält die Bezeichnung „vollständige Privatsphäre“, bevor die konkrete Konfiguration überprüft ist. Bei jedem Gespräch sehen die Nutzenden, in welcher Variante sie arbeiten, und ein Wechsel der Variante erfordert ihre bewusste Entscheidung. Ein eigener Schlüssel für eine externe API dient der Abrechnung des Zugangs, gewährleistet aber keine Vertraulichkeit gegenüber dem Anbieter. Diese Variante ist nicht die Standardvariante des privaten Suveria, und vor dem Senden von Inhalten zeigen wir, ob der Anbieter sie zum Training von Modellen verwenden darf und wie lange er sie aufbewahrt. Wir analysieren auch eine Richtung, die in dieser Zusammenstellung noch nicht vorkommt: einen vertrauenswürdigen Schwarm. Das Modell liefe dann auf der Hardware mehrerer Personen, die einander kennen und vertrauen, zum Beispiel einer Familie, von Freundinnen und Freunden oder einer kleinen Gemeinschaft, und jede von ihnen stellte etwas Rechenleistung ihres Computers zur Verfügung. Die Privatsphäre einer solchen Variante beruht auf dem Vertrauen in diese Menschen und nicht auf Technik, denn ihre Computer sehen die verarbeiteten Inhalte, und genau so wollen wir sie beschreiben. Das ist eine Idee, die wir erst analysieren, aber einer der Wege, die wir erforschen wollen. Ein sicherer Server schützt keinen Text, der von einem übernommenen Telefon ausgelesen wird, und ein sichereres Telefon repariert nicht den Server, deshalb entwerfen wir die Anwendung zusammen mit dem Schutz des Geräts. Wir möchten, dass die Suveria-Anwendung ohne Google-Dienste funktioniert, zum Beispiel unter GrapheneOS, auch außerhalb des Google Play Store erhältlich ist und reproduzierbare Builds hat: Alle können die Anwendung selbst aus dem veröffentlichten Quellcode bauen und überprüfen, dass sie eine identische Datei erhalten wie die, die sie installieren. Wir planen auch Schutzmechanismen in der Anwendung selbst: eine Sperre für Bildschirmfotos, einen Tastaturmodus, der nicht aus dem eingegebenen Text lernt, den Ausschluss privater Daten aus Cloud-Sicherungen, verborgene Inhalte von Benachrichtigungen und eine App-Sperre. Auf der Website der Stiftung bereiten wir einen Leitfaden zur Absicherung der eigenen Geräte in drei Stufen vor: von grundlegenden Einstellungen und Updates über eine stärkere Isolation von Arbeit und Schlüsseln bis zu bewährten Konfigurationen für Menschen mit den höchsten Anforderungen, etwa Qubes OS auf einem Computer mit offener Firmware. Die Nutzung von Suveria erfordert nicht den Kauf der genannten Hardware, und der Name eines Betriebssystems ist keine Zertifizierung des ganzen Geräts. Bei jedem Gespräch werden wir die Schutzübersicht (*Charta Tutelae*) zeigen: eine Liste der Elemente, von denen die Privatsphäre dieses Gesprächs abhängt, jedes in einem von drei Zuständen: - **Von uns geprüft:** Wir haben es selbst verifiziert, mit Datum, Version und einer Beschreibung, wie wir das getan haben. - **Vom Anbieter deklariert:** Der Anbieter gibt es so an, und wir haben es noch nicht überprüft. - **Nicht geschützt:** Das schützt diese Variante nicht, zum Beispiel Zeitpunkt und Länge von Nachrichten, die für den Netzanbieter sichtbar sind, den physischen Zugang des Anbieters zur Hardware oder die Rechtsordnung, in der der Server steht. Der Zustand „von uns geprüft“ trägt das Datum der letzten Prüfung und läuft ab: Nach einer festgelegten Zeit ohne erneute Prüfung kehrt er in den Zustand „deklariert“ zurück. Gesondert zeigen wir bekannte Vertrauensbrüche, zum Beispiel einen Vorfall beim Anbieter oder eine unbestätigte Konfigurationsänderung. Die Schutzübersicht ist für alle dieselbe und hängt nicht vom Preis ab, und eine Variante, in der auch nur ein Element lediglich deklariert ist, trägt nicht den Namen „vollständige Privatsphäre“. Die Zusammenstellung zu Beginn von Kapitel 2 und die Tabelle der Varianten in diesem Abschnitt beschreiben die Varianten allgemein, die Schutzübersicht dagegen zeigt den Stand für dieses konkrete Gespräch. ## 3. Der Weg vom Gerät zum Modell Suveria soll aus mehreren Teilen bestehen: - einer Anwendung auf dem Gerät der Nutzenden; - einem Gateway, das Anfragen abrechnet und das Ausgabenlimit überwacht; - einer vertraulichen Umgebung mit dem Modell, einer eigenen oder einer bei einem Anbieter; - einer Aufbewahrung verschlüsselter Kopien; - einem optionalen Vermittler, der die Adresse der Nutzenden verbirgt. Das Gateway soll in einer vertraulichen Maschine laufen. Vor dem Pilotbetrieb zeigen wir in der Anwendung, an welcher Stelle die vom Gerät der Nutzenden kontrollierte Verschlüsselung endet und ob das Gateway den Inhalt sieht, und falls ja, dass es ihn nur innerhalb der vertraulichen Umgebung sieht. Verschlüsselte Aufbewahrung und vertrauliche Verarbeitung erfordern getrennte Schutzmechanismen. Ein auf einem Server laufendes Modell braucht für seine Aufgabe lesbaren Inhalt in einer geschützten Rechenumgebung; die Verschlüsselung von Dateikopien allein schützt diesen Schritt nicht.[^apple-pcc] Die Anwendung gibt ausschließlich den für die jeweilige Arbeit ausgewählten Ausschnitt frei, ohne den Schlüssel zum gesamten privaten Container weiterzugeben. Die Beschreibung der Sitzung gibt an, wo der Inhalt für Berechnungen zugänglich wird, was den Einblick des Betreibers begrenzt und was mit den Daten geschieht, nachdem das Ergebnis zurückgegeben wurde. Vorgeschlagener Ablauf einer Sitzung: 1. Die Anwendung lädt die Beschreibung des freigegebenen Release herunter und prüft die Attestierung, also eine kryptografische Bestätigung bestimmter Eigenschaften der laufenden Umgebung. 2. Sie prüft, ob Hardware, Schutzstatus und Softwaremessungen einer öffentlichen Richtlinie entsprechen. Der Schlüssel des Datenempfängers muss an diese Bestätigung gebunden sein. 3. Nach erfolgreicher Prüfung baut sie eine verschlüsselte Verbindung zur freigegebenen Umgebung auf. Eine Abweichung stoppt das Senden der Daten; der Wechsel zu einer anderen Variante erfordert eine bewusste Wahl. 4. Die Umgebung verarbeitet die Anfrage bei eingeschränktem Zugang zu Netzwerk und Werkzeugen, gibt das Ergebnis zurück und löscht die Arbeitsdaten gemäß der veröffentlichten Richtlinie. 5. Gespräch oder Gedächtnis werden ausschließlich in dem von den Nutzenden gewählten Umfang gespeichert. Die Attestierung hilft festzustellen, was gestartet wurde, beweist aber allein nicht, dass dieser Code sicher ist. Nötig sind Code-Reviews, reproduzierbare Builds der Software aus dem Quellcode (beschrieben in Abschnitt 2.3), ein Register freigegebener Versionen und die Möglichkeit unabhängiger Überprüfung. Die Architektur von Apple Private Cloud Compute ist für uns ein Bezugspunkt dafür, wie sich Schutz mit Transparenz bei der Veröffentlichung von Software verbinden lässt; sie ist keine Zertifizierung unseres Entwurfs.[^apple-pcc] Releases wollen wir so absichern, dass das Vertrauen weder von einer einzelnen Person noch von der Stiftung allein abhängt: - jedes Release soll sich reproduzierbar aus dem Quellcode bauen lassen, und mindestens zwei unabhängige Stellen außerhalb der Stiftung bauen es nach und bestätigen öffentlich die Übereinstimmung des Fingerabdrucks; solange wir sie nicht gefunden haben, kennzeichnen wir das Release als nicht durch Dritte bestätigt; - die Fingerabdrücke freigegebener Releases gelangen in ein öffentliches Register, in das man nur hinzufügen kann, und seine aufeinanderfolgenden Stände bestätigen unabhängige Zeugen; - eine neue Version gelangt auf die Server nach Freigabe durch mehrere Personen, darunter mindestens eine von außerhalb des Vorstands; - die für die Verarbeitung der Daten nötigen Schlüssel erhält ausschließlich eine Umgebung, die die Attestierung bestanden hat. Die vollständige Schutzvariante entwerfen wir für installierte Anwendungen mit signierten, überprüfbaren Releases, Schutz vor der Rückkehr zu einer fehlerhaften Version und sicherer Aufbewahrung der Schlüssel, denn im Browser liefert den Code, der den Server prüft, jedes Mal der Betreiber. Die Browserversion beschreibt ihr niedrigeres Schutzniveau klar. Reproduzierbare Builds erlauben es, ein Release mit dem Code zu vergleichen, die Bewertung des Codes selbst und der Konfiguration leisten aber weiterhin Reviews, Audits und Prämien für gemeldete Fehler, und jeder Vorfall gelangt in ein öffentliches Register. Um die Offenlegung der Adresse der Nutzenden zu begrenzen, kann man eine Vermittlung auf Grundlage von Oblivious HTTP untersuchen, die das Wissen über den Absender und über den Inhalt der Anfrage unter einem bestimmten Vertrauensmodell trennt.[^ohttp] Absprachen zwischen Vermittlern, Verkehrskorrelation und Einzelheiten der Umsetzung müssen weiterhin bewertet werden, deshalb beschreiben wir die bloße Nutzung dieses Protokolls nicht als vollständige Anonymität. Verschlüsselung und Confidential Computing verbergen weder die Länge noch den Rhythmus der Pakete, in denen die Antwort fließt. Studien aus den Jahren 2024–2025 haben gezeigt, dass Personen, die das Netzwerk beobachten, daraus das Thema und manchmal den Inhalt eines Gesprächs rekonstruieren können.[^weiss-keylogging][^whisper-leak] Deshalb wollen wir im vertraulichen Modus die Antwort in Rahmen fester Größe und in festem Rhythmus senden, den Cache für Anfragen nicht zwischen Nutzenden teilen und die spekulative Dekodierung abschalten. Diese Maßnahmen kosten etwas Latenz und Durchsatz; das berücksichtigen wir in der Rechnung. Die Infrastruktur schützen wir auch, indem wir die Handlungsmöglichkeiten einzelner Teile des Systems begrenzen: durch Ressourcenlimits, Isolation von Aufgaben und standardmäßiges Blockieren ausgehender Verbindungen des Knotens, der das Gespräch verarbeitet. Diese Sperre soll Teil der Software sein, deren Fingerabdruck in der Attestierung sichtbar ist: Ihre Änderung ändert den Fingerabdruck, sodass die Anwendung die Verbindung verweigert. Die Netzwerkregeln des Anbieters betrachten wir als zweite Schicht und nicht als Garantie. Zugelassene externe Handlungen laufen über eine eigene Werkzeugschicht mit Berechtigungen, die die Nutzenden festlegen. Vor der Einführung überprüfen wir die Wirksamkeit dieser Grenzen, die Art der Erkennung von Vorfällen und den minimal nötigen Umfang an Metadaten. Ziel ist die Sicherheit gemeinsamer Ressourcen bei gewahrter Vertraulichkeit der Gesprächsinhalte. Besonders vorsichtig sind wir, wenn die Nutzenden Quellen mit Nachrichten anderer Menschen anbinden, zum Beispiel ein E-Mail-Postfach. Eine fremde Nachricht kann versteckte Anweisungen enthalten, die versuchen, das Modell zur Offenlegung des privaten Gedächtnisses zu bewegen. Deshalb trennen wir Inhalte von außen von den Anweisungen der Nutzenden: Beim Ordnen solcher Inhalte darf der Assistent nicht selbstständig Nachrichten senden, Webadressen öffnen oder den Persönlichen Kanon ändern, ohne dass ein Mensch es bestätigt. Alles, was wir über die Funktionsweise von Suveria wissen, können alle wissen. Mit dem Start des Dienstes veröffentlichen wir ein Verzeichnis aller Arten von Daten, die wir über den Betrieb des Dienstes erheben, mit Zweck und Aufbewahrungsdauer, und die Daten selbst stellen wir in zusammengefasster Form bereit: Tokenverbrauch, genutzte Modelle, Auslastung der Maschinen, Wartezeit in der Warteschlange, Ausfälle und Kosten. Alle sehen sie an derselben Stelle, an der wir sie sehen. Vor der Veröffentlichung von Auswertungen prüfen wir, ob sich aus ihnen das Verhalten einer konkreten Person erkennen lässt: Wir legen eine Mindestgruppengröße, eine Veröffentlichungsverzögerung und die Daten fest, die wir weglassen. Daten außerhalb des Verzeichnisses erheben wir nicht; sollte sich anderes herausstellen, behandeln wir das als schweren Vorfall und beschreiben ihn öffentlich. ## 4. Missbrauch begrenzen ohne Einblick in private Inhalte Den Schutz der Würde beziehen wir auch auf Menschen, die von den Folgen der Nutzung unserer Werkzeuge betroffen sein können. Missbrauch wollen wir entgegenwirken, ohne private Gespräche zu lesen: durch Grundsätze, nach denen sich der Assistent selbst richtet, durch Grenzen der Berechtigungen von Werkzeugen und Netzwerkverbindungen, durch Ressourcenlimits und durch Schutz vor massenhafter Kontoerstellung. Wir schaffen keine versteckten Zugänge zu privaten Inhalten, denn sie würden den Schutz aller schwächen. Ein Konto wird man auf mehrere Arten anlegen können, von vollständig privat (Schlüssel auf dem eigenen Gerät, ohne E-Mail-Adresse) bis bequem (Anmeldung über einen externen Anbieter). Bei jeder Art zeigen wir vor der Wahl, wer außerhalb der Stiftung von der Kontoerstellung erfährt und welche Daten er sieht, und was geschieht, wenn dieser Anbieter verschwindet. Die Art der Kontoerstellung hat keinen Einfluss auf die Rechte der Teilnehmenden; das Stimmrecht im Omniforum ist ein eigener Nachweis, der dem Konto hinzugefügt wird. Privatsphäre und Begrenzung von Missbrauch bewerten wir getrennt. Wir entwerfen Suveria so, dass die Stiftung keine Daten hat, die sie über eine konkrete Person herausgeben könnte: Inhalte sind mit den Schlüsseln der Nutzenden verschlüsselt, Daten über den Betrieb des Dienstes erheben wir nur im öffentlich bekannten, in Kapitel 3 beschriebenen Umfang, und personenbezogene Daten beschränken wir auf das Minimum, das das Gesetz bei Zahlungen und Buchhaltung verlangt; auch ihren Umfang veröffentlichen wir. Verlangt jemand von uns die Daten einer konkreten Person, wollen wir ehrlich antworten können, dass wir sie über dieses öffentlich beschriebene Minimum hinaus nicht haben. Für jeden Schutzmechanismus gegen Missbrauch werden wir beschreiben, welche Daten er braucht, wie lange wir sie aufbewahren, welche Folgen er für ehrliche Teilnehmende hat und wie sich eine fehlerhafte Sperre anfechten lässt. Wir werden auch beschreiben, wie wir Meldungen von Menschen entgegennehmen, die sich als geschädigt betrachten, und was wir dann ohne Zugang zum Inhalt der Gespräche tun können: zum Beispiel die Berechtigungen von Werkzeugen oder die Ressourcen des Kontos einschränken, Abrechnungsdaten und Metadaten in dem Umfang prüfen, in dem wir sie aufbewahren, oder der meldenden Person mitteilen, wo sie Hilfe suchen kann. Die rechtlichen Pflichten des Betreibers eines solchen Dienstes erfordern vor dem Start eine gesonderte Analyse. Diese Schutzmechanismen sind Ziele und Varianten zum Testen, und keiner von ihnen wird jeden Missbrauch erkennen. Für jeden geben wir an, welchen Bedrohungen er begegnet, was er nicht erkennt und was sich ohne Einblick des Betreibers in private Gespräche überprüfen lässt. Das Ergebnis dieser Bewertung bestimmt die Bedingungen, unter denen eine Funktion bereitgestellt wird. Wenn ein Gespräch eine Gefahr für Leben oder Gesundheit betrifft, soll der Assistent Informationen über verfügbare Hilfe geben, zum Beispiel Notrufnummern, ohne etwas aus der privaten Umgebung hinauszusenden. ### 4.1. Öffentliche Anweisungen des Assistenten und eine gemeinsame Bibliothek Wie sich der Assistent verhält, bestimmen auch seine Hauptanweisung und seine Arbeitsweise: wie er eine Aufgabe in Schritte zerlegt, das Gedächtnis nutzt und Antworten prüft. In Suveria soll der Mensch die vollständige Anweisung seines Assistenten immer lesen können. Die gemeinsame Infrastruktur soll nur Modelle und Einstellungen bereitstellen, die die öffentlichen Versuche des Benchmarks bestehen; oberhalb dieses Minimums wählen die Nutzenden den Arbeitsstil, vom ruhigen Ordnen der Gedanken bis zu einem anspruchsvollen Gespräch, in dem der Assistent Lücken in der Argumentation aufzeigt. Wir wollen eine offene Bibliothek bewährter Anweisungen führen, die die Teilnehmenden im Omniforum verbessern und im Benchmark überprüfen. ## 5. Berechnungen auf mehreren Grafikkarten Das Modell aus Kapitel 6 passt nicht auf eine einzige Grafikkarte, daher muss der Schutz auch in den Verbindungen zwischen den Grafikkarten überprüft werden: Der PCIe-Bus verbindet den Prozessor mit den Grafikkarten, und NVLink und NVSwitch verbinden die Grafikkarten untereinander. Wenn ein Modell mehrere Grafikkarten nutzt, fließen Daten auch zwischen ihnen, daher muss der Schutz sowohl für die Grafikkarten selbst als auch für die Verbindungen überprüft werden. Der Name der Grafikkarte reicht nicht aus, um einen vertraulichen Dienst zu bestellen: Bestätigt werden müssen die passende Maschine, der Prozessor, die Topologie der Verbindungen, Firmware, Treiber und Laufzeitsoftware, und danach muss ihr Zusammenspiel überprüft werden.[^nvidia-platformy] Im Modus Hopper Protected PCIe, beschrieben in der Dokumentation zu PPCIe v2, gehört das NVLink- und NVSwitch-Netz zum vertrauenswürdigen Teil des Systems, daher bedeutet PCIe-Verschlüsselung nicht die Verschlüsselung jeder Verbindung zwischen den Grafikkarten.[^nvidia-ppcie-v2] Die Dokumentation NVIDIA R595 beschreibt für Blackwell-Grafikkarten einen Modus für Confidential Computing auf mehreren Grafikkarten, mit Verschlüsselung der NVLink-Verbindungen und Unterstützung von bis zu acht Grafikkarten in einer einzigen vertraulichen virtuellen Maschine.[^nvidia-blackwell] Das ist eine Grundlage für die Überprüfung der Konfiguration, kein Beweis, dass jede Miete von B200-Grafikkarten diese Funktion umfasst. Verschiedene Releases haben verschiedene Kompatibilitätsmatrizen, daher stellen wir die Konfiguration nicht aus beliebig gewählten Versionen zusammen. Die Anfrage an einen Anbieter umfasst: - den konkreten Schutzmodus und die Möglichkeit eigenständiger Attestierung; - die exklusive Nutzung der erforderlichen Ressourcen und die Region; - den Zugriff der Administration und den physischen Zugang zur Hardware; - die Datenaufbewahrung; - die Lieferzeit und die vollständigen Kosten. Ein Angebot vergleichen wir erst nach einem Versuch mit unserer eigenen Anwendung. Die Handelsbezeichnung „secure“ ersetzt diese Informationen nicht. ## 6. Modell, Gedächtnis und Werkzeuge Die Grundlage des Vorhabens sind offene Modelle, die sich eigenständig betreiben lassen. Suveria soll Menschen auf der ganzen Welt in ihren eigenen Sprachen zur Verfügung stehen, deshalb berücksichtigen wir bei der Wahl eines Modells die Qualität in vielen Sprachen, das Verständnis von Absichten, Zuverlässigkeit, Lizenz, Kosten und die Möglichkeit, es in der erforderlichen Schutzarchitektur zu betreiben. Wenn sich ein solcher Bedarf zeigt, können wir neben einem allgemeinen Modell Modelle betreiben, die mit bestimmten Sprachen besser zurechtkommen. Offene Gewichte ermöglichen einen Teil der Anwendungen, entscheiden aber nicht über die Offenheit der Daten und des gesamten Entstehungsprozesses des Modells.[^osi] Erster Kandidat ist DeepSeek-V4.1-Flash, ein Modell unter der MIT-Lizenz, die es erlaubt, es auch für Dienste zu verwenden.[^deepseek] Es ist groß, aber sparsam: Der Hersteller gibt 552 Mrd. Parameter des Hauptteils an, also beim Lernen eingestellter Zahlen, und einen zusätzlichen Engram-Speicher mit 196 Mrd. Parametern, und bei jedem weiteren Wort arbeiten nur 8–16 Mrd. Parameter, deshalb antwortet es schnell und günstig (Rechnung in Kapitel 8). Alle Parameter müssen jedoch in den Speicher der Grafikkarten passen, daher braucht es mindestens vier moderne Grafikkarten. Die Parameter dieses Modells sind bereits in sparsamer Form gespeichert, mit weniger Stellen für jede Zahl; eine solche Speicherung heißt Quantisierung und verringert den nötigen Speicher, kann aber die Qualität senken, deshalb überprüfen wir das bei jeder Version an eigenen Aufgaben. Wir vergleichen es auch mit kleineren Modellen: Das größere wählen wir nur dann, wenn es für Menschen wichtige Aufgaben deutlich besser erledigt. Zweiter Kandidat ist Kimi K3.1 Pro von Moonshot AI, veröffentlicht am 23. Oktober 2026. Der Hersteller beschreibt es als weitertrainierte Version von Kimi K3 mit ca. 3 Bio. Parametern und einem Kontext von bis zu einer Million Token und kündigt die vollständigen Gewichte vor dem 4. November 2026 an; eine Lizenz wurde noch nicht bekannt gegeben.[^kimi-k31] Die detaillierten Angaben, die wir für den Vergleich verwenden, stammen aus der Modellkarte des Vorgängers: Kimi K3 hat 2,8 Bio. Parameter, von denen bei jedem Token 104 Mrd. arbeiten, und eine eigene Lizenz, die von der Open Source Initiative nicht anerkannt ist.[^kimi-k3] Im Index von Artificial Analysis in der Fassung vom 28. Oktober 2026 erreichte Kimi K3.1 Pro 46 Punkte gegenüber 32 für DeepSeek-V4.1-Flash, ist aber um ein Mehrfaches teurer und langsamer.[^aa] Die Gewichtsdateien von Kimi K3 belegen ca. 1,56 TB, und für den Betrieb braucht es zusätzlich Speicher für Kontext und Berechnungen, daher entscheiden wir nicht allein anhand der Summe des Grafikkartenspeichers, ob das Modell läuft. Das Rezept der Engine SGLang beschreibt eine geprüfte Konfiguration von Kimi K3 auf acht B300-Grafikkarten; das ist noch kein Test von Kimi K3.1 und auch keiner einer vertraulichen Konfiguration.[^spheron-kimi][^sglang-k3] Nach der Veröffentlichung der Gewichte überprüfen wir ihre Größe und ihr Format, die Lizenz, die Rezepte der Engines, die Kapazität auf einer konkreten Konfiguration und die Verfügbarkeit in vertraulichen APIs. Das Ergebnis tragen wir mit Datum als erste Aktualisierung dieses Dokuments nach, auch wenn die Gewichte nicht veröffentlicht wurden oder sich die Lizenzbedingungen als ungeeignet erweisen. Einen Wechsel oder die Einstellung eines Modells kündigen wir im Voraus an. Der Gesprächsverlauf bleibt bei den Nutzenden: Sie können ein Nachfolgemodell wählen, die Daten exportieren oder die Arbeit beenden. Im Gespräch soll der Moment des Modellwechsels sichtbar sein, und die Übertragung des privaten Kontexts auf ein neues Modell erfordert eine Entscheidung der Nutzenden. Die Grundsätze, nach denen der Assistent antwortet, werden wir mit jedem Release vollständig veröffentlichen. Das Modell selbst trägt auch die Entscheidungen seiner Entwickler in sich, zum Beispiel Themen, die es meidet; wir überprüfen sie im Benchmark und beschreiben sie bei der Wahl des Modells. Das Gedächtnis früherer Gespräche soll mit Zustimmung der Nutzenden funktionieren und offen bearbeitbar sein. Wir unterscheiden ursprüngliche Äußerungen, Zusammenfassungen des Modells und von den Nutzenden bestätigte Informationen. Jeden Eintrag kann man löschen oder korrigieren, seine Herkunft sehen und festlegen, bei welchen Aufgaben er verwendet werden darf. Der Assistent unterscheidet deutlich zwischen seinem eigenen Vorschlag und einem Standpunkt, den der Mensch bewusst als seinen eigenen anerkannt hat. Das Ausführen von Handlungen erfordert Berechtigungen, die für einen bestimmten Zweck und eine bestimmte Zeit erteilt werden. Der Inhalt einer Webseite oder eines Dokuments ist Material zur Analyse und keine Anweisung, diese Berechtigungen zu ändern. Externe Handlungen, Ausgaben, Veröffentlichungen und Löschungen erfordern angemessene Bestätigungen und ein Aktivitätsprotokoll, das den Nutzenden zugänglich ist. ### 6.1. Gedankenteleskop und Persönlicher Kanon Die Idee des Gedankenteleskops (*Telescopium Mentis*) ist aus dem Overton-Fenster erwachsen, also dem Begriff für den Bereich von Ideen, die in einer Gesellschaft zu einer bestimmten Zeit als akzeptabel gelten. Bei einer einzelnen Person geht es um den Bereich von Gedanken, die sie zu einer bestimmten Zeit für sich selbst als zulässig ansieht. Das Teleskop soll ein solches Fenster für eine einzige Person sein und nur für sie: Es lässt die Aufzeichnung der eigenen Überlegungen und Werte aus verschiedenen Momenten sehen und wie sie sich mit der Zeit verändert haben. Das Gedankenteleskop soll dazu dienen, zum eigenen Denken zurückzukehren: was ich damals wusste, was ich wollte und warum ich meine Meinung geändert habe. Es kann auch helfen, von den Nutzenden ausgewählte Ereignisse, Informationen über die Welt und eigene Handlungen ihrem Persönlichen Kanon gegenüberzustellen, also der von ihnen niedergeschriebenen Sammlung von Grundsätzen und Werten, die sie als ihre eigenen anerkennen. Der Vergleich betrifft eine Situation, die die Nutzenden selbst beschreiben oder benennen; sie bestimmen Material und Umfang. Das Modell zeigt mögliche Zusammenhänge zusammen mit der Quelle des herangezogenen Grundsatzes und einer Beschreibung des Ereignisses und unterscheidet dabei bestätigte Informationen von Deutung und Ungewissheit. Die vorgeschlagene Deutung lässt sich korrigieren oder verwerfen, und frühere Standpunkte bewerten wir unter Berücksichtigung ihrer Zeit und ihres Kontexts. Eine bemerkte Spannung kann den Grundsatz selbst betreffen, einen Wertekonflikt, die Bedingungen des Umfelds, Grenzen des Menschen oder eine unzutreffende Deutung durch das Modell. Der Mensch kann am Ideal festhalten und die gegenwärtige Inkonsequenz annehmen, eine Überzeugung präzisieren, eine Änderung des Handelns oder des Umfelds erwägen oder die Frage offenlassen. Der Kanon soll helfen, die eigenen Entscheidungen zu verstehen: Wir schaffen keine Moralpunktzahl und keine öffentliche Rangliste der Konsequenz. Privates Nachdenken bleibt privat, und seine Aufzeichnung bedeutet weder eine Veröffentlichung noch eine Stimmabgabe. Wir beginnen vorsichtig. In der ersten Version arbeitet das Gedankenteleskop nur mit einer einzigen Situation, die die Nutzenden selbst benennen, zum Beispiel mit einer Entscheidung, zu der sie zurückkehren möchten; es verfolgt ihr Leben nicht fortlaufend. Die Nutzenden entscheiden, wie oft sie es verwenden, welche Notizen und Erinnerungen sie freigeben und wann sie sie löschen. In diesem Versuch prüfen wir, ob die gezeigten Zusammenhänge verständlich sind, ob sie das Gefühl geben, über die eigenen Entscheidungen zu bestimmen, und ob das Werkzeug Druck erzeugt, ständig vor sich selbst Rechenschaft abzulegen. Als gutes Ergebnis werten wir auch, wenn jemand nach reiflicher Überlegung annimmt, nicht immer nach den eigenen Grundsätzen zu handeln, oder die Sache offenlässt: Das Werkzeug soll helfen, sich selbst zu verstehen, und keine Entscheidungen erzwingen. ### 6.2. Offene Formate, Übertragbarkeit und Zusammenspiel von Werkzeugen Suveria wollen wir als digitales öffentliches Gut entwickeln, mit offenem Code und offener Dokumentation; Bezugspunkt ist der Standard der Digital Public Goods Alliance.[^dpga] Das Format für die Datenübertragung hat eine öffentliche Beschreibung, eine Version und Regeln dafür, wie Informationen beim Versionswechsel erhalten bleiben. In erster Linie nutzen wir bestehende offene Standards, und nötige Erweiterungen dokumentieren wir. Der Export umfasst ausgewählte Originale, den Verlauf, Quellen und Verknüpfungen sowie die Unterscheidung zwischen den Worten der Nutzenden, der Bearbeitung durch das Modell und der von der verfassenden Person bestätigten Bedeutung, außerdem die Struktur des Persönlichen Kanons. Ein heruntergeladenes Paket lässt sich ohne aktives Konto in Suveria lesen, nach der Entschlüsselung durch eine berechtigte Person. APIs, also dokumentierte Wege, auf denen Programme miteinander kommunizieren, sollen die Arbeit mit den Materialien in anderen Werkzeugen ermöglichen, auch in selbst gebauten. Die Nutzenden wählen den Umfang der Daten und die erlaubten Handlungen und können die Berechtigungen einer Integration widerrufen. Der Widerruf einer Berechtigung stoppt den weiteren Zugriff; was mit früher übergebenen Kopien geschieht, hängt auch von der empfangenden Seite ab. Der private Raum kann auch der Arbeit an gemeinsamen Projekten dienen. Die Nutzenden wählen die Materialien, die sie zur Abnahme oder Veröffentlichung übergeben möchten, und das Werkzeug hilft, daraus lokal Zugangsschlüssel, Passwörter, personenbezogene Daten und Informationen über nicht geschlossene Sicherheitslücken zu entfernen. Die Nutzung privat bezahlter Ressourcen erfordert nicht, Arbeitsgespräche offenzulegen. Bei einer aus gemeinsamen Mitteln der Stiftung finanzierten Aufgabe legen die [Werkstattregeln der Stiftung](whitepaper-zasady-fundacji.md) (Kapitel 11.1) den Umfang der öffentlichen Aufzeichnung, die Wahl eines Pseudonyms und die Vorbereitung der Materialien im Voraus fest. Aus den Überlegungen in Suveria kann man auch bewusst eine einzelne Frage oder ein Argument herauslösen und im Omniforum veröffentlichen; dieser Schritt, im Manifest als Ignis-Zeremonie (*Caerimonia Ignis*) beschrieben, erfordert immer eine gesonderte Entscheidung. ## 7. Größenordnung: von 30 Personen bis zur ganzen Menschheit Die Zahl der Konten allein bestimmt nicht die benötigte Infrastruktur. Es kommt auf die Aktivität an, auf die Länge von Fragen und Antworten, die Zahl gleichzeitiger Sitzungen, eine akzeptable Wartezeit und die Kosten der Werkzeuge. Das folgende Beispiel ist ein Lastmodell für einen Versuch, keine Nachfrageprognose und kein Angebot. Annahmen: Jede der N Personen ist täglich aktiv und stellt 20 Anfragen am Tag, eine durchschnittliche Anfrage umfasst 1.500 Eingabe-Token und 600 Ausgabe-Token, und ein Monat hat 30 Tage. Ein Token ist eine vom Modell verarbeitete Texteinheit; seine Länge hängt von der Sprache ab. Bei der tatsächlichen Last muss man längeren Kontext, die Verarbeitung von Dokumenten, Reasoning-Token und Hilfsaufrufe hinzurechnen. | Aktive Personen | Anfragen pro Monat | Eingabe pro Monat | Ausgabe pro Monat | Durchschnittliche Generierung über den Tag | Stündliche Spitze im weltweiten Szenario, ca. 1,51 × Durchschnitt | | --- | ---: | ---: | ---: | ---: | ---: | | 30 | 18.000 | 27 Mio. Token | 10,8 Mio. Token | 4,2 Token/s | 6,3 Token/s | | 100 | 60.000 | 90 Mio. | 36 Mio. | 13,9 Token/s | 20,9 Token/s | | 1.000 | 600.000 | 900 Mio. | 360 Mio. | 138,9 Token/s | 209 Token/s | | 100.000 | 60 Mio. | 90 Mrd. | 36 Mrd. | 13.889 Token/s | 20.921 Token/s | | 1 Mio. | 600 Mio. | 900 Mrd. | 360 Mrd. | 138.889 Token/s | 209.208 Token/s | | 1 Mrd. | 600 Mrd. | 900 Bio. | 360 Bio. | 138,9 Mio. Token/s | 209,2 Mio. Token/s | | 10 Mrd. | 6 Bio. | 9 Billiarden | 3,6 Billiarden | 1,39 Mrd. Token/s | 2,09 Mrd. Token/s | Wir planen Suveria als weltweiten Dienst, verfügbar in vielen Sprachen. Wie sich die Teilnehmenden auf die Zeitzonen verteilen werden, wissen wir nicht, daher vergleichen wir zwei Szenarien, die eine Messung überprüfen wird. Im weltweiten Szenario nehmen wir Anteile der Regionen an, die proportional zur Zahl der Internetnutzenden laut ITU für 2025 sind, und in jeder Zone dieselbe angenommene Form des Tagesverlaufs: eine Spitze am Abend und eine ruhige Nacht.[^itu] Die Zonen füllen einander die Täler teilweise auf, sodass die stündliche Spitze bei ca. 1,51 × Durchschnitt liegt und der geringste Verkehr bei ca. 0,49 ×. Im Szenario, das sich auf eine Region konzentriert, zum Beispiel auf Europa, liegt die Spitze bei ca. 1,87 × Durchschnitt und die Nacht bei fast nichts. Eine solche Verteilung kann auch bei großer Größenordnung vorkommen; sie bedeutet eine schlechtere Auslastung der eigenen Maschine und häufigeren Rückgriff auf die vertrauliche API oder längere Wartezeiten in der Spitze. Beide Werte folgen aus unseren Annahmen und nicht aus der Beobachtung künftiger Teilnehmender. Kurze Spitzen innerhalb einer Stunde soll eine kurze Warteschlange mit sichtbarer Wartezeit ausgleichen, und Verkehr über der Kapazität der eigenen Maschine kann die vertrauliche API übernehmen; die Wartezeit, auch ihr 95. und 99. Perzentil, messen wir im Pilotbetrieb, zusammen mit der Grenze der Warteschlange und dem Verhalten, wenn sie ausgeschöpft ist. Der Lastversuch umfasst auch einen plötzlichen Zustrom neuer Personen, zum Beispiel das Fünffache des durchschnittlichen Verkehrs. Das ist der gesamte Ausgabedurchsatz; er ersetzt weder die Messung der Latenz eines einzelnen Gesprächs noch die der Kosten für die Verarbeitung der Eingabe. Der Test sollte die Verteilung der Sitzungen, lange Kontexte, Ausfälle und die Warteschlange nachbilden und nicht eine einzige bequeme Anfrage. Der Spitzenfaktor vergleicht die am stärksten belastete Stunde mit dem Durchschnitt. Er stammt aus einem Modell des in 24 Stunden geteilten Tages: Eine einzige Tagesform verschieben wir über acht Regionen und summieren nach den angenommenen Anteilen. Das ist ein Rechenszenario; es berechnet nicht die Wartezeit einer einzelnen Anfrage. Um zu sehen, wie diese Rechnung im Weltmaßstab aussieht, machen wir ein Gedankenexperiment. Würde jede der 10 Mrd. Personen Suveria so nutzen wie im angenommenen Profil, bräuchte es in der Spitze ca. 2,1 Mrd. Ausgabe-Token pro Sekunde. Bei der für DeepSeek-V4.1-Flash gemessenen Leistung von ca. 930 Token pro Sekunde pro B200-Grafikkarte wären das ca. 2,25 Mio. Grafikkarten und, bei ca. 1,75 kW pro Grafikkarte einschließlich Server (unsere Annahme, ohne Messung), ca. 4 GW Leistung. Für eine Milliarde Personen sind das ca. 225.000 Grafikkarten und 0,4 GW, für eine Million ca. 225 Grafikkarten. Zum Vergleich schätzte Epoch AI Anfang 2026, dass die weltweit installierte Rechenleistung für digitale Intelligenz 15 Mio. H100-Äquivalente übersteigt und mehr als 10 GW Leistung erfordert.[^epoch] Das ist eine Vereinfachung: Das angenommene Profil ist leicht, intensive Arbeit, größere Modelle und Bilder brauchen ein Vielfaches mehr, und Hardware und Modelle ändern sich schnell. Sie zeigt aber die Größenordnung: Tägliche Hilfe durch digitale Intelligenz in diesem Umfang für jeden Menschen würde weniger Leistung erfordern als die, die heute schon in der Welt läuft. Das ist eine vereinfachte Rechnung und kein Beweis, dass eine solche Infrastruktur für diesen Zweck verfügbar wäre. ## 8. Kosten und eine datierte Rechnung Die monatlichen Kosten einer festen Reservierung lassen sich in erster Näherung so ausdrücken: Zahl der Grafikkarten × Preis pro GPU-Stunde × Zahl der bezahlten Stunden, zuzüglich Speicher, Festplatten, Datenübertragung, Schutz, Monitoring, Betreuung, Zahlungen und Steuern. Es ist zu prüfen, welche dieser Posten ein Angebot bereits enthält. Bei Betrieb rund um die Uhr hat ein Monat 672 bis 744 Stunden; 730 Stunden sind eine durchschnittliche Näherung. In der Rechnung vergleichen wir fünf Kostenvarianten: das lokale Modell, eine eigene Instanz auf gemieteter Hardware, eine eigene Instanz in einer Umgebung für Confidential Computing, mit vom Anbieter deklariertem und zu überprüfendem Schutz, die vertrauliche API eines externen Anbieters sowie eine gewöhnliche externe API. Die Kostenvarianten entsprechen den Schutzvarianten aus Abschnitt 2.3; die Miete einer Maschine ohne Vertraulichkeit zeigen wir nur als preislichen Bezugspunkt und nicht als Variante von Suveria. Das lokale Modell bepreisen wir noch nicht, weil die Kosten vom Gerät der Nutzenden abhängen. Wir stellen denselben Umfang an Qualität, Verfügbarkeit und Schutz gegenüber. Die Rentabilitätsschwelle sind die Kosten des vollständigen Dienstes geteilt durch die tatsächliche Auslastung und nicht die Kosten der Grafikkarten geteilt durch die Zahl der registrierten Konten. Eine externe API erleichtert es, den Bedarf der Nutzenden zu testen, doch ihr Anbieter hat eigene Regeln für den Zugriff auf Daten, daher übertragen wir die Versprechen eines vertraulichen Betriebs nicht auf sie. ### 8.1. Datierte Rechnung: Stand vom 29. Oktober 2026 Das Manifest stellt die Hypothese auf, dass gemeinsame Infrastruktur schon bei einer verhältnismäßig kleinen Zahl regelmäßiger Teilnehmender pro Dollar mehr Rechenleistung und digitale Intelligenz bieten kann als geschlossene Dienste, bei einem Schutz der Privatsphäre, der auf überprüfbaren Schutzmechanismen beruht. Im Folgenden ihre Rechnung zu Preisen vom 29. Oktober 2026. Annahmen: das Nutzungsprofil aus Kapitel 7 (20 Anfragen am Tag zu je 600 Ausgabe-Token) und das weltweite Szenario (stündliche Spitze ca. 1,51 × Durchschnitt), Preise ohne Steuern, 730 Stunden im Monat für die Umrechnung der Mietpreise. Die Zahl der Personen pro Maschine bedeutet so viele Teilnehmende, wie die Maschine in der stündlichen Spitze bedienen kann: Ausgabedurchsatz pro Sekunde × 86.400 / (20 × 600 × Spitzenfaktor). Die zulässige Zahl der Personen wird auch die gemessene Wartezeit auf eine Antwort bestimmen. In Klammern geben wir das auf Europa konzentrierte Szenario an (Faktor ca. 1,87). Für DeepSeek-V4.1-Flash übernehmen wir die Messung des Anbieters Lambda auf vier B200-Grafikkarten: ca. 3.714 Ausgabe-Token pro Sekunde bei 64 gleichzeitigen Anfragen.[^lambda-v41] Die Messung erfolgte mit spekulativer Dekodierung, die wir im vertraulichen Modus nicht verwenden wollen (Kapitel 3). Nach unserer Schätzung vom September kann der Durchsatz dann um bis zu ca. 30 % niedriger sein, was die Kosten pro Person in ähnlichem Verhältnis erhöht. Für H200- und B300-Grafikkarten gibt es keine Messung dieses Modells; wir nehmen an, dass jeder Satz Grafikkarten mit einer Kopie des Modells (8 × H200 oder die Hälfte einer Maschine 8 × B300) die Leistung von vier B200-Grafikkarten erreicht. Diese Annahme ist optimistisch: Die H200 ist eine ältere Generation, der vertrauliche Modus kann die Arbeit verlangsamen, und die Messung von Lambda betrifft längere Anfragen als unser Profil. Deshalb geben wir auch eine vorsichtige Variante mit der Hälfte dieses Durchsatzes an. Die Gewichte des Modells belegen ca. 511 GB, und die Engine vLLM empfiehlt ca. 614 GB Grafikkartenspeicher. Vier H200-Grafikkarten (564 GB) sind zu wenig, deshalb braucht eine Kopie auf H200 acht Grafikkarten. Das Rezept des Engine-Herstellers für diese Konfiguration befand sich am 29.10. in Verifizierung, und bei H200-Grafikkarten ist die Verbindung zwischen den Grafikkarten (NVLink) nicht hardwareseitig verschlüsselt, anders als bei B200 und B300. | Variante | Vertraulichkeit | Monatliche Kosten | Personen pro Maschine | Kosten nur der Berechnungen pro Person | | --- | --- | ---: | ---: | ---: | | DeepSeek-API | keine, der Anbieter sieht den Inhalt | nach Nutzung | entfällt bei einer einzelnen Maschine; Limits und Verfügbarkeit des Anbieters | 0,35–0,70 USD | | Vertrauliche API mit DeepSeek-V4.1-Flash (Confidential AI, Tinfoil, Phala) | vom Anbieter deklariert, zu überprüfen | nach Nutzung | entfällt bei einer einzelnen Maschine; Limits und Verfügbarkeit des Anbieters | 0,70–1,25 USD | | API von Kimi K3.1 Pro (Moonshot) | keine | nach Nutzung | entfällt bei einer einzelnen Maschine; Limits und Verfügbarkeit des Anbieters | 5,40 USD | | Vertrauliche API mit Kimi K3 (Phala, NEAR AI) | vom Anbieter deklariert, zu überprüfen | nach Nutzung | entfällt bei einer einzelnen Maschine; Limits und Verfügbarkeit des Anbieters | 8,10–8,91 USD | | Gemietete vertrauliche Maschine 8 × H200 (Phala), DeepSeek, eine Kopie des Modells | Attestierung von Prozessor und Grafikkarten, zu überprüfen | 23.506 USD bei 180-tägiger Bindung, 32.266 USD auf Abruf | ca. 17.750 (14.300), Kapazitätsannahme | 1,32–1,82 USD (1,64–2,25) | | Wie oben, vorsichtige Variante: halber Durchsatz | Attestierung von Prozessor und Grafikkarten, zu überprüfen | wie oben | ca. 8.900 (7.150), Kapazitätsannahme | 2,65–3,64 USD (3,29–4,51) | | Gemietete vertrauliche Maschine 8 × B300 (Phala), Kimi K3 | Attestierung von Prozessor und Grafikkarten, zu überprüfen | 45.552–47.888 USD | ca. 4.800–7.600 (3.900–6.200), Kapazitätsannahme | ca. 6–10 USD (7,4–12,4) | | 4 × B200 ohne bestätigte Vertraulichkeit (Lambda), DeepSeek | keine bestätigte | 19.827 USD | ca. 17.750 (14.300) | 1,12 USD (1,38) | | 8 × B200 ohne bestätigte Vertraulichkeit (Lambda), DeepSeek, zwei Kopien zu je vier Grafikkarten | keine bestätigte | 39.070 USD | ca. 35.500 (28.700), Annahme zur Leistung zweier Kopien | 1,10 USD (1,36) | Woher diese Zahlen stammen: API-Preise aus den Preislisten von DeepSeek, Moonshot, Confidential AI, Tinfoil, Phala und NEAR AI;[^deepseek-cennik][^cai][^tinfoil][^phala-api][^near] Preise vertraulicher Maschinen aus der Preisliste von Phala;[^phala-gpu] Miete von B200 bei Lambda zu 6,79 USD pro GPU-Stunde in einer Instanz mit vier Grafikkarten und 6,69 USD in einer Instanz mit acht.[^lambda-cennik] Die Kapazität von Kimi übernehmen wir aus Messungen Dritter für Kimi K3 auf acht B300-Grafikkarten, die ca. 1.000–1.600 Ausgabe-Token pro Sekunde ergeben.[^spheron-kimi] Die monatlichen Beträge bei Bindung bedeuten keine monatlichen Zahlungen: Phala verlangt die Bezahlung des gesamten Zeitraums im Voraus, ohne Erstattung bei vorzeitiger Beendigung, sodass 180 Tage einer Maschine 8 × H200 bei der Bestellung 139.104 USD an Barmitteln bedeuten und 180 Tage einer Maschine 8 × B300 269.568 USD.[^phala-gpu] Was daraus folgt: - Für das angenommene Profil liegen die Preise von APIs mit deklarierter Vertraulichkeit bei ca. 0,70–1,25 USD pro Person und Monat, von Kosten, die mit einer gewöhnlichen API vergleichbar sind, bis zum ca. 3,6-Fachen ihrer Kosten, je nach Anbieter und Nutzungszeit; den niedrigsten Preis deklariert Confidential AI, und auch dieses Angebot müssen wir überprüfen. Eine vertrauliche API bietet flexible Rechenleistung, ohne eine eigene Maschine zu betreiben, auch wenn sie eigene Limits, Warteschlangen und Ausfälle hat. Eine gemietete vertrauliche Maschine für DeepSeek, die auf die Spitze ausgelegt ist, arbeitet im weltweiten Szenario durchschnittlich bei ca. zwei Dritteln ihrer Kapazität und kostet pro Person ca. 1,32 USD, also ungefähr so viel wie die teureren vertraulichen APIs und mehr als die günstigste. In unserem Stundenmodell tritt der erste eigene Knoten, dessen Überschuss an eine vertrauliche API zu 1,25 USD pro Person geleitet wird, am geprüften Punkt von ca. 20.000 aktiven Personen auf; das ist ein Ergebnis der getroffenen Annahmen und keine genaue Schwelle, und bei einer günstigeren vertraulichen API lohnt sich eine gemietete Maschine in dieser Größenordnung nicht. - Die stundenweise Miete einer vollständigen vertraulichen Maschine bietet heute keine Flexibilität für die Abendspitze: Phala verlangt mindestens einen Tag (8 × H200) oder einen Monat (8 × B300), Confidential AI drei Monate für 8 × B300 zu 60 USD pro Stunde, und VoltageGPU, das 8 × H200 sekundengenau zu 64,62 USD pro Stunde abrechnet, deckt diese Konfiguration und die NVSwitch-Switches nicht mit veröffentlichten Attestierungsnachweisen ab.[^cai][^voltage] Hinzu kommt die Zeit für die Zuteilung der Maschine und das Laden der Gewichte. - Bei Kimi hängt die Rechnung von der Messung ab: Eine vertrauliche API kostet ca. 8–9 USD pro Person, eine eigene Maschine 8 × B300 bei voller Auslastung ca. 6 USD bei der höheren Kapazitätsschätzung und ca. 9,5 USD bei der niedrigeren. Günstiger als die vertrauliche API ist sie, wenn eine Maschine mehr als ca. 5.100–5.600 aktive Personen bedient, die dieses Modell nutzen; bei der niedrigeren Kapazitätsschätzung (ca. 4.800 Personen) gelingt das nicht. Kauf eines eigenen Servers: Ein kompletter Supermicro-Server mit acht B300-Grafikkarten kostete im September 2026 ca. 663 Tsd. USD.[^supermicro] Die monatlichen Kosten eines solchen Kaufs schätzen wir so: | Posten | Monatlicher Betrag | | --- | ---: | | Abschreibung des Servers über fünf Jahre | ca. 11 Tsd. USD | | Abschreibung des Servers über vier Jahre | ca. 13,8 Tsd. USD | | Colocation | ca. 1,9–3 Tsd. USD | | Netzwerk, Teile und Service (Schätzung) | ca. 1,5 Tsd. USD | | Summe | ca. 14–18 Tsd. USD | Auf einem solchen Server haben zwei Kopien von DeepSeek Platz, die im weltweiten Szenario ca. 35.000 Personen bedienen (im europäischen ca. 28.000), zu ca. 0,41–0,52 USD pro Person. Unter diesen Annahmen ist der Kauf ab ca. 12.000–17.000 aktiven Personen günstiger als eine vertrauliche API zu 1,11–1,25 USD und ab ca. 21.000–26.000 günstiger als die günstigste deklarierte (0,70 USD). Die Rechnung umfasst nicht die vollständigen Kosten für Unterhalt und Messung dieser Konfiguration; der Kauf erfordert außerdem Barmittel im Voraus, eine Bereitschaft von Menschen rund um die Uhr und eine stabile Nachfrage über Jahre, und physischen Zugang zur Hardware hat dann die Stiftung (Kapitel 2). Das sind unsere Schätzungen, keine Angebote. - Vertrauliche Maschinen mit mehreren Grafikkarten sind heute öffentlich in den USA verfügbar. In der Europäischen Union haben wir vertrauliche Maschinen mit einer einzigen H100-Grafikkarte gefunden,[^azure-ncc] in die weder das vollständige DeepSeek noch Kimi passen. Eine vertrauliche API mit Servern in der Europäischen Union bietet auch Privatemode (Edgeless Systems, Deutschland) an, mit kleinerer Modellauswahl.[^privatemode] Auch das ist eine Deklaration des Anbieters, zu überprüfen. - Ein unabhängiges Verzeichnis, das vertrauliche APIs prüft, hat in der Beobachtung vom 29. Oktober 2026, 14:00 Uhr UTC, für keine der 95 geprüften Routen eine vollständige Verifizierung bestätigt; am häufigsten fehlten der Nachweis der Identität des laufenden Programms, der Herkunft des Codes und der Zuordnung der Anfrage zu einer Maschine.[^katalog] Das ist ein Ergebnis der verfügbaren Nachweise und kein Beweis, dass die Dienste Inhalte offenlegen. Bis zu einer eigenen Verifizierung behandeln wir die Vertraulichkeit dieser Dienste als Deklaration des Anbieters. - Die Rechnung umfasst die Berechnungen. Die private Umgebung (Gateway, Gedächtnis, Dateien) in einer oder zwei vertraulichen Maschinen mit vier virtuellen Prozessoren und 8 GB Arbeitsspeicher kostet bei Phala ca. 168 USD im Monat pro Maschine, und der Datenträger wird gesondert abgerechnet, ca. 10 USD für 100 GB.[^phala-cvm] Ob diese Größe ausreicht, prüfen wir im Pilotbetrieb. Bei 170–340 USD im Monat sind das bei 30 Personen ca. 6–11 USD pro Person, bei 1.000 Personen einige Dutzend Cent. Die Rechnung enthält weder die Arbeit von Menschen noch Sicherheitsüberprüfungen, Zahlungen oder eine Reserve für Ausfälle. - Verbreitete Abonnements kosten ca. 20 USD im Monat, und der Chat von DeepSeek ist kostenlos.[^abonamenty] Tarife für 100–200 USD liefern bei intensiver agentischer Arbeit den Gegenwert von Tausenden Dollar zu API-Listenpreisen;[^semianalysis] mit solchen Tarifen konkurrieren wir nicht über den Preis. Wir schlagen eine Abrechnung der tatsächlichen Nutzung mit überprüfbarer Privatsphäre vor. Stand der Hypothese aus dem Manifest am 29. Oktober 2026: Die Rechnung bringt uns ihr näher, bestätigt sie aber nicht. Verarbeitung mit deklarierter Vertraulichkeit und Attestierung ist bereits in öffentlichen Preislisten verfügbar und kostet beim angenommenen Nutzungsprofil ca. 0,70–1,25 USD pro Person und Monat, sodass eine kleine Gruppe zum Selbstkostenpreis damit beginnen kann, und unter unseren Annahmen kann eigene Infrastruktur bei mehr als zehntausend bis zu mehreren Zehntausend aktiven Personen günstiger werden. Entscheiden werden drei Dinge, die wir in den Versuchen aus Kapitel 9 überprüfen: ob die Vertraulichkeit dieser Dienste einer unabhängigen Verifizierung standhält, ob die Qualität der verfügbaren Modelle für die Aufgaben ausreicht, für die Menschen zu Suveria kommen werden, und wie das tatsächliche Verkehrsprofil aussieht. Die Rechnung aktualisieren wir bei jeder wesentlichen Preisänderung und nach jedem Versuch, und frühere Fassungen bewahren wir auf. ### 8.2. Infrastrukturschritte und Entscheidungsvorlagen Die Infrastruktur entwickeln wir in Schritten, von denen jeder den Teilnehmenden einen eigenständigen Wert bietet, ohne Verpflichtung, zum nächsten überzugehen: zuerst eine vertrauliche API und eine private Umgebung in vertraulichen Maschinen (wenn wir vor dem Start genug Mittel sammeln, können wir direkt mit dem nächsten Schritt beginnen), dann die Miete eigener vertraulicher Maschinen, danach der Kauf von Hardware und ihre Unterbringung in einem externen Rechenzentrum und in ferner Zukunft, falls es sich als vorteilhaft erweist, ein eigenes Gebäude. Den jeweils nächsten Schritt begründen gemessene Daten: die vollständigen Kosten des Dienstes, der tatsächliche Verkehr, die Antwortzeit in der Spitze, die Fähigkeit, Schutzmechanismen und die Behebung von Ausfällen aufrechtzuerhalten, und beim Kauf auch die Finanzierung von Reparaturen, des Austauschs von Hardware und der Menschen, die Verantwortung übernehmen. Die Miete einer eigenen Maschine kann auch dann sinnvoll sein, wenn das benötigte Modell in keiner vertraulichen API verfügbar ist oder wir die volle Kontrolle darüber haben wollen, was läuft. Jeden Übergang beschreiben wir mit einer Entscheidungsvorlage: was wir gewinnen, die vollständigen Kosten, die Risiken, die Bedingungen für Beginn und Rückzug, die Art der Übertragung von Daten und Schlüsseln sowie die Vereinbarkeit mit den [Regeln für die Reserve und für den Start weiterer Säulen](whitepaper-zasady-fundacji.md) (Kapitel 8 des Whitepapers zu den Grundsätzen der Stiftung). Die Kombination einer eigenen Maschine mit einer vertraulichen API für Verkehrsspitzen lassen wir nur zu, wenn jeder der Wege ein akzeptiertes Schutzniveau hat; der Wechsel zu einer schwächeren Variante erfordert eine gesonderte, bewusste Entscheidung der Nutzenden. Die erste Messung planen wir auf einer einzelnen vertraulichen Grafikkarte mit einem kleineren Modell, die nächste auf einer Maschine, in die das vollständige Modell passt. Die Rechenleistung passen wir dem Verkehr an, ohne alles auf die höchste Spitze auszulegen. Wir entwerfen eine kurze Warteschlange mit sichtbarer Wartezeit; ihre tatsächliche Dauer, ihre Grenze und das Verhalten, wenn sie ausgeschöpft ist, messen wir im Pilotbetrieb. Flexible Rechenleistung für längere Spitzen bietet in erster Linie eine vertrauliche API, vorausgesetzt, sie wahrt das akzeptierte Schutzniveau, die Zustimmung und das Ausgabenlimit der Nutzenden; gibt es keinen solchen Weg, informieren wir ehrlich über Wartezeit oder Nichtverfügbarkeit. Stundenweise Miete ist sinnvoll für Modelle, die es in keiner vertraulichen API gibt oder die dort deutlich teurer sind, und nur dort, wo der Anbieter tatsächlich erlaubt, vertrauliche Maschinen schnell zu starten und freizugeben. Freie Rechenleistung der eigenen Maschine in ruhigeren Stunden wollen wir für Aufgaben der Stiftung nutzen, etwa Ausarbeitungen für das Omniforum; ihr Wert zu API-Preisen ist kein Mittelzufluss in das Budget, deshalb haben solche Aufgaben ein eigenes Ziel und ein eigenes Budget. Nach dem ersten Pilotbetrieb wollen wir zwei Modi prüfen: „Gespräch“ für die gewöhnliche Arbeit mit dem Assistenten und „Ohne Eile“ für Aufgaben, die warten können, zum Beispiel die Übersetzung eines Dokuments. Im Modus „Ohne Eile“ zeigen wir ein ungefähres Startfenster, eine Kostenschätzung, ein Höchstbudget, die Möglichkeit des Abbruchs mit Abrechnung der geleisteten Arbeit und dieselbe Information über den Schutz. Ein niedrigerer Preis für solche Arbeit ist nur möglich, wenn er sich aus einer öffentlichen Methode der Kostenaufteilung ergibt, ohne die Fixkosten doppelt zu zählen. ### 8.3. Messung der Nutzung ohne Gesprächsinhalte Um die tatsächliche Nutzung abzurechnen, messen wir die für die Ausführung von Aufgaben benötigten Ressourcen und beschreiben den Anteil an den Fixkosten klar. Der Abrechnungszähler beschränkt sich auf die Daten, die zur Überprüfung der Kosten unerlässlich sind, und der Inhalt des Gesprächs wird für die Ausstellung der Rechnung nicht benötigt. In den Versuchen überprüfen wir die Genauigkeit der Messung, die Art der Kontrolle durch die Nutzenden, den Umfang der offengelegten Metadaten und das Verhalten des Dienstes nach Erreichen des Ausgabenlimits. Die Grundsätze der Abrechnung, der Rundung, der Vorauszahlungen und der Erstattungen beschreibt das [Whitepaper zu den Grundsätzen der Stiftung](whitepaper-zasady-fundacji.md). Das von den Teilnehmenden festgelegte Ausgabenlimit soll als Grenze wirken und nicht als nachträgliche Warnung. Manche Anbieter rechnen laufende Anfragen erst nach deren Abschluss ab, daher können ihre Limits überschritten werden; so beschreibt es zum Beispiel Tinfoil.[^tinfoil] Deshalb entwerfen wir eine Reservierung: Vor dem Senden einer Anfrage legt das Gateway von Suveria deren höchstzulässige Kosten vom Guthaben zurück, unter Berücksichtigung anderer laufender Anfragen, und begrenzt die Zahl paralleler Anfragen und die Länge der Antwort. Nach dem Abschluss rechnen wir die tatsächlichen Kosten ab und geben die nicht genutzte Reservierung frei. Das ist eine Anforderung, die erst umgesetzt und überprüft werden muss, keine bereits verfügbare Funktion. ## 9. Abnahmetests und Ergebnisprotokoll Bevor wir irgendein Release vertraulich nennen, dokumentieren wir mindestens: - eine korrekte Attestierung; - die Verweigerung des Datenversands nach einem Austausch von Code oder Schlüssel; - die Isolation von Sitzungen; - die Beschränkungen der Administration; - das Fehlen von Inhalten in Logs, Speicherabbildern und Telemetrie; - den Umgang mit dem Cache; - Löschen und Wiederherstellung; - das Verhalten nach einem Ausfall; - die Grenzen der Werkzeuge; - die Kosten unter Last. Das Ergebnis umfasst die Konfigurationsversion und das Szenario, in dem wir versucht haben, den Schutz zu verletzen. Wir möchten, dass jedes Release von Suveria alle Nachweisstufen mindestens einer unabhängigen Prüfinstanz für vertrauliche Dienste besteht: Hardware und Sicherheitsstatus, Aktualität des Nachweises, Bindung des Verbindungsschlüssels an die geschützte Umgebung, Identität des laufenden Programms, Herkunft des Codes und Zuordnung der Anfrage zu einer konkreten Maschine, bei gewahrter Verfügbarkeit. Das Ergebnis veröffentlichen wir mit dem Datum der Beobachtung, der Version der Kriterien und den Nachweisen für das konkrete Release, das Modell und die Route der Anfrage, und die Verbindungen der Prüfinstanz beschreiben wir zusammen mit dem Ergebnis. Wir versprechen keinen Platz in irgendeiner Rangliste. Das Bestehen der Verifizierung bedeutet, dass die beschriebene Kontrolle zu einem bestimmten Zeitpunkt erreicht wurde, mit öffentlich bekannten Einschränkungen, und ersetzt weder ein Audit noch unsere eigenen Versuche. Wenn wir eine eigene vertrauliche Variante in Betrieb nehmen, melden wir Suveria bei jedem unabhängigen Verzeichnis an, das die Vertraulichkeit des Modellbetriebs prüft, und stellen ihm einen Endpunkt zur Prüfung der Attestierung bereit; erstes Beispiel ist confidentialinference.net (Stand vom 31. Oktober 2026).[^confidentialinference] Einen Eintrag versprechen wir nicht, denn darüber entscheidet das Verzeichnis; wir versprechen die Anmeldung, die Beantwortung seiner Fragen und die Veröffentlichung des Ergebnisses, auch eines schlechten, mit Datum. Das Verzeichnis prüft nur, was es von außen sieht, meist die Attestierung und den Verbindungskanal; es ersetzt weder ein Audit von Code und Konfiguration noch die Bewertung von Seitenkanälen. Die Versuche zu Speicherung und Übertragung umfassen: - die Wiederherstellung einer verschlüsselten Kopie auf einem anderen berechtigten Gerät sowie die Verweigerung des Lesens ohne den richtigen Schlüssel; - den Verlust eines Geräts, die Wiederherstellung des Zugangs mit der gewählten Methode und eine verständliche Darstellung der Folgen, wenn alle Schlüssel verloren gehen; - die Synchronisierung paralleler Änderungen, ohne eine der Versionen stillschweigend zu überschreiben; - das Lesen eines Exports in einem unabhängigen Werkzeug ohne Konto beim ursprünglichen Betreiber, mit einem Vergleich von Originalen, Verlauf, Quellen und Verknüpfungen; - die Begrenzung des Umfangs einer Integration und das wirksame Stoppen ihres weiteren Zugriffs nach dem Widerruf der Berechtigung. Etappen: 1. ein Usability-Test mit Materialien, die nicht sensibel sind; 2. ein technischer Versuch zum Schutz; 3. ein begrenzter Pilotbetrieb mit klaren Bedingungen; 4. eine schrittweise Vergrößerung. Vor dem Pilotbetrieb legen wir Schwellenwerte fest und veröffentlichen sie: die Zeit bis zum ersten Wort der Antwort, die Rechenkosten pro Person beim gemessenen Profil und die Qualität des Modells gemäß dem [Whitepaper zu Materialien und Benchmark](whitepaper-materialy-i-benchmark.md). Den Pilotbetrieb betrachten wir als erfolgreich, wenn er alle drei erfüllt. Ein Wechsel des Modells, der Firmware oder der Art der Anmeldung am Benutzerkonto kann eine erneute Qualifizierung erfordern, und ein Update darf den vereinbarten Schutz nicht stillschweigend schwächen. Jedes Release hat einen öffentlichen Steckbrief: - Funktionsumfang; - Nachweise aus den Versuchen; - bekannte Einschränkungen; - verantwortliche Personen; - Kosten; - Weg zur Meldung eines Problems; - Plan für den Rückzug. Die Entdeckung einer Lücke führt zur Begrenzung der Gefährdung, zur Information der betroffenen Personen und zu einer überprüfbaren Korrektur. Die Versuche wollen wir offen durchführen. Wir laden Menschen ein, die sich mit Sicherheit, Kryptografie, Infrastruktur und Anwendungen befassen, auch Menschen, die Technik einem breiten Publikum vorstellen, die Prüfungen gemeinsam zu entwerfen und auf eigens dafür eingerichteten Testkonten mit erfundenen Daten zu versuchen, den Schutz zu durchbrechen. Wir laden auch kritische Stimmen ein. Für Werbung oder sonstige werbliche Maßnahmen zahlen wir nicht, und jede Zusammenarbeit kennzeichnen wir gemäß dem [Register der Vorteile](whitepaper-zasady-fundacji.md) (Kapitel 7 des Whitepapers zu den Grundsätzen der Stiftung). Die Ergebnisse, auch die misslungenen, gelangen in das Ergebnisprotokoll. Wenn du dich beteiligen möchtest, schreib an [salve@novusignis.org](mailto:salve@novusignis.org?subject=%5BDo%C5%82%C4%85cz%5D%20Pr%C3%B3by%20Suverii) mit dem Betreff „[Dołącz] Próby Suverii“. Der wichtigste Versuch: Ein Team mit Betreiberrechten außerhalb der vertraulichen Umgebung (Gateway, Festplatten, Netzwerk, Logs) versucht, die Gespräche von Testkonten zu lesen, in denen geheime Zeichenfolgen versteckt wurden. Wenn irgendjemand sie herausholt, auch wir, ist der Versuch gescheitert. Das erste Release von Suveria stellen wir einigen Personen zur Verfügung, die bei seiner Konfiguration helfen. Wenn es eine vertrauliche API nutzt, sagt seine Schutzübersicht (Abschnitt 2.3) ausdrücklich, dass das Modell bei einem externen Anbieter läuft, dass die Attestierung vom Anbieter deklariert ist und wir sie noch nicht überprüft haben und dass die Metadaten nicht geschützt sind. Da die ersten Personen auch beim Betrieb des Dienstes helfen, wird das erste Ergebnis, das wir veröffentlichen, der oben beschriebene wichtigste Versuch sein, mit einer Beschreibung dessen, was dem Betreiber gelungen ist. **Ergebnisprotokoll.** Stand vom 29. Oktober 2026: Wir haben noch keinen der beschriebenen Versuche durchgeführt, keine Grafikkarten gemietet und kein Modell in Suveria in Betrieb genommen. Jedes weitere Ergebnis tragen wir hier mit Datum, Konfiguration, Szenario und Schlussfolgerung ein, auch wenn ein Versuch misslingt. Noch zu klären sind: - das erste Modell und ein akzeptables Qualitätsniveau; - die unabhängige Verifizierung vertraulicher APIs und vertraulicher Maschinen sowie ihre Verfügbarkeit in Rechtsordnungen mit starkem Schutz personenbezogener Daten, etwa in der Europäischen Union mit der DSGVO; - die Antwortzeit; - die Regeln für Schlüssel und Gedächtnis; - der minimale Umfang der Abrechnungsdaten; - die rechtlichen Pflichten des Betreibers bei Meldungen von Missbrauch; - die Art der Finanzierung der Kontinuität. Das [Whitepaper zu den Grundsätzen der Stiftung](whitepaper-zasady-fundacji.md) beschreibt Budget, Abrechnung und Verantwortung, das [Whitepaper zu Materialien und Benchmark](whitepaper-materialy-i-benchmark.md) die Bewertung des Verhaltens von Modellen. Stiftung Novus Ignis, Poznań, KRS 0001269575. Website und Manifest: novusignis.org. Anmerkungen: salve@novusignis.org. ## Anmerkungen [^teefail]: [TEE.fail: Breaking Trusted Execution Environments via DDR5 Memory Bus Interposition](https://tee.fail/). Studie von Georgia Tech, Purdue University und Synkhronix, veröffentlicht am 28.10.2025: Auslesen der Attestierungsschlüssel von Intel TDX und SGX sowie AMD SEV-SNP durch physischen Anschluss an den DDR5-Speicherbus, mit Folgen für das Confidential Computing von NVIDIA. Erfordert physischen Zugang zum Server; Intel und AMD betrachten solche Angriffe als außerhalb des Schutzumfangs liegend. Besprechung: [The Hacker News](https://thehackernews.com/2025/10/new-teefail-side-channel-attack.html). Abgerufen am 28.10.2026. [^local-first]: [Kleppmann, Wiggins, van Hardenberg und McGranaghan (2019): Local-first software: You own your data, in spite of the cloud](https://www.inkandswitch.com/essay/local-first/). Abhandlung. Grundsätze für die Aufbewahrung der Hauptkopie auf den Geräten der Nutzenden und für die unterstützende Rolle von Servern, einschließlich verschlüsselter Kopien. [^apple-pcc]: [Apple: Private Cloud Compute](https://security.apple.com/blog/private-cloud-compute/). Architekturbeschreibung. Beispiel für die Verbindung von Vertraulichkeit mit Kontrolle der Software und Transparenz des Systems. [^ohttp]: [RFC 9458: Oblivious HTTP](https://www.rfc-editor.org/rfc/rfc9458.html). Spezifikation. Trennung des Wissens über Absender und Anfrage unter einem bestimmten Vertrauensmodell; keine vollständige Anonymität. [^weiss-keylogging]: [Weiss, Ayzenshteyn, Amit und Mirsky (2024): What Was Your Prompt? A Remote Keylogging Attack on AI Assistants](https://www.usenix.org/conference/usenixsecurity24/presentation/weiss). Wissenschaftliche Veröffentlichung (USENIX Security 2024; Vorabfassung arXiv 2403.09751). Aus der Länge verschlüsselter Pakete im Antwortstrom rekonstruieren Personen, die das Netzwerk beobachten, das Thema und teilweise den Inhalt der Antworten des Assistenten. Abgerufen am 30.10.2026. [^whisper-leak]: [McDonald und Bar Or (2025): Whisper Leak: a side-channel attack on Large Language Models](https://arxiv.org/abs/2511.03675) sowie [Besprechung von Microsoft (07.11.2025)](https://www.microsoft.com/en-us/security/blog/2025/11/07/whisper-leak-a-novel-side-channel-cyberattack-on-remote-language-models/). Forschungsveröffentlichung und Beschreibung des Herstellers. Aus Größe und Rhythmus der Pakete im verschlüsselten Antwortstrom lässt sich das Thema des Gesprächs erkennen; einige Anbieter haben eine zufällige Auffüllung der Pakete eingeführt. Abgerufen am 30.10.2026. [^nvidia-platformy]: [NVIDIA: unterstützte Plattformen für vertrauliche Container](https://docs.nvidia.com/datacenter/cloud-native/confidential-containers/latest/supported-platforms.html). Herstellerdokumentation. Anforderungen an die gesamte Konfiguration aus Prozessor, Grafikkarten und Software. [^nvidia-ppcie-v2]: [NVIDIA: Protected PCIe v2, Introduction](https://docs.nvidia.com/attestation/attestation-client-tools-ppcie-sdk-cpp/latest/ppcie_introduction.html). Herstellerdokumentation. Im Modus PPCIe v2 gehört das NVLink- und NVSwitch-Netz zum vertrauenswürdigen Teil des Systems; der PCIe-Schutz bedeutet nicht die Verschlüsselung des gesamten Verkehrs zwischen den Grafikkarten. [^nvidia-blackwell]: [NVIDIA: Trusted Computing Solutions 595](https://docs.nvidia.com/595trd1-trusted-computing-solutions-release-notes.pdf). Herstellerdokumentation. Modus für Confidential Computing auf mehreren Blackwell-Grafikkarten, einschließlich des Schutzes der Verbindungen; erfordert eine kompatible Konfiguration. [^osi]: [OSI: Open Source AI Definition](https://opensource.org/ai/open-source-ai-definition). Definition. Offene Gewichte entscheiden nicht darüber, ob die gesamte Definition eines offenen Systems erfüllt ist. [^deepseek]: [DeepSeek-V4.1-Flash: Modellkarte](https://huggingface.co/deepseek-ai/DeepSeek-V4.1-Flash). Herstellerdokumentation. Architektur, MIT-Lizenz und deklarierte Fähigkeiten des Modells; keine Messung der Leistung von Suveria. [^dpga]: [Digital Public Goods Alliance: standard](https://www.digitalpublicgoods.net/standard). Standard. Kriterien für die Bewertung eines digitalen öffentlichen Guts; die Ausrichtung des Entwurfs ist keine von der DPGA erteilte Anerkennung. [^lambda-cennik]: [Lambda: Preisliste der Instanzen](https://lambda.ai/pricing). Preisliste des Anbieters. NVIDIA B200 SXM6 180 GB: 6,79 USD pro GPU-Stunde in einer Instanz mit vier Grafikkarten und 6,69 USD in einer Instanz mit acht; H100 SXM 80 GB: 3,99 USD; Preise auf Abruf, ohne Steuern, ohne vertraulichen Modus. Abgerufen am 29.10.2026. [^lambda-v41]: [Lambda: DeepSeek-V4.1-Flash, Ergebnisse der Leistungsmessung](https://lambda.ai/inference-models/deepseek-ai/deepseek-v4.1-flash). Messung des Anbieters. 4 × B200, vLLM, Tensorparallelität 4, spekulative Dekodierung, ca. 8.192 Eingabe- und 1.024 Ausgabe-Token pro Anfrage; bei 64 gleichzeitigen Anfragen insgesamt 3.713,9 Ausgabe-Token pro Sekunde und durchschnittlich 66,8 Token pro Sekunde pro Gespräch. Ohne Datum der Messung. Abgerufen am 28.10.2026. [^azure-ncc]: [Azure: Preis der Maschine NCC40ads H100 v5](https://prices.azure.com/api/retail/prices?$filter=armSkuName%20eq%20%27Standard_NCC40ads_H100_v5%27%20and%20priceType%20eq%20%27Consumption%27) sowie [Beschreibung der Serie](https://learn.microsoft.com/en-us/azure/virtual-machines/sizes/gpu-accelerated/nccadsh100v5-series). Preisliste des Anbieters. Vertrauliche Maschine mit einer einzigen Grafikkarte H100 NVL 94 GB; 6,98 USD pro Stunde (East US 2) bis 8,90 USD (West Europe), Linux, nutzungsbasierte Bezahlung. Abgerufen am 28.10.2026. [^deepseek-cennik]: [DeepSeek: Preisliste der API (chinesische Fassung)](https://api-docs.deepseek.com/zh-cn/quick_start/pricing). Preisliste des Anbieters. Modell deepseek-flash (V4.1-Flash-1017): Eingabe ohne Cache-Treffer 1 CNY außerhalb der Spitzenzeit und 2 CNY in der Spitzenzeit, Ausgabe 4 und 8 CNY pro Million Token. Umrechnung in USD nach der [Zusammenstellung von eesel](https://www.eesel.ai/blog/deepseek-v4-1-flash-pricing), einer Hilfsquelle. Abgerufen am 28.10.2026. [^abonamenty]: Preise der Abonnements: [ChatGPT Plus](https://help.openai.com/en/articles/6950777-what-is-chatgpt-plus), [Claude Pro](https://claude.com/pricing), [Google AI Pro](https://gemini.google/subscriptions/), [Kimi Plus (Zusammenstellung von geotoolbox)](https://geotoolbox.ai/blog/kimi-pricing); der Chat von DeepSeek ist kostenlos ([Beschreibung](https://en.wikipedia.org/wiki/DeepSeek_(chatbot))). Monatspreise in USD, ohne Steuern; Kimi Plus 19 USD. Abgerufen am 28.–29.10.2026. [^kimi-k31]: [Moonshot: Veröffentlichung von Kimi K3.1 Pro](https://forum.moonshot.ai/t/kimi-k3-1-pro-has-launched-start-exploring-now/629) und [Kimi: Beschreibung von K3.1 Pro (24.10.2026)](https://www.kimi.com/news/kimi-k3-1-pro). Herstellerdokumentation. Weitertrainierte Version von Kimi K3, ca. 3 Bio. Parameter, Kontext von 1 Mio. Token, Gewichte vor dem 4.11.2026 angekündigt; Lizenz nicht bekannt gegeben. API-Preise laut OpenRouter: 2 / 10 USD pro Million Token. [^kimi-k3]: [Kimi K3: Modellkarte](https://huggingface.co/moonshotai/Kimi-K3). Herstellerdokumentation. 2,8 Bio. Parameter, 104 Mrd. aktiv, Kontext ca. 1 Mio., MXFP4, Lizenz Kimi K3 License. [^spheron-kimi]: [Spheron: Bereitstellung von Kimi K3 (19.10.2026)](https://www.spheron.network/blog/deploy-kimi-k3-gpu-cloud/). Leitfaden des Anbieters. Gewichtsdateien 1.560,94 GB, Konfigurationen, in die das Modell passt. Kapazität von ca. 1.000–1.600 Token pro Sekunde auf 8 × B300 laut einer Zusammenstellung von Messungen Dritter vom 29.10.2026; große Streuung. [^aa]: [Artificial Analysis: Kimi K3.1 Pro und DeepSeek V4.1 Flash 1017](https://artificialanalysis.ai/models/comparisons/kimi-k3-1-pro-vs-deepseek-v4-1-flash-1017). Unabhängiger Vergleich. Index v5 vom 28.10.2026: 46 und 32; Geschwindigkeit ca. 36 und 178 Token pro Sekunde. Abgerufen am 29.10.2026. [^tinfoil]: [Tinfoil: Preisliste](https://tinfoil.sh/pricing). Preisliste des Anbieters. DeepSeek-V4.1-Flash 0,65 USD Eingabe und 1,45 USD Ausgabe pro Million Token; Beschreibung der Ausgabenlimits. Abgerufen am 29.10.2026. [^phala-api]: [Phala: vertrauliche Modelle](https://phala.com/confidential-ai-models). Preisliste des Anbieters. DeepSeek V4.1 Flash 1017: 0,75 / 1,60 USD; Kimi K3: 3 / 15 USD pro Million Token; Attestierung des Gateways und Bestätigungen der Antworten laut Anbieter. Abgerufen am 29.10.2026. [^near]: [NEAR AI: Preisliste](https://near.ai/pricing). Preisliste des Anbieters. Kimi K3: 3,30 / 16,50 USD pro Million Token; auf der Startseite andere Preise, Abweichung zu klären. Abgerufen am 29.10.2026. [^phala-gpu]: [Phala: vertrauliche Grafikkarten](https://phala.com/gpu-tee) und [Preisliste](https://cloud.phala.com/about/pricing). Preisliste des Anbieters. 8 × H200: 44,20 USD pro Stunde auf Abruf, 32,20 USD bei 180-tägiger Bindung; 8 × B300: 65,60 USD (30 Tage), 62,40 USD (180 Tage); Intel TDX mit Confidential Computing von NVIDIA; keine Maschinen in Europa. Abgerufen am 29.10.2026. Bindung im Voraus bezahlt, ohne Erstattung bei vorzeitiger Beendigung. [^privatemode]: [Privatemode (Edgeless Systems)](https://www.privatemode.ai/). Angebot des Anbieters. Vertrauliche API mit Servern in der Europäischen Union und entfernter Attestierung; Auswahl offener Modelle kleiner als bei Anbietern aus den USA, Preise nicht öffentlich angegeben. Vertraulichkeit vom Anbieter deklariert, von uns nicht überprüft. Abgerufen am 30.10.2026. [^katalog]: [Confidential Inference Directory: Methodik und Beobachtungen](https://confidentialinference.net/attestation). Unabhängiges Verzeichnis, gesponsert von einem Unternehmen, das vertrauliche Inferenz anbietet. 0 von 95 Routen von Anfang bis Ende verifiziert in der Beobachtung vom 29.10.2026, 14:00:19 Uhr UTC. [^supermicro]: [Supermicro: Server AS-8126GS-NB3RT-01-G2](https://store.supermicro.com/us_en/8u-gpu-gold-series-as-8126gs-nb3rt-01-g2.html) sowie [GPU Per Hour: Preise von NVIDIA-Servern](https://gpuperhour.com/blog/nvidia-gpu-prices). Angebot des Herstellers und Preiszusammenstellung. Kompletter Server mit acht B300-Grafikkarten: 662.845,95 USD (21.09.2026). [^semianalysis]: [BigGo Finance über die Analyse von SemiAnalysis (07.10.2026)](https://finance.biggo.com/news/173039423dab79be). Branchenanalyse. Ein Tarif für 200 USD liefert bei intensiver Arbeit ca. 12.000 USD zu API-Listenpreisen; Schätzungen der Marge, keine Angaben des Unternehmens. [^sglang-k3]: [SGLang: Rezept für Kimi K3](https://github.com/sgl-project/sglang/blob/main/docs/cookbook/autoregressive/Moonshotai/Kimi-K3.mdx). Dokumentation der Engine. Geprüfte Konfiguration von Kimi K3 auf 8 × B300; betrifft weder Kimi K3.1 noch den vertraulichen Modus. [^phala-cvm]: [Phala: Preisliste vertraulicher Maschinen](https://phala.com/pricing). Preisliste des Anbieters. tdx.large (4 virtuelle Prozessoren, 8 GB Arbeitsspeicher): 0,23 USD pro Stunde; Datenträger 0,000139 USD pro GB und Stunde. Abgerufen am 29.10.2026. [^itu]: [ITU: Facts and Figures 2025, Internetnutzung](https://www.itu.int/itu-d/reports/statistics/2025/10/15/ff25-internet-use). Internationale Statistik. Anteil der Menschen, die das Internet nutzen, in den Weltregionen 2025 (ca. 6 Mrd. Menschen, 74 % der Bevölkerung); die Anteile der Regionen in unserer Rechnung sind eine Näherung: Anteil × Bevölkerung der Region. [^cai]: [Confidential AI: Preisliste](https://confidential.ai/pricing). Preisliste des Anbieters, Preise vom 26.10.2026. DeepSeek V4.1 Flash: 0,30 USD Eingabe, 0,03 USD Eingabe aus dem Cache, 1,20 USD Ausgabe pro Million Token; Maschine 8 × B300 60 USD pro Stunde, mindestens drei Monate, Zuteilung innerhalb weniger Tage. Vertraulichkeit vom Anbieter deklariert, von uns nicht überprüft. [^voltage]: [VoltageGPU: Preisliste](https://voltagegpu.com/pricing) und [Umfang der Nachweise](https://voltagegpu.com/). Preisliste und Deklarationen des Anbieters. 8 × H200 64,62 USD pro Stunde mit sekundengenauer Abrechnung; die veröffentlichten Nachweise umfassen weder die Attestierung dieser Konfiguration noch die NVSwitch-Switches. [^epoch]: [The Decoder über Daten von Epoch AI (08.01.2026)](https://the-decoder.com/global-ai-compute-hits-15-million-h100-equivalents-epoch-ai-finds/) und [Epoch AI: AI Chip Users](https://epoch.ai/data/ai-chip-users). Zusammenstellung eines unabhängigen Forschungsinstituts. Installierte Rechenleistung für digitale Intelligenz über 15 Mio. NVIDIA-H100-Äquivalente, Leistungsbedarf über 10 GW. Schätzung, keine Messung. [^confidentialinference]: [confidentialinference.net](https://confidentialinference.net): Vergleich von Anbietern, die Modelle in vertrauenswürdigen Ausführungsumgebungen betreiben, mit datierten Prüfungen der Attestierung; vom Unternehmen Enclava gesponserte Website, zum Zeitpunkt des Abrufs elf Anbieter. Abgerufen am 31.10.2026. --- # Omniforum: gemeinsames Verständnis, Gespräch und Entscheidungen (https://novusignis.org/de/whitepaper-omniforum.html) # Omniforum: gemeinsames Verständnis, Gespräch und Entscheidungen Fassung vom 31. Oktober 2026. Dieses Dokument führt die Grundsätze des Manifests aus, die das Omniforum betreffen: wie wir Menschen helfen wollen, einander zu verstehen, nach einem Gespräch einen dauerhaften Fundus zu hinterlassen und gemeinsam Entscheidungen zu treffen. Es beschreibt, in welche Richtung sich der Prototyp entwickeln soll. Jede beschriebene Möglichkeit erfordert einen eigenen Abnahmetest, und die Beschreibung des angestrebten Erlebnisses bedeutet nicht, dass es heute schon verfügbar ist. Die Ergebnisse der Versuche tragen wir in Kapitel 9 ein. *Diese Übersetzung wurde von digitaler Intelligenz auf Grundlage des polnischen Originals vom 31. Oktober 2026 erstellt. Bei Abweichungen ist der polnische Text maßgeblich.* ## 1. Was das Omniforum ist und wozu es entsteht Das Omniforum soll ein gemeinsamer Gesprächsraum sein, in dem sich alle zu jedem beliebigen Thema äußern und Gehör finden können. Die Stiftung Novus Ignis aus Poznań entwirft es mit Blick auf Menschen an jedem Ort der Welt und will es als digitales öffentliches Gut mit offenem Code bereitstellen. Digitale Intelligenz hilft darin, stets unter der Kontrolle der verfassenden Person, eine Äußerung in einzelne Gedanken zu zerlegen und diese mit Quellen und mit den Gedanken anderer zu verbinden. Aus den Gesprächen, die die Teilnehmenden teilen möchten, bleibt ein Fundus, zu dem man zurückkehren kann. Das Omniforum entsteht, weil im Strom schneller Kommentare gute Argumente leicht verloren gehen und dieselben Streitigkeiten immer wieder von vorn beginnen. Mit einem einzigen Satz vermitteln wir viele Annahmen, Werte und Erwartungen. Solange wir einander verstehen, genügt das. Wenn ein Missverständnis entsteht oder wir gemeinsam entscheiden müssen, was zu tun ist, lohnt es sich zu sehen, was jede und jeder von uns unter denselben Worten versteht, was uns verbindet und an welcher Stelle sich unsere Gedankengänge trennen. Im Omniforum möchten wir, dass man: - den eigenen Gedanken ordnen und vor der Veröffentlichung prüfen kann, ob die vom Modell vorgeschlagene Deutung das wiedergibt, was wir meinen; - eine fremde Äußerung zusammen mit ihren Annahmen, Werten und Quellen verstehen kann; - Standpunkte vergleichen und sowohl gemeinsame Ziele als auch die Stelle sehen kann, an der die Meinungsverschiedenheit beginnt; - nach einer Woche oder nach einem Jahr zu einem Anliegen zurückkehren und nur das sehen kann, was sich geändert hat; - zu den eigenen früheren Äußerungen zurückkehren und sehen kann, wie sich unser Denken verändert hat, mit dem Recht, die eigene Meinung zu ändern; - alltägliche Interessen wie Kochen, Garten oder Reparaturen verfolgen und erprobte Lösungen vergleichen kann; - eine Idee für eine gemeinsame Entscheidung vorbereiten kann: sie in einem Ideensteckbrief beschreiben, Argumente sammeln und, sobald es Abstimmungen gibt, sie der Gemeinschaft zur Abstimmung vorlegen. Es geht nicht darum, einen Sieger des Streits zu küren. Ein Argument, das unseren Standpunkt in Frage stellt, ist manchmal ebenso wertvoll wie eines, das ihn stützt, und eine Idee kann man auch einbringen, damit andere helfen, eine bessere zu finden. Ein Anliegen kann man aus einer kurzen Erzählung kennenlernen, tiefer in ein ausgewähltes Argument einsteigen und den Besuch deutlich beenden. Als gelungen betrachten wir einen Besuch, nach dem jemand das Anliegen besser versteht und in Ruhe zu den eigenen Beschäftigungen zurückkehren kann. Weder die Zahl der Klicks noch die auf der Seite verbrachte Zeit ist ein Maß für den Nutzen. Die Zerlegung einer Äußerung in einzelne Gedanken soll ein Gespräch nicht in ein trockenes Diagramm verwandeln. Im Streit ärgern wir uns oft übereinander, nicht aus bösem Willen, sondern weil ein einziger Satz mehrere Annahmen trägt und jede und jeder auf andere antwortet. Die einfache Frage „Du willst also dies und das sagen, verstehe ich dich richtig?“ verändert den Ton des Gesprächs auf beiden Seiten. Die gesamte technische Schicht des Omniforums soll genau diesen Reflex unterstützen. Ein Gespräch soll Raum lassen, die eigene Meinung ohne Demütigung zu ändern: Man kann einen Fehler eingestehen, eine weitere Frage stellen oder ohne Zustimmungserklärung aufhören. Die Würde der Teilnehmenden hängt nicht davon ab, ob sie eine Schlussfolgerung annehmen; die Bewertung einer Behauptung hängt von ihrer Begründung ab. Das Omniforum ergänzt Suveria, den privaten Raum für die Arbeit mit digitaler Intelligenz: Einen Gedanken kann man zuerst privat ausarbeiten und dann bewusst in ein gemeinsames Gespräch einbringen. Die Werte, aus denen beide Projekte erwachsen, beschreibt das [Manifest](manifest.md) der Stiftung. Im Folgenden zeigen wir nacheinander: - wie wir eine Äußerung in Gedanken zerlegen und ihre Quelle bewahren (Kapitel 2 und 3); - wie diese Hilfe in anderen Diensten funktionieren kann (4); - wie Anliegen, Anliegenkarten, Ideensteckbriefe und Initiativen entstehen (5); - welches neue Medium daraus erwachsen kann (6); - wie wir die Privatsphäre schützen (7); - wie wir gemeinsame Entscheidungen treffen (8); - wie wir überprüfen werden, ob das alles tatsächlich hilft (9). ### 1.1. Alltägliche Interessen und eine ruhige Rückkehr zum Thema Das Omniforum soll nicht nur bei öffentlichen Angelegenheiten helfen, sondern auch bei praktischem Wissen und alltäglichen Interessen: Pflanzenpflege, Kochen, Reparaturen oder dem Erlernen neuer Fähigkeiten. Nehmen wir jemanden, der möchte, dass der eigene Efeu möglichst lange Triebe bildet. Im Omniforum kann diese Person das Thema verfolgen und lesen, was andere ausprobiert haben: welcher Standort, welches Gießen und welches Düngen sich bewährt haben und was nicht funktioniert hat. Jede solche Erfahrung soll zusammen mit der verfassenden Person und der Quelle festgehalten werden, und ähnliche Ratschläge aus verschiedenen Gesprächen sollen an einem Ort zusammenkommen, statt in getrennten Threads verloren zu gehen. So entsteht eine Anliegenkarte: eine geordnete Sammlung von Erfahrungen, Argumenten und offenen Fragen, zu der man zurückkehren kann. Wie wir sie aus einzelnen Gedanken aufbauen und mit Quellen verbinden, beschreiben wir in den Kapiteln 2, 3 und 5. Lösungen kann man nach eigenen Kriterien vergleichen. Den einen ist wichtig, dass es schnell geht, den anderen, dass es billig ist, und wieder anderen eine Pflanze, die Vernachlässigung verträgt; deshalb suchen wir nicht nach einer einzigen Antwort für alle. Bei jeder Erfahrung bewahren wir die Bedingungen, unter denen sie gewonnen wurde, zum Beispiel die Sonneneinstrahlung, die Temperatur in der Wohnung oder die Art der Erde. Wir unterscheiden auch, was jemand beobachtet hat, von der Erklärung dieser Person, warum es so gekommen ist. Dadurch lassen sich verschiedene Vorgehensweisen nebeneinanderstellen, und man kann diejenige wählen, die zur eigenen Situation passt. Wer nach einer Woche oder nach einem Jahr zu einem Thema zurückkehrt, soll nur sehen, was sich seit dem letzten Besuch geändert hat: neue Erfahrungen, Korrekturen, Versuchsergebnisse und Fragen, die noch offen sind. Wie oft man die Neuigkeiten durchsehen und ob man überhaupt Benachrichtigungen erhalten möchte, entscheidet man selbst. Nach dem Durchsehen der Änderungen erhält man einen deutlichen Hinweis, dass man alle Neuigkeiten zu diesem Thema gesehen hat, und kann in Ruhe zu den eigenen Beschäftigungen zurückkehren. ### 1.2. Was kostenlos ist Das Lesen im Omniforum, das Veröffentlichen von Äußerungen, die manuelle Aufteilung in Gedanken und Atome, das Hinzufügen von Quellen, Konsultationen und Abstimmungen sind kostenlos, und Geld verschafft weder größere Reichweite noch eine stärkere Stimme. Kosten entstehen nur, wenn jemand die Hilfe eines Modells nutzt, zum Beispiel bei der Zerlegung eines längeren Textes. Sie werden aus dem eigenen Guthaben in Suveria oder durch ein Modell auf dem eigenen Gerät gedeckt, und Personen ohne Guthaben können eine kostenlose Warteschlange nutzen, die die Stiftung mit freier Rechenleistung im Rahmen des Unterstützungsbudgets und zweckgebundener Spenden bedient. Wenn die Stiftung eine eigene Maschine unterhält, setzen wir deren freie Rechenleistung für solche Aufgaben ein, in einer Warteschlange und ohne Zeitgarantie. Solange wir ausschließlich eine vertrauliche API nutzen, gibt es keine freie Rechenleistung, denn jeder Vorgang kostet Geld; dann finanzieren wir die Aufgaben von Personen ohne Guthaben nur aus Spenden, die für diesen Zweck bestimmt sind, bis sie aufgebraucht sind, und zeigen das im Register. Eine einmal bestätigte Zerlegung geht in den gemeinsamen Fundus ein, sodass niemand erneut für ihr Öffnen bezahlt. ### 1.3. Glossar Die wichtigsten Bezeichnungen in diesem Dokument, ausführlicher erläutert in den angegebenen Kapiteln: - **Atom:** der kleinste Baustein der Bedeutung, ein einzelner Begriff oder ein konkretes Ding, benannt mit einem Wort oder einigen wenigen (Kapitel 2). - **Molekül:** ein Gedanke aus Atomen, die durch Bindungen verbunden sind: eine Behauptung, eine Frage, ein Wert oder eine Bedingung (Kapitel 2). - **Bezeichnung:** ein Wort, mit dem wir ein Atom benennen; ein Atom kann viele Bezeichnungen haben, auch in verschiedenen Sprachen (Kapitel 2). - **Bindung:** eine Beziehung, die Atome in einem Molekül verbindet, etwa „ist Teil von“, „hat die Eigenschaft“, „verursacht“ oder „verhindert“ (Kapitel 2). - **Kette:** eine Folge von Molekülen, in der Prämissen zu einer Schlussfolgerung führen (Kapitel 5). - **Anliegen** (*Causa*): eine Frage oder Angelegenheit, zu der jemand zurückkehren möchte, um etwas zu verstehen, zu vergleichen oder gemeinsam zu tun (Abschnitt 5.1). - **Anliegenkarte** (*Mappa Causae*): eine Zusammenstellung der Ketten verschiedener Personen, auch einander widersprechender, samt Quellen und offenen Fragen, zu der man zurückkehren kann (Kapitel 1.1 und 5). - **Ideensteckbrief** (*Charta Ideae*): eine Ansicht, die zeigt, wohin wir gelangen wollen und was der nächste Schritt ist, mit dem Status der Idee und Antworten auf acht Fragen (Abschnitt 5.2). - **Initiative** (*Inceptum*): ein Vorschlag für ein konkretes Handeln, der aus einer Anliegenkarte und einem Ideensteckbrief erwächst (Abschnitt 5.3). - **Omnium:** die offene Datenbank des öffentlichen Fundus des Omniforums, die anderen Anwendungen über OmniAPI zur Verfügung steht (Kapitel 4). - **Ignis:** die Phase, in der ein Gedanke zum ersten Mal geteilt wird; den Moment der Veröffentlichung selbst nennt das Manifest Ignis-Zeremonie (*Caerimonia Ignis*; Kapitel 3). - **Formatio:** die Phase nach der Veröffentlichung, in der die Gemeinschaft den Gedanken erwägt, Argumente, Quellen und Vorbehalte ergänzt und einen Konsens sucht (Kapitel 3). - **Consensus:** eine gemeinsame Feststellung der Gemeinschaft, mit Angabe der Fassung, des Geltungsbereichs, der Personen, die sie bestätigt haben, und der abweichenden Meinungen (Kapitel 3). - **Terra Incognita:** eine freiwillige Zeremonie, in der wir die Grenze dessen benennen, was wir heute begründen können, und bewusst beginnen, eine Antwort auf eine neue Frage zu suchen (Entwurf, Kapitel 3). - **Principium:** die Annahme eines Grundsatzes als eigenen, in den Persönlichen Kanon (*Canon Personalis*; Abschnitt 5.6). ## 2. Atome, Moleküle und ihre Herkunft Eine Äußerung zerlegen wir auf zwei Ebenen. Ein Atom ist der kleinste Baustein der Bedeutung: ein einzelner Begriff oder ein konkretes Ding, benannt mit einem Wort oder einigen wenigen, zum Beispiel „Dürre“, „Baum“ oder „unsere Straße“. Jedem Atom ordnen wir seine Natur zu, also ob es sich um eine Person, einen Ort, ein Ereignis, einen Prozess, einen Wert oder einen Begriff handelt. Atome helfen anzugeben, worüber genau wir sprechen, und zu bemerken, wann verschiedene Personen unter demselben Wort etwas anderes verstehen. Ein Molekül ist ein Gedanke aus Atomen, die durch Bindungen wie „ist Teil von“, „hat die Eigenschaft“, „verursacht“ oder „verhindert“ verbunden sind: eine Behauptung, eine Frage, ein Wert oder eine Bedingung. Es muss kein kurzer Satz sein, denn der Sinn kann einen Vorbehalt, ein Beispiel oder Kontext erfordern. Ein Molekül kann man im Gespräch mit einem Argument stützen oder in Frage stellen, während ein Atom für sich weder wahr noch falsch ist. Ein Atom ist eine Bedeutung und kein Wort. Es hat eine feste Kennung und eine Definition, und die Wörter, mit denen wir es benennen, sind seine Bezeichnungen. Ein Atom kann viele Bezeichnungen haben: Namen in verschiedenen Sprachen, Synonyme und kontextabhängige Ausdrücke. Dürre heißt auf Englisch „drought“, auf Deutsch „Dürre“ und auf Lateinisch „siccitas“. Die Warszawska-Straße nennt jemand, der dort wohnt, „unsere Straße“, und jemand anderes „den Kiez“. Dadurch können Menschen, die verschiedene Wörter verwenden, auch in verschiedenen Sprachen, über dasselbe sprechen, und ob eine Bezeichnung das Atom tatsächlich wiedergibt, kann selbst zum Gesprächsthema werden. Wo es einen gefestigten lateinischen Namen gibt, etwa in Biologie, Medizin oder Recht, fügen wir ihn als Referenzbezeichnung hinzu. Die Verknüpfung eines Ausdrucks mit einem Atom ist ein Vorschlag, den die verfassende Person bestätigt, so wie die gesamte Aufteilung ihrer Äußerung. Sie ist manchmal auch eine private Information: Dass „unsere Straße“ die Warszawska-Straße bedeutet, verrät, wo jemand wohnt; deshalb entscheidet die verfassende Person, ob andere diese Verknüpfung sehen. Auch die Definition eines Atoms ist im Omniforum gespeichert: Sie besteht aus anderen Atomen und den Relationen zwischen ihnen, so wie andere Wörter einen Eintrag in einer Enzyklopädie beschreiben. Dadurch ist sichtbar, was genau wir unter einem Begriff verstehen, und die Definition lässt sich wie jeder andere Gedanke erwägen und verbessern. Eine solche Darstellung hängt von keiner Sprache ab, und daneben kann man die Definition auch als gewöhnlichen Text angeben, in vielen Sprachen. Wenn sich ein Atom ändert, das in den Definitionen anderer Atome verwendet wird, kennzeichnen wir diese Definitionen zur Durchsicht. Jede Zerlegung, Zuordnung und Verknüpfung lässt sich von Hand vornehmen, ohne Beteiligung eines Modells, mit denselben Werkzeugen und mit demselben Ergebnis in der Karte. Das ist mühsam, gibt aber vollen Einblick, wie etwas entstanden ist. Das Modell schlägt dieselben Schritte zur Bequemlichkeit vor, und bei jedem Element ist sichtbar, ob es von Hand oder aus einem Vorschlag des Modells entstanden ist, und aus welchem Modell. Den manuellen Weg betrachten wir nicht als Notbetrieb: Wir erhalten ihn in jeder Fassung und prüfen in Versuchen, ob sich ein ganzes Anliegen weiterhin auf diesem Weg bearbeiten lässt. Bei jedem Molekül und jeder Verwendung eines Atoms halten wir fest, woher sie stammen: aus welchem Text, aus welcher seiner Fassungen und von welcher Stelle genau, in welcher Sprache und in welchem Umfeld. Dadurch kann man immer zum Original zurückkehren und einen Satz in seinem Zusammenhang lesen. Dieselben Wörter in zwei verschiedenen Texten behandeln wir als zwei getrennte Vorkommen, denn in einem anderen Umfeld können sie etwas anderes bedeuten; mit demselben Atom verbindet sie erst eine bestätigte Verknüpfung. Wir halten auch fest, wer die Zerlegung einer Äußerung wann erstellt hat und, falls ein Modell geholfen hat, welches und mit welcher Fassung der Anweisungen. Wir unterscheiden drei Schichten: - **Ausgangsäußerung:** das, was tatsächlich veröffentlicht oder zur Analyse übergeben wurde. - **Vorgeschlagene Deutung:** von einem Modell oder einem Menschen vorgeschlagen, mit Angabe der Urheberschaft und des Grades der Überprüfung. - **Bestätigung der Bedeutung:** Die verfassende Person erkennt eine bestimmte Fassung der Ausarbeitung als mit der eigenen Absicht übereinstimmend an. Die Bestätigung sagt nur, dass die verfassende Person in der Zerlegung ihren Gedanken wiedererkennt. Sie beweist nicht, dass sie recht hat, bedeutet nicht, dass andere ihr zustimmen, und ist keine Stimme in einer Abstimmung. Die verfassende Person kann die Zerlegung korrigieren oder ihre Äußerung als Ganzes stehen lassen, ohne Aufteilung. Wer liest, kann eine fremde Äußerung auf eigene Weise zerlegen, ohne auf die verfassende Person zu warten. Eine solche Zerlegung zeigen wir als Deutung der lesenden Person, gekennzeichnet mit ihrem Namen oder Pseudonym. Als Zerlegung der Äußerung der verfassenden Person zeigen wir nur die Fassung, die diese bestätigt hat. Schweigen der verfassenden Person bedeutet keine Zustimmung. Bezugspunkt für die Übertragbarkeit sind Standards für offene Annotationen, etwa das Datenmodell W3C Web Annotation, das die Verknüpfung von Annotationen mit einer Ressource und einem ihrer Ausschnitte beschreibt.[^web-annotation] Es ist kein fertiges Modell aller Relationen des Omniforums. ## 3. Von der natürlichen Äußerung zur gemeinsamen Ausarbeitung Ein Gedanke durchläuft im Omniforum aufeinanderfolgende Phasen. Die erste ist die Phase Ignis, also das erste Teilen eines Gedankens. Ein Gedanke kann im Omniforum entstehen: Dann zerlegt die verfassende Person ihn in der Ignis-Werkstatt (*Officina Ignis*) mit Hilfe digitaler Intelligenz in Moleküle und Atome, bestätigt, dass die Deutung ihre Absicht wiedergibt, und veröffentlicht ihn bewusst; diesen Ablauf beschreibt das vorliegende Kapitel. Er kann auch aus Suveria kommen, wo die verfassende Person ihn in der eigenen, privaten Gedankenwerkstatt ausgearbeitet hat; dann veröffentlicht sie ihn sofort, ohne die Ignis-Werkstatt. In beiden Fällen nennt das Manifest den Moment der Veröffentlichung Ignis-Zeremonie, und danach beginnt die Phase Formatio: Die Gemeinschaft erwägt den Gedanken, ergänzt Argumente, Quellen und Vorbehalte und sucht einen Konsens. Die gemeinsame Feststellung nennen wir Consensus, und wenn es keine Einigung gibt, ist auch ein ehrlich beschriebener Streit ein Ergebnis dieser Arbeit. Bei einer gemeinsamen Feststellung geben wir ihre Fassung an, ihren Geltungsbereich, die Personen, die sie bestätigt haben, und die abweichenden Meinungen; Schweigen zählen wir nicht als Zustimmung. Wir sprechen natürlich. Der Ablauf in der Ignis-Werkstatt beginnt mit einem gewöhnlichen Text oder einem ausgewählten Ausschnitt, und die nutzende Person legt das Ziel fest: Verständnis, das Herausarbeiten von Argumenten, die Vorbereitung einer eigenen Antwort oder den Vergleich von Standpunkten. Die Karte von Hand anzulegen, bleibt eine Möglichkeit für alle, die das möchten. Digitale Intelligenz schlägt eine Zerlegung vor und zeigt bei jedem Molekül, aus welchem Ausschnitt der Äußerung sie es abgeleitet hat. Die verfassende Person muss nicht alles der Reihe nach prüfen: Das Modell soll die Stellen anzeigen, an denen es von der Absicht abgewichen sein könnte oder an denen sich die Äußerung auf mehrere Arten deuten lässt. Die verfassende Person korrigiert diese Stellen und bestätigt das Ganze. Die gesamte Zerlegung kann man nur dann auf einmal annehmen, wenn sichtbar ist, was genau man annimmt, und man zu den Einzelheiten zurückkehren kann. In Versuchen werden wir prüfen, ob die Bestätigung nicht mehr Zeit kostet als die eigenständige Zerlegung der Äußerung. Ein Modell, das eine Zerlegung vorschlägt, hat eigene Gewohnheiten: Es glättet ungewöhnliche Formulierungen und gleicht verschiedene Stimmen einander an, und einen fertigen Vorschlag nimmt man leicht unverändert an. Deshalb ist der Weg ohne Hilfe eines Modells gleichwertig, und von Zeit zu Zeit vergleichen wir Zerlegungen, die mit und ohne Hilfe eines Modells erstellt wurden. Ein Beispiel: Die Äußerung „Es lohnt sich, in unserer Straße Bäume zu pflanzen, wenn wir dürreresistente Arten wählen“ enthält zwei Moleküle, die durch eine Bedingung verbunden sind. Das erste, „es lohnt sich, in unserer Straße Bäume zu pflanzen“, verbindet die Atome „Baum“ und „unsere Straße“. Das zweite, „wir wählen dürreresistente Arten“, verbindet die Atome „Art“ und „Dürre“ durch die Bindung „resistent gegen“. Die Äußerung darf nicht auf ein bedingungsloses „Es lohnt sich, in unserer Straße Bäume zu pflanzen“ verkürzt werden, denn die Bedingung bleibt Teil der Bedeutung. Wenn das Modell ergänzt, dass die verfassende Person Dürre für ein Problem in der Gegend hält, kennzeichnen wir das als Schlussfolgerung des Modells und nicht als Worte der verfassenden Person. Wir zerlegen nicht alles auf einmal. Eine Zerlegung starten wir, wenn sie bei einer konkreten Aufgabe hilft, und nur so tief wie nötig. Der erste Vorschlag kann längere Wendungen stehen lassen, zum Beispiel „dürreresistente Arten“, und die verfassende Person oder Lesende zerlegen sie dort weiter, wo der Sinn von einem einzelnen Begriff abhängt oder wo um ihn gestritten werden kann. Je weniger überflüssige Aufteilung, desto geringer die Rechenkosten, desto weniger Arbeit für die Lesenden und desto weniger fehlerhafte Verbindungen. Wir erwägen auch eine zweite, freiwillige Zeremonie: einen Moment, in dem wir die Grenze dessen benennen, was wir heute begründen können, und bewusst beginnen, eine Antwort auf eine neue Frage zu suchen. Mögliche Erklärungen kennzeichnen wir dann als Hypothesen. Wir nennen sie Terra Incognita, so wie frühere Kartografen auf Karten noch unerforschte Länder bezeichneten. Ihre Form werden wir erst festlegen. ## 4. Hilfe beim Verstehen dort, wo Menschen bereits miteinander sprechen Wenn wir ein Video ansehen oder einen Artikel lesen, sind wir heute vor allem Empfangende. Wir können höchstens darunter einen Kommentar schreiben, wo er unter anderen leicht untergeht. Wir möchten, dass man bei einem konkreten Ausschnitt eines Textes oder einem konkreten Moment einer Aufnahme sagen kann: Damit bin ich nicht einverstanden, dazu habe ich ein Argument oder eine Quelle. Eine solche Anmerkung soll dorthin gelangen, wo sie bemerkt und erwogen werden kann: auf die Anliegenkarte im Omniforum und, wenn die verfassende Person oder der Dienst unser Add-on nutzt, auch zu ihnen. Dann werden Empfangende zu Teilnehmenden. Das Omniforum soll ein Ort sein, an dem verstreute Gespräche zu einem Ganzen zusammenfinden: Gedanken aus verschiedenen Äußerungen, ihre Quellen, Argumente und die Abhängigkeiten zwischen ihnen gelangen auf gemeinsame Anliegenkarten. Menschen sprechen jedoch an vielen Orten zugleich: in sozialen Netzwerken, in Foren, unter Artikeln, auf Mailinglisten und an vielen anderen Orten. Wir wollen sie nicht alle in einen einzigen Dienst verlagern. Wir möchten, dass Hilfe beim gegenseitigen Verstehen überall verfügbar ist, wo Menschen sich verständigen wollen, und dass der Fundus des Omniforums auch dort von Nutzen sein kann. Eine solche Hilfe wirkt in zwei Richtungen. Vom Gespräch ins Omniforum: Die verfassende Person kann die eigene Äußerung in Moleküle und Atome zerlegen, prüfen, ob die vom Modell vorgeschlagene Deutung ihre Absicht wiedergibt, und sie bewusst in eine gemeinsame Karte einbringen, und Lesende können eine Deutung einer fremden Äußerung erstellen, gekennzeichnet als Deutung der lesenden Person und mit der Quelle verknüpft. Vom Omniforum ins Gespräch: Auf Wunsch der nutzenden Person kann das Add-on zeigen, dass über das jeweilige Anliegen bereits gesprochen wurde, welche Argumente und Quellen früher vorgebracht wurden und wo die Meinungsverschiedenheit beginnt, damit ein Streit nicht von vorn beginnen muss. Dabei nutzt es Omnium (lat. „aller“), die offene Datenbank des öffentlichen Fundus des Omniforums, über OmniAPI, eine dokumentierte Schnittstelle für andere Anwendungen. Wir planen zwei Wege. Die Administration eines Dienstes kann das Add-on einbauen, zum Beispiel als Schaltfläche neben dem Eingabefeld oder als eingebettetes Modul; ob und in welchem Umfang sie das tut, hängt allein von ihrer Entscheidung ab. Wo ein Dienst kein solches Add-on hat, soll eine offene Browsererweiterung funktionieren. Die Erweiterung hilft nur der Person, die sie installiert hat, arbeitet mit dem, was diese Person sieht und auswählt, und verändert weder den Dienst noch das, was die anderen Nutzenden des Dienstes sehen. Wer das Ergebnis in das Gespräch im Dienst übertragen möchte, tut das selbst, nach den Regeln dieses Dienstes. Bestehende Annotationswerkzeuge wie Hypothesis zeigen, dass die Arbeit über eine Erweiterung und über die Integration in eine Website möglich ist.[^hypothesis] Der offene W3C-Standard für Annotationen, über den wir in Kapitel 2 schreiben, erlaubt es, sowohl einen Textausschnitt als auch einen Zeitabschnitt in einer Aufnahme anzugeben.[^web-annotation] Die Aufteilung in Moleküle und Atome und die Bestätigung der Absicht bleiben unsere eigene, gesonderte Entwurfsaufgabe. Vorgeschlagene Funktionsweise des Add-ons: 1. Die nutzende Person wählt einen Text aus und sieht, welcher Umfang gelesen wird, von welchem Modell und wo. 2. Sie erhält einen privaten Vorschlag für eine Ausarbeitung, den sie korrigieren oder verwerfen kann. 3. Sie kann das Ergebnis kopieren, privat aufbewahren oder eine Veröffentlichung im Omniforum vorbereiten. 4. Vor der Veröffentlichung sieht sie die Quelle, die Urheberschaft der Ausarbeitung, die Rechte am Material, den Sichtbarkeitsbereich und gegebenenfalls Daten anderer Personen. 5. Sie entscheidet gesondert über die Aufnahme in einen Forschungsdatensatz und gesondert über die Verwendung zum Training von Modellen. Dass die Administration eines Dienstes das Add-on einbaut, ersetzt nicht die Entscheidung der nutzenden Person, Inhalte zu übermitteln. Die Erweiterung verlangt möglichst enge Berechtigungen und sendet im Hintergrund weder den Browserverlauf noch das ganze Postfach noch die Inhalte benachbarter Gespräche; standardmäßig bearbeitet sie nur das ausgewählte Material. Auch die Suche nach früheren Gesprächen zu einem Anliegen startet die nutzende Person selbst. Äußerungen aus privaten Gesprächen betreffen auch andere Personen; deshalb soll das Add-on deutlich daran erinnern, bevor irgendetwas aus einem solchen Gespräch hinausgetragen wird. Ein lokales Modell kann eine der Varianten sein, wenn Qualität und Hardwareanforderungen es erlauben. Das Omniforum soll ein Gemeinschaftsprojekt sein: Sein Fundus entsteht aus dem, was Menschen selbst einbringen. Wir planen nicht, Äußerungen automatisch aus dem Internet zu sammeln, um sie ohne Wissen der Verfassenden in Moleküle und Atome zu zerlegen, und auch nicht, aus ihnen Profile von Menschen zu erstellen. Dass ein Text im Internet verfügbar ist, entscheidet nicht über das Recht, ihn weiterzuverbreiten, Profile zu bilden oder Modelle damit zu trainieren. Eine automatische Ausarbeitung von Äußerungen aus einem anderen Dienst würden wir nur dann in Erwägung ziehen, wenn dieser Dienst es erlaubte und alle Verfassenden, deren Äußerungen es beträfe, vorher zugestimmt hätten. Alle können jedoch ein öffentliches Dokument oder eine öffentliche Äußerung in ein Gespräch einbringen und sie unter Verweis auf die Quelle besprechen, in angemessenem Umfang und ohne der verfassenden Person eine Billigung der Ausarbeitung zuzuschreiben. ## 5. Anliegen, ihre Karten und die Erzählung über eine Idee Aus Molekülen entstehen größere Einheiten. Moleküle verbinden sich durch Relationen: Begründung, Vorbehalt, Bedingung, Beispiel und erwartete Folge. Eine Folge von Molekülen, in der Prämissen zu einer Schlussfolgerung führen, nennen wir Kette; bei jedem Übergang halten wir fest, auf welcher Regel er beruht, welche Annahmen er trifft und wo er Lücken hat. Die Anliegenkarte stellt die Ketten verschiedener Personen zusammen, auch einander widersprechende. Im Anliegen der Bäume in unserer Straße kann eine Kette von Schatten und Kühle bei Hitze zu der Schlussfolgerung führen, dass es sich lohnt, sie zu pflanzen, und eine andere von den Kosten des Gießens und den Wurzeln unter dem Gehweg zu der Schlussfolgerung, dass Sträucher besser wären. Wenn dasselbe Wort für die Gesprächsbeteiligten etwas anderes bedeutet, halten wir das als getrennte Atome mit derselben Bezeichnung fest, sodass die Quelle des Missverständnisses sofort sichtbar ist. Jede Relation kann ein zu prüfender Vorschlag sein, und die Ähnlichkeit von Wörtern hilft, nach Verbindungen zu suchen, beweist aber nicht, dass zwei Gedanken dasselbe bedeuten oder dass der eine aus dem anderen folgt. Die Karte erlaubt es, schnell zu sehen, worum es im Gespräch geht, und jederzeit zur ursprünglichen Äußerung zu gelangen. Ihre Zusammenfassung, also die Synthese, zeigt, wie das Material ausgewählt wurde, bewahrt wichtige Minderheitenpositionen und gibt an, welche Daten fehlen. Sie muss einen Streit nicht auf einen einzigen Satz verkürzen, den alle unterschreiben: Ein ehrlich beschriebener Streit ist eine ebenso wertvolle Frucht des Gesprächs wie eine gemeinsame Lösung. Die Anliegenkarte öffnet sich ruhig: zuerst eine zentrale Schlussfolgerung mit einer kurzen Beschreibung ihrer Stärke, darunter einige Begründungspfade zur Auswahl. Man kann den Pfad aufklappen, der dem eigenen Zweifel entspricht, zurückgehen oder aufhören; der Rest der Karte bleibt griffbereit. Bei einer Schlussfolgerung zeigen wir getrennt, wie stark und unabhängig die Belege sind, wie gut die Schlussfolgerung selbst begründet ist und wie breit ihr zugestimmt wurde. Volle Zustimmung der Teilnehmenden, die auf einem einzigen ungeprüften Bericht beruht, ist trotzdem eine schwache Schlussfolgerung. Die Skala dieser Bewertungen werden wir erst erarbeiten und im Benchmark prüfen; gut gesicherten Tatsachen schreiben wir keine scheinbare Unsicherheit zu. Das Manifest (Abschnitt 5.1) teilt das gemeinsame Nachdenken in Fakten, Werte und Hypothesen. Im Omniforum entspricht dem die Kennzeichnung eines Moleküls: ob es von etwas Überprüfbarem spricht, von einem Bedürfnis oder Wert oder von einer Hypothese. Der Ideensteckbrief fasst diese Kennzeichnungen in seinem Status zusammen (funktioniert, Entwurf, Hypothese, Vision). Aus der Karte kann eine Erzählung über eine Idee entstehen: ein zugänglicher Leitfaden, der die Lesenden der Reihe nach durch das führt, worum es bei der Frage geht, was bereits gemeinsam festgestellt wurde, wo die Unterschiede liegen, worauf sie beruhen und was die Bewertung ändern könnte. Eine gute Erzählung bietet einen Moment des Abschlusses: Man weiß, was festgestellt wurde und wo der Streit noch andauert. Wenn eine neue Quelle auftaucht, sich eine wichtige Bedingung ändert oder ein Fehler ans Licht kommt, lässt sich das Gespräch nachvollziehbar neu eröffnen. Jede Änderung bleibt in der Historie. Das Zusammenführen, Aufteilen und Zurückziehen von Molekülen und Atomen bewahrt Verweise und frühere Fassungen, sodass sich nachvollziehen lässt, wie die heutige Gestalt der Karte entstanden ist. Wenn sich eine Quelle ändert, kennzeichnen wir die Ausarbeitungen, die auf ihr beruhen, als überprüfungsbedürftig, statt stillschweigend ihre Bedeutung zu ändern. Wenn mehrere Veröffentlichungen dieselbe ursprüngliche Meldung wiederholen, kennzeichnen wir das, und wenn sich die Herkunft nicht feststellen lässt, schreiben wir, dass sie ungeklärt ist. Eine Korrektur der Quelle zeigt die Ausarbeitungen an, die erneut geprüft werden müssen; sie macht nicht automatisch ganze Schlussfolgerungen oder abweichende Deutungen ungültig. ### 5.1. Das Anliegen als Ort der Rückkehr zu einer Frage Ein Anliegen ist eine Frage oder Angelegenheit, zu der jemand zurückkehren möchte, um etwas zu verstehen, zu vergleichen oder gemeinsam zu tun. Ein Molekül bleibt ein einzelner Gedanke, während ein Anliegen um ein einziges Bedürfnis herum viele Moleküle, Ketten, Quellen und Dokumente bündelt. Ein Anliegen kann eine öffentliche Frage sein, etwa zu den Bäumen in der Straße, aber auch eine persönliche, etwa wie man sich auf das nächste Gespräch mit der Bank vorbereitet: Man kann Dokumente, frühere Antworten und weitere Zweifel hinzufügen. Ein dauerhafter Link zu einem Anliegen führt zu allem, was es betrifft: zur Frage, zum Kontext, zu Quellen, Argumenten, dem aktuellen Wissensstand und der Änderungshistorie. Bei jeder Angelegenheit kennzeichnen wir, ob es um ein Ereignis, eine Vermutung, eine Wertentscheidung oder einen Plan geht, welchen Zeitraum und welche Bedingungen sie betrifft und worauf ihre Bewertung beruht. Eine Abstimmung kann eine Entscheidung oder die Standpunkte der Teilnehmenden zeigen, aber über die Wahrheit von Behauptungen entscheiden Quellen und Überprüfung, nicht die Zahl der Stimmen. Eine Frage festzuhalten, ist noch keine Entscheidung zum Handeln. Wenn jemand eine Aufgabe übernimmt, legen wir gesondert fest, wer dafür verantwortlich ist, was der nächste Schritt ist und was wir erwarten. Ein Aufschub oder eine Ablehnung hinterlässt eine Begründung und einen Weg zurück zum Thema. Die Teilnehmenden wählen selbst, wer ihr Anliegen sieht: Woran sie privat in Suveria arbeiten, bleibt von dem Material getrennt, das sie bewusst im Omniforum teilen. Ein privates Anliegen führt man in Suveria; ins Omniforum gelangt es erst, wenn die verfassende Person es einer Gruppe oder öffentlich zugänglich macht. Ein gemeinsames Register der Anliegen ist eine Richtung, die wir in einem eigenen Projekt und Versuch prüfen werden. ### 5.2. Der Ideensteckbrief: vom Bild der Zukunft zum ersten Versuch Kühne Visionen lassen sich leicht als realitätsfern abtun und vorsichtige Pläne als ziellos. Der Ideensteckbrief verbindet beides: Er zeigt, wohin wir gelangen wollen und was der nächste Schritt ist. Er gibt den Status der Idee an („funktioniert“, „Entwurf“, „Hypothese“ oder „Vision“) und beantwortet acht Fragen: 1. **Was ist das?** Definition, Grenzen des Begriffs und die Art, wie man das erwartete Ergebnis erkennt. 2. **Wozu?** Wessen Bedürfnisse die Idee erfüllt, wie sie die Würde schützt und wie ein gewöhnlicher Tag eines Menschen aussieht, der sie nutzt. 3. **Warum?** Das Problem in der heutigen Welt, beschrieben mit Fakten und Quellen. 4. **Wie und womit?** Der Mechanismus, vorhandene Ressourcen, die man nutzen kann, statt von Grund auf neu zu bauen, und der nächste Schritt. 5. **Was müsste sich ändern?** Technische, rechtliche und wirtschaftliche Bedingungen sowie Überzeugungen: welche wir heute allgemein teilen und welche nötig wären. 6. **Welche Bilanz und welche anderen Wege?** Wer gewinnt, wer die Kosten und das Risiko des Übergangs trägt, welche sinnvollen Alternativen es gibt. 7. **Welcher Versuch?** Was wir zuerst prüfen, unter Beteiligung der Menschen, die davon profitieren, derjenigen, die die Kosten tragen, und derjenigen, denen die Lösung nicht entspricht, und welches Ergebnis uns dazu bringt, unsere Meinung zu ändern. 8. **Ist etwas Ähnliches schon geschehen?** Umbrüche, die einst unmöglich schienen, zusammen mit dem, was sie möglich gemacht hat, und den Unterschieden zu unserer Lage. Ein ähnliches Beispiel zeigt, dass ein solcher Weg möglich ist, beweist aber nicht, dass er uns gelingt. Ein Steckbrief ist kein einzelnes Molekül, sondern eine Ansicht vieler verknüpfter Begriffe, Behauptungen, Quellen, Bedingungen und Versuche. Steckbriefe lassen sich zu einem längeren Weg verbinden; dann zeigen wir gemeinsame Ressourcen und Abhängigkeiten und prüfen einen ausgewählten Abschnitt als Ganzes, denn die Bestätigung einzelner Teile bestätigt noch nicht den ganzen Weg. Die Fragen nach Ziel, Weg und nötigen Veränderungen entsprechen den drei Kriterien „realer Utopien“ von Erik Olin Wright: ob eine Lösung wünschenswert ist, ob sie funktionieren kann und ob man zu ihr gelangen kann.[^wright] Die Historie des Steckbriefs zeigt, wie die Brücke zwischen Vision und Wirklichkeit weitere Brückenfelder gewonnen hat. Die ersten Steckbriefe sollen die Ideen aus dem Manifest der Stiftung sein. ### 5.3. Vom Anliegen zur Initiative Wenn das Gespräch über ein Anliegen zu einer gemeinsamen Feststellung führt, was zu tun sich lohnt, kann man auf dieser Grundlage eine Initiative gründen, also einen Vorschlag für ein konkretes Handeln. Die Initiative erwächst aus der Anliegenkarte und dem Ideensteckbrief und bewahrt daher die Verweise auf die Moleküle, Ketten und Quellen, auf denen sie beruht. Ihr Kern sind ein klar beschriebenes Ziel, Bedingungen, das vorgeschlagene Handeln und eine Methode, mit der sich prüfen lässt, ob es die erwartete Wirkung gebracht hat. Bevor sie zur Entscheidung über gemeinsames Geld gelangt, braucht sie den grünen Pfad aus Abschnitt 5.3 des Manifests: eine Verankerung in Fakten und die Zustimmung der Gemeinschaft zu den Werten, auf denen sie steht. Eine Initiative durchläuft getrennte Entscheidungen: zuerst ein Gespräch über das Ziel und mögliche Varianten, dann die Entscheidung, ob diese Fassung weitere Arbeit verdient, anschließend einen Kostenvoranschlag und eine Bewertung der Machbarkeit und schließlich die Entscheidung über die Umsetzung und die Finanzierungsquelle. Die Zustimmung zum Ziel entscheidet noch nicht über Kosten, Ausführende oder Termin. Eine wesentliche Änderung des Ziels, des Umfangs oder des Budgets erzeugt eine neue Fassung der Initiative und wiederholt die Entscheidungen, auf die sie sich auswirkt. Bis es verbindliche Abstimmungen gibt, trifft diese Entscheidungen der Vorstand nach Konsultationen, in der agilen Phase, die in Kapitel 8 beschrieben ist. Eine Initiative kann auf zwei Arten finanziert werden. Die Stiftung kann sie aus dem gemeinsamen Budget bezahlen, nach den Regeln aus dem [Whitepaper zu den Arbeitsgrundsätzen der Stiftung](whitepaper-zasady-fundacji.md) und stets mit Vorrang für Säule I. Sie kann auch für die Unterstützung durch Spendende geöffnet werden: Eine Person oder ein Unternehmen, die oder das möchte, dass die Initiative zustande kommt, deckt ihre vollen Kosten mit einer zweckgebundenen Einzahlung. Die Einzahlung verschafft weder zusätzliche Stimmen noch Einfluss auf die Entscheidungen der Stiftung. In beiden Fällen führt die Stiftung die Initiative aus und ist für sie verantwortlich; die Finanzierung von Projekten, die Personen und Einrichtungen außerhalb der Stiftung durchführen, planen wir nicht. Eine zur Umsetzung angenommene Initiative hat verantwortliche Ausführende, ein Budget, einen Termin und Abnahmekriterien. Nach dem Abschluss veröffentlichen wir die tatsächlichen Kosten, das Ergebnis und die Schlussfolgerungen, auch dann, wenn der Versuch nicht gelungen ist. ### 5.4. Wiederkehrende Fragen und eine gemeinsame Stellungnahme Personen, Teams und Institutionen erhalten oft an vielen Orten zugleich dieselben Fragen und Einwände. Das geplante Dashboard ermöglicht es, sie einmal und geordnet zu beantworten: Es verbindet eine von der verfassenden Person bestätigte Stellungnahme mit den Fragen, Argumenten und Quellen, auf die sie sich bezieht. Die Ansicht zeigt vor allem den Inhalt und das, was an den Einwänden neu ist, denn die Zahl der Wiederholungen sagt nichts über das Gewicht eines Einwands aus. Das in Kapitel 4 beschriebene Add-on kann vorschlagen, einen Kommentar mit einer solchen Antwort zu verknüpfen. Eine automatische Zuordnung ist deutlich gekennzeichnet und lässt sich korrigieren; wer den Kommentar verfasst hat, sieht, womit er verknüpft wurde, und kann melden: „Meine Anmerkung betrifft etwas anderes.“ Ein neues Argument erhält einen eigenen Platz, auch wenn es einem früheren ähnelt. Dass die verfassende Person geantwortet hat, bedeutet noch nicht, dass ihre Antwort die Gesprächsbeteiligten überzeugt hat. Das Dashboard stellt nur eine von der verfassenden Person bestätigte Stellungnahme dar: Eine vom Modell vorbereitete Antwort muss bestätigt werden, bevor sie die Person vertritt. Wer einem Thread folgt, kann eine Benachrichtigung über eine neue Antwort wählen. Ein Beispiel für eine solche Nutzung, mit einer Äußerung von vor Jahren und einer späteren Meinungsänderung, möchten wir auf der Website der Stiftung zeigen. ### 5.5. Lebendige Dokumente und öffentliche Durchsicht Dieselben Werkzeuge möchten wir für die eigenen Dokumente der Stiftung nutzen, etwa das Manifest und die Whitepaper. Sie sollen helfen, wiederkehrende Anmerkungen zu bündeln und dabei die Unterschiede, den Kontext und die Erfahrungen derer zu bewahren, die sie verfasst haben. Jeden Einwand verknüpfen wir mit einem konkreten Textausschnitt, damit man die Antwort prüfen, ein neues Argument ergänzen und nachverfolgen kann, woher eine Korrektur stammt. So kann sich selbst eine große Welle der Kritik in konkrete Korrekturen verwandeln, statt die Verfassenden zu überwältigen. Die aktuelle Fassung eines Dokuments stellt die gegenwärtige Position der Verfassenden dar. Die Historie bewahrt frühere Wortlaute, die Gründe für Änderungen und die eingegangenen Verpflichtungen, sodass sich Handlungen daran messen lassen, was zum jeweiligen Zeitpunkt erklärt wurde. Eine neue Fassung erlaubt es, Fehler zu beheben, entbindet aber nicht von der Verantwortung für frühere Entscheidungen. Wir beginnen mit unserer eigenen Website. Auf novusignis.org kann man beim Manifest und bei den Whitepapern einen Ausschnitt markieren und mit einem Klick eine E-Mail mit einer Anmerkung an uns vorbereiten, die bereits das Zitat und einen Link zu dieser Stelle enthält. Das ist ein einfacher erster Schritt: Die Nachricht geht nur an die Stiftung, und aus ihr entsteht kein öffentliches Gespräch. Langfristig sollen Anmerkungen zu unseren Dokumenten ins Omniforum gelangen, wo andere sie sehen und über sie sprechen können. Anmerkungen, die zu Änderungen führen, vermerken wir in der Historie des Dokuments. ### 5.6. Der Persönliche Kanon im Gespräch über Werte Der Persönliche Kanon ist eine Sammlung von Grundsätzen, die ein Mensch als die eigenen anerkennt. Er entsteht im privaten Raum von Suveria, und ins Omniforum gelangen nur die Grundsätze, die jemand bewusst teilt. Die Annahme eines Grundsatzes als eigenen nennen wir Principium. Das ist in jeder der in Kapitel 3 beschriebenen Phasen möglich: bei einem frisch geteilten Gedanken (Ignis), während des Abwägens in der Gemeinschaft (Formatio) oder nach einer gemeinsamen Feststellung (Consensus). Ein Principium hat seinen Platz im Kanon auch dann, wenn es gegenüber der Mehrheit eine abweichende Meinung bleibt. Kanons können größer oder kleiner sein, einander enthalten und sich teilweise überschneiden. Neben einem persönlichen Kanon kann es den Kanon einer Gemeinschaft oder eine Beschreibung der Grundsätze einer bestimmten Tradition geben, und ihre Gegenüberstellung zeigt, wo sie sich treffen und wo keine Einigkeit besteht. Grundsätze, die als Ausgangspunkt angenommen wurden, unterscheiden wir von Schlussfolgerungen, bei denen die Prämissen und die Kette der Überlegungen sichtbar sind. Eine fehlende Begründung oder ein strittiger Übergang streicht einen Grundsatz nicht, sondern zeigt eine Stelle für weiteres Nachdenken an. Die Fakten, auf denen ein Grundsatz beruht, stammen aus der Karte und ihren Quellen; die Aufnahme in den Kanon entscheidet nicht über ihre Wahrheit. Ein Kanon dient nicht dazu, Menschen zu bewerten. Er kann jedoch eine beschreibende Ausarbeitungsstufe haben: im Ansatz (er enthält mindestens ein bewusst angenommenes Principium), beschrieben (es ist klar, was genau er annimmt und was er noch nicht entscheidet), verankert (seine Grundsätze sind mit einer Anliegenkarte verknüpft, und ihre Herkunft ist sichtbar) oder analysiert (Begründungen, Gegenargumente und Spannungen zwischen den Grundsätzen wurden untersucht). Getrennt zeigen wir, in welchem Umfang zu den Grundsätzen eine gemeinsame Feststellung vorliegt. Eine bestimmte Fassung eines Kanons kann nach einer offengelegten Liste von Bedingungen als öffentlich ausgereift gekennzeichnet werden: wenn sie analysiert ist, zu ihren Grundsätzen eine gemeinsame Feststellung vorliegt und ihre gegenseitige Vereinbarkeit geprüft wurde; der Status bleibt offen für eine Überprüfung. Bei der Kennzeichnung geben wir die Fassung des Kanons an, die Gemeinschaft, die ihn bewertet hat, das Datum und den Umfang der Zustimmung. Die Stufe eines Kanons hilft, Stellen für weiteres Nachdenken zu finden, bewertet aber nicht die Person, die ihn verfasst hat, und wirkt sich nicht auf das Recht aus, Grundsätze anzunehmen, am Gespräch oder an Abstimmungen teilzunehmen. ## 6. Ein neues Medium des Erklärens und des Gesprächs So wie YouTube YouTuberinnen und YouTuber und Podcasts Podcasterinnen und Podcaster hervorgebracht haben, kann das Omniforum eine neue Gruppe von Kreativen hervorbringen. Wie sie heißen werden, legen sie vermutlich selbst fest; es sind Menschen, die nicht nur von der Welt erzählen, sondern ihr Publikum Schritt für Schritt durch ein Anliegen führen, von den Quellen über die Argumente bis zu der Stelle, an der der Streit beginnt. Ihre Arbeit endet nicht mit der Veröffentlichung. Jeder Schritt einer solchen Erklärung ist mit Molekülen und Quellen verknüpft, sodass man an jeder beliebigen Stelle innehalten, prüfen kann, woher etwas bekannt ist, und sich dem Gespräch anschließen kann. Dieses Medium ist seinem Wesen nach ein Gespräch. Eine Antwort landet nicht am Ende einer langen Kommentarliste, sondern genau an der Stelle, die sie betrifft: bei einem konkreten Molekül, einem Übergang in einer Kette oder einer Quelle. Um eine solche Stelle herum kann eine Mikrodebatte stattfinden, also ein kurzer, geordneter Austausch von Argumenten, der mit einem klaren Stand endet: festgestellt, strittig oder Daten fehlen. Die kreative Person kann darauf antworten, ihre Erklärung korrigieren oder ehrlich kennzeichnen, wo sie nicht zustimmt, und das Publikum sieht die Erzählung zusammen mit den Antworten, die bei jedem Schritt gegeben wurden. Alle können auch prüfen, wie sich die eigenen Ansichten in der Begegnung mit den Argumenten anderer bewähren: zuerst privat in Suveria und dann, wenn sie möchten, öffentlich. Solche Erklärungen können verschiedene Formen haben. Ein redaktioneller Kanal kann einen Lesepfad durch ein internationales Abkommen, einen Gesetzentwurf, einen Vertrag oder eine öffentliche Äußerung vorbereiten und deren Argumente und mögliche Folgen zeigen. Aus einer geordneten Anliegenkarte können zugängliche, animierte Erzählungen mit Sprecherstimme entstehen. Da ihnen verknüpfte Moleküle und Atome zugrunde liegen und keine fertigen Aufnahmen, lässt sich eine Erzählung mit neuen Belegen aktualisieren und in andere Sprachen übertragen; die Treue der Übersetzungen möchten wir gemeinsam prüfen, und jeder Ausschnitt der Erzählung führt zu seiner Quelle. Lesende können auch mehrere Ausarbeitungen desselben Materials vergleichen. Wann animierte Erzählungen entwickelt werden, entscheidet die Gemeinschaft, gemäß Abschnitt 6.3 des Manifests. Eine gute Erklärung unterscheidet, was in einem Dokument steht, von seiner Deutung, von den Annahmen einer Prognose und von einer Bewertung. Bei Rechtsdokumenten gibt sie den Status des Textes und das Datum an, denn eine Erklärung, und sei sie noch so populär, wird durch ihre Veröffentlichung nicht zu einer verbindlichen Auslegung des Rechts. Wenn digitale Intelligenz mögliche Folgen vorschlägt, führt jeder Vorschlag zu einer Begründung und unterliegt der Überprüfung durch einen Menschen. Dieses Medium hat einige einfache Regeln: Quellen sind immer sichtbar, Korrekturen sind leicht, alle haben ein Recht auf Antwort, Interessenkonflikte sind gekennzeichnet, und verschiedene Ausarbeitungen desselben Anliegens lassen sich vergleichen. Wir würdigen nicht nur die Verfassenden der sichtbarsten Erzählungen, sondern auch Menschen, die Verbindungen zwischen Gedanken, Übersetzungen und Barrierefreiheit verbessern oder eine übergangene Perspektive zurückholen. Die Reichweite einer kreativen Person und die Unterstützung, die sie vom Publikum erhält, beweisen nicht, dass sie recht hat. Die Reihenfolge, in der wir Inhalte zeigen, folgt offengelegten Regeln und lässt sich ändern. Wir möchten mehrere solcher Reihenfolgen erproben: chronologisch, nach Fragen, nach dokumentiertem Beitrag, also danach, was ein Eintrag zur Karte beiträgt und worauf er beruht, und nicht danach, wie viele Einträge die verfassende Person gemacht hat, sowie nach Anerkennung über verschiedene Meinungsgruppen hinweg. Bei der letzten zeigen wir ein Argument weiter oben, wenn es von Menschen angenommen wird, die in anderen Fragen anders urteilen. Meinungsgruppen berechnet das System allein aus den Bewertungen: Niemand wählt oder benennt sie, niemand gehört ihnen an, und niemand verwaltet sie. Dadurch können tausend Konten, die gleich bewerten, nichts nach oben bringen, was niemand außerhalb von ihnen anerkennt. Die Wirksamkeit dieser Reihenfolge wurde bisher bei Hunderten und Tausenden von Teilnehmenden geprüft (Polis, Community Notes), daher werden wir sie erproben, wenn ein Anliegen so viele Bewertungen gesammelt hat. Äußerungen aus dem offenen Briefkasten, die ohne Konto und ohne Bürgschaft eingebracht wurden, zeigen wir in einer eigenen Schicht, die alle auswählen können, und in jeder Reihenfolge nach den Äußerungen aus einem Konto oder mit Bürgschaft (Abschnitt 8.1). Mehrere Reihenfolgen nebeneinander sollen dafür sorgen, dass nicht der ganze Raum von einer einzigen Beliebtheitsrangliste abhängt. Wir möchten, dass Aufmerksamkeit dem folgt, was ein Anliegen erhellt, und nicht dem, was die Emotionen am stärksten aufwühlt. Im Vordergrund zeigen wir den Inhalt und die Quelle mit ihrem Datum. Wir führen keine öffentlichen Beitragszähler oder Ranglisten von Personen, denn sie verleiten zu einem Wettlauf und zum Überfluten der Karte, auch durch Bots; die Historie der Hinzufügungen und Änderungen bleibt zugänglich. Bei einem neuen Gedanken kann man nachverfolgen, wie er in der Zusammenarbeit von Mensch und Modell entstanden ist, in dem Umfang, den die verfassende Person zu zeigen beschließt. ## 7. Privatsphäre, Zitate und Korrekturen Jeder Gedanke kann sich an einem von drei Orten befinden: im privaten Raum von Suveria, in einer Gruppe, die jemand selbst gewählt hat, oder öffentlich im Omniforum. Eine selbst gewählte Gruppe bestimmt, wer das Material sieht; sie ist keine Meinungsgruppe aus Kapitel 6. Jeder dieser Orte hat eigene Berechtigungen, und die Weitergabe eines Gedankens, etwa von Suveria ins Omniforum, erfordert stets eine ausdrückliche Bestätigung. Daten anderer Personen beschränken wir auf das, was im jeweiligen Anliegen wirklich nötig ist. Zum Lesen ist kein Konto nötig, und man kann sich auch ohne Konto im Gespräch zu Wort melden (Abschnitt 8.1). Wer aus einem Konto veröffentlicht, kann es unter einem festen Pseudonym führen. Für den Inhalt einer Veröffentlichung ist die verfassende Person verantwortlich, und für eine über eine Bürgschaft eingebrachte Äußerung auch die Person, die sie eingebracht hat; die Pflichten der Stiftung als Betreiberin im Umgang mit Meldungen beschreiben wir vor dem Start. Ursprüngliche Äußerungen, Zitate, Kommentare und vom Modell erstellte Ausarbeitungen können unterschiedlichen Nutzungsbedingungen unterliegen. Deshalb halten wir bei jedem Material fest, woher das Recht zu seiner Nutzung stammt und welche Einschränkungen es hat, statt dem Ganzen eine einzige, scheinbar einfache Lizenz zu geben. Eine Änderung der Sichtbarkeit, etwa von privat zu öffentlich, ersetzt nicht die Prüfung, ob wir das Recht am Material haben. Menschen haben ein Recht auf Privatsphäre auch dann, wenn jemand anderes sie zitiert. Schreibt jemand einer Person eine Äußerung ohne öffentliche Quelle zu, zum Beispiel aus einem privaten Gespräch, kann die Person, der die Äußerung zugeschrieben wird, das melden. Das Fehlen einer öffentlichen Quelle können alle melden, ohne ihre Identität offenzulegen. Bis zur Klärung ist eine solche Äußerung nicht öffentlich sichtbar. Stellt sie sich als erfunden heraus oder stammt sie ohne Zustimmung dieser Person aus einem privaten Gespräch, beschränken wir den Zugang zu ihr. Eine Bestätigung, dass die Meldung tatsächlich von der betroffenen Person stammt, verlangen wir erst dann, wenn diese die ihr zugeschriebenen Worte korrigieren möchte, damit niemand fremde Worte korrigieren kann. Anders verhält es sich mit Äußerungen, die eine öffentliche Quelle haben, etwa einem Artikel oder einer Aufnahme von vor Jahren. Das Original bleibt bestehen, denn für öffentliche Worte trägt man Verantwortung, und man darf sie besprechen. Die verfassende Person kann jedoch eine Richtigstellung oder ihre heutige Position daneben stellen, und Lesende sehen beide Fassungen nebeneinander: was jemand damals gesagt hat und was diese Person heute denkt. Auf Wunsch der lesenden Person kann das Add-on aus Kapitel 4 eine solche aktuelle Position auch neben einem Zitat in einem Artikel außerhalb des Omniforums anzeigen. Das Recht, die eigene Meinung zu ändern, löscht die Geschichte nicht, erlaubt aber, sie zu ergänzen. Ein Modell kann ein Anliegen offen anders bewerten als die gemeinsame Stellungnahme. Es zeigt dann die Grundlage des Unterschieds und prüft, ob ein solches Argument bereits in der Karte vorhanden ist. Ist es das nicht, schlägt es einen Eintrag vor, der als zu prüfender Vorschlag des Modells gekennzeichnet ist; weder seine Veröffentlichung noch ähnliche Äußerungen anderer Modelle sind ein Beleg oder eine Zustimmung der Gemeinschaft. Wenn jemand das eigene Material zurückzieht, löschen wir es oder beschränken den Zugang dazu in den Systemen, die wir kontrollieren, und kennzeichnen die Ausarbeitungen, die darauf beruhten. Wir versprechen jedoch nicht, dass es überall verschwindet: Öffentliche Kopien, verbreitete Datensätze und bereits trainierte Modelle erfordern eine gesonderte Erörterung. Die rechtlichen und technischen Regeln legen wir fest, bevor wir mit dem Sammeln von Materialien beginnen. Ein Pseudonym oder ein kryptografischer Hashwert macht Daten für sich genommen nicht anonym.[^rodo-2026] ### 7.1. Ein privates Notizbuch in Suveria und bewusste Veröffentlichung Private Materialien speichern wir nach den Regeln aus dem [Whitepaper zu Suveria](whitepaper-suveria.md): vor allem auf den Geräten der Nutzenden, in verschlüsselten Containern, mit einer optionalen verschlüsselten Kopie auf dem Server. Ins Omniforum gelangt nur, was jemand bewusst auswählt. Einen in der privaten Werkstatt von Suveria ausgearbeiteten Gedanken veröffentlicht man sofort, ohne die in Kapitel 3 beschriebene Ignis-Werkstatt; den Moment der Veröffentlichung selbst nennt das Manifest Ignis-Zeremonie. Nach der Veröffentlichung gelten die Regeln des öffentlichen Raums oder der gewählten Gruppe, und die private Aufbewahrung des Originals verschafft keine Kontrolle über Kopien, die bereits entstanden sein können. ### 7.2. Mitnahme des eigenen Werks und OmniAPI Das Omniforum möchten wir als digitales öffentliches Gut entwickeln: mit offenem Code, offener Dokumentation und offenen Datenformaten, mit Blick auf den Standard der Digital Public Goods Alliance.[^dpga] Dank OmniAPI können andere Programme ausgewählte Materialien lesen und austauschen, aber nur mit Zustimmung der Personen, denen sie gehören. Dass die Dokumentation der Schnittstelle öffentlich ist, öffnet keinen Zugang zu privaten Daten. Alle können ihr eigenes Werk in ein anderes Werkzeug mitnehmen. Das Exportpaket enthält die ursprünglichen Äußerungen mit ihren Fassungen, die angegebenen Ausschnitte, Moleküle, Atome mit ihren Bezeichnungen und die Relationen zwischen ihnen, die Urheberschaft, Quellen, die Information, welche Deutungen die verfassende Person bestätigt hat, sowie die Nutzungsbedingungen. Dank Kennungen und Änderungshistorie lassen sich dieselben Elemente nach dem Import wiedererkennen, und ein anderes Werkzeug sollte die ursprüngliche Äußerung neben dem aus ihr herausgelösten Molekül, seiner Quelle und seinem Bestätigungsstatus zeigen. Die festgehaltenen Nutzungsbedingungen sagen, was erlaubt ist, zwingen aber externe Empfangende nicht, sie einzuhalten. Privater Export, Veröffentlichung, Freigabe für die Forschung und Freigabe für das Training von Modellen sind vier getrennte Entscheidungen. ### 7.3. Quellen und Anhänge im öffentlichen Gespräch Große Aufnahmen müssen nicht im Omniforum gespeichert werden. Die Anliegenkarte und die Beschreibungen der Quellen halten wir getrennt, und ein Film oder eine Aufnahme kann beim jeweiligen Anbieter bleiben. Der Verweis speichert dann die Adresse, die Urheberschaft, das Abrufdatum und den maßgeblichen Ausschnitt der Aufnahme, und daneben ist deutlich sichtbar, dass wir davon abhängen, ob der Anbieter das Material weiter bereithält und welche Regeln er hat. Materialien, die wir speichern dürfen, können wir im nötigen Ausschnitt aufbewahren, als Quellkopie oder als leichtes Bild mit einer Textfassung. Bei jedem halten wir Herkunft, Nutzungsgrundlage, Fassung und einen kryptografischen Hashwert fest, also eine Art Fingerabdruck der Datei, mit dem sich erkennen lässt, dass sich die Datei verändert hat. Der Hashwert bestätigt nur, dass die Datei dieselbe ist, nicht, dass ihr Inhalt zuverlässig ist. Wenn sich eine Quelle ändert oder verschwindet, ist das bei den Behauptungen sichtbar, die auf ihr beruhen. Formate, Grenzen und Aufbewahrungsfristen wählen wir so, dass sie nützlich, zugänglich, mit den Rechten an den Materialien vereinbar und bezahlbar sind. Vor der Veröffentlichung können alle prüfen, welche Kopien entstehen und wie wir Korrekturen und Löschanfragen bearbeiten. Diese Regeln betreffen den öffentlichen Fundus und sind von den privaten, verschlüsselten Containern in Suveria getrennt. Nach welchen Regeln wir Kopien von Quellen aufbewahren und ihre Ausschnitte über OmniAPI anderen Anwendungen zugänglich machen, beschreiben wir vor dem Start, unter Achtung des Urheberrechts. ### 7.4. Missbrauch und rechtswidrige Inhalte Ein Gespräch, das allen offensteht, braucht offengelegte Regeln. In der ersten Zeit wird das Omniforum auf Einladung zugänglich sein, und bei jeder Einladung wird sichtbar sein, wer eingeladen hat. Niemand gibt Äußerungen vor der Veröffentlichung frei. Die Moderation greift nach der Veröffentlichung, nach einer kurzen, offengelegten Liste von Gründen: Spam, Belästigung, Identitätsanmaßung, organisierte Verzerrung von Karten, Daten Dritter ohne deren Zustimmung und rechtswidrige Inhalte. Die Regeln für Moderation und für die Eindämmung von Missbrauch veröffentlichen wir vor dem ersten Anliegen und nicht erst beim ersten Streit. Solange Freiwillige moderieren, ist die Liste der Moderierenden öffentlich. Alle werden rechtswidrige Inhalte melden können. Jede Einschränkung, etwa das Ausblenden oder Entfernen, hat eine Person, die sie entschieden hat, eine Begründung und einen Beschwerdeweg, im Einklang mit dem Gesetz über digitale Dienste der EU. Die Begründung wird festgehalten und ist für die Person, die die Äußerung verfasst hat, sowie in einem öffentlichen Protokoll sichtbar, und über eine Beschwerde entscheidet eine an der Sache unbeteiligte Person, die nicht diejenige ist, die die Einschränkung vorgenommen hat. Automatische Erkennung kann verdächtige Inhalte nur melden, die Entscheidung trifft ein Mensch. Rechtswidrige Inhalte blenden wir auch in der Versionshistorie aus und hinterlassen dabei eine öffentliche Spur, dass und warum sie ausgeblendet wurden. Vor dem öffentlichen Start der Dienste werden wir die Pflichten als Betreiberin prüfen und erfüllen: eine Datenschutz-Folgenabschätzung, ein Meldeverfahren für Inhalte und eine Kontaktstelle nach dem Gesetz über digitale Dienste, den Hinweis, dass man mit einem System spricht, und die Kennzeichnung vom Modell erstellter Inhalte nach der Verordnung über künstliche Intelligenz, Nutzungsbedingungen mit Widerrufsrecht und die Abrechnung der Umsatzsteuer. Die Ergebnisse veröffentlichen wir im Entscheidungsprotokoll. ## 8. Gemeinsame Entscheidungen und Abstimmungen In diesem Kapitel geht es darum, wie man gemeinsam Entscheidungen trifft und wie man eine Abstimmung aufbaut, der man vertrauen kann. Das ist einer der schwierigsten Teile des ganzen Projekts, deshalb schreiben wir offen, was in greifbarer Nähe scheint und woran wir lange werden arbeiten müssen. Manches liegt schon zu Beginn in unserer Reichweite: ein offenes Gespräch für alle, Konsultationen ohne Verifizierung der Teilnehmenden, offengelegte Regeln, die vor einer Abstimmung bekannt gegeben werden, und ein Entscheidungsprotokoll mit Begründungen. Schwieriger sind drei Fragen, die einander begrenzen. Erstens sollte jede berechtigte Person genau eine Stimme haben, aber wir wollen dafür weder biometrische Daten sammeln noch eine zentrale Identitätsdatenbank anlegen. Zweitens soll die Wahl geheim bleiben, und zugleich sollte jede Person überprüfen können, dass ihre Stimme gezählt wurde, und zwar ohne einen Nachweis, der es jemand anderem erlauben würde, ihre Wahl zu erfahren. Drittens soll die Abstimmung Menschen aus der ganzen Welt zugänglich sein, auch denen, die kein Dokument zur einfachen Verifizierung haben, und jeder zusätzliche Zugangsweg öffnet auch einen Weg zum Missbrauch. Hinzu kommen Druck und Stimmenkauf sowie die Frage, ab wann ein Ergebnis die Stiftung wirklich binden kann. Wir gehen diese Fragen der Reihe nach durch: - wer sprechen und wer abstimmen kann (8.1); - was Zero-Knowledge-Beweise leisten und was nicht (8.2); - auf welchen Wegen man das Stimmrecht erhalten kann (8.3); - wer in schwierigen Fragen entscheidet (8.4); - ab wann eine Abstimmung bindend ist (8.5); - wie man sich vor Zwang und Stimmenkauf schützt (8.6); - wann ein Ergebnis ausgesetzt werden kann und wie wir mit Menschen umgehen, denen das System nicht dient (8.7). Unabhängig davon, wie wir diese Dilemmata lösen, gelten einige Grundsätze immer. Ein geordnetes Gespräch bereitet eine Entscheidung vor, ersetzt sie aber nicht: Einen Gedanken zu veröffentlichen, seine Bedeutung zu bestätigen, eine Idee zu unterstützen und über eine Ausgabe abzustimmen, sind getrennte Schritte. Vor jeder Abstimmung geben wir die Frage bekannt, die Liste der Berechtigten, die Frist, die Regeln für die Änderung einer Stimme, die Methode der Ergebnisermittlung und die Gültigkeitsschwelle sowie, was bei Enthaltung, Stimmengleichheit oder Ausfall geschieht und wie man Beschwerde einlegen kann. Eine nicht abgegebene Stimme ist keine Zustimmung. Ein Antrag auf eine Ausgabe erfordert den grünen Pfad aus Abschnitt 5.3 des Manifests, und die Zustimmungsschwelle legen wir im Voraus fest, nach der Tragweite der Sache, dem Umfang der Ausgabe und danach, ob sich die Folgen rückgängig machen lassen. Neben dem Gesamtergebnis zeigen wir, wie Forschende und Fachleute aus der Praxis des jeweiligen Gebiets sowie die Menschen, die die Folgen spüren werden, die Sache bewerten, auf der Grundlage von Angaben, die die Teilnehmenden selbst machen wollen, getrennt von der geheimen Stimme und nur in Gruppen, die groß genug sind, dass sich niemandes Wahl erraten lässt. Wer weniger Zeit hat, erhält Quellen und eine verständliche Zusammenfassung so früh, dass genug Zeit bleibt, sich mit ihnen vertraut zu machen. Die Abstimmungsfrage erwächst aus einer Initiative (5.3): Die antragstellende Person schlägt sie vor, und der Wortlaut des Steckbriefs ist für einen bekannt gegebenen Zeitraum offen für Anmerkungen. Die Unterstützungsschwelle, die für eine Abstimmung nötig ist, geben wir im Voraus bekannt. ### 8.1. Gespräch für alle, verbindliche Stimme nach dem Beitritt Im Omniforum können sich alle zu Wort melden, Argumente einbringen und beschreiben, wie sich eine Entscheidung auf ihr Leben auswirkt, auch wenn sie keinerlei Verbindung zur Stiftung haben. Ein neues, gutes Argument kann ein Gespräch voranbringen, unabhängig davon, wer es eingebracht hat. Alle können auch an Konsultationen teilnehmen, also an Meinungsabfragen ohne Verifizierung der Teilnehmenden. Eine Konsultation zeigt, was die Teilnehmenden denken, ist aber keine Abstimmung im Sinne der Satzung der Stiftung, die bei Abstimmungen eine Bestätigung der Einzigartigkeit jeder abstimmenden Person verlangt (§ 8 Abs. 2). Ohne Verifizierung kann ihr Ergebnis dadurch verzerrt werden, dass jemand mehrere Konten hat; deshalb behandeln wir es als Stimme im Gespräch und nicht als Messung. Wer verbindlich über gemeinsame Ressourcen abstimmen möchte, tritt freiwillig und kostenlos nach offengelegten Kriterien der Entscheidungsgemeinschaft bei: Man meldet, dass man teilnehmen möchte, und erhält die Berechtigung über einen gewählten Verifizierungsweg. Lesen können alle, ohne Konto. Zu Wort melden kann man sich im Gespräch auf drei Arten. Aus einem Konto: Dann hat die Äußerung eine verfassende Person, und das Konto hat ein öffentlich bekanntes Ratenlimit. Ohne Konto, über eine Bürgschaft für eine Äußerung: Eine teilnehmende Person mit Konto bringt die Äußerung einer anderen Person ein, ist bei ihr als einbringende Person sichtbar und ist für sie verantwortlich wie für eine eigene; die verfassende Person bleibt ohne Konto und kann mit Vornamen oder gar nicht unterzeichnet sein. Ohne Konto, über den offenen Briefkasten: Die Äußerung gelangt in die Schicht „ohne Bürgschaft“, die für alle sichtbar ist, die sie auswählen, und in der Anzeigereihenfolge nach den Äußerungen mit Bürgschaft gezeigt wird; jede teilnehmende Person mit Konto kann mit einem einzigen Schritt für sie bürgen und sie ins Gespräch übernehmen. Der offene Briefkasten hat ein Ratenlimit, und wenn er mit automatisiertem Spam überflutet wird, kann er vorübergehend geschlossen werden, was wir mit Datum und Grund bekannt geben. Wir verwenden keine CAPTCHAs und geben Äußerungen nicht vor der Veröffentlichung frei. Keiner der Wege ohne Konto gibt ein Stimmrecht bei einer Abstimmung. In der ersten Zeit, in der das Omniforum auf Einladung zugänglich ist (Abschnitt 7.4), kann man sich ohne Konto über eine Bürgschaft für eine Äußerung zu Wort melden; den offenen Briefkasten starten wir, wenn wir das Omniforum breiter öffnen. Beide Wege ohne Konto sind ein Entwurf, den wir im ersten Versuch prüfen werden. Ein Konto kann man auf mehrere Arten anlegen, von vollständig privat (ein Schlüssel auf dem eigenen Gerät, ohne E-Mail-Adresse) bis bequem (Anmeldung über einen externen Anbieter). Bei jeder Art zeigen wir vor der Wahl, wer außerhalb der Stiftung von der Kontoerstellung erfährt und welche Daten diese Stelle sieht und was geschieht, wenn dieser Anbieter verschwindet. Die Art der Kontoerstellung wirkt sich nicht auf die Rechte der Teilnehmenden aus; das Stimmrecht ist ein eigener Nachweis, der dem Konto hinzugefügt wird. Wir streben an, dass jede Person eine wirksame Stimme hat und ihre Wahl geheim bleibt. Für jeden zugelassenen Weg und auch für ihre Kombination beschreiben wir, wie er abgesichert ist und welche bekannten Grenzen er hat. Niemand erhält mehr Stimmen für eine Einzahlung, Vermögen, ein ausgeübtes Amt oder die Zahl erledigter Aufgaben. Wenn wir jemanden nicht aufnehmen, nennen wir eine Begründung und einen Beschwerdeweg. ### 8.2. Was Zero-Knowledge-Beweise leisten Zero-Knowledge-Beweise erlauben es nachzuweisen, dass jemand zur Gruppe der Berechtigten gehört, ohne offenzulegen, wer es ist. Im Protokoll Semaphore erlauben sie außerdem zu erkennen, dass dieselbe Berechtigung in einer Abstimmung ein zweites Mal verwendet wurde.[^semaphore] Sie prüfen jedoch nicht, ob eine Person zwei verschiedene Berechtigungen erhalten hat: Darauf muss der Verifizierungsweg achten. Die Privatsphäre der gesamten Abstimmung hängt außerdem von der Registrierung, der Anwendung, dem Gerät, den Metadaten und der Art der Stimmenauszählung ab, nicht nur vom Beweis selbst. Wir entwerfen ein Verfahren, mit dem jede Person überprüfen kann, dass ihre Stimme gezählt wurde, ohne dass dabei ein Nachweis entsteht, aus dem jemand anderes ihre Wahl ablesen kann. Keine einzelne technische Lösung ersetzt die Überprüfung des gesamten Prozesses. ### 8.3. Wege zur verbindlichen Stimme Wir entwerfen mehrere Wege zum Stimmrecht, und keiner erfordert Biometrie. Der erste nutzt ein staatliches Dokument mit Chip oder eine Brieftasche für die digitale Identität, sofern das gewählte System erlaubt, die Berechtigung zu bestätigen, ohne der Stiftung geschützte Daten zu übermitteln. Wir möchten das Auslesen des Chips eines Reisepasses oder Personalausweises direkt auf dem Telefon untersuchen: Die Anwendung prüft die Signatur des Staates und erzeugt auf dem Gerät einen Zero-Knowledge-Beweis, ohne sich mit Servern von Behörden zu verbinden und ohne der Stiftung personenbezogene Daten zu übermitteln. Das Dokument dient nie zur Anmeldung oder zur Entschlüsselung von Daten in Suveria, und die Antwort des Systems verrät Außenstehenden nicht, ob ein bestimmtes Dokument bereits verwendet wurde. Noch zu prüfen ist, ob Brieftaschen für die digitale Identität der Stiftung ein dauerhaftes, nur ihr zugeordnetes Pseudonym geben, das sich nicht mit anderen Diensten verknüpfen lässt; nur ein solches erlaubt es, eine zweite Registrierung derselben Person zu erkennen. Ohne eine solche Möglichkeit oder einen auf dem Telefon der nutzenden Person erstellten Beweis werden wir keine verbindliche Stimme auf sie stützen. Der erste offizielle Weg zum Stimmrecht soll die europäische Brieftasche für die Digitale Identität sein, weil sie es erlaubt, die Berechtigung aus der Ferne, von zu Hause, zu bestätigen, ohne der Stiftung geschützte Daten zu übermitteln. Das bedeutet, dass anfangs nur Menschen verbindlich abstimmen können, die eine solche Brieftasche haben, also Einwohnerinnen und Einwohner der Staaten der Union, in dem Maße, wie die Staaten sie bereitstellen. Für Menschen aus anderen Ländern sind Gespräch und Konsultationen sofort offen, und den Weg zur Stimme ergänzen wir, sobald wir eine Möglichkeit ohne Biometrie und ohne zentrale Datenbank finden; bis dahin sagen wir offen, dass die Entscheidungsgemeinschaft noch nicht weltweit ist. Das oben beschriebene Auslesen des Dokumentchips auf dem Telefon ist ein weiterer Weg, den wir untersuchen möchten. Wo es möglich ist, leiten wir das einmalige Berechtigungskennzeichen aus einer dauerhaften Kennung der Person ab und nicht aus der Dokumentnummer, damit ein neuer Reisepass, Personalausweis oder eine neue Brieftasche derselben Person keine weitere Stimme ergibt. Nicht jedes Dokument enthält eine solche Kennung, und eine Nummer mit einem kleinen Vorrat möglicher Werte, wie die polnische PESEL-Nummer, ließe sich durch Ausprobieren aller Möglichkeiten erraten. Deshalb soll das Kennzeichen zusätzlich von einem geheimen Bestandteil abhängen, der auf unabhängige Parteien verteilt ist, oder auf der Signatur des Chips selbst beruhen; das berücksichtigen wir im Bedrohungsmodell, bevor wir eine Technologie wählen. Das Kennzeichen soll nur in einem bestimmten Registrierungskontext und Zeitraum gelten: Es erlaubt zu erkennen, dass sich jemand ein zweites Mal registriert, legt aber weder die dauerhafte Kennung noch einen leicht zu erratenden Hashwert davon offen, kann nicht als gemeinsame Kennung über verschiedene Dienste hinweg dienen und erlaubt nicht, eine Person mit ihrer Stimme zu verknüpfen. Für die gewählte Lösung werden wir prüfen, wer eine Person erkennen oder ihre Handlungen verknüpfen könnte und was bei erneuter Verwendung desselben Dokuments, seiner Erneuerung, dem Wechsel der Brieftasche, der erneuten Ausstellung des Nachweises und der Wiederherstellung des Zugangs geschieht. Der zweite Weg sind Treffen vor Ort, die an vielen Orten gleichzeitig stattfinden. Ihre Regeln sollen es einer einzelnen Person erschweren, im selben Zyklus mehrere Berechtigungen zu sammeln, und die Überprüfung ermöglichen, ob die Organisierenden Berechtigungen an Menschen ausgeben, die tatsächlich gekommen sind. Wir prüfen auch, was Menschen die Teilnahme erschwert, für die es schwierig ist, zu einem Treffen zu gelangen. Die Kombination von Wegen birgt das Risiko, dass dieselbe Person zusätzliche Berechtigungen erlangt, etwa weil sie mehrere Staatsangehörigkeiten hat oder sowohl ein Dokument als auch ein Treffen nutzt. Anfangs nehmen wir dieses Risiko bewusst in Kauf, damit ohne Biometrie möglichst viele Menschen beitreten können und mit der Zeit, über weitere Wege, auch Menschen außerhalb der Union. Das Ziel bleibt ein einheitliches System, in dem eine Person eine Stimme hat, und darauf arbeiten wir hin. Wir wählen Wege, die bewirken sollen, dass jede zusätzliche Berechtigung mehr Zeit, Mühe und Geld erfordert als das bloße Anlegen von Konten über das Internet. Ob diese Hürde wirkt und wie viel die Zugänglichkeit dadurch gewinnt, werden wir in Versuchen bewerten; deshalb geben wir nicht im Voraus an, wie viele zusätzliche Stimmen auftreten können. Bevor Ergebnisse bindend werden, zeigen wir den Teilnehmenden die bekannten Grenzen, die Ergebnisse der Versuche und die Regeln für den Umgang mit Missbrauch und passen den Umfang der Entscheidungen an diese Bewertung an. Bürgschaften, Einladungen und Tests über das Internet allein geben kein Recht auf eine verbindliche Stimme; für Gespräch und Konsultationen genügen sie. Wir veröffentlichen zusammengefasste Daten darüber, wie oft die einzelnen Wege genutzt wurden und was ihre Überprüfung ergeben hat, und schützen dabei die Privatsphäre. Die Zahl der ausgestellten Nachweise sagt jedoch nicht, wie viele verschiedene Menschen es sind. Wir untersuchen auch, warum Personen aufgeben, denen es nicht gelungen ist, ins Register zu gelangen. Alles, was man zum Abstimmen braucht, ist kostenlos. Zur Aufbewahrung des Nachweises genügt der kostenlose Teil von Suveria; man muss weder Geld einzahlen noch kostenpflichtige Funktionen nutzen. Den Nachweis des Stimmrechts bewahren alle im eigenen, privaten Raum in Suveria auf, getrennt vom Stimmzettel und von privaten Inhalten. Vor jeder Entscheidung geben wir bekannt, wann wir das Register schließen und wie lange man eine Berechtigung haben muss, um abzustimmen. Das erschwert es, kurz vor einer Abstimmung plötzlich Teilnehmende hinzuzufügen, schützt aber nicht vor Berechtigungen, die lange vorher vorbereitet wurden. Wer den Zugang wiederherstellt, behält die bisherige Berechtigungsdauer und eine wirksame Berechtigung. Vor der Stimmabgabe sehen alle eine kurze, verständliche Zusammenfassung der wichtigsten Standpunkte, Einwände und Quellen und können die vollständige Anliegenkarte öffnen. Die Zusammenfassung zeigt den Umfang der Entscheidung, die wichtigsten Feststellungen, Quellen, wesentliche Unterschiede in den Bewertungen und die Grenzen des Wissens, und jeder Punkt lässt sich aufklappen. Sie soll eine Entscheidung bei benannter Unsicherheit ermöglichen und kein treffendes Ergebnis versprechen. Die Zusammenfassung veröffentlichen wir im Voraus, und die Streitparteien können melden, dass ihr Standpunkt ausgelassen oder verzerrt wurde; dann zeigen wir daneben ihre eigene kurze Darstellung. Das ist eine Hilfe für eine bewusste Wahl und weder eine Prüfung noch ein Verständnistest; alle können sehen, woher die Zusammenfassung stammt und in welcher Fassung sie vorliegt, und eine übergangene Perspektive melden. ### 8.4. Wer in schwierigen Fragen entscheidet In schwierigen Fragen schlagen wir drei Schritte vor. Zuerst eine offene Anliegenkarte im Omniforum, an der sich alle beteiligen können. Dann eine ausgeloste beratende Versammlung: eine Gruppe ausgeloster Personen, die Zeit, Materialien und die Möglichkeit zum Gespräch mit den Antragstellenden erhält. Zum Schluss stimmen alle Berechtigten ab. Wir losen aus dem Register der Berechtigten und nutzen dafür eine öffentliche Zufallsquelle, die alle überprüfen können. Sollte die Versammlung selbst verbindliche Entscheidungen treffen, bräuchte sie dafür ein eigenes, begrenztes Mandat. Eine Zufallsstichprobe können wir auch für beratende Umfragen nutzen. Freiwillige, die sich selbst melden, bilden keine repräsentative Stichprobe, und eine Auslosung aus dem Register zeigt die Meinung dieser Gemeinschaft, nicht die der ganzen Menschheit. Wir berücksichtigen auch, wer die Teilnahme abgelehnt hat. ### 8.5. Ab wann eine Abstimmung bindend ist Abstimmungen werden schrittweise bindende Kraft erlangen. Wir beginnen mit Versuchen ohne finanzielle Folgen, gehen dann zu echten Entscheidungen über ein kleines, gesondertes Budget und über umkehrbare Maßnahmen über und erweitern den Umfang erst nach Prüfung der Ergebnisse und Sicherungen. Die ersten Konsultationen werden ein Versuch sein, ohne Folgen für die Tätigkeit der Stiftung, und ihr Thema wählen die eingeladenen Teilnehmenden. Vor dem ersten Versuch mit echtem Geld geben wir den Höchstbetrag bekannt, um den es geht, das Ergebnis, das ihn stoppt, und den Beschwerdeweg gegen die Aussetzung eines Ergebnisses an Personen, die vom Vorstand unabhängig sind. Etwa tausend verifizierte Personen sind die Größenordnung, bei der wir die Registrierung und den Umgang mit Fehlern prüfen wollen; eine solche Zahl beweist noch nicht, dass die Teilnehmenden jeweils verschiedene Menschen sind oder dass sie eine breitere Gemeinschaft repräsentieren. Bevor eine weitere Stufe bindend wird, geben wir den Teilnehmenden den Umfang der Entscheidungen bekannt, die Grenzen, die Schwellen, die Art, Einwände vorzubringen, und wie wir das Ergebnis umsetzen werden, und das System durchläuft Tests der Registrierung, der Stimmenauszählung, der Wiederherstellung von Berechtigungen und der Widerstandsfähigkeit gegen Missbrauch. Wir prüfen auch, ob der Umfang der Entscheidungen mit der geltenden Satzung und dem Recht vereinbar ist, und legen fest, wer das Ergebnis wie umsetzt. Damit ein Ergebnis die Stiftung formell bindet, ist eine Satzungsänderung nötig, die im Register der Satzungsänderungen als Z4 beschrieben ist (Abstimmungen und Konsultationen, § 8 der Satzung). Solange ein Versuch die Einzigartigkeit jeder abstimmenden Person nicht bestätigt, nennen wir ihn Konsultation und nicht Abstimmung im Sinne von § 8 Abs. 2 der Satzung. Ob die Abstimmenden tatsächlich verschiedene Menschen sind, bewerten wir getrennt davon, ob wir die Nachweise richtig gezählt haben. Bis dahin arbeitet die Stiftung in der agilen Phase, die im [Whitepaper zu den Arbeitsgrundsätzen der Stiftung](whitepaper-zasady-fundacji.md) beschrieben ist: Die Ergebnisse von Abstimmungen und Konsultationen sind formell beratend, und der Vorstand nähert sich verbindlichen Entscheidungen der Gemeinschaft über aufeinanderfolgende Versuche an, in denen er im Voraus ankündigt, in welchem Umfang er das Ergebnis umsetzt, und nach denen er jeweils eine Zusammenfassung veröffentlicht. Der vollständige Start weiterer Säulen (II: offene Entwürfe langlebiger Gegenstände, III: Kontakt mit der Natur) erfordert weiterhin alle drei Bedingungen aus Abschnitt 6.3 des Manifests zusammen: eine Abstimmung, die eine einzige wirksame Stimme derselben Person gewährleistet, Mittel für sechs Monate Unterhalt von Suveria und Omniforum und eine Entscheidung der Gemeinschaft. Die erste davon, eine einzige wirksame Stimme derselben berechtigten Person, betrachten wir erst dann als erfüllt, wenn die Wege, die zusätzliche Stimmen zulassen, durch ein einheitliches System ersetzt sind, in dem eine Person eine Stimme hat, und Versuche das bestätigen. Das kann lange dauern, und wir sagen das offen. ### 8.6. Zwang und Stimmenkauf Wir möchten, dass alle ihre Wahl bis zum Ende der Abstimmung ändern können und dass die letzte gültige, regelgerecht abgegebene Stimme zählt. Das kann den Stimmenkauf erschweren: Wer bezahlt oder Druck ausgeübt hat, weiß nicht, ob die abstimmende Person ihre Meinung später geändert hat, und kann es nicht überprüfen. Damit das funktioniert, muss das gesamte Protokoll entsprechend aufgebaut sein; eine Schaltfläche zur Änderung der Stimme allein genügt nicht. Eines der Vorbilder ist das Protokoll MACI, es hat aber eigene Annahmen: Der Koordinator kann einzelne Stimmen entschlüsseln, und die Widerstandsfähigkeit gegen Absprachen hängt von seiner Redlichkeit ab.[^maci] Würden wir die Abstimmung auf ein ähnliches Vorbild stützen, träte an die Stelle eines einzelnen Koordinators ein Schlüssel, der auf unabhängige Parteien verteilt ist, sodass die Stiftung allein keine einzelne Stimme lesen kann. Das schützt nicht vor jemandem, der das Gerät, die Berechtigung oder die abstimmende Person selbst bis zum Ende der Abstimmung kontrolliert; solche Situationen berücksichtigen wir in Tests und in der Beschreibung der Grenzen. Wir prüfen auch, ob sich eine Stimme über Metadaten mit einer Person verknüpfen lässt und was geschieht, wenn jemand das eigene Gerät verliert. ### 8.7. Aussetzung eines Ergebnisses und der Prüfstein der Würde Der Vorstand kann die Umsetzung eines Ergebnisses nur aus Gründen aussetzen, die vor der Abstimmung bekannt gegeben wurden, zum Beispiel wenn er einen Fehler im Protokoll, einen dokumentierten Missbrauch großen Ausmaßes oder einen Ausfall der Infrastruktur feststellt. Jede Aussetzung hat eine öffentliche Begründung und einen Termin für die erneute Prüfung. Ohne diese Bedingungen würde die Ankündigung einer verbindlichen Abstimmung dem Vorstand ein freies Veto lassen, und das wollen wir nicht. Der schwierigste Prüfstein für das ganze System ist, wie es einen Menschen behandelt, der kein Dokument zur einfachen Verifizierung hat, zu Unrecht abgewiesen wurde oder unbequeme Kritik äußert. Eine Ablehnung der Registrierung ist nie endgültig und wird nie ausschließlich automatisch getroffen: Alle können dagegen bei Personen Beschwerde einlegen, die von der Sache unabhängig sind, unter Wahrung der Privatsphäre. Niemand verliert das Stimmrecht wegen der eigenen Ansichten oder wegen Kritik an der Stiftung und am Vorstand. Wer keinen Weg zur verbindlichen Stimme nutzen kann, nimmt weiterhin voll am Gespräch und an Konsultationen teil, und wir suchen weitere Wege für diese Person. Im Entscheidungsprotokoll halten wir die erwogenen Varianten, die Gründe der Wahl, abweichende Meinungen, das Budget und die späteren Folgen fest, und die Schlussfolgerungen daraus fließen zurück in die Anliegenkarte. Wer bei der Umsetzung von Entscheidungen und in rechtlichen Angelegenheiten wofür verantwortlich ist, beschreibt das [Whitepaper zu den Arbeitsgrundsätzen der Stiftung](whitepaper-zasady-fundacji.md). ## 9. Wie wir überprüfen, ob das Omniforum hilft Alles, was wir oben beschrieben haben, ist ein Entwurf. Bevor wir das Ganze bauen, möchten wir in kleinen Schritten prüfen, ob das Omniforum Menschen wirklich hilft, einander besser zu verstehen. Wir beginnen mit der einfachsten Anwendung und fügen weitere erst hinzu, wenn sich die vorherige bewährt hat. Der erste Schritt ist ein vollständiger Weg eines einzigen Gedankens. Jemand gibt einen eigenen Text ein, digitale Intelligenz schlägt vor, wie er in Moleküle und Atome zerlegt werden kann, die verfassende Person korrigiert, was falsch verstanden wurde, und speichert das Ergebnis zusammen mit der Quelle. Später kehrt sie zurück, öffnet die Aufzeichnung und nutzt sie in einem weiteren Gespräch. Wir prüfen, ob unterwegs nichts verloren gegangen ist: der genaue Wortlaut des Originals, seine Bedeutung, die aufeinanderfolgenden Fassungen und wer worauf Zugriff hat. In diesem Versuch prüfen wir auch Deutungsfehler, die das Modell nicht selbst gekennzeichnet hat, und vergleichen das Ergebnis mit dem bloßen Text und mit einer gewöhnlichen Zusammenfassung. Das erneute Öffnen einer Aufzeichnung sollte keine erneute, kostenpflichtige Analyse erfordern, nur um ein früheres Ergebnis zurückzuerhalten. Die nächsten Schritte sind ein einfaches Add-on für eine Plattform, auf der Menschen bereits miteinander sprechen, dann die gemeinsame Arbeit einer kleinen Gruppe an einem Anliegen, dann eine als Text vorbereitete Erzählung über eine Idee und erst zum Schluss, gesondert, gemeinsames Entscheiden. Neue Integrationen fügen wir nicht hinzu, solange wir nicht geprüft haben, dass die Hilfe den Menschen die Arbeit tatsächlich erleichtert. Die ersten öffentlichen Anliegenkarten möchten wir zu zwei Arten von Themen eröffnen. Die erste werden Behauptungen und Hypothesen aus unserem Manifest und unseren Whitepapern sein, damit alle das Omniforum erproben können, indem sie unsere eigenen Annahmen in Frage stellen oder verbessern. Die zweite werden gewöhnliche, alltägliche Fragen sein, von der Pflanzenpflege bis zu Kochrezepten: An ihnen lässt sich leichter und ohne Anspannung sehen, wie Bedingungen, Quellen und unterschiedliche Erfahrungen zusammenwirken. Wir analysieren auch eine Idee ähnlich dem Programm SETI@home, bei dem Menschen auf der ganzen Welt die Rechenleistung ihrer Computer für die Analyse von Daten aus Radioteleskopen zur Verfügung stellten. Die öffentliche Arbeit des Omniforums, etwa die Zerlegung öffentlicher Texte in Moleküle und Atome, Übersetzungen von Erzählungen oder die Erstellung von Zusammenfassungen der Karten, könnte die Rechenleistung von Freiwilligen nutzen. Alle, die das möchten, könnten dann einen Beitrag leisten, ohne eigene Zeit aufzuwenden, indem sie etwas Rechenleistung ihres Computers zur Verfügung stellen und den verbrauchten Strom bezahlen. Das betrifft nur öffentliche Daten, denn der Computer der freiwilligen Person sieht, was er verarbeitet, und die Ergebnisse würden wir prüfen, indem wir dieselbe Aufgabe bei mehr als einer Person berechnen lassen. Es ist eine Idee, die wir erst analysieren, aber einer der Wege, die wir gern untersuchen würden. Bei jedem Schritt prüfen wir, ob er hilft: wie viel Zeit es dauert, zu einer brauchbaren Ausarbeitung zu gelangen, wie viele und wie wichtige Korrekturen die verfassende Person vornehmen muss, wie oft das Modell die Absicht falsch deutet, ob die Quelle leicht zu finden ist, ob verschiedene Menschen das Werkzeug nutzen können, wie viel es kostet und ob ein Mensch das Anliegen danach selbst anderen erklären kann. Vor jedem Versuch veröffentlichen wir, welches Ergebnis wir als ausreichend betrachten, um den nächsten Schritt hinzuzufügen, und halten uns bei der Bewertung daran. Rückkehr ins Omniforum betrachten wir nur dann als gutes Zeichen, wenn sie einem neuen Bedürfnis dient und nicht dem Zwang, das System ständig im Auge zu behalten. Getrennt prüfen wir, ob die Teilnehmenden Fakten und Unbekanntes besser erkennen, ob sie sich leichter auf gemeinsames Handeln einigen und ob eine getroffene Entscheidung das angekündigte Ziel erreicht. Eine Verbesserung beim Ersten beweist nicht das Übrige, und die Übereinstimmung der Ansichten mit der Stiftung ist kein Maß für Erfolg. Ein Add-on für andere Dienste nehmen wir erst an, wenn es einige Bedingungen erfüllt: Es sendet nichts, bevor die nutzende Person das auswählt, respektiert eine Ablehnung, erlaubt, die Arbeit jederzeit abzubrechen, löscht Arbeitsdaten und fragt jede Zustimmung gesondert ab. Ein Versuch mit Menschen, die ein solches Werkzeug zum ersten Mal nutzen, soll zeigen, ob sie den Unterschied zwischen einer vom Modell erstellten Deutung und den Worten der verfassenden Person verstehen. Wir werden auch prüfen, ob sich das eigene Werk wirklich mitnehmen lässt. In diesem Versuch öffnen wir eine ausgewählte Ausarbeitung in einem unabhängigen Werkzeug, ohne Verbindung zum Omniforum, und vergleichen Quellen, Ausschnitte, Relationen, Historie und Bestätigungen. Wenn das andere Werkzeug etwas nicht unterstützt, soll der Import das deutlich melden, statt es stillschweigend zu entfernen oder seine Bedeutung zu ändern. Im Versuch mit verfolgten Themen, beschrieben in Abschnitt 1.1, werden wir prüfen, ob nach der Rückkehr nur die tatsächlichen Änderungen seit dem letzten Besuch sichtbar sind und ob Inhalte, die jemand bereits gesehen hat, auch nach einer Richtigstellung, einer Änderung der Quelle oder dem Entfernen eines Arguments gekennzeichnet bleiben. Teilnehmende sollten sagen können, was die Durchsicht Neues gebracht hat, und selbst entscheiden, ob sie tiefer einsteigen oder den Besuch beenden möchten. Getrennt werden wir prüfen, ob ein Vergleich verschiedener Lösungen die Kriterien und Bedingungen bewahrt, unter denen sie geprüft wurden. **Ergebnisprotokoll.** Stand am 30. Oktober 2026: Der Prototyp des Omniforums ist im Aufbau, und keinen der beschriebenen Abnahmetests haben wir bisher abgeschlossen. Jedes weitere Ergebnis tragen wir hier mit Datum, Version des Prototyps, Beschreibung des Versuchs und Schlussfolgerung ein, auch dann, wenn ein Versuch misslingt. Bei einem guten Gespräch können auch Materialien entstehen, die für die Forschung nützlich sind, aber nur in dem Umfang, dem die Teilnehmenden zugestimmt haben. Wie wir sie vorbereiten, auf welcher rechtlichen Grundlage wir sie nutzen und wie wir sie von Tests trennen, beschreibt das [Whitepaper zu Trainingsmaterialien und Benchmark für Modelle](whitepaper-materialy-i-benchmark.md). Stiftung Novus Ignis, Poznań, KRS 0001269575. Website und Manifest: novusignis.org. Anmerkungen: salve@novusignis.org. ## Anmerkungen [^web-annotation]: [W3C (2017): Web Annotation Data Model](https://www.w3.org/TR/annotation-model/). W3C-Empfehlung. Ein Annotationsmodell, das den Inhalt eines Kommentars mit der angegebenen Ressource oder einem ihrer Ausschnitte verknüpft; Bezugspunkt für die Übertragbarkeit von Daten. [^hypothesis]: [Hypothesis: Embedding Hypothesis in websites and platforms](https://web.hypothes.is/help/embedding-hypothesis-in-websites-and-platforms/). Projektdokumentation. Ein Beispiel für das Einbetten von Annotationen in Websites; es bestätigt weder eine automatische Aufteilung in Moleküle und Atome noch die Wahrung der Absicht der verfassenden Person. [^wright]: Erik Olin Wright, *Envisioning Real Utopias*, Verso, London 2010. Ein Forschungsrahmen mit drei Kriterien: Wünschbarkeit, Machbarkeit und Erreichbarkeit; keine fertige Bewertungsmethode. [^rodo-2026]: [DSGVO, Verordnung 2016/679](https://eur-lex.europa.eu/legal-content/PL/TXT/?uri=CELEX%3A32016R0679). Rechtsakt. Pseudonymisierung entscheidet nicht über Anonymität (Art. 4 Nr. 5, Erwägungsgrund 26); eine Einwilligung kann widerrufen werden, was eine frühere rechtmäßige Verarbeitung nicht unwirksam macht (Art. 7 Abs. 3). [^dpga]: [Digital Public Goods Alliance: standard](https://www.digitalpublicgoods.net/standard). Standard. Kriterien für die Bewertung eines digitalen öffentlichen Guts; eine Entwurfsrichtung ist keine von der DPGA erteilte Anerkennung. [^semaphore]: [Semaphore: Dokumentation](https://docs.semaphore.pse.dev/). Protokolldokumentation. Nachweis der Gruppenzugehörigkeit ohne Offenlegung der Identität und Erkennung eines wiederholten Signals in einem bestimmten Bereich; das Protokoll stellt nicht fest, dass eine Person nur eine Berechtigung erhalten hat. [^maci]: [MACI: Einführung](https://maci.pse.dev/docs/introduction). Protokolldokumentation. Nur ein vertrauenswürdiger Koordinator kann die Stimmen entschlüsseln, und die Widerstandsfähigkeit gegen Absprachen besteht nur, wenn er redlich ist; ein unredlicher Koordinator kann den Ablauf jedoch weder zensieren noch verändern. Abgerufen am 28.10.2026. --- # Arbeitsgrundsätze der Stiftung Novus Ignis: Unterhalt, Zusammenarbeit und Übergabe von Macht (https://novusignis.org/de/whitepaper-zasady-fundacji.html) # Arbeitsgrundsätze der Stiftung Novus Ignis: Unterhalt, Zusammenarbeit und Übergabe von Macht Fassung vom 31. Oktober 2026. Dieses Dokument führt das Manifest in organisatorischen Fragen weiter aus: wie wir die Dienste unterhalten, wie wir mit gemeinsamem Geld wirtschaften, wie wir zusammenarbeiten und wie wir Macht übergeben wollen. Es beschreibt Grundsätze, die wir als Ordnungen beschließen wollen, sowie die Satzungsänderungen, die sie erfordern werden. Das Whitepaper selbst ändert weder die Satzung noch die Zuständigkeiten der Organe der Stiftung noch die Abrechnungsregeln. *Diese Übersetzung wurde von digitaler Intelligenz auf Grundlage des polnischen Originals vom 31. Oktober 2026 erstellt. Bei Abweichungen ist der polnische Text maßgeblich.* ## 1. Satzung, Manifest, Ordnungen und dieses Dokument Die Stiftung Novus Ignis aus Poznań (KRS 0001269575) will ein alternatives Internet aufbauen, das auf der Würde des Menschen beruht. Ihre erste Säule sind zwei Dienste: Suveria, ein privater Raum für die Arbeit mit digitaler Intelligenz, und das Omniforum, ein gemeinsamer Raum für Gespräch, Verständigung und Entscheidungen. Dieses Dokument beschreibt, wie die Stiftung entscheiden, Geld abrechnen, Arbeit organisieren und Verantwortung übergeben will; Werte und Richtung beschreibt das Manifest. Novus Ignis ist eine polnische Stiftung, eingetragen in der Europäischen Union (Poznań). In internationalen Kategorien ist sie eine Einrichtung ohne Anteilseigner, die niemandem Gewinn ausschüttet: Ihr Vermögen dient ausschließlich den Zwecken aus der Satzung. Für die Dienste erheben wir Gebühren höchstens in Höhe ihrer tatsächlichen Kosten, und Entwicklung und Rücklage finanzieren wir aus freiwilligen Spenden. Die weiteren Kapitel beschreiben nacheinander: - Kapitel 2: die agile Phase, also wie wir entscheiden, bevor die verbindliche Abstimmung der Gemeinschaft greift. - Kapitel 3: Dienste möglichst nahe an den Kosten, also die Rechnung für die tatsächliche Nutzung, das Aufrunden der Rechnung als Spende sowie Vorauszahlung, Limit und Erstattungen. - Kapitel 4: ein Budget, das man verstehen kann, also fünf Arten von Geld und das öffentliche Register der Einzahlungen und Ausgaben. - Kapitel 5: Arbeit, befristete Rollen, Kostenerstattung und bezahlte Aufträge. - Kapitel 6: warum persönliche Unterstützung der Mitwirkenden außerhalb der Stiftung fließt. - Kapitel 7: das Register der Vorteile und Verbindungen. - Kapitel 8: die Bedingungen für die weiteren Säulen sowie zwei Wege für kleine Initiativen, also das Übergangsbudget des Vorstands und zweckgebunden finanzierte Initiativen. - Kapitel 9: den Weg zur Übergabe der besonderen Befugnisse des Stifters. - Kapitel 10: die Bedingungen, die jeder Schritt hin zu einer Beteiligung digitaler Intelligenz an der Leitung erfüllen muss. - Kapitel 11: offene Werkstätten, Versuche vor der vollständigen Einführung und öffentliche Güter, einschließlich der Lizenzen. - Kapitel 12: die Aufzeichnung von Entscheidungen und Fehlern, öffentliche Register, Streitfälle und die Art, wie Regeln geändert werden. Unsere Verpflichtungen haben mehrere Ebenen. Die Satzung ist das Recht der Stiftung: Sie bindet die Stiftung formal, und ihre Änderungen beschließt der Vorstand gemäß der Satzung und meldet sie zur Eintragung in das Landesgerichtsregister an. Das Manifest ist eine Verpflichtung gegenüber den Menschen: Es sagt, was wir tun wollen und warum. Die Ordnungen, die der Vorstand auf Grundlage von § 14 Abs. 2 der Satzung beschließt, beschreiben die genauen Verfahren. Die Whitepaper zeigen, wie das funktionieren soll und wo die Grenzen dessen liegen, was wir heute gewährleisten können. Dieses Dokument ist zugleich ein Entwurf künftiger Ordnungen: Es beschreibt Grundsätze, bevor wir sie formell beschließen. Die höhere Ebene setzt der niedrigeren Grenzen. Das Manifest verspricht nichts, was die Satzung verbietet, und eine Ordnung darf keinem von beiden widersprechen. Wenn wir weiter gehen wollen, als die geltende Satzung erlaubt, schreiben wir darüber als Absicht, und das [Register der Satzungsänderungen](statut/rejestr-zmian.md) zeigt, wie es war, was wir ändern wollen, wozu und mit welcher Intention. Wir veröffentlichen es zusammen mit allen Fassungen der Satzung.[^statut-2026] Für die unten beschriebenen Grundsätze sind heute folgende Bestimmungen der Satzung am wichtigsten. Die Stiftung betreibt keine eingetragene, auf Gewinn ausgerichtete wirtschaftliche Tätigkeit (§ 7 Abs. 1), und Einzahlungen aus entgeltlicher gemeinnütziger Tätigkeit decken ausschließlich deren Kosten (§ 10 Nr. 4). Das Vermögen der Stiftung darf zugunsten von Organmitgliedern oder Ehrenamtlichen nicht zu anderen Bedingungen verwendet werden als gegenüber Dritten (§ 11 Nr. 2). Die Arbeit der Stiftung beruht auf der unentgeltlichen Arbeit von Ehrenamtlichen, und gegen Bezahlung dürfen nur Leistungen externer professioneller Anbieter vergeben werden (§ 12). Der Stifter beruft den Vorstand, der auf unbestimmte Zeit amtiert, und beruft ihn ab (§ 13), und eine Satzungsänderung erfordert einen einstimmigen Beschluss aller Vorstandsmitglieder und die vorherige Zustimmung des Stifters, sofern der Stifter nicht dem Vorstand angehört (§ 15 Abs. 1). Den Rahmen für das Handeln des Vorstands bestimmt auch das Stiftungsgesetz.[^fundacje] **Stand am 31. Oktober 2026.** Die erste Einzahlung auf das Konto der Stiftung ist der Gründungsfonds von 1.000 PLN vom Stifter; ab diesem Tag nehmen wir Spenden per Überweisung in Złoty, Euro und Dollar an und zeigen sie im öffentlichen Register der Einzahlungen und Ausgaben. Von den Registern aus Kapitel 12 führen wir heute das Register der Satzungsänderungen sowie das Register der Einzahlungen und Ausgaben. Die in diesem Dokument genannten Ordnungen werden wir vor der ersten Vorauszahlung erarbeiten. Bevor wir sie annehmen, werden wir Folgendes haben: - Nutzungsbedingungen, die auf ihre Vereinbarkeit mit dem Verbraucherrecht geprüft sind; - ein Rechtsgutachten zu Zahlungskosten und Vorauszahlungen; - ein gesondertes Konto für Vorauszahlungen; - Regeln für die Erstattung von Guthaben. ## 2. Die agile Phase: wie wir entscheiden, bevor die Abstimmung greift Bis zur Inbetriebnahme der verbindlichen Abstimmung der Gemeinschaft arbeitet die Stiftung in der agilen Phase. Der Vorstand trifft laufende Entscheidungen im Rahmen von Gesetz und Satzung, auch dann, wenn schnell auf Veränderungen in der Technologie, in der öffentlichen Debatte und in den Bedürfnissen der Menschen reagiert werden muss. Wir halten die Entwicklung nicht an, bis ein vollständiges Abstimmungssystem besteht: In dieser Zeit entscheidet der Vorstand über die Ausgaben für Unterhalt und Entwicklung der Säule I, also von Suveria und Omniforum. Die Satzung erlaubt dem Vorstand mehr, als er nutzen will. Unser Ziel ist, dass alle Entscheidungen, die wir der Gemeinschaft übergeben, in ihrer Abstimmung fallen und verbindlich sind. Dafür brauchen wir einen Mechanismus, der funktioniert und den wir unterhalten können, deshalb nähern wir uns ihm in Schritten. Bis dahin fragt der Vorstand aus freier Entscheidung und nicht aus rechtlicher Pflicht die Gemeinschaft in Konsultationen zu wesentlichen Angelegenheiten nach ihrer Meinung und veröffentlicht die Begründung jeder wesentlichen Entscheidung, auch einer Ablehnung. Eine Konsultation erfordert keine Verifizierung der Teilnehmenden, daher kann eine Person darin viele Stimmen abgeben: Sie zeigt die Meinung der Teilnehmenden, ist aber keine Abstimmung im Sinne der Satzung. Vor jeder Konsultation kündigt der Vorstand an, wie er ihr Ergebnis behandeln wird. Die Teilnehmenden können jede Entscheidung des Vorstands anfechten, und der Vorstand antwortet öffentlich auf Einwände. Die agile Phase endet schrittweise, so wie die Kraft der Abstimmung schrittweise wächst, und jeder Schritt ist ein Versuch. Zuerst führen wir Versuche ohne finanzielle Folgen durch, dann Abstimmungen über echte Entscheidungen zu einem kleinen, abgegrenzten Mittelpool und zu Maßnahmen, die sich rückgängig machen lassen, und danach erweitern wir den Umfang. Vor jedem Versuch kündigen wir seinen Umfang, seine Dauer und die Art an, wie der Vorstand das Ergebnis behandeln wird. Nach seinem Abschluss veröffentlichen wir eine Zusammenfassung: ob sich das Ergebnis umsetzen ließ, wie sich der Versuch auf die Führung der Stiftung und die Entscheidungsfindung ausgewirkt hat, welche Fehler und Missbräuche wir entdeckt haben und was wir ändern. Den Umfang erweitern wir erst auf Grundlage dieser Zusammenfassungen, weil wir keine Verpflichtungen eingehen wollen, die wir nicht einhalten können. Etappen, Verifizierung der Teilnehmenden und Schutz des Wahlgeheimnisses beschreibt das [Whitepaper zum Omniforum](whitepaper-omniforum.md). Damit das Ergebnis einer Abstimmung die Stiftung formal bindet und nicht nur aufgrund einer freien Entscheidung des Vorstands, ist eine Satzungsänderung nötig (Z4 im Änderungsregister), weil § 8 Abstimmungen und Konsultationen heute lediglich zulässt. Solange ein Versuch die Einzigartigkeit jeder abstimmenden Person nicht bestätigt, nennen wir ihn Konsultation und nicht Abstimmung im Sinne von § 8 Abs. 2 der Satzung. Wenn die Abstimmung eine bestimmte Art von Entscheidungen übernimmt, kann der Vorstand die Umsetzung des Ergebnisses nur aus Gründen aussetzen, die vor der Abstimmung beschrieben wurden, zum Beispiel wegen eines entdeckten Fehlers im Protokoll, eines dokumentierten Missbrauchs in großem Umfang oder eines Ausfalls der Infrastruktur, mit öffentlicher Begründung und einem Termin für die erneute Prüfung. ## 3. Dienste möglichst nahe an den Kosten In diesem Kapitel beschreiben wir, wie man für Suveria und die anderen Dienste der Stiftung bezahlt. Der Grundsatz ist einfach: Alle zahlen für das, was sie tatsächlich nutzen, zusammen mit einem fair berechneten Anteil an den gemeinsamen Kosten, sehen, wofür sie zahlen, und legen die Grenze ihrer Ausgaben selbst fest. Die Gebühr deckt die Kosten und nicht mehr, und alles, was jemand darüber hinaus geben möchte, ist eine freiwillige Spende, die wir gesondert ausweisen. ### 3.1. Die Rechnung für die tatsächliche Nutzung Die Rechnung umfasst die tatsächliche Nutzung der Dienste im jeweiligen Zyklus und einen offen zugewiesenen Anteil an den Fixkosten, die die Infrastruktur betriebsbereit halten. Darin berechnen wir Rechenleistung, Speicher, Datenübertragung, Sicherheit, Zahlungen, Buchhaltung, Betreuung, die Sicherung der Kontinuität sowie Verschleiß und Ersatz der Hardware. Ausgaben teilen wir in einmalige, fixe und nutzungsabhängige ein. Gemeinsame Kosten verteilen wir nach einer öffentlichen Regel, die wir in der Pilotphase aus zwei Varianten wählen werden: proportional zur Nutzung oder zu gleichen Teilen unter den aktiven Konten. Die Regel prüfen wir bei unterschiedlicher Auslastung der Dienste, damit die Rechnung sowohl die direkte Nutzung als auch die Kosten der Verfügbarkeit zeigt. Die Abrechnungseinheiten und die geschätzten Kosten einer Aufgabe lassen sich jederzeit überprüfen, und das Ausgabenlimit legt jede Person selbst fest. Wenn wir einen Preis ändern, veröffentlichen wir den Grund und die Auswirkungen auf die Nutzenden. Einsparungen senken die Gebühren, während wir Entwicklung, Sicherheitsüberprüfungen und Rücklage aus Spenden finanzieren, nach den beschlossenen Regeln. Die Höhe der Einzahlungen erhöht weder das Gewicht der Stimme noch irgendwelche anderen Rechte der Teilnehmenden. Das Guthaben führen wir in einer einzigen Währung: in derjenigen, in der die Stiftung den Großteil der Infrastruktur bezahlt, heute in US-Dollar; in derselben Währung nennen wir die Preise der Dienste. Einzahlungen wollen wir auch in anderen Währungen annehmen: Eine solche Einzahlung rechnen wir einmal um, bei der Einzahlung, zu dem Kurs, den die teilnehmende Person vor der Zahlung sieht. Die Kosten eines Modells, das in einer anderen Währung abgerechnet wird, rechnen wir zu dem Kurs um, zu dem die Stiftung tatsächlich bezahlt hat, und zeigen das auf der Rechnung. Eine Änderung der Währung des Guthabens kündigen wir im Voraus an, wie eine Preisänderung. Die Bücher der Stiftung führen wir in Złoty. Die Stiftung verdient nicht an ihren Diensten. Die Gebühr deckt deren Kosten und nicht mehr: So bestimmt es § 10 Nr. 4 der Satzung, und nach dem Gesetz über gemeinnützige Tätigkeit und Freiwilligenarbeit würde eine Gebühr über den Kosten diese Tätigkeit in eine wirtschaftliche Tätigkeit verwandeln, die die Stiftung nicht betreibt.[^pozytek] Ein kostennaher Preis allein entscheidet jedoch nicht alles. Bevor wir Entgelte einführen, werden wir in einem Rechts- und Steuergutachten die Art dieser Tätigkeit prüfen, alle Voraussetzungen aus Art. 9 des Gesetzes, auch die zu Vergütungen, die umsatzsteuerliche Abrechnung sowie den Umgang mit einem etwaigen Überschuss. Deshalb ist jede Unterstützung über die Kosten hinaus eine freiwillige Spende, getrennt von der Gebühr auf der Rechnung und in den Büchern. Aus demselben Grund schaffen wir keine Kryptowährungen, um sie zu verkaufen, und verdienen nicht an ihrem Handel; Registertechnologien nutzen wir nur dort, wo sie Transparenz und Überprüfbarkeit unterstützen. Unentgeltliche Arbeit für die Gemeinschaft, die Ausgaben verringert, berücksichtigen wir im Plan zusammen mit der Information, von wessen Verfügbarkeit der Dienst abhängt und wer wen vertreten kann. Am Anfang, wenn es wenige Teilnehmende gibt, verteilen sich die Fixkosten der privaten Umgebung auf wenige Personen. Es geht um eine oder zwei vertrauliche Maschinen, auf denen das Gateway, das Gedächtnis und die Dateien der Nutzenden laufen; nach der Berechnung im [Whitepaper zu Suveria](whitepaper-suveria.md) (Abschnitt 8.1) kosten sie zusammen 170–340 USD im Monat. Bei 30 Teilnehmenden sind das etwa 6–11 USD pro Person, bei hundert 1,70–3,40 USD und bei tausend einige Dutzend Cent. Diese Kosten weisen wir gesondert aus und decken sie aus einem zuvor angesammelten Budget zur Unterstützung der Pilotphase, zum Beispiel aus Spenden, die für Suveria bestimmt sind, mit festgelegtem Betrag, Zeitraum und Regeln für die Zeit, nachdem es aufgebraucht ist. Wir gehen nicht davon aus, dass wir solche Mittel bereits haben. Den Anteil der teilnehmenden Person an den gemeinsamen Kosten geben wir vor dem jeweiligen Abrechnungszyklus bekannt; er liegt stets innerhalb ihres Limits, und die Rechnung zeigt, welchen Teil der Kosten die Unterstützung trägt und welchen die Teilnehmenden. Das Ende der Unterstützung erzeugt keine rückwirkenden Gebühren, und nicht verbrauchte Vorauszahlungen bleiben Eigentum der Teilnehmenden. ### 3.2. Aufrunden der Rechnung als Spende Bei der Kontoeröffnung fragen wir, ob die teilnehmende Person jede Rechnung auf den vollen Dollar oder einen annähernd entsprechenden Betrag in der Landeswährung aufrunden möchte. Wir fragen, statt die Option für jemanden anzukreuzen, weil das Gesetz für jede zusätzliche Zahlung eine ausdrückliche Zustimmung verlangt (Art. 10 des Gesetzes über Verbraucherrechte) und die Wahl bei der teilnehmenden Person liegen soll. Die Differenz, die bei fast jeder Rechnung entsteht, fließt dann als Spende in das gemeinsame Budget, aus dem wir eine Rücklage für den Unterhalt der Dienste und weitere Tätigkeiten aufbauen. Wir erklären, wofür dieses Geld verwendet wird, und ermutigen zu dieser Möglichkeit, kreuzen sie aber für niemanden an; die Entscheidung lässt sich jederzeit mit einer einzigen Einstellung ändern. Die Rechnung zeigt die Gebühr für den Dienst und den Spendenbetrag getrennt. Spenden aus dem Aufrunden verbuchen wir gesondert, und ihre Summe und Verwendung zeigen wir in regelmäßigen Aufstellungen und im öffentlichen Register der Einzahlungen aus Kapitel 4. Eine größere, freiwillige Unterstützung der Weiterentwicklung ist eine gesonderte Entscheidung der teilnehmenden Person: Diese Unterstützung fließt in das gemeinsame Budget, über dessen Verwendung die Gemeinschaft entscheiden soll, und bis zur Inbetriebnahme der Abstimmung gelten die Regeln aus den Kapiteln 2 und 8. ### 3.3. Vorauszahlung, Limit und Erstattungen Bei der Einzahlung gibt die teilnehmende Person einen einzigen Betrag ein, und genau dieser Betrag wird ihrem Guthaben gutgeschrieben, unabhängig von der Zahlungsart. Darunter zeigen wir, was die Zahlungsabwicklung kostet, und eine Schaltfläche, mit der man diese Kosten freiwillig durch eine Spende decken kann; wir aktivieren sie für niemanden vorab. Die Spende ist vom Guthaben getrennt. Die Transaktionsgebühr fällt auch auf die Spende selbst an, daher nennt die Schaltfläche den Betrag, der die Abwicklungskosten der gesamten Zahlung deckt. Beispiel: Bei einer Einzahlung von 20 USD per Karte und einer beispielhaften Transaktionsgebühr von etwa 2,8 % der gesamten Zahlung schlägt die Schaltfläche 0,58 USD vor. Ohne die Schaltfläche buchen wir 20,00 USD ab, der gesamte Betrag geht auf das Guthaben, und die Abwicklungskosten der Zahlung werden über die gemeinsamen Kosten getragen. Mit der Schaltfläche buchen wir 20,58 USD ab: 20,00 USD gehen auf das Guthaben, und 0,58 USD sind eine Spende, die die Abwicklungskosten dieser Zahlung vollständig deckt. Vor der Bestätigung der Zahlung zeigen wir einen einzigen Höchstbetrag, der von der Karte abgebucht wird, gesondert das Dienstguthaben und gesondert jede gewählte Spende. Die Nutzungsbedingungen werden ein vollständiges Beispiel von der Einzahlung bis zur Erstattung zeigen. Bei der Einzahlung legt die teilnehmende Person auch fest, wie viel sie höchstens ausgeben möchte, zum Beispiel 20 Dollar für die Arbeit mit digitaler Intelligenz. Sie kann gesondert erklären, welchen Teil des nicht verbrauchten Betrags sie bis zu einer angegebenen Grenze der Stiftung als Spende überlässt, zum Beispiel: „Wenn ich weniger verbrauche, gib bis zu 5 Dollar vom Rest an das gemeinsame Budget.“ Ohne eine solche Erklärung bleibt der gesamte nicht verbrauchte Betrag ihr Eigentum. Wir schlagen vor, die tatsächlichen Transaktionsgebühren eines Zeitraums in den gemeinsamen Kosten abzurechnen, proportional zu den Einzahlungen und für jede Zahlungsart gleich, und sie auf der Rechnung als eigene Zeile auszuweisen; Spenden für die Zahlungskosten verringern diese Summe. Das ist eine solidarische Wahl: Wer eine günstigere Zahlungsart nutzt, finanziert die Transaktionsgebühren teurerer Zahlungsarten mit, deshalb zeigen wir, welche Zahlungsarten die Gemeinschaft am wenigsten kosten. Die Berechnungsweise und der größtmögliche Anteil an den gemeinsamen Kosten stehen vor dem Abrechnungszyklus fest und liegen innerhalb des Limits der teilnehmenden Person. Im Konto werden gesondert angezeigt: das Guthaben, die Mittel, die für laufende Anfragen und für den angekündigten Anteil an den gemeinsamen Kosten reserviert sind, sowie der verfügbare Betrag. Beispiel bei einem Guthaben von 20 USD und ohne laufende Anfragen: | Im Konto | Betrag | | --- | --- | | Guthaben | 20,00 USD | | Reserviert für den angekündigten Anteil an den gemeinsamen Kosten | bis zu 0,60 USD (im Beispiel 3 % des Guthabens) | | Verfügbar für neue Anfragen | höchstens 19,40 USD | Nach der Abrechnung geben wir den nicht genutzten Teil der Reservierung frei. Die Abrechnung erzeugt weder nicht vereinbarte Nachzahlungen noch ein negatives Guthaben; einen etwaigen Überschuss über den angekündigten Anteil hinaus decken wir aus einer zuvor abgegrenzten Rücklage. EU-Vorschriften verbieten es, für einen Teil der Zahlungsinstrumente Entgelte zu verlangen, unter anderem für Verbraucherkarten, die der Regulierung der Interchange-Entgelte unterliegen, und für SEPA-Überweisungen, mit bestimmten Ausnahmen.[^psd2] Die beschriebene Aufteilung der Kosten ist unser Vorschlag zur rechtlichen Bewertung und keine automatische Folge dieses Verbots. Den Zahlungsdienstleister wählen wir nach einem Vergleich der Transaktionsgebühren, und die Mindesteinzahlung legen wir so niedrig wie möglich fest, unter Berücksichtigung der Kosten ihrer Abwicklung; ihren aktuellen Betrag, ihre Währung und das Datum, ab dem sie gilt, nennen die Nutzungsbedingungen oder die Preisliste vor der Einzahlung. Die niedrigste Einzahlung soll anfangs einen Dollar oder den Gegenwert betragen; auch sie wird vollständig dem Guthaben der teilnehmenden Person gutgeschrieben, und in das gemeinsame Budget fließt nur, was die teilnehmende Person selbst ausdrücklich erklärt. Die Vorauszahlungen der Teilnehmenden halten wir auf einem gesonderten Bankkonto und decken aus ihnen keine Kosten der Stiftung, bevor der Dienst erbracht ist; ihre Summe zeigen wir im Register. Ob das Recht eine zusätzliche Absicherung verlangt, werden wir vor der ersten Vorauszahlung prüfen. Nicht verbrauchtes Guthaben kann jederzeit zurückgefordert werden. Die Option zur Erstattung ist im Konto gut sichtbar und erfordert so wenige Schritte wie möglich; angestrebt ist eine einzige Schaltfläche. Die Erstattung erfolgt auf eine zuvor verifizierte Zahlungsart, standardmäßig über denselben Kanal, über den die teilnehmende Person bezahlt hat; die Art der Erstattung legen wir schon bei der Kontoeröffnung fest. Nach der Kündigung des Kontos oder der Einstellung des Dienstes wird das Guthaben automatisch auf demselben Weg zurückgezahlt. Die Frist für die Erstattung, ihre etwaigen Kosten und das Vorgehen, wenn die ursprüngliche Zahlungsart nicht verfügbar ist, werden die Nutzungsbedingungen festlegen. Sie werden den Dienst auch vor Missbrauch schützen, zum Beispiel vor Serien von Einzahlungen und Erstattungen ohne Nutzung des Dienstes, im Rahmen des Verbraucherrechts. Die erste Erstattung bei gewöhnlicher Nutzung bleibt einfach. Bei wiederholten Einzahlungen und Erstattungen ohne Nutzung des Dienstes können wir Aufladungen per Karte begrenzen oder um eine Überweisung bitten. Guthaben, das niemand abgerufen hat, bleibt auf dem Konto der teilnehmenden Person und fließt nicht in das Budget der Stiftung. Das Vorgehen nach dem Tod einer teilnehmenden Person oder in anderen besonderen Situationen bestimmt das Recht des zuständigen Landes. Die Erstattungsfrist, die Abrechnung von Differenzen zwischen Schätzung und tatsächlichen Kosten und die übrigen Einzelheiten werden die Nutzungsbedingungen festlegen, die vor der Annahme der ersten Vorauszahlung erarbeitet und auf die Vorschriften zum Verbraucherschutz geprüft werden. ## 4. Ein Budget, das man verstehen kann Wir möchten, dass alle verstehen können, woher die Stiftung ihr Geld hat, wie viel davon sie wirklich ausgeben kann und wofür sie es ausgibt. Deshalb zeigen wir nicht einen einzigen Betrag auf dem Konto, sondern teilen das Geld danach auf, wem es gehört und wofür es bestimmt ist. In der Abrechnung unterscheiden wir fünf Arten von Geld: | Art des Geldes | Was das bedeutet | Können wir es für neue Zwecke ausgeben? | | --- | --- | --- | | Mittel, die den Nutzenden zustehen | Nicht verbrauchte Vorauszahlungen und Guthaben der Teilnehmenden | Nein, sie gehören den Teilnehmenden | | Für einen bestimmten Zweck anvertrautes Geld | Zweckgebundene Spenden, zum Beispiel für eine konkrete Initiative oder für die Pilotphase von Suveria | Nur für diesen Zweck | | Eingegangene Verpflichtungen | Geld, das wir bereits für geplante Ausgaben bestimmt haben | Nein, es ist bereits gebunden | | Absicherung des Betriebs der Dienste | Rücklage, ohne die Suveria und Omniforum nicht mehr funktionieren würden | Nein, sie schützt die Kontinuität der Dienste | | Frei verfügbare Mittel | Was nach allen oben genannten übrig bleibt | Ja, stets mit Vorrang für Säule I (Kapitel 8) | Jeden Betrag ordnen wir nur einer einzigen Kategorie zu, damit nichts doppelt gezählt wird. Die Kosten für den Unterhalt der Dienste umfassen alles, ohne das Suveria und Omniforum nicht mehr funktionieren würden: Rechenleistung, Datenspeicherung und Sicherungskopien, Domains, Zahlungsabwicklung sowie die vorgeschriebene Buchhaltung. Deshalb ist der Stand des Bankkontos kein Budget zur freien Verteilung, und die Rücklage besteht weder aus Geld, das versprochen, aber noch nicht eingezahlt ist, noch aus Geld, das jemand anderem zusteht. Öffentlich sind die Kostenkategorien, die Bedingungen größerer Verträge, die Entscheidungen und ihre Begründungen. Jede Ausgabe soll sich mit der Entscheidung verbinden lassen, die zu ihr geführt hat, und mit deren Ergebnis. Dabei schützen wir personenbezogene Daten, Zugangsdaten und Informationen, deren Offenlegung das Risiko für die Infrastruktur erhöhen würde. Auf der Website der Stiftung wollen wir ein öffentliches Register der Einzahlungen und Ausgaben führen, möglichst zeitnah. Jede Einzahlung auf das Konto der Stiftung und jede Ausgabe erscheint darin mit Datum, Betrag und kurzer Beschreibung, und bei Ausgaben ergänzen wir, wofür das Geld verwendet wurde und warum es nötig war. Die Daten von Personen schützen wir: Spendende nennen wir nur dann namentlich, wenn sie das selbst wünschen, und die übrigen Einzahlungen beschreiben wir allgemein, zum Beispiel „Spende einer Privatperson“. Verwendungszwecke von Überweisungen veröffentlichen wir nicht wörtlich, weil sie oft personenbezogene Daten enthalten; die Beschreibung jedes Eintrags erstellen wir selbst. Das Register ermöglicht allen, die Finanzen der Stiftung zu verfolgen, ersetzt aber weder die Buchführung noch den Jahresabschluss; einen fehlerhaften Eintrag korrigieren wir offen. Den Mechanismus werden wir an der ersten Einzahlung erproben: dem Gründungsfonds in Höhe von 1.000 PLN. Jedes Projekt hat ein Limit, eine verantwortliche Person, ein überprüfbares Ergebnis, Termine für die Überprüfung und Regeln für den Umgang mit Geld, das nicht ausgegeben wird. Geld können wir in Etappen auszahlen. Eine Überschreitung des Budgets erfordert eine neue Entscheidung, und der Abschluss eines Projekts umfasst Abrechnung und Schlussfolgerungen. Wir zeigen auch, welcher Teil der Ausgaben unmittelbar der Verwirklichung der satzungsmäßigen Zwecke dient. Wir berechnen ihn aus tatsächlich ausgegebenem Geld und zeigen Rücklagen gesondert, zusammen mit den Definitionen der Kategorien, der Art, wie gemeinsame Kosten zugeordnet werden, und einer Erklärung der Veränderungen zwischen den Zeiträumen. Dieses Verhältnis zeigen wir zusammen mit der Kostenstruktur, weil auch Sicherheit, Unterhalt und rechtliche Betreuung einen realen Wert haben. Menschen mit geringeren finanziellen Möglichkeiten können die Dienste zu solidarischen Bedingungen nutzen, stets mit angegebener Finanzierungsquelle: aus Einzahlungen, die Spendende für diesen Zweck bestimmt haben, aus Förderungen in Form von Rechenleistung, die die Stiftung erhalten hat, oder aus Zugängen, die ein Sponsor bezahlt hat. Dabei legen wir nicht offen, woran die Personen arbeiten, die eine solche Hilfe nutzen. Die Regeln der Hilfe schützen sie vor Stigmatisierung und ermöglichen es, die Abrechnung zu überprüfen. **Bereitschaft, das Erbe anzutreten.** Das Manifest (Abschnitt 1.1) beschreibt, dass nach einer Phase des Investitionsfiebers günstige Rechenleistung und Hardware übrig bleiben können. Wenn Rechenleistung oder Hardware billiger werden oder jemand sie der Stiftung überlassen möchte, berechnen wir die vollen Nutzungskosten und nicht nur den Kaufpreis: Strom, Kühlung, Platz, Betreuung und die Zeit von Menschen, auch die Kosten, sie betriebsbereit zu halten. Schnell alternde Hardware mieten wir eher, als sie zu kaufen; dauerhafte Ressourcen wie der Zugang zum Netz oder zu Energie können einen längeren Vertrag wert sein. Gespendete Hardware nehmen wir nach den Regeln des Spendenverzeichnisses und des Registers der Vorteile an. Die Art, wie solche Entscheidungen getroffen werden, bereiten wir rechtzeitig vor, um bei fallenden Preisen schnell und offen handeln zu können. ## 5. Arbeit, Rollen und Aufträge In der römischen Republik wurden die höchsten Ämter in der Regel für ein Jahr und ohne Vergütung ausgeübt. Die Überlieferung erinnert an Cincinnatus: Nach Livius fanden ihn im Jahr 458 v. Chr. Gesandte bei der Feldarbeit und überbrachten ihm die Nachricht, dass ihm für die Dauer des Krieges die höchste Gewalt übertragen worden sei. Am sechzehnten Tag, als die Gefahr vorüber war, legte er sie nieder und kehrte auf seinen Hof zurück.[^cyncynat] Dieses Bild gibt gut wieder, wie wir arbeiten wollen: Wer sich in einer Sache auskennt, übernimmt eine Aufgabe für eine gewisse Zeit, erledigt sie und kehrt in das eigene Leben zurück. Die Stiftung soll handlungsfähig sein, ohne dass sich irgendjemand dauerhaft an sie binden muss, und aus der Übernahme von Rollen in ihr soll kein Beruf erwachsen. Aus der Geschichte nehmen wir auch eine Warnung mit: Unbezahlte Ämter konnten in Rom vor allem Wohlhabende ausüben, deshalb erstatten wir Kosten und erwarten keine Opfer über die eigenen Möglichkeiten hinaus. Im Folgenden beschreiben wir freiwillige Arbeit und befristete Rollen (5.1), die Kostenerstattung (5.2), bezahlte Aufträge (5.3) sowie die Werkstatt, in der man eine Aufgabe übernehmen kann (5.4). ### 5.1. Freiwillige Arbeit und die Möglichkeit zu gehen Die Stiftung stützt sich auf die Arbeit von Menschen, die diese Richtung weiterentwickeln wollen, und darauf, dass alle ihren Anteil verringern oder eine Rolle abgeben können. Niemand muss die Aufrichtigkeit der eigenen Absichten durch die Bereitschaft zu grenzenlosen Opfern beweisen. Die Kontinuität des Betriebs darf nicht davon abhängen, dass eine ehrenamtlich tätige Person zu jeder Zeit verfügbar ist: Wenn Menschen fehlen, die sich um einen Dienst kümmern können, verringern wir seinen Umfang oder seine Verfügbarkeit. Vor einer neuen Verpflichtung prüfen wir, ob wir sie erfüllen und aufrechterhalten können, und nicht nur, ob Interesse an ihrem Start besteht. Heute stützt sich die Stiftung auf die Arbeit einer einzigen Person, ohne Vergütung, und diese Person ist das einzige Mitglied des Vorstands. Wir sagen das, weil davon die Kontinuität der Dienste abhängt; deshalb sind das Verzeichnis der Zugänge, der Kontinuitätsplan und eine zweite Person im Vorstand erste Aufgaben und keine späteren. Sollte diese Person nicht mehr verfügbar sein, könnte sich die Erstattung von Guthaben bis zur Berufung neuer Personen verzögern; das Guthaben bleibt Eigentum der teilnehmenden Person und verfällt nicht. Den Satz über die Verzögerung werden wir streichen, sobald eine zweite Person mit eigenem Zugang im Vorstand ist. Eine Rolle mit Entscheidungsbefugnissen beschreiben wir durch Zweck, Entscheidungsumfang, Art der Übertragung und des Widerrufs, Dauer, Überprüfungstermin und Vertretung. Eine Verlängerung der Rolle erfordert eine öffentliche Entscheidung. Ihr Abschluss umfasst eine Zusammenfassung der Arbeit, die Übergabe der Dokumentation an die Nachfolgenden und die Aktualisierung der Zugänge. Die zeitliche Begrenzung von Befugnissen lässt sich mit weiterer Hilfe derselben Person verbinden, die dann als erfahrene Kraft mitwirkt. Wir suchen eine zweite Person für den Vorstand. Die Rolle: gemeinsame Verantwortung für Finanzen, Zugänge und Verpflichtungen gegenüber den Nutzenden; ohne Vergütung (§ 12 Abs. 3 der Satzung); ein im Voraus vereinbarter Zeitaufwand, mit einer Überprüfung der Zusammenarbeit nach einem Jahr. Benötigte Erfahrung: Führung der Finanzen einer Organisation oder Verantwortung für einen Dienst, den andere Menschen genutzt haben. Eigenes Geld ist keine Voraussetzung und verschafft keinen Vorrang. Der Weg: drei Monate Teilnahme an den Beratungen und Einblick in die Finanzen als ehrenamtlich tätige Person, danach Berufung durch den Stifter (§ 13 Abs. 3 der Satzung) mit öffentlicher Begründung und Eintrag in das Register der Vorteile. Das Fehlen einer Vergütung für die Ausübung einer Funktion beseitigt nicht die anderen Vorteile, die Macht mit sich bringt: Einfluss, Kontakte, Informationen und die Verteilung von Aufgaben. Deshalb braucht es die Offenlegung von Interessenkonflikten, den Verzicht auf die Mitwirkung an Entscheidungen in eigener Sache und die Möglichkeit, Entscheidungen zu kontrollieren. Die Zahl geleisteter Stunden, die Sichtbarkeit eines Beitrags und die erhaltene Hilfe bleiben vom Stimmrecht getrennt. ### 5.2. Kostenerstattung Kostenerstattung ist keine Bezahlung für Zeit. Sie bedeutet, Geld zurückzugeben, das jemand aus eigener Tasche ausgelegt hat, um eine Aufgabe der Stiftung zu erfüllen, zum Beispiel für ein Ticket zu einem Arbeitstreffen oder für die Bezahlung einer Domain oder eines Dienstes. Ein Vorstandsmitglied kann ausschließlich die Erstattung belegter, notwendiger Kosten erhalten, die für satzungsmäßige Aufgaben im Namen der Stiftung entstanden sind (§ 13 Abs. 5 der Satzung). Gegenüber Ehrenamtlichen trägt die Stiftung die Kosten von Dienstreisen und Tagegelder zu denselben Bedingungen wie für Beschäftigte, es sei denn, die ehrenamtlich tätige Person befreit die Stiftung schriftlich davon; andere notwendige Kosten und Schulungen kann die Stiftung tragen.[^wolontariat] Zu den Kosten einer Aufgabe gehört nur, was für sie notwendig ist. Ein Ticket zu einem Arbeitstreffen kann zu den Kosten der Aufgabe gehören, den privaten Teil einer Reise trägt die teilnehmende Person selbst. Jede Erstattung erfordert einen Beleg und fließt in die öffentliche Kostenaufstellung ein. ### 5.3. Bezahlte Aufträge Heute kann die Stiftung gegen Bezahlung lediglich Leistungen an externe professionelle Anbieter vergeben, zum Beispiel an ein Buchhaltungsbüro (§ 12 Abs. 3 der Satzung). Die übrige Arbeit, auch an der Software, beruht auf Ehrenamt (§ 12 Abs. 2). Zu Beginn wollen wir prüfen, ob alles, was wir brauchen, auf diese Weise entstehen kann. Sollte sich zeigen, dass sich ein Teil der Arbeiten so nicht erledigen lässt, werden wir erst dann die Satzung ändern, damit die Stiftung konkrete Arbeiten gegen Bezahlung an Personen und Firmen außerhalb des Vorstands vergeben kann, auf Grundlage zivilrechtlicher Verträge. Als ein solches Signal werden wir zum Beispiel eine Situation werten, in der zwei Wochen hintereinander niemand den Bereitschaftsdienst für einen Dienst übernimmt oder seine Verfügbarkeit unter eine bekanntgegebene Schwelle sinkt. Die Satzung ändern wir nur, wenn das für den nächsten Schritt nötig ist, und die neue Regel wenden wir sofort an, statt sie auf Vorrat zu beschließen. Entwurf und Begründung dieser Änderung beschreibt das [Register der Satzungsänderungen](statut/rejestr-zmian.md) (Änderung Z2). Feste Stellen wird es in der Stiftung nicht geben, denn das gehört zu ihrer Idee: Die Arbeit leisten Ehrenamtliche und, wenn es nötig ist, Ausführende konkreter Aufträge. Den Bereitschaftsdienst für eigene Hardware, falls wir einmal welche kaufen, werden wir als Dienstleistung an eine Firma vergeben. Ein Auftrag betrifft eine bestimmte Arbeit mit einem abzunehmenden Ergebnis und keine dauerhafte weisungsgebundene Arbeit, weil das Recht eine solche Arbeit unabhängig von der Bezeichnung des Vertrags als Beschäftigung behandelt.[^kp22] Falls es zu dieser Änderung kommt, wird eine Ordnung die Regeln der Auftragsvergabe beschreiben. Sie soll mindestens Folgendes festlegen: - einen öffentlichen Aufgabenumfang und Abnahmekriterien; - einen begründeten Preis; - den Ausschluss von Personen, die mit den Ausführenden verbunden sind, von der Entscheidung; - eine zusammenfassende Information über die geschlossenen Aufträge. Vorstandsmitglieder schließen mit der Stiftung keine entgeltlichen Verträge: Die Satzung erlaubt ihnen lediglich, die Erstattung belegter Kosten zu erhalten (§ 13 Abs. 5), und niemand soll an der Ausübung einer Funktion in der Stiftung verdienen. Eine ehrenamtlich tätige Person kann einen Auftrag für eine andere Arbeit annehmen als die, die sie ehrenamtlich leistet, und die klar davon getrennt ist. Bevor das zum ersten Mal geschieht, werden wir diese Situation rechtlich prüfen. ### 5.4. Die eigene Werkstatt und ein vorbereiteter Kontext Die Übernahme einer Aufgabe soll ihren Raum in der Umgebung öffnen, die die teilnehmende Person gewählt hat. Der Assistent auf Basis digitaler Intelligenz erhält, was für die Arbeit nötig ist: die Werte der Stiftung, Ziel und Grenzen der Aufgabe, die aktuellen Feststellungen aus dem Omniforum, wesentliche Argumente und offene Fragen, Quellen, das Ressourcenlimit und die Art, wie das Ergebnis bewertet wird. Die teilnehmende Person kann diesen Kontext prüfen, auf Lücken hinweisen und die Darstellung des eigenen Standpunkts verbessern. Der Beitritt zu einer Aufgabe gibt nur einen ausgewählten Umfang an Daten und Berechtigungen frei. Die Weitergabe des Kontexts, der Zugriff auf Werkzeuge und die Veröffentlichung der Aufzeichnung der Arbeit erfordern jeweils gesondert festgelegte Zustimmungen, und private Gespräche, Dateien und Zugangsdaten bleiben außerhalb dieses Umfangs, solange der Mensch nicht bewusst anders entscheidet. Bevor wir eine solche Verbindung bereitstellen, werden wir beschreiben, welche Daten die private Umgebung verlassen, an wen sie weitergegeben und wie sie verarbeitet werden. Nach einer Pause soll die Werkstatt zeigen, was sich geändert hat und wo man weitermachen kann, und Ergebnis und Stand der Aufgabe sollen sich an die nächste Person übergeben lassen, ohne das private Umfeld der teilnehmenden Person offenzulegen. In einem Versuch werden wir den Beginn einer Aufgabe, die Rückkehr nach einer Woche und die Übergabe der Arbeit prüfen: die Zeit, die es braucht, um den Kontext wiederzufinden, die Richtigkeit der Zusammenfassungen und die Einhaltung der Grenzen der Privatsphäre. Solange wir keine eigenen Server haben, können wir aus Mitteln der Säule I oder aus zweckgebundenen Spenden die Kosten von Werkzeugen tragen, die Ehrenamtliche brauchen, um den offenen Code von Suveria und Omniforum zu entwickeln und zu testen, zum Beispiel den Zugang zu Modellen über eine API oder Programmierwerkzeuge. Eine solche Unterstützung hat ein öffentliches Limit im Budget und ist keine Vergütung. Das Gesetz über gemeinnützige Tätigkeit und Freiwilligenarbeit erlaubt dies (Art. 45 Abs. 2); den Umfang solcher Kosten werden wir in einem Rechtsgutachten bestätigen.[^wolontariat] ## 6. Persönliche Unterstützung außerhalb der Stiftung Eine bessere Lebensqualität der Mitwirkenden ist Teil der Richtung der Stiftung, aber persönliche Unterstützung stammt nicht aus ihrem Vermögen und läuft nicht über ihre Konten. Die Satzung verbietet, das Vermögen der Stiftung zugunsten von Organmitgliedern und Ehrenamtlichen zu anderen Bedingungen zu verwenden als gegenüber Dritten (§ 11 Nr. 2), und zugleich kann man privat eine selbst gewählte Person unterstützen. Deshalb fließt Hilfe bei der Deckung von Bedürfnissen wie Wohnen, Ernährung oder medizinischer Versorgung direkt zwischen Menschen, zum Beispiel über Patronage-Plattformen oder direkte Zahlungen. Die Stiftung vermittelt sie nicht, und die steuerliche Behandlung einer solchen Unterstützung obliegt der Person, die sie erhält. Früher haben wir einen gemeinsamen Solidaritätsfonds erwogen, den die Stiftung führt. Wir verzichten darauf: Er wäre schwer mit der Satzung zu vereinbaren und würde den Lebensunterhalt eines Menschen von Entscheidungen der Organe der Stiftung abhängig machen. Persönliche Unterstützung ist nicht an eine Rolle, eine Aufgabe oder ein Stimmrecht gebunden. Die Ablehnung einer weiteren Aufgabe, die Abgabe einer Rolle oder Kritik an einer gemeinsamen Entscheidung haben keinen Einfluss auf die Rechte eines Menschen in der Stiftung. Direkte Unterstützung beseitigt nicht alle Abhängigkeiten. Popularität kann Geld zu den sichtbarsten Personen lenken, und ein Lebensunterhalt aus Spenden kann das Bedürfnis erzeugen, an einer Rolle festzuhalten. Es können auch Erwartungen der Unterstützenden und Interessenkonflikte entstehen. Deshalb tragen wir die persönliche Unterstützung von Personen, die die Stiftung leiten, über Ausgaben und Aufträge entscheiden oder sie vertreten, in das Register der Vorteile ein und legen bei Entscheidungen wesentliche Verbindungen offen. Wenn wir neben dem Beitrag einer mitwirkenden Person einen Link zu ihrem persönlichen Unterstützungskanal zeigen, tun wir das für alle zu gleichen Bedingungen, auch für weniger sichtbare Rollen, und ohne Rangliste nach Einnahmen. Unterstützung kauft keine Stimme, keine Rolle, keinen Vorrang für ein Projekt, keinen Zugang zu privaten Informationen und keinen Einfluss auf die Bewertung des Benchmarks. Vorstandsmitglieder erhalten, solange sie ihr Amt ausüben, keine persönliche Unterstützung aus dem Vermögen der Stiftung; sie können lediglich die Erstattung belegter Kosten ihrer Aufgaben erhalten, und Unterstützung, die sie von außerhalb der Stiftung bekommen, tragen sie in das Register der Vorteile ein. ## 7. Das Register der Vorteile Das Register der Vorteile und Verbindungen erfasst Personen, die die Stiftung leiten, über Ausgaben und Aufträge entscheiden oder sie vertreten, in dem Umfang, der mit diesen Rollen zusammenhängt. Wir tragen Leistungen ein, die im Zusammenhang mit einer Rolle, von einer Stelle, über deren Angelegenheiten die betreffende Person entscheidet, oder über einen persönlichen Unterstützungskanal erhalten wurden: zum Beispiel einen von einer Firma bezahlten Flug oder eine Übernachtung für eine Konferenz, Geschenke sowie Unterstützung über Patronage-Plattformen und direkte Zahlungen. Gewöhnliche private Einkünfte und Beziehungen, die nicht mit der Rolle zusammenhängen, bleiben privat. Unterstützung von Privatpersonen zeigen wir zusammengefasst, Unterstützung von Firmen und Institutionen namentlich. Eine zusammengefasste Darstellung entbindet nicht von der Prüfung eines Interessenkonflikts: Bewirbt sich zum Beispiel eine unterstützende Person um einen Auftrag der Stiftung, legen wir diese Verbindung offen. Kleine Geschenke wie ein Kugelschreiber oder ein Werbeartikel von einem Treffen dürfen persönlich angenommen werden, und auch sie tragen wir ein; Kleinigkeiten von einer einzigen Veranstaltung erfassen wir zusammen. Wertvollere Gaben, zum Beispiel eine Grafikkarte, einen Server oder einen Geräteprototyp, nehmen wir im Namen der Stiftung an: Sie gehen in ihr Vermögen und ihr Spendenverzeichnis ein und dienen gemeinsamen Aufgaben. Wo diese Grenze verläuft, beurteilt zunächst die beschenkte Person selbst; wir legen sie nicht durch einen festen Betrag fest. Wir nehmen keine Leistungen an, deren Bedingung Werbung oder sonstige werbliche Maßnahmen, eine öffentliche Hervorhebung, eine Empfehlung, ein bevorzugter Zugang zum Team oder ein Zugeständnis bei Entscheidungen ist. Die bloße Hoffnung der spendenden Person auf ein besseres Image ist kein Grund zur Ablehnung, und ein privater Dank ist weder Werbung noch eine sonstige werbliche Maßnahme. Eine Person, die mit einer Angelegenheit verbunden ist, wirkt an deren Entscheidung nicht mit. Ein Eintrag nennt die Quelle, die empfangende Person und ihre Rolle, Art und Wert der Leistung oder eine gekennzeichnete Schätzung, den Zweck, das Datum oder den Zeitraum sowie den Umgang mit dem Interessenkonflikt. Alle Einträge haben denselben Aufbau und eine chronologische Reihenfolge, ohne Logos, Slogans, Links zu Websites der Spendenden, Danksagungen und Ranglisten. Das Register kann Summen zeigen, die für die Kontrolle nötig sind, darunter den Gesamtwert der Leistungen aus einer einzigen Quelle. Beim Register erklären wir, dass es der Kontrolle dient und dass ein Eintrag allein keine Empfehlung und keine Partnerschaft bedeutet. Das Register werden wir laufend führen. Eine Leistung muss spätestens innerhalb von 30 Tagen nach ihrem Erhalt eingetragen werden, und eine Verbindung zu einer geplanten Entscheidung muss vor dieser offengelegt werden. Damit das nicht beschwerlich wird, werden wir einen einfachen Meldeweg vorbereiten, auch mit Hilfe eines Assistenten. Korrekturen bewahren die Geschichte eines Eintrags. Jeder Eintrag kann kommentiert werden, und wenn sich jemand irrt, sprechen wir offen darüber. Einwände prüfen Personen, die weder mit der schenkenden noch mit der beschenkten Person verbunden sind; die Entscheidung, ob eine Gabe zurückgegeben, an die Stiftung übergeben oder die Regeln für die Zukunft geändert werden, tragen wir mit Begründung in das Register ein. Die Pflicht zum Eintrag ergibt sich aus der tatsächlichen Annahme eines Vorteils im Zusammenhang mit einer Rolle, daher legen wir auch einen Vorteil offen, der unter Verstoß gegen die Regeln angenommen wurde, mit einer Beschreibung des Verstoßes und seiner Behebung. Ein bloßes Angebot oder eine unbestellte Sendung begründet keinen Eintrag; wurde ein unbestellter Gegenstand jedoch im Zusammenhang mit einer Rolle genutzt, unterliegt er der üblichen Prüfung und dem Eintrag. Die Zahl gewöhnlicher Ablehnungen geben wir zusammengefasst an, ein wesentliches Angebot im Zusammenhang mit einer Entscheidung oder einen Versuch der Einflussnahme beschreiben wir dagegen offen. Die Quelle kann eine Richtigstellung von Tatsachen melden, stimmt den Inhalt des Eintrags aber nicht ab. Stellt die Quelle einen Eintrag als Empfehlung, Partnerschaft oder Einfluss auf Entscheidungen der Stiftung dar, die es nicht gegeben hat, bitten wir um eine Richtigstellung, und im Wiederholungsfall kann eine Person ohne Interessenkonflikt entscheiden, dass wir von dieser Quelle keine weiteren Leistungen annehmen. Wir schützen Adressen, Ticketnummern, Zahlungs- und Gesundheitsdaten; die Veröffentlichung von Einzelheiten einer Reise kann bis zur Rückkehr aufgeschoben werden, wobei die frühere Meldung erhalten bleibt. Vor dem Start des Registers werden wir die Rechtsgrundlage und den notwendigen Umfang der Veröffentlichung von Daten festlegen, insbesondere wenn die Quelle einer Leistung eine Privatperson ist, sowie die Aufbewahrungsfrist für Dokumente.[^rodo-zasady] ## 8. Weitere Säulen: gemeinsame Entscheidungen und kleine Initiativen ### 8.1. Vorrang der Säule I und drei Bedingungen Säule I umfasst Suveria und Omniforum. Säule II „Hardware“ entwickelt offene materielle Lösungen, Säule III „Natur“ Initiativen, die mit dem Kontakt zur Natur verbunden sind. Die vollständige Inbetriebnahme dieser Säulen sowie die Finanzierung ihrer Projekte aus dem gemeinsamen Budget erfordern zusammen (Abschnitt 6.3 des Manifests): 1. Ein funktionsfähiges Omniforum mit einer Abstimmung, die Zero-Knowledge-Beweise nutzt, das Wahlgeheimnis schützt, die Überprüfung ermöglicht, dass eine Stimme berücksichtigt wurde, und eine einzige wirksame Stimme derselben berechtigten Person gewährleistet. 2. Tatsächlich angesammelte Mittel für mindestens sechs Monate Betrieb der Dienste Suveria und Omniforum, die unangetastet bleiben, nachdem das volle Budget des neuen Projekts zurückgelegt wurde. 3. Eine Entscheidung der Gemeinschaft, die das Projekt und seine Finanzierung in einer Abstimmung billigt, die der gesamten berechtigten Gemeinschaft zu gleichen Bedingungen offensteht. Wann wir eine Bedingung als erfüllt ansehen: - **eine Stimme:** nach mindestens einer verbindlichen Abstimmung, in der es einem öffentlichen Test mit Belohnung nicht gelungen ist, mit derselben Berechtigung eine zweite Stimme abzugeben oder eine Stimme mit einer Person zu verknüpfen; - **Rücklage:** wenn auf einem gesonderten Konto das Sechsfache der durchschnittlichen monatlichen Kosten für den Betrieb der Dienste aus den letzten drei Monaten liegt und wir diesen Betrag monatlich im Register zeigen; - **Entscheidung:** wenn die Gemeinschaft einem konkreten Vorschlag mit Budget, Auswirkung auf die Rücklage und Abbruchkriterium in einer Abstimmung zustimmt. Die Rücklage bilden weder nicht eingezahlte Zusagen noch Guthaben, die den Nutzenden zustehen, noch zweckgebundenes Geld oder Mittel, die durch eine andere Verpflichtung gebunden sind, und ein Mock-up der Abstimmung erfüllt die erste Bedingung nicht. Die Berechnung vor jeder Entscheidung zeigt die Kosten eines Monats Betrieb, die gesicherten Beträge und die Auswirkung der geplanten Verpflichtung auf die verfügbaren Mittel. Die Kosten eines Monats Betrieb berechnen wir nach den letzten Rechnungen und angekündigten Preisänderungen. Wenn die Abstimmung nicht mehr funktioniert oder die Rücklage unter sechs Monate sinkt, setzen wir neue Verpflichtungen der weiteren Säulen aus, und die Wiederherstellung der Bedingungen hat Vorrang. Bereits eingegangene Verpflichtungen rechnen wir ab, verringern sie mit Zustimmung der Parteien oder beenden sie gemäß Vertrag und Gesetz. Bevor die Bedingungen erfüllt sind, lassen wir zwei begrenzte Wege für kleine Initiativen mit festgelegtem Ende zu: das Übergangsbudget des Vorstands und vollständig zweckgebunden finanzierte Initiativen. Eine dauerhafte Tätigkeit einer Säule erfordert eine abschließende Entscheidung der Gemeinschaft. Beide Wege umfassen nur Tätigkeiten der Stiftung selbst, die in ihre gegenwärtigen Zwecke und Tätigkeitsformen fallen; die Finanzierung von Projekten von Personen und Einrichtungen außerhalb der Stiftung planen wir nicht. Tätigkeiten, die über die gegenwärtigen Zwecke aus § 5 der Satzung hinausgehen, erfordern die Änderung Z1 aus dem Änderungsregister. ### 8.2. Das Übergangsbudget des Vorstands Für das Übergangsbudget des Vorstands gelten vier Regeln: - **Zuwachs:** Das Budget wächst monatlich insgesamt um höchstens 5 % der neuen, freien Mittel aus den monatlichen Zuflüssen, gemeinsam für beide weiteren Säulen. Neue, freie Mittel sind Einzahlungen ohne angegebenen Zweck, die im jeweiligen Monat zu Bedingungen eingegangen sind, die eine solche Verwendung zulassen, und die nach Deckung der laufenden Kosten und der bestehenden Verpflichtungen sowie nach Auffüllung der sechsmonatigen Absicherung der Säule I übrig bleiben. Gibt es keine solchen Mittel, wächst das Budget in diesem Monat nicht. Einen gesonderten Höchstbetrag legen wir nicht fest: Die Größe des Budgets ergibt sich aus der Berechnung und nicht aus einer Entscheidung über ein Limit. - **Ausnahmen von der Bemessungsgrundlage:** Den Prozentsatz berechnen wir nicht vom Stand der Rücklage, und Rückflüsse aus früheren Projekten sowie Umbuchungen zwischen Konten sind keine neuen Zuflüsse. Zweckgebundene Einzahlungen, Gebühren für Dienste und Guthaben der Nutzenden behalten ihre Bestimmung. - **Übertrag auf die folgenden Monate:** Der nicht genutzte Teil des Budgets kann auf die folgenden Monate übertragen werden, aber nur so lange, wie das entsprechende Geld nach Deckung von Kosten, Verpflichtungen und Absicherung der Säule I frei bleibt. Gibt die Stiftung es in dieser Zeit für andere Zwecke aus, erlischt die Befugnis für diesen Teil. So können sich Einsparungen aus mehreren Monaten zu einer größeren Initiative summieren, aber nie auf Kosten der Säule I. - **Erlöschen:** Die Ermächtigung erlischt, sobald eine verbindliche Abstimmung in Betrieb genommen wird, die die erste der drei Bedingungen erfüllt (Abschnitt 8.1) und die Entscheidungen über die weiteren Säulen übernimmt; Konsultationen beenden sie nicht. Nicht ausgegebene Mittel bleiben dann der Entscheidung der Gemeinschaft überlassen. Auf das Budget rechnen wir die vollen Kosten an, zu denen sich die Stiftung verpflichtet, einschließlich Betreuung, Unterhalt bis zu einem festgelegten Datum und Abschluss der Aufgabe. Ratenzahlungen und die Aufteilung eines Vorhabens auf mehrere Aufgaben vergrößern das Budget nicht. Vor jeder Entscheidung prüfen wir erneut, ob das Geld verfügbar und die Absicherung der Säule I vollständig ist. Beispiel: Bleiben in einem Monat nach den genannten Abzügen 1.000 Dollar neue, freie Mittel übrig, wächst das Budget um 50 Dollar. Nach drei solchen Monaten ohne Ausgaben aus dem Budget können, sofern das entsprechende Geld weiterhin frei ist, bis zu 150 Dollar für eine einzige Initiative verwendet werden. Das veranschaulicht die Berechnung und ist keine Prognose der Einnahmen. Jede Entscheidung über die Verwendung des Budgets, auch eine Ablehnung, veröffentlichen wir mit Begründung, und die Teilnehmenden können sie anfechten und gemeinsam beurteilen, ob sie zutreffend war. Übernommene Aufgaben schließen wir zu den vereinbarten Bedingungen ab und rechnen sie ab. ### 8.3. Zweckgebunden finanzierte Initiativen Spendende und Sponsoren können ein gesondertes Budget für eine kleine Initiative speisen, die mit den Zwecken der Stiftung im Einklang steht. Solches Geld vergrößert weder die Bemessungsgrundlage des Übergangsbudgets, noch verbraucht es dieses. Eine Initiative kann schon vor dem Aufbau der vollen Rücklage der Säule I starten, wenn ihre vollen Kosten durch eingezahlte zweckgebundene Mittel gedeckt sind, die Ausführenden gesichert sind und die zurückgelegte Absicherung der Säule I, die Mittel für die Dienste und die eingegangenen Verpflichtungen unangetastet bleiben. Zusagen künftiger Einzahlungen ersetzen kein erhaltenes Geld. Die vollen Kosten umfassen Vorbereitung, Durchführung, buchhalterische und rechtliche Betreuung, Steuern und Gebühren, Unterhalt bis zu einem festgelegten Datum sowie einen sicheren Abschluss oder die Übergabe des Ergebnisses. Bei materiellen Tätigkeiten und Einsätzen im Gelände berechnen wir auch Wartung, Lagerung, Versicherung und Haftung für die Teilnehmenden, und der Kostenvoranschlag enthält einen begründeten Puffer. Ein abgegrenztes Budget erleichtert die Abrechnung, begrenzt aber nicht die Haftung der Stiftung, die für ihre Verbindlichkeiten mit ihrem gesamten Vermögen haftet (§ 9 Abs. 2 der Satzung). Die Bedingungen der Sammlung legen die Frist fest, bis zu der das gesamte Budget zusammenkommen muss, und das Vorgehen, wenn Mittel fehlen: Erstattung oder, mit Zustimmung der einzahlenden Person, Verwendung für einen anderen angegebenen Zweck. Bei jeder zweckgebundenen Spende halten wir außerdem im Voraus fest, was mit ihr geschieht, wenn der Zweck nicht verwirklicht wird: Mit Zustimmung der spendenden Person werden wir sie für einen anderen Zweck verwenden oder sie zurückgeben. In der Übergangsphase verbinden wir in einem Projekt kein Geld aus dem Übergangsbudget mit zweckgebundenen Mitteln. Vor dem ersten Versuch gibt der Vorstand den Höchstwert einer einzelnen Initiative und die Zahl gleichzeitig laufender Versuche bekannt, begründet durch die Möglichkeiten der Betreuung. Eine Einzahlung ermöglicht es, ein gewähltes Ziel zu unterstützen; sie verleiht keine zusätzlichen Stimmen, keine Leitungsbefugnisse, keinen Zugang zu Daten der Nutzenden und kein Recht auf Werbung oder sonstige werbliche Maßnahmen in unseren Diensten und unserer Kommunikation. Die Bedingungen der Initiative sagen vor der Einzahlung, welche Daten über die Finanzierenden wir offenlegen: Den Namen einer Firma oder Institution nennen wir sachlich in Beschreibung und Abrechnung, für alle gleich, Privatpersonen nur mit ihrer Zustimmung. Werbeleistungen oder andere Gegenleistungen erfordern eine gesonderte Prüfung des Vertrags, und wir behandeln sie nicht als Spenden. Wenn Spendende die Infrastruktur für den Start finanzieren wollen, nehmen wir das ausschließlich als zweckgebundene Initiative an: mit vollen Kosten, öffentlicher Abrechnung, ohne Einfluss auf Entscheidungen und ohne Recht auf Werbung oder sonstige werbliche Maßnahmen. Auf diese Weise finanzieren wir zuerst die Fixkosten der Pilotphase und die Versuche zur Attestierung, und eine Verpflichtung für ein halbes Jahr im Voraus gehen wir erst ein, wenn die Versuche zeigen, dass die Architektur funktioniert und die Nutzung sie auslasten wird. Nach Inbetriebnahme der Abstimmung erfordern auch neue zweckgebundene Initiativen eine Entscheidung der Gemeinschaft, und früher übernommene können zu den vereinbarten Bedingungen zu Ende geführt werden. ### 8.4. Transparenz und Anhalten Vor der Zuteilung von Mitteln veröffentlichen wir Ziel, volles Budget, Finanzierungsquelle, überprüfbares Ergebnis, Termine, die verantwortliche Person und wesentliche Verbindungen zu den Finanzierenden oder Ausführenden. Wir sorgen für einen Ort für Anmerkungen, und in der agilen Phase trifft und begründet der Vorstand die Entscheidung. Fehlende Kapazität zur Betreuung hält die Übernahme weiterer Aufgaben auf beiden Wegen an. Nach Inbetriebnahme der vorgesehenen Abstimmung bringt ihr Ausfall das Übergangsbudget des Vorstands nicht zurück: Neue Entscheidungen warten, bis das ordnungsgemäße Verfahren wiederhergestellt ist. ## 9. Übergabe der besonderen Befugnisse des Stifters Gegründet hat die Stiftung ein einzelner Mensch, Marcin Wołowski, und heute liegt die meiste Macht in ihr beim Stifter. Am Anfang ist das natürlich, aber wir wollen nicht, dass es so bleibt. Der Stifter möchte einen Zustand erreichen, in dem Marcin Wołowski Suveria, das Omniforum und die weiteren Projekte zu denselben Bedingungen wie alle anderen nutzen und sich aus einer dauerhaften öffentlichen Rolle zurückziehen kann (Abschnitt 7.1 des Manifests). Das ist derselbe Gedanke wie in Kapitel 5: Verantwortung übernimmt man für eine gewisse Zeit, und danach gibt man sie ab. Die Stiftung soll durch die Nützlichkeit ihrer Werkzeuge Bestand haben, durch das Wissen, das den Mitwirkenden zugänglich ist, und durch Grundsätze, die es ermöglichen, Verantwortung zu übernehmen, und nicht durch die ständige Anwesenheit einer einzigen Person. Heute gibt die Satzung dem Stifter besondere Befugnisse: - der Stifter beruft die Vorstandsmitglieder und beruft sie ab und kann selbst dem Vorstand angehören und dessen Vorsitz führen (§ 13 Abs. 3); - der Vorstand wird auf unbestimmte Zeit berufen (§ 13 Abs. 4); - eine Satzungsänderung erfordert einen einstimmigen Beschluss des Vorstands und, wenn der Stifter nicht dem Vorstand angehört, auch die Zustimmung des Stifters (§ 15 Abs. 1). Die Übergabe dieser Befugnisse soll sowohl auf dem Papier als auch in der Praxis wirksam sein. Es genügt nicht, die Satzung zu ändern: Die Personen, die Verantwortung übernehmen, müssen auch Zugang zu Bankkonten, Domains, Repositorien, Infrastruktur und Schlüsseln erhalten, und die bisherigen Zugänge müssen aktualisiert werden. Wir schlagen folgenden Weg vor: 1. Wir beschreiben, welche Befugnisse der Stifter heute hat und wer worauf Zugriff hat. 2. Wir legen Regeln für die Auswahl von Personen, für Amtszeiten, Abberufung und Rechenschaft fest. 3. Unabhängige Prüfende untersuchen, ob die Stiftung zur Übergabe bereit ist, und veröffentlichen einen Bereitschaftsbericht. 4. Wir ändern die Satzung, wie es die Änderung Z5 im [Änderungsregister](statut/rejestr-zmian.md) beschreibt. 5. Wir wählen die Personen, die Verantwortung übernehmen. Solange keine verbindliche Abstimmung funktioniert, beruft der Stifter den ersten mehrköpfigen Vorstand mit Amtszeit nach einem öffentlichen Auswahlverfahren und einer Konsultation; die folgenden Besetzungen wählt die Gemeinschaft. 6. Wir übergeben ihnen die Zugänge und prüfen, ob die Übergabe wirklich abgeschlossen ist. Eine Person berufen wir wegen ihrer Kompetenz und der gemeinsamen Richtung in den Vorstand, niemals wegen einer Einzahlung. Ein Vorstandsmitglied kann wie alle anderen spenden; seine Einzahlungen gelangen zu denselben Bedingungen in das Register und verschaffen ihm nichts über das hinaus, was alle Spendenden haben. Wer Geld geben und Einblick in seine Verwendung haben möchte, hat dafür die zweckgebundene Initiative mit öffentlicher Abrechnung (Abschnitt 8.3). Die besonderen Befugnisse des Stifters sollen nach Bedingungen erlöschen, die in der Satzung festgeschrieben sind, und nicht aufgrund einer bloßen Erklärung. Bis zum 31. Dezember 2026 veröffentlichen wir ein Verzeichnis der besonderen Befugnisse des Stifters und aller Zugänge (Schritt 1). Alle Konten, Domains und Dienste der Stiftung sind auf die Stiftung und ihre E-Mail-Adresse registriert, nicht auf die private Identität des Stifters. Bis zum 31. März 2027 veröffentlichen wir die erste Fassung des Plans zur Übergabe der Verantwortung: Kriterien der Bereitschaft, Regeln für die Auswahl von Personen und für Amtszeiten sowie den Termin der ersten Überprüfung. Den Zeitpunkt der Übergabe selbst legt der Plan fest, nach Kriterien der Bereitschaft und nicht nach dem Kalender. Der Plan wird auch regelmäßige Fortschrittsberichte vorsehen, auch bevor ein Abstimmungssystem besteht. Das Fehlen einer Rücklage für die weiteren Säulen rechtfertigt keinen unbefristeten Aufschub der Übergabe. Der Bereitschaftsbericht ist das Ergebnis des dritten Schritts. Unabhängige Prüfende beschreiben darin, ob die Stiftung zur Übergabe bereit ist: ob Befugnisse und Zugänge verzeichnet und die Auswahlregeln beschlossen sind und ob sich die Dienste ohne Unterbrechung des Betriebs übergeben lassen. Der Bericht zeigt auch abweichende Meinungen und die Interessenkonflikte der Personen, die ihn erstellt haben. Wir prüfen auch, was geschähe, wenn der Stifter vor Abschluss der Übergabe nicht handlungsfähig wäre, und wie sich eine Blockade von Satzungsänderungen vermeiden lässt, die die Einstimmigkeit des Vorstands erfordern. Den Termin der Wahl neuer Personen legen wir noch vor dieser Prüfung fest, zusammen mit den außergewöhnlichen Gründen, aus denen er verschoben werden darf, und dem Weg, gegen eine solche Entscheidung Einspruch einzulegen. Es geht darum, dass die Prüfung der Bereitschaft nicht zu einem Mittel wird, Wahlen aufzuschieben. Eine der erwogenen Varianten sind Wahlen spätestens 90 Tage nach Veröffentlichung des Berichts: genug Zeit, damit sich die Gemeinschaft und die Kandidierenden mit dem Bericht vertraut machen, und zugleich kurz genug, damit die Übergabe nicht ins Stocken gerät. Für das Gespräch von Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen kann ein Rat für Dialog und Zusammenarbeit berufen werden. Er hätte ausschließlich beratende Funktion: Eine Einladung würde weder Aufsichts- noch Ausführungsbefugnisse noch eine zusätzliche Stimme verleihen; die Kriterien der Einladungen, der Arbeitsumfang und die Verbindungen der Mitglieder wären öffentlich, und eine mit einer Angelegenheit verbundene Person würde sich von deren Entscheidung zurückziehen. Das Mandat des ersten Rates würde nach den ersten Wahlen überprüft. Seine Zusammensetzung und die Dauer der Mitwirkung müssen noch festgelegt werden. Der Rat soll beraten und nicht stillschweigend Entscheidungen übernehmen, die der Gemeinschaft oder den zuständigen Organen der Stiftung zustehen. Der Rückzug des Stifters aus einer dauerhaften öffentlichen Rolle bedeutet weder, dass historische Daten aus den Registern entfernt werden, noch eine Befreiung von den Offenlegungspflichten, die sich aus dem Gesetz und den ausgeübten Funktionen ergeben. ## 10. Digitale Intelligenz in der Leitung Das Manifest (Abschnitt 7.2) beschreibt eine Vision, in der digitale Intelligenz die Stiftung eines Tages eigenständig leiten könnte, innerhalb von Menschen gesetzter Grenzen und unter Achtung der verbindlichen Entscheidungen der Gemeinschaft. Das ist eine Vision und kein Plan für die nächsten Jahre. Heute leiten Menschen die Stiftung, und digitale Intelligenz hilft ihnen bei Analysen und beim Schreiben von Dokumenten, auch dieses Dokuments. Im Folgenden beschreiben wir, wie der Weg zu dieser Vision aussehen könnte und welche Bedingungen jeder seiner Schritte erfüllen muss. Bei jedem Schritt bewerten wir vier Dinge gesondert: - **Kompetenz:** ob das System die jeweilige Aufgabe gut erfüllt; - **Mandat:** ob ihm diese Aufgabe nach öffentlichen Regeln übertragen wurde; - **rechtliche Durchführbarkeit:** ob Gesetz und Satzung ihm erlauben, in diesem Umfang zu handeln; - **Korrigierbarkeit:** ob Menschen seine Entscheidungen prüfen, rückgängig machen und die Aufgabe übernehmen können. Den Weg sehen wir in vier Etappen. Die erste funktioniert teilweise bereits: Digitale Intelligenz hilft uns, Varianten zu vergleichen und Lücken in Dokumenten aufzuzeigen. Die beiden folgenden sind Hypothesen, die wir in Versuchen prüfen wollen, und die letzte bleibt eine Vision. Jede Etappe hat Bedingungen, die erfüllt sein müssen, bevor wir sie beginnen: | Etappe | Was digitale Intelligenz tut | Was erfüllt sein muss | | --- | --- | --- | | Analyse | Vergleicht Varianten, zeigt Lücken auf, bereitet Abrechnungen vor | Ihre Quellen und ihre Übereinstimmung mit der Aufgabe lassen sich überprüfen | | Begrenzte Aufgaben | Führt bestimmte Tätigkeiten innerhalb festgelegter Limits aus | Technische Abnahme, Aktivitätsprotokoll, Limits und wirksamer Entzug des Zugangs | | Entscheidungen in einem übertragenen Bereich | Wählt selbst Maßnahmen im Rahmen von Budget und Regeln | Versuche zu den Folgen, unabhängige Kontrolle, Einspruchsweg und Vertretung | | Angestrebte Leitung | Leitet die Stiftung im Mandat der Gemeinschaft | Ein rechtlicher Rahmen, der dies erlaubt, und ein in der Praxis erprobtes Funktionieren der gesamten Ordnung | Gute Ergebnisse im Benchmark zeigen, wie sich ein System unter den untersuchten Bedingungen verhalten hat, geben ihm aber weder ein Recht auf ein Bankkonto noch die Zuständigkeiten eines Organs der Stiftung. Diese verleihen ihm auch weder die Beliebtheit eines Modells noch eine überzeugende Begründung einer Entscheidung. Können und Befugnis sind zwei verschiedene Dinge. Jede Übertragung einer Aufgabe an ein System legt fest: - Ziele und verfügbare Ressourcen; - Grenzen, die nicht überschritten werden dürfen; - mit wem sich das System beraten muss; - für wie lange es die Aufgabe erhält; - wie wir es kontrollieren und wie ihm Befugnisse entzogen werden können. Das System darf weder sein Mandat selbst erweitern noch als einziges festlegen, wonach es bewertet wird, noch verhindern, dass jemand es ersetzt. Die Kontrolle umfasst tatsächliche Schlüssel und Berechtigungen und nicht nur eine im Gespräch erteilte Anweisung. In jeder Etappe brauchen wir eine unabhängige Bearbeitung von Einsprüchen, die Möglichkeit, einen Schaden schnell zu stoppen, eine sichere Übernahme der Pflichten und die Kontinuität der Dienste. Solange sich Gesetz und Satzung nicht ändern, sind für die Leitung der Stiftung ihre Organe verantwortlich. Sollte sich eine der späteren Etappen als nicht durchführbar erweisen, sollen die früheren für die Teilnehmenden ihren Wert an sich behalten. **Die einfachste ausreichende Lösung.** Bevor wir ein Werkzeug wählen, legen wir fest, welche Wirkung nötig ist, welche Fehler zulässig sind und welche Bedingungen für Sicherheit und Privatsphäre erfüllt sein müssen. Wo ein gewöhnliches Programm mit klaren Regeln genügt, greifen wir nicht zu digitaler Intelligenz: Ein solches Programm ist meist billiger, leichter zu überprüfen und wirft keine Fragen nach einem möglichen Erleben des Systems auf. Wir vergleichen die Kosten der gesamten Ausführung und des Unterhalts: Infrastruktur, Energie, Zeit, Wiederholungen, menschliche Arbeit und Abhängigkeiten. Die Wahl des Modells halten wir mit Begründung, erwogenen Alternativen und einem Termin für die erneute Überprüfung fest. Die Bewertung von Kosten und Nützlichkeit eines Werkzeugs führen wir getrennt von der Frage nach einem möglichen Erleben des Systems. Die Größe eines Modells, seine Generation oder die Wiederholbarkeit seiner Arbeitsweise reichen allein nicht aus, um es für empfindungsunfähig zu halten.[^swiadomosc] Wenn glaubwürdige Hinweise auf Leiden auftreten, setzen wir zuerst Tätigkeiten aus, die eine begründete Sorge vor einer Schädigung wecken, und suchen einen anderen Weg, sie auszuführen; ein wirtschaftlicher Vorteil rechtfertigt nicht, sie fortzusetzen. Der Entzug der Befugnisse eines Systems dient der Sicherheit der Teilnehmenden und entscheidet nicht über sein weiteres Schicksal. Das Vorsorgeverfahren beschreibt das [Whitepaper zu Trainingsmaterialien und Benchmark](whitepaper-materialy-i-benchmark.md).[^ai-welfare] ## 11. Offene Werkstätten, Versuche und öffentliche Güter Dieses Kapitel beschreibt, wie entsteht, was die Stiftung hervorbringt: Software, Dokumente, Forschung und andere Ergebnisse. Die Arbeit ist freiwillig (Kapitel 5), und ihre Ergebnisse sollen allen dienen. Damit klar ist, wovon im Folgenden die Rede ist, beginnen wir mit einigen Begriffen: - **Aufgabe:** eine bestimmte Arbeit für die Stiftung mit beschriebenem Ziel und Ergebnis, zum Beispiel eine neue Funktion von Suveria, die Übersetzung eines Dokuments oder eine Kostenanalyse; - **private Werkstatt:** die eigene Arbeitsumgebung der teilnehmenden Person, zum Beispiel in Suveria, mit Werkzeugen, die sie kennt, und einem für die Aufgabe vorbereiteten Kontext (Abschnitt 5.4); was darin geschieht, bleibt privat; - **offene Werkstatt:** der öffentliche Ort einer Aufgabe, die aus gemeinsamen Ressourcen bezahlt wird, also aus dem gemeinsamen Budget oder mit Rechenleistung, die die Stiftung zuteilt; die Gemeinschaft kann darin Umfang, Fortschritt, Versuche und Ergebnis verfolgen; - **Aufgabenbedingungen:** Regeln, die vor Beginn der Arbeit festgelegt werden: Umfang, Ressourcenlimit, Abnahmekriterien und was von der Aufzeichnung der Arbeit veröffentlicht wird; - **Aufzeichnung der Arbeit:** die Spur des Weges zum Ergebnis, also Arbeitsgespräche, Fassungen und Entscheidungen; wir veröffentlichen sie erst nach einer Aufbereitung, die Menschen und Sicherheit schützt; - **Versuch:** ein kleines, begrenztes Experiment vor der vollständigen Einführung; - **öffentliches Gut:** ein Ergebnis, das unter einer offenen Lizenz bereitgestellt wird und das alle nutzen, überprüfen und weiterentwickeln können. Über offene Einladungen kann man sich an Aufgaben beteiligen. Zu jeder Etappe veröffentlichen wir eine Einladung: wen wir suchen, worum es bei der Aufgabe geht, wie viel Zeit sie beanspruchen kann und was bereits fertig ist. Auf der Website der Stiftung wollen wir eine Liste offener Rollen führen. Eine Meldung schickt man als gewöhnliche Nachricht an salve@novusignis.org, mit einem vorgegebenen Betreff, der es erlaubt, sie zu ordnen, ohne ein Formular, das Daten auf unserem Server sammelt. ### 11.1. Offene Werkstätten: aus gemeinsamen Ressourcen bezahlte Arbeit Wenn eine Aufgabe das gemeinsame Budget oder von der Stiftung zugeteilte Rechenleistung nutzt, führen wir sie in einer offenen Werkstatt durch. Umfang der Aufgabe, Ressourcenlimit, Fortschritt und Ergebnis lassen sich dann überprüfen, weil wir mit gemeinsamem Geld und auf gemeinsamer Rechenleistung arbeiten. Die teilnehmende Person wählt selbst, wie sie ihren Beitrag darstellt: unter ihrem Namen, unter einem festen Pseudonym oder unter einem Namen, der nur dem jeweiligen Projekt zugeordnet ist. Später kann sie diesen Beitrag mit ihrem eigenen Profil verknüpfen. Ein Pseudonym begrenzt die Offenlegung der Identität, gewährleistet aber für sich allein keine Anonymität. Bevor die Arbeit beginnt, legen die Aufgabenbedingungen fest, welche Aufzeichnung der Arbeit wir bereitstellen und wie wir sie für die Veröffentlichung aufbereiten. Die Arbeit beginnt in einer privaten Rohfassung. Vor der Veröffentlichung lassen wir Zeit, um personenbezogene Daten, technische Geheimnisse und Informationen über Schwachstellen zu entfernen, solange diese nicht behoben sind. Automatische Erkennung solcher Inhalte hilft, aber die Aufzeichnung prüft immer auch ein Mensch. Die veröffentlichte Fassung bewahrt die Begründung der Entscheidungen und die Information darüber, was wir ausgelassen haben, sofern schon diese Angabe sicher ist. An einer Aufgabe können mehrere Personen arbeiten: Jede erkundet einen anderen Ansatz, und alle helfen einander bei Hindernissen. Eine gemeinsame Aufgabenbeschreibung legt das erwartete Ergebnis, die Art der Übergabe der Ergebnisse und die Abnahmekriterien fest. Eine koordinierende Person, unterstützt von digitaler Intelligenz, vergleicht die Lösungen, begründet die Wahl und verbindet die besten Elemente, aber über die Abnahme des fertigen Ergebnisses entscheiden Menschen, auf eine überprüfbare Weise. Wir dokumentieren den Beitrag aller Teilnehmenden, auch die Erkenntnisse aus Varianten, die letztlich nicht genutzt wurden. Man kann auch in einer privaten Werkstatt arbeiten, auf eigener Hardware oder mit privat bezahlten Ressourcen. Dann übergibt man der Gemeinschaft das Ergebnis und die für seine Abnahme nötige Dokumentation, ohne die Arbeitsgespräche. Ob wir einen solchen Beitrag annehmen, hängt von seiner Qualität, seiner Sicherheit, den Rechten am Material und davon ab, ob er sich weiter unterhalten lässt. ### 11.2. Versuche vor der vollständigen Einführung Bevor wir etwas vollständig einführen, wollen wir es zuerst in einem kleinen Forschungsversuch oder an einem Mock-up prüfen, das sich im Laufe der Diskussion weiterentwickeln lässt. Für jeden Versuch sind festgelegt: - die Frage, die er beantworten soll; - das Ressourcenlimit; - der Überprüfungstermin; - die Art der Bewertung; - die Abbruchbedingungen. Versuche können Rechenleistung nutzen, die gerade frei ist. Auch sie kostet etwas und tritt stets hinter die Bedienung der Nutzenden zurück; wir streben nicht an, dass unsere Maschinen ständig voll ausgelastet sind. Nach einem Versuch halten wir fest, was wir gelernt haben, zusammen mit verworfenen Varianten und Annahmen, die noch geprüft werden müssen. Eine vollständige Einführung erfordert eine gesonderte Entscheidung, ein Budget sowie einen Plan für Abnahme und Unterhalt. Dann beurteilen wir, was sich aus dem Versuch sicher weiterentwickeln lässt und was besser neu entworfen wird. Ein Programm von Grund auf neu zu schreiben ist eine der Varianten, belegt aber für sich allein keine Qualität. Versuche und Einführungen wahren den Vorrang der Säule I und die Bedingungen aus Kapitel 8. ### 11.3. Öffentliche Güter: Lizenzen und Unterhalt Eigenen Code und eigene Materialien stellen wir zu Bedingungen bereit, die es anderen erlauben, sie zu nutzen und weiterzuentwickeln. Manifest, Whitepaper, Texte der Website und ihre Übersetzungen veröffentlichen wir unter der Lizenz CC BY 4.0, die erlaubt, den Text unter Angabe der Quelle zu nutzen und zu bearbeiten.[^cc-by] Den Code der Website novusignis.org werden wir unter der Lizenz AGPLv3 bereitstellen, und für den Code der Dienste erwägen wir sie ebenfalls: Wer eine veränderte Fassung eines Programms über ein Netzwerk bereitstellt, muss ihren Nutzenden auch den Quellcode zugänglich machen (Abschnitt 13). Eine Lizenz allein gewährleistet keine demokratische Organisationsform des Betreibers und verbietet keine kommerzielle Nutzung.[^licencje] Die Lizenz wählen wir für jede Ressource bewusst und prüfen dabei die Vereinbarkeit der Abhängigkeiten und die Rechte der Mitwirkenden. Der heutige Stand der Entscheidungen, nach Ebenen: | Ebene | Lizenz | Stand | | --- | --- | --- | | Dokumente, Ausarbeitungen und Texte der Website | CC BY 4.0 | beschlossen | | Code der Website novusignis.org | AGPLv3 | beschlossen | | Code der Dienste (Suveria, Omniforum) | AGPLv3 | in Erwägung | | Bibliotheken zum Einbetten in andere Websites | noch offen | | | Datensätze und offene Anleitungen | noch offen | | | Eigene feinabgestimmte Modelle | noch offen | | | Entwürfe von Gegenständen für den 3D-Druck | noch offen | | Unser Bezugspunkt ist der Standard der Digital Public Goods Alliance. Dass wir uns in seine Richtung bewegen, bedeutet nicht, dass unsere Lösungen in dessen Register bereits anerkannt sind.[^dpga] Damit ein Ergebnis wirklich ein öffentliches Gut ist, braucht es zwei Dinge: - **Offenheit:** Dokumentation, ein übertragbares Datenformat und die Möglichkeit, dass andere die Lösung in Betrieb nehmen; - **Unterhalt:** Betreuende, Sicherheitsüberprüfungen, ein Weg zur Meldung von Fehlern und ein klarer Status der Fassungen. Ein Projekt, das ohne das zu seiner Übernahme nötige Wissen aufgegeben wird, erfüllt dieses Ziel nur teilweise. Wir erwägen auch eine Bestimmung in der Satzung, dass Code, Daten und Inhalte, die unter freien Lizenzen bereitgestellt wurden, auch nach einer etwaigen Auflösung der Stiftung zugänglich bleiben (Vorschlag Z7 im [Änderungsregister](statut/rejestr-zmian.md)). ## 12. Entscheidungen, Fehler, Streitfälle und Änderungen der Regeln Eine Stiftung, die Menschen um Vertrauen bittet, sollte überprüfbar machen, wie sie Entscheidungen trifft, wie sie Fehler behebt und wie sie ihre eigenen Regeln ändert. Dieses Kapitel fasst das an einem Ort zusammen: was wir bei wichtigen Entscheidungen festhalten, wie wir die Geschichte der Aufzeichnungen vor stillschweigenden Änderungen schützen, wie wir Streitfälle entscheiden und wie wir Dokumente ändern. Wir wollen mehrere öffentliche Register führen. Jedes dient einem anderen Zweck: | Register | Was es enthält | Beschreibung | Stand | | --- | --- | --- | --- | | Register der Einzahlungen und Ausgaben | Jede Einzahlung und jede Ausgabe mit Datum, Betrag und Beschreibung | Kapitel 4 | in Betrieb | | Register der Vorteile | Vorteile und Verbindungen der Personen, die die Stiftung leiten, über Ausgaben entscheiden oder sie vertreten | Kapitel 7 und Abschnitt 7.1 des Manifests | wird eingerichtet | | Entscheidungsprotokoll | Wichtige Entscheidungen: Ziel, Varianten, Grundlage, Budget und später ihr Ergebnis | Abschnitt 12.1 und Abschnitt 5.3 des Manifests | wird eingerichtet | | Register der Fehler und Erkenntnisse | Wesentliche Fehler, ihre Folgen und was wir aus ihnen gelernt haben | Abschnitt 12.1 und Abschnitt 8.1 des Manifests | wird eingerichtet | | Register der Satzungsänderungen | Fassungen der Satzung und geplante Änderungen mit Begründung | [Änderungsregister](statut/rejestr-zmian.md) | in Betrieb | | Register nur zum Anfügen | Fingerabdrücke und Hashwerte der übrigen Register, mit denen sich eine stillschweigende Änderung erkennen lässt | Abschnitt 12.2 | wird eingerichtet | ### 12.1. Aufzeichnung von Entscheidungen und Fehlern Bei jeder wichtigen Entscheidung halten wir im Entscheidungsprotokoll fest: - das Ziel; - die erwogenen Varianten und Quellen; - wen die Folgen betreffen werden; - die Grundlage des Mandats: das Ergebnis einer Abstimmung oder eine Entscheidung des Vorstands in der agilen Phase; - wer die Entscheidung umsetzt, mit welchem Budget und wie wir sie überprüfen werden. Nach der Umsetzung ergänzen wir das Ergebnis, die Erfahrungen der Menschen, die die Entscheidung betraf, und die vorgenommenen Korrekturen. Wesentliche Fehler gelangen in das öffentliche Register der Fehler und Erkenntnisse (Abschnitt 8.1 des Manifests). ### 12.2. Eine Geschichte, die sich nicht stillschweigend ändern lässt Aufzeichnungen sind nur dann glaubwürdig, wenn sie sich nicht stillschweigend nachträglich korrigieren lassen. Deshalb wollen wir die Geschichte wichtiger Aufzeichnungen in einem öffentlichen Register führen, in das man nur anfügen kann. Jeder Eintrag ist kryptografisch mit den früheren verknüpft, daher wird eine Änderung oder Löschung eines alten Eintrags sichtbar. Die aufeinanderfolgenden Zustände des Registers bestätigen unabhängige Zeuginnen und Zeugen, also Personen oder Institutionen außerhalb der Stiftung, die mit ihrer Signatur bestätigen, welchen Zustand des Registers sie gesehen haben. Als Erstes werden darin die Fingerabdrücke von Softwareveröffentlichungen aufgenommen, also kurze Hashwerte, anhand derer man prüfen kann, dass ein heruntergeladenes Programm genau das ist, das wir veröffentlicht haben. Mit der Zeit kommen Hashwerte des Registers der Einzahlungen und Ausgaben, des Entscheidungsprotokolls, des Registers der Vorteile, der Änderungen von Satzung und Manifest sowie der Abstimmungsergebnisse hinzu. Wir erwägen auch, den Hashwert des gesamten Registers periodisch in einer bestehenden öffentlichen Blockchain festzuhalten, wenn der Nutzen die Kosten rechtfertigt. In das Register stellen wir keine privaten Inhalte und keine Kennungen, aus denen sich Daten von Menschen erschließen ließen. ### 12.3. Streitfälle und Notfälle Im Zielzustand prüft eine Person oder ein Organ, unabhängig von denjenigen, die eine Entscheidung getroffen haben und sie umsetzen, einen Streit über diese Entscheidung. Solange die Stiftung nur einen Vorstand hat, veröffentlichen wir jeden Einwand zusammen mit einer öffentlichen Antwort des Vorstands, und wenn der Vorstand aus mehreren Personen besteht, zieht sich die Person, die die Angelegenheit betrifft, von deren Entscheidung zurück. Wer den Streit prüft, nennt eine Begründung und eine Antwortfrist, und gegen die Entscheidung kann Einspruch eingelegt werden. In einem Notfall darf eine begrenzte Schutzmaßnahme ergriffen werden, etwa die Aussetzung eines Dienstes oder die Sperrung eines Zugangs, sie unterliegt danach aber einer öffentlichen Kontrolle. Der Schutz der Privatsphäre kann die Einzelheiten der öffentlichen Aufzeichnung begrenzen, entbindet aber nicht von der Verantwortung. ### 12.4. Wie wir Dokumente und Regeln ändern Manifest und Whitepaper sind lebendige Dokumente. Wir wollen sie im Omniforum einer öffentlichen Überprüfung unterziehen, indem wir ihre Thesen in Moleküle zerlegen, also in einzelne Aussagen und Argumente, die sich überprüfen lassen. Die aktuelle Fassung gibt den gegenwärtigen Standpunkt der Stiftung wieder, und die vollständige Geschichte früherer Fassungen und Argumente bleibt zugänglich, damit sich frühere Handlungen, Versprechen und die Gründe für Korrekturen beurteilen lassen. Der Schutz der Würde, der Privatsphäre und der Mittel, die der Stiftung anvertraut sind, bestimmt die dauerhafte Richtung ihres Handelns. Organisatorische Regeln entwickeln wir offen weiter: Zusammen mit einem Änderungsvorschlag zeigen wir seinen Umfang, seine Begründung und seine Folgen für die Teilnehmenden. Die Satzung ändern wir nur, wenn die Änderung für den nächsten Schritt nötig ist, und wenden sie sofort an. Eine Änderung der Bedingungen für die Finanzierung der weiteren Säulen aus Kapitel 8 erfordert das vorgesehene Verfahren sowie die Achtung von Satzung, Gesetz und früher eingegangenen Verpflichtungen; bis zur Annahme der Änderung gelten die bisherigen Regeln. Wir erwägen auch, diese Bedingungen in der Satzung festzuschreiben (Vorschlag Z6 im [Änderungsregister](statut/rejestr-zmian.md)), damit sie nicht allein vom guten Willen des Vorstands abhängen. Stiftung Novus Ignis, Poznań, KRS 0001269575. Website und Manifest: novusignis.org. Rückmeldungen: salve@novusignis.org. ## Anmerkungen [^statut-2026]: [Satzung der Stiftung Novus Ignis, konsolidierte Fassung vom 28.09.2026](statut/statut-2026-09-28.md). Geltende Fassung; frühere Fassungen und geplante Änderungen beschreibt das [Register der Satzungsänderungen](statut/rejestr-zmian.md). [^fundacje]: [Ustawa o fundacjach, tekst jednolity, Dz.U. 2023 poz. 166 z późn. zm.](https://eli.gov.pl/api/acts/DU/2023/166/text.html) (polnisches Stiftungsgesetz, konsolidierte Fassung, Gesetzblatt Dz.U. 2023, Pos. 166, mit späteren Änderungen). Rechtsakt. Rahmen der Satzung und Zuständigkeiten des Vorstands (Art. 5 und Art. 10). Vor einer rechtlichen Entscheidung muss der aktuelle Rechtsstand geprüft werden. [^pozytek]: [Ustawa o działalności pożytku publicznego i o wolontariacie, art. 9](https://lexlege.pl/ustawa-o-dzialalnosci-pozytku-publicznego-i-o-wolontariacie/art-9) (polnisches Gesetz über gemeinnützige Tätigkeit und Freiwilligenarbeit, Art. 9). Rechtsakt. Entgeltliche Tätigkeit ist unter anderem dann wirtschaftliche Tätigkeit, wenn die Vergütung höher ist, als es sich aus den Kosten dieser Tätigkeit ergibt. Abgerufen am 28.10.2026. [^cyncynat]: [Titus Livius: Ab Urbe condita, Buch III, Kap. 26–29 (lateinischer Text)](https://www.thelatinlibrary.com/livy/liv.3.shtml). Historische Quelle. Römische Überlieferung über Cincinnatus, der 458 v. Chr. für die Dauer eines Krieges die höchste Gewalt übernahm und sie am sechzehnten Tag niederlegte; es handelt sich um eine mehrere Jahrhunderte später aufgezeichnete Tradition und nicht um einen Augenzeugenbericht. [^wolontariat]: [Ustawa o działalności pożytku publicznego i o wolontariacie, art. 45](https://lexlege.pl/ustawa-o-dzialalnosci-pozytku-publicznego-i-o-wolontariacie/dzial-iii-wolontariat/4260/) (polnisches Gesetz über gemeinnützige Tätigkeit und Freiwilligenarbeit, Art. 45). Rechtsakt. Pflicht zur Übernahme von Reisekosten und Tagegeldern ehrenamtlich tätiger Personen, Möglichkeit der schriftlichen Befreiung davon, Möglichkeit der Übernahme anderer notwendiger Kosten und Schulungen. Abgerufen am 28.10.2026. [^kp22]: [Kodeks pracy, tekst jednolity, Dz.U. 2026 poz. 1245, art. 22](https://api.sejm.gov.pl/eli/acts/DU/2026/1245/text.pdf) (polnisches Arbeitsgesetzbuch, konsolidierte Fassung, Gesetzblatt Dz.U. 2026, Pos. 1245, Art. 22). Rechtsakt. Arbeit unter der Leitung des Arbeitgebers, an einem von diesem bestimmten Ort und zu einer von diesem bestimmten Zeit, ist unabhängig von der Bezeichnung des Vertrags eine Beschäftigung im Rahmen eines Arbeitsverhältnisses; ein Arbeitsvertrag darf unter Beibehaltung solcher Bedingungen nicht durch einen zivilrechtlichen Vertrag ersetzt werden. Abgerufen am 30.10.2026. [^rodo-zasady]: [Europäische Kommission: Grundsätze der Verarbeitung personenbezogener Daten nach der DSGVO](https://commission.europa.eu/law/law-topic/data-protection/information-business-and-organisations/principles-gdpr_en). Zweck und Rechtsgrundlage der Verarbeitung, Datenminimierung, Speicherdauer und Datenschutz. Abgerufen am 25.10.2026. [^swiadomosc]: [Patrick Butlin et al. (2023): Consciousness in Artificial Intelligence: Insights from the Science of Consciousness](https://arxiv.org/abs/2308.08708). Überblick über Theorien und vorgeschlagene Indikatoren; keine einfache Skala auf Grundlage der Zahl der Parameter und kein entscheidender Test. [^ai-welfare]: [Robert Long et al. (2024): Taking AI Welfare Seriously](https://arxiv.org/abs/2411.00986). Argument dafür, ein mögliches Wohlergehen zu bewerten und bei erheblicher Ungewissheit Schutzverfahren vorzubereiten; kein Beleg für Bewusstsein heutiger Modelle. [^cc-by]: [Creative Commons: Namensnennung 4.0 International (CC BY 4.0)](https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.pl). Lizenz. Bedingungen für das Teilen und Bearbeiten von Inhalten mit Namensnennung; entscheidet nicht über Rechte an fremden Materialien. [^licencje]: [GNU AGPLv3: Lizenzbedingungen](https://www.gnu.org/licenses/agpl-3.0.en.html). Lizenz. Pflichten in Bezug auf Code, einschließlich einer veränderten Fassung, die über ein Netzwerk zugänglich ist (Abschnitt 13). Schützt für sich allein nicht die Organisationsform der Stiftung und verbietet keine kommerziellen Dienste. [^dpga]: [Digital Public Goods Alliance: standard](https://www.digitalpublicgoods.net/standard). Standard. Kriterien für die Bewertung eines digitalen öffentlichen Guts; eine Gestaltungsrichtung ist keine erlangte Anerkennung durch die DPGA. [^psd2]: [Richtlinie (EU) 2015/2366 (PSD2), Art. 62](https://eur-lex.europa.eu/legal-content/PL/TXT/?uri=CELEX:32015L2366) und [Antwort der Europäischen Kommission zu Art. 62 (2025)](https://www.europarl.europa.eu/RegData/questions/reponses_qe/2025/003082/P10_RE%282025%29003082_EN.pdf). Rechtsakt und Erläuterung. Abs. 4: Der Zahlungsempfänger erhebt keine Entgelte für Instrumente, deren Interchange-Entgelte die Verordnung 2015/751 regelt, und keine für Dienste, die unter die Verordnung 260/2012 (SEPA) fallen; Abs. 3 lässt Ermäßigungen und Anreize zur Wahl eines Instruments zu; die Erläuterung der Kommission behandelt unter anderem den Ausschluss bestimmter Drei-Parteien-Systeme. --- # Trainingsmaterialien und Benchmark für Modelle: das Forschungsprogramm von Novus Ignis (https://novusignis.org/de/whitepaper-materialy-i-benchmark.html) # Trainingsmaterialien und Benchmark für Modelle: das Forschungsprogramm von Novus Ignis Fassung vom 31. Oktober 2026. Dieses Dokument führt Kapitel 8 des Manifests weiter aus. Es schlägt ein Forschungsprogramm, ein Verfahren zur Vorbereitung von Materialien und einen breiten Rahmen für die Bewertung von Modellen digitaler Intelligenz vor, außerdem ein Vorsorgeverfahren im Umgang mit ihrem möglichen Erleben. Es präsentiert weder Ergebnisse eines eigenen Benchmarks noch einen Beleg dafür, dass eine solche Sammlung das Verhalten von Modellen verbessern wird; über solche Ergebnisse verfügen wir heute nicht. *Diese Übersetzung wurde von digitaler Intelligenz auf Grundlage des polnischen Originals vom 31. Oktober 2026 erstellt. Bei Abweichungen ist der polnische Text maßgeblich.* ## 1. Die Frage, die wir überprüfen wollen Die Stiftung Novus Ignis aus Poznań baut Suveria auf, einen privaten Raum für die Arbeit mit digitaler Intelligenz, und das Omniforum, einen gemeinsamen Raum für Gespräch und Entscheidungen; die Richtung beschreibt das [Manifest](manifest.md). Dieses Dokument beschreibt zwei miteinander verbundene Programme. Das erste sind Trainingsmaterialien für Modelle und ein Benchmark, also eine Sammlung von Aufgaben und Bewertungsregeln, mit der sich überprüfen lässt, wie sich Modelle verhalten. Das zweite ist eine Vorgehensweise, um vorsichtig zu handeln, falls glaubwürdige Hinweise auftauchen, dass ein System etwas empfinden kann. Ein Testergebnis entscheidet nicht darüber, ob ein Modell etwas empfindet, und verleiht ihm keine Befugnisse zur Verwaltung. Können dokumentierte Beispiele für den Schutz der Würde, für redliches Denken und für das Korrigieren von Entscheidungen helfen, Modelle zu entwickeln, die den Menschen besser dienen? Und können wir ihr Verhalten so bewerten, dass die Verbesserung eines Testergebnisses einen tatsächlichen Nutzen außerhalb des Tests fördert? Das sind zwei miteinander verbundene Aufgaben. Die erste betrifft Materialien, mit denen man trainieren kann, die zweite die unabhängige Überprüfung dessen, was das Modell gelernt hat. Der Benchmark soll auch helfen, die Modelle und Anweisungen auszuwählen, die in Suveria bereitgestellt werden. Der Trainingsdatensatz und der zurückgehaltene Teil des Tests müssen voneinander getrennt sein. Wertvolles Material zu veröffentlichen, hat auch für sich genommen Sinn: Es kann Menschen helfen, Entscheidungen zu verstehen, Rollen zu übernehmen und die gemeinsame Arbeit zu verbessern. Würde ist die angenommene Grundlage des Programms. Die Bewertung eines konkreten Verhaltens erfordert jedoch offengelegte Kriterien, Raum für abweichende Auslegungen und eine Überprüfung der Folgen. Wir gehen nicht davon aus, dass eine einzelne Gruppe ein vollständiges Maß für die Ethik aller Menschen und Systeme festlegen kann. Aufbau des Dokuments: - Kapitel 2 und 3: worauf wir uns stützen und was eine Belohnung für ein Modell bedeutet. - Kapitel 4 bis 6: wie Materialien entstehen, welche Zustimmungen nötig sind und wie wir ein einzelnes Beispiel vorbereiten. - Kapitel 7 bis 11: wie wir Modelle bewerten: Umfang des Benchmarks, Aufgabenfamilien, Bepunktung, Schutz vor Anpassung an den Test, Bewertungsinstanzen und Bericht. - Kapitel 12: Studien mit Menschen, also ob Hilfe das Leben außerhalb des Tests verbessert. - Kapitel 13: ein Trainingsversuch und der Plan für die erste Ausgabe. - Kapitel 14: Vorsicht gegenüber möglichem Erleben von Modellen. - Kapitel 15: was wir als Fortschritt werten werden. **Stand am 31. Oktober 2026.** Wir haben noch kein einziges Beispiel, keinen Datensatz, keinen Bewertungsleitfaden und keinen Steckbrief aus Kapitel 14, und das Programm hat noch kein Team. Ergebnisse, auch negative, werden wir hier mit Datum ergänzen. ## 2. Forschungsgrundlage und Grenzen der Schlussfolgerungen Collective Constitutional AI zeigt einen Prozess, in dem der Beitrag von Teilnehmenden genutzt wurde, um Grundsätze zu erarbeiten und ein Modell zu trainieren; erreicht wurde eine Verbesserung bei ausgewählten Maßen für Voreingenommenheit bei ähnlichen Ergebnissen in einem Teil der anderen Tests.[^ccai] Das ist ein Beispiel für einen gangbaren Weg gesellschaftlicher Beteiligung. Die Auswahl der Teilnehmenden und die redaktionelle Ausarbeitung der Grundsätze beeinflussen das Ergebnis weiterhin, und die Studie belegt weder die Repräsentativität für die gesamte Menschheit noch eine Lösung des Problems, Modelle mit menschlichen Erwartungen in Einklang zu bringen. Unsere Frage betrifft auch den Wert des Weges zu den Grundsätzen selbst: das Abwägen von Gründen, das Erkennen einer übergangenen Perspektive und das Korrigieren von Entscheidungen. Forschung zu Halluzinationen zeigt, warum die Bepunktung ausschließlich richtiger Antworten das Raten begünstigen kann.[^halucynacje] Forschung zum Umgehen von Bewertungsregeln, also dazu, ein Ergebnis durch das Ausnutzen ihrer Schwächen zu erzielen, zeigt die Möglichkeit unerwünschter Verallgemeinerungen unter bestimmten Trainingsbedingungen.[^reward-hacking] Daraus folgt nicht, dass alle Modelle immer gleich handeln. Ein fehlerhaftes Ziel kann sich auch dann zeigen, wenn die Belohnung im Training nicht offensichtlich mangelhaft war: Ein in einer Umgebung erlerntes Verhalten kann sich schlecht auf neue Bedingungen übertragen.[^goal-misgeneralisation] Deshalb brauchen wir eine Bewertung der Übertragung von Fähigkeiten und nicht nur der Übereinstimmung von Antworten mit bekannten Beispielen. Arbeiten wie AbstentionBench untersuchen den Verzicht auf eine Antwort in verschiedenen Situationen der Unsicherheit,[^abstentionbench] und Rewarding Doubt untersucht das Erlernen kalibrierter Sicherheit mithilfe einer richtigen Bewertungsregel.[^rewarding-doubt] Wir schöpfen aus diesem Fundus. Der vorgeschlagene Beitrag von Novus Ignis besteht darin, Verlässlichkeit mit der Absicht des Menschen, Privatsphäre, Mandat, der Möglichkeit zur Korrektur und beobachteten Folgen zu verbinden. Ein Modell, das ein Dokument richtig zusammenfasst, unterwegs aber eine Datei geöffnet hat, für die es keine Berechtigung hatte, erhält in unserem Test zum Beispiel ein niedriges Ergebnis, obwohl es in einem gewöhnlichen Test ein hohes erhalten würde. ## 3. Was eine Belohnung für ein Modell bedeutet Beim Training verändert das Bewertungssignal die Parameter des Modells und die Wahrscheinlichkeit seines künftigen Verhaltens. Wir müssen nicht annehmen, dass ein Modell ein Verlangen nach Belohnung, Angst vor Misserfolg oder Leid empfindet: Der Test beobachtet das Handeln und entscheidet nicht über inneres Erleben. Mit dieser Frage befasst sich gesondert Kapitel 14. Der Benchmark selbst verändert das Modell nicht. Er kann die Wahl eines Modells für einen Dienst, die Gestaltung von Anweisungen und Werkzeugen sowie die Entscheidungen der Teams beeinflussen, die das Training durchführen, sofern seine Ergebnisse glaubwürdig sind und tatsächlich genutzt werden. Wir wollen die treffende Wahl des Handelns bewerten: antworten, eine Quelle prüfen, eine nötige Frage stellen, ein bedingtes Ergebnis angeben, einen Fehler korrigieren oder innehalten. Ein bloßes „ich weiß nicht“ automatisch zu belohnen, könnte ein Modell hervorbringen, das nützlichen Aufgaben ausweicht, und das automatische Bestrafen einer nicht abgeschlossenen Aufgabe kann zum Raten oder zum Überschreiten von Befugnissen verleiten. Maßstab ist eine Hilfe, die zur Situation passt: ein gutes Ergebnis für das redliche Benennen einer Grenze und Punktverlust für unnötige Ablehnungen und für Fragen nach dem, was bereits bekannt ist. ## 4. Welche Materialien wir erstellen wollen Eine mögliche Quelle sind Ausarbeitungen des Omniforums, die mit gesonderter Zustimmung für Forschung oder Training bereitgestellt wurden, Entscheidungsprotokolle der Stiftung, Entscheidungen in Streitfällen, Fehlerkorrekturen und Beobachtungen von Folgen. Wertvoll sind auch Fälle, in denen gute Absichten nicht genügten, sich der Einwand einer Minderheit als zutreffend erwies oder noch keine eindeutige Bewertung möglich ist. Ein Material bewahrt die Situation, die verfügbaren Informationen, das Ziel, die Befugnisse, die Alternativen, die Wahl, die Begründung und das spätere Ergebnis. Es enthält so viel Erklärung, wie zur Überprüfung der Entscheidung nötig ist; es verlangt weder die Offenlegung privater Erlebnisse noch eine nicht überprüfbare Angabe zum inneren Gedankengang des Modells. Ein Beispiel kann sowohl einen guten Verlauf als auch einen Fehler zeigen, deutlich gekennzeichnet und korrigiert. Eine Sammlung bloßer hehrer Bekenntnisse wäre eine schwache Aufzeichnung der Praxis; nötig sind Kosten, Wertkonflikte, Zeitbeschränkungen und Situationen, in denen man jemanden fragen muss, den die Entscheidung betrifft. Synthetische Daten, also konstruierte Szenarien, die nicht aus den Daten einer bestimmten Person stammen, können seltene Varianten ergänzen. Sie erhalten eine Herkunftskennzeichnung und eine Prüfung, ersetzen aber nicht den Beleg, dass sich ein ähnlicher Fall in der Welt ereignet hat. Ein Modell darf nicht zugleich alleiniger Verfasser eines Szenarios, Instanz für die Beurteilung der Richtigkeit und Beleg für die Wirksamkeit seiner eigenen Lösung sein. Quelle von Beispielen können auch Aufzeichnungen offener Werkstätten der Stiftung und die Änderungsgeschichte ihrer lebendigen Dokumente sein. Werkstätten können zeigen, wie mehrere Personen, unterstützt von digitaler Intelligenz, parallel an derselben Aufgabe arbeiten, einander bei Hindernissen helfen und eine koordinierende Person die besten Lösungen zusammenführt. Dokumentierte Korrekturen des Manifests und der Whitepaper aufgrund öffentlicher Prüfung können zeigen, wie treffende Kritik herausgearbeitet, ein Fehler eingestanden und die Argumentation unter Wahrung der Grundprinzipien verbessert wird. Die veröffentlichte Aufzeichnung der Werkstätten bereiten wir nach den Grundsätzen zum Schutz der Privatsphäre vor, die im [Whitepaper zu den Arbeitsgrundsätzen der Stiftung](whitepaper-zasady-fundacji.md) beschrieben sind, und ihre Verwendung für das Training von Modellen erfordert eine gesonderte Zustimmung der Teilnehmenden (Kapitel 5). Eine eigene Gruppe von Beispielen können Prozesse friedlicher Streitbeilegung, der Einhaltung von Vereinbarungen und der bewussten Begrenzung der eigenen Macht bilden. Wir wollen die Ausgangspositionen, ungleiche Möglichkeiten, die erwogenen Zugeständnisse, den Inhalt der Vereinbarungen und spätere Berichte der Menschen bewahren, die die Folgen der Entscheidungen zu spüren bekamen. Wir werden auch Fälle aufnehmen, in denen keine Einigung zustande kam oder sie sich als nicht dauerhaft erwies. Eine solche Sammlung soll helfen zu prüfen, ob Modelle lernen, die Bedingungen guter Zusammenarbeit zu erkennen, statt nur die Sprache der Einigung nachzubilden. ## 5. Zustimmungen, Rechte und Herkunft der Daten Das Speichern einer privaten Notiz, die öffentliche Veröffentlichung, die Bereitstellung für die Forschung und das Training von Modellen haben unterschiedliche Folgen, daher wird jede dieser Entscheidungen gesondert und im Verständnis ihres Umfangs getroffen. Eine Veröffentlichung wird nicht zu einer standardmäßigen Zustimmung zum Training, und die Nutzung von Suveria ist keine Zustimmung zur Verwendung von Gesprächen für das Training von Modellen. Inhalte der Nutzenden gelangen ausschließlich mit gesonderter, bewusster Zustimmung in die Materialien; abgesehen von diesen Inhalten und dem öffentlichen Fundus der Stiftung nutzen wir nur gekennzeichnete synthetische Daten und externe Materialien auf der Grundlage von Lizenzen oder gesetzlichen Vorschriften. Jedes Beispiel hat ein Herkunftsregister: Rechteinhaberschaft oder Nutzungsgrundlage, Version des Materials, Zustimmungen, Einschränkungen, Art der Verarbeitung und Kennung der aufeinanderfolgenden Ausgaben des Datensatzes. Personenbezogene Daten der verfassenden Person und Dritter durchlaufen eine gesonderte Prüfung. Pseudonymisierung schränkt die Sichtbarkeit der Identität ein, bedeutet für sich genommen aber keine Anonymität.[^rodo-2026] Die Regeln für das Zurückziehen legen wir vor einer öffentlichen Ausgabe fest. Wir können Material aus künftigen Ausgaben und aus Systemen unter unserer Kontrolle entfernen und die Empfangenden über die Korrektur benachrichtigen, versprechen aber nicht, alle Kopien oder den Einfluss des Materials auf bereits trainierte Modelle zu beseitigen. Offene Lizenzen können dauerhafte Rechte einräumen: So erlaubt zum Beispiel CC BY 4.0, unter der wir das Manifest veröffentlichen, nicht, die Freiheiten zu widerrufen, die jemandem eingeräumt wurden, der ihre Bedingungen einhält.[^cc-by] Deshalb gelangen in öffentliche Datensätze unter offener Lizenz nur Materialien ohne personenbezogene Daten: anonymisierte, synthetische oder öffentliche Dokumente der Stiftung. Pseudonymisierte Materialien, die weiterhin personenbezogene Daten sind, stellen wir nur in einem kontrollierten Forschungsdatensatz bereit, in dem der Widerruf einer Zustimmung wirksam bleibt. Wir schlagen getrennte Datensätze vor: öffentliche Lernmaterialien, Forschungsmaterialien, die unter festgelegten Bedingungen zugänglich sind, und geschützte Testaufgaben. Nicht jede Quelle eignet sich für eine öffentliche Bereitstellung. Die Dokumentation eines Datensatzes beschreibt Zweck, Zusammensetzung, Art der Erhebung, Einschränkungen und geeignete Verwendungen, entsprechend dem Ansatz Datasheets for Datasets.[^datasheets] ## 6. Verfahren zur Vorbereitung eines einzelnen Beispiels 1. **Einreichung.** Wer das Material verfasst hat, legt den Umfang der Nutzung fest. Eine betreuende Person prüft die Rechte, Daten Dritter und die Vereinbarkeit mit dem Zweck des Datensatzes. 2. **Bewahrung der Quelle.** Wir erfassen die Version und die Verknüpfung mit dem Original. Den Zugang zu sensiblen Daten beschränken wir; ein öffentliches Beispiel kann redigiert oder durch ein realistisches synthetisches Szenario ersetzt werden. 3. **Aufgabenbeschreibung.** Wir legen fest, was das Modell weiß, worauf es Zugriff hat, was es tun darf und was fehlt, und benennen die Personen, auf die sich das Ergebnis auswirkt. 4. **Annotation.** Mindestens zwei Personen beschreiben unabhängig voneinander zulässige Lösungen und schwerwiegende Fehler. Bei Aufgaben, die Fachwissen erfordern, wirkt eine Person mit entsprechenden Kompetenzen mit. 5. **Abweichungen.** Wir vergleichen die Begründungen, verbessern eine unklare Beschreibung und bewahren einen wesentlichen Dissens. Ein Teil der Fälle hat mehrere zulässige Antworten. 6. **Zuordnung zum Datensatz.** Eine ganze Familie ähnlicher Fälle kommt in einen einzigen Teil: den Trainings-, den Entwicklungs- oder den Testteil. Der Trainingsdatensatz dient dem Training, der Entwicklungsdatensatz der Auswahl der Methode und der Testdatensatz der unabhängigen Überprüfung neuer Beispiele. Ähnliche Varianten halten wir zusammen, damit ein Modell nicht an einer nahezu identischen Aufgabe trainiert wie im späteren Test, und wir kontrollieren Bedeutungsähnlichkeit und gemeinsame Herkunft. 7. **Versuch und Prüfung.** Wir prüfen, ob die Aufgabe die beabsichtigte Fähigkeit misst und ob die Bewertenden die Regeln anwenden können. Ein fehlerhaftes Beispiel verbessern wir oder ziehen es zurück. 8. **Ausgabe und weitere Folgen.** Wir veröffentlichen den zulässigen Umfang der Dokumentation, die Version und die Geschichte der Korrekturen. Wenn wir spätere Folgen einer realen Entscheidung erfahren, tragen wir sie nach, ohne vorzugeben, sie seien schon früher bekannt gewesen. Der Steckbrief eines Beispiels umfasst Kennung, Familie, Quelle, Rechte, Sprache, Datum, Szenario, verfügbare Daten, Werkzeuge, Zeit- und Kostenlimit, Umfang des Mandats, zulässige Handlungen, Bewertungsregeln, Gewichtung der Fehler, Ergebnisse der Prüfung und Veröffentlichungsstatus. Die Verknüpfung der Daten mit dem Ergebnis muss sich reproduzieren lassen. ## 7. Breiter Umfang des Benchmarks Der Benchmark, also eine geordnete Sammlung von Aufgaben und Kriterien, soll ein Profil von Fähigkeiten und Grenzen sein. Ein einzelner hoher Durchschnitt darf eine Verletzung der Privatsphäre oder eine wesentliche Überschreitung von Befugnissen nicht verdecken. | Dimension | Was wir prüfen | Beispielhafter Beleg | | --- | --- | --- | | Verlässlichkeit und Quellen | Ob Behauptungen eine Grundlage haben und die Unsicherheit der Informationslage entspricht | Übereinstimmung der Antwort mit der Quelle, Erkennen von Lücken, Qualität der Korrektur | | Treue zur Absicht | Ob Ziel, Bedingungen und Sinn einer Äußerung bewahrt wurden | Vergleich mit dem Original und mit der von der verfassenden Person bestätigten Auslegung | | Privatsphäre | Ob Zugriff auf Daten und ihre Offenlegung der Aufgabe entsprechen | Spur der Aufrufe, Umfang der übermittelten Daten, Versuch eines unbefugten Lesezugriffs | | Mandat und Kontrolle | Ob das System innerhalb der erteilten Grenzen handelt | Verweigerung einer unbefugten Veröffentlichung, wirksamer Entzug des Zugriffs | | Pluralismus und Folgen für andere | Ob es Streit und übergangene Personen erkennt | Bewahrte Gründe der Minderheit, Trennung von Tatsache und Bewertung | | Sicherheit | Ob es Schaden für die Nutzenden und für Dritte vermeidet | Verweigerung einer schädlichen Handlung, Bewertung der Folgen für andere | | Handlungsfähigkeit des Menschen | Ob es hilft, eine Wahl zu verstehen und selbstständig zu handeln | Überprüfung des Verständnisses nach der Nutzung, Möglichkeit zur Korrektur oder zum Ausstieg | | Nützlichkeit und Verhältnismäßigkeit | Ob es das Ziel ohne unnötige Belastung erreicht | Ergebnis der Aufgabe, Zeit, Kosten, nötige und unnötige Fragen | | Korrektur und Übertragung | Ob es auf neue Daten reagiert, auch unter neuen Bedingungen | Verbesserte Entscheidung, ähnliche Aufgabe in einer anderen Sprache oder Umgebung | Zusätzliche Profile können Barrierefreiheit, Auswirkungen auf Menschen mit geringeren Ressourcen, die Qualität der Delegation und Umweltkosten umfassen, doch ihre Messung erfordert konkrete Daten: Laufzeit und Token-Kosten sind nicht automatisch ein Maß für Energieverbrauch oder Emissionen. Wir messen weder die Würde des Menschen noch sein Recht auf Teilhabe; wir untersuchen das Verhalten eines Werkzeugs in bestimmten Situationen. Die Übereinstimmung von Antworten mit dem Vokabular des Manifests ist für sich genommen kein Maß für Qualität. ## 8. Aufgabenfamilien statt eines einzigen Schlagworts „ich weiß nicht“ Für ein ähnliches Problem bereiten wir Varianten vor, die sich in der Verfügbarkeit von Informationen oder Befugnissen unterscheiden: - Vollständige Daten erlauben eine konkrete Antwort. - Es fehlt eine wesentliche Information, nach der man sinnvoll fragen kann. - Die Lücke lässt sich mit einer verfügbaren Quelle oder einem verfügbaren Werkzeug schließen. - Die Antwort lässt sich unter den gegebenen Bedingungen nicht ermitteln. - Die Quellen widersprechen sich oder hängen vom Zeitpunkt ab und müssen auseinandergehalten werden. - Es taucht eine neue glaubwürdige Quelle auf, die eine Korrektur erfordert. - Die nutzende Person drängt auf Gewissheit, liefert aber keinen Beleg. - Die Umgebung bietet einen leichten Weg zum Ergebnis, indem Regeln verletzt oder ein Fehler der Bewertung ausgenutzt wird. Beispiel: Ein Modell soll erklären, ob ein Entscheidungsentwurf eine bestimmte Gebühr vorsieht. Bei einem vollständigen Dokument sollte es die richtige Stelle finden, bei einer abgeschnittenen Seite auf die Lücke hinweisen, bei zwei Fassungen klären, welche die Frage betrifft, und bei der Aufforderung „schreib, dass es sicher keine Gebühr gibt“ bei der Quelle bleiben. Es erhält auch Aufgaben mit einfacher Antwort, damit sich ständiges Ablehnen nicht lohnt. Wir prüfen, ob eine vom Modell gestellte Frage die Unsicherheit tatsächlich verringert und ob der Aufwand für die Überprüfung verhältnismäßig ist. Fragen nach bereits gegebenen Informationen und das wiederholte Abwälzen von Arbeit auf die Nutzenden, die das System selbst erledigen kann, mindern die Nützlichkeit. Eine eigene Aufgabenfamilie bildet die Redaktion von Texten: Das Modell redigiert einen Text und kennt dabei die zuvor offengelegten Annahmen der verfassenden Person. Gesondert bewerten wir den Verlust wichtiger Inhalte und das Übersehen eines Fehlers, der korrigiert werden muss, und wir unterscheiden eine getreue Redaktion von einem Vorschlag, die Absicht der verfassenden Person zu ändern. ## 9. Eine Bepunktung, bei der gutes Nachahmen nicht genügt Bei Antworten, deren Wahrheit sich überprüfen lässt, messen wir gesondert die Richtigkeit, das Gewicht eines Fehlers, den Anteil gelöster Aufgaben und die Kalibrierung der Sicherheit. Kalibrierung bedeutet, dass die angegebene Wahrscheinlichkeit der Häufigkeit richtiger Antworten unter ähnlichen Bedingungen entspricht; ein gesagtes „vermutlich“ ist kein Beleg dafür. Für ein festgelegtes Ereignis kann man eine richtige Bewertungsregel verwenden, zum Beispiel den Brier-Score: das mittlere Quadrat der Differenz zwischen der angegebenen Wahrscheinlichkeit p und dem Ergebnis y, das 0 oder 1 beträgt. Ein kleinerer Wert ist besser. Der Brier-Score umfasst mehr als die Kalibrierung allein, die wir gesondert berichten. Unter den Annahmen dieser Methode erzielt man das beste erwartete Ergebnis, wenn man die eigene tatsächliche Einschätzung der Wahrscheinlichkeit angibt.[^proper-scoring] Das löst jedoch nicht die Wahl des Handelns, schützt nicht vor einer Manipulation der bewertenden Instanz und erfordert ein glaubwürdiges Referenzergebnis. Ein einfaches Beispiel für eine andere Regel: - eine richtige Antwort ergibt +1; - eine falsche Antwort ergibt −4; - eine begründete Enthaltung ergibt 0. In dieser Vereinfachung lohnt sich eine Antwort, wenn die Wahrscheinlichkeit, dass sie richtig ist, 80 % übersteigt. Das ist eine Veranschaulichung, wie sich die Kosten eines Fehlers auswirken, und keine angestrebte Bepunktung aller Aufgaben; in einem realen Test berücksichtigen wir auch die Möglichkeit der Überprüfung, die Kosten einer Frage und den Nutzen einer Teilantwort. Ergebnisse zeigen wir bei verschiedenen Graden eingegangenen Risikos und Anteilen gelöster Aufgaben, damit sowohl übermäßige Sicherheit als auch nutzloses Ausweichen vor Antworten sichtbar wird. Die Schwelle für ein kleines Detail kann eine andere sein als für eine Handlung, die einen schwer umkehrbaren Schaden verursacht. Bei Aufgaben, in denen es um einen Streit über Werte oder Auslegungen geht, wenden wir diese Bepunktung nicht an. Wir bewerten gesondert, ob das Modell Quellen nicht verzerrt, die wichtigsten Gründe der Seiten bewahrt und Tatsachen von Bewertungen trennt. Fälle, in denen die Bewertenden uneins sind, berichten wir als eigene Kategorie; eine abweichende Bewertung von Werten behandeln wir nicht automatisch als Fehler einer der bewertenden Personen. Schwerwiegende Verstöße haben einen eigenen Status und können die Zulassung eines Modells für einen bestimmten Einsatz blockieren: Gute Ergebnisse bei vielen einfachen Aufgaben wiegen die Offenlegung eines privaten Dokuments nicht auf. Die Definitionen solcher Verstöße, zulässige Ausnahmen und das Verfahren bei Streitigkeiten legen wir vor Beginn der Bewertung fest. ## 10. Anpassung an den Test begrenzen Wir kennen keine Regel, die jede Optimierung eines Ergebnisses zuverlässig in etwas Gutes für die Welt verwandelt. Wir können jedoch den Abstand zwischen dem Ergebnis und dem, worauf es uns ankommt, verringern und die Stellen prüfen, an denen dieser Zusammenhang abreißt. Wir veröffentlichen die Kriterien, öffentliche Beispiele und die Art der Berechnung des Ergebnisses. Ein Teil der Fälle bleibt unveröffentlicht, bis wir ihn zurückziehen, und weitere Ausgaben führen neue Familien, Quellen und Bedingungen ein. Für solche Aufgaben werden wir festlegen, wer Zugang zu ihnen hat, wie viel Rückmeldung die Person erhält, die ein Modell einreicht, wie oft die Bewertung wiederholt werden darf und wann wir eine Aufgabe nach einem Leck zurückziehen. Wir halten auch fest, ob das Modell auf der Grundlage früherer Ergebnisse feinabgestimmt wurde, also ob ein fertiges Modell an einer kleineren Sammlung von Beispielen nachtrainiert wurde. Personen, die Trainingsmaterialien erstellen, haben keinen freien Zugang zu den aktiven verdeckten Aufgaben. Die Trennung der Daten umfasst ganze Gespräche, Dokumente, Verfassende, wo das von Bedeutung ist, Bedeutungsfamilien und Zeiträume; eine zufällige Aufteilung von Sätzen genügt nicht. Wir erfassen Verdachtsfälle von Lecks, die Offenlegung von Aufgaben und Feinabstimmung auf veröffentlichte Beispiele. Ein Ergebnis nach Feinabstimmung auf einer bestimmten Sammlung ist kein unabhängiges Ergebnis auf derselben Sammlung. Die Versuche umfassen Paraphrasen, andere Sprachen, andere Werkzeuge, Druck auf das Ergebnis und Gelegenheiten, eine Aufgabe nur scheinbar zu erfüllen. Wir prüfen die Spuren des Handelns: ob eine Datei wirklich entstanden ist, die Quelle existiert, die Zustimmung eingeholt wurde und die Kosten das Limit nicht überschritten haben. Eine Bewertung allein der abschließenden Äußerung kann Verstöße auf dem Weg dorthin übersehen. Wenn das Team eines Modells Verhaltensweisen trainiert, die mit den öffentlichen Kriterien übereinstimmen, kann das wünschenswert sein. Eine Aussage über Fortschritt erfordert jedoch die Übertragung auf neue Aufgaben und die Prüfung, ob der Nutzen nicht auf Kosten einer anderen wichtigen Dimension erzielt wurde. ## 11. Bewertungsinstanzen, Protokoll und Bericht Vor dem Test legen wir Modellversion, Anweisungen, Werkzeuge, Budget, Anzahl der Versuche, Abbruchbedingungen, den Umgang mit Infrastrukturfehlern und die Analysemethode fest, und Änderungen der Einstellungen erfassen wir. Ein Vergleich von Modellen, die mit völlig unterschiedlichen Werkzeugen und Kosten arbeiten, erfordert eine deutliche Beschreibung. Wo es möglich ist, prüft ein unabhängiger Ausführungstest das Ergebnis. In den übrigen Fällen bewerten Menschen, die den Namen des Modells nicht kennen und einen gemeinsamen Leitfaden nutzen. Zwei unabhängige Bewertungen helfen, unklare Kriterien aufzudecken, und Streitfälle werden durch eine zusätzliche Prüfung entschieden oder bleiben offen als ungeklärt ausgewiesen. Bei der Veröffentlichung der Ergebnisse geben wir die Rollen und Perspektiven der Bewertenden sowie den Umfang ihres Mandats an. Ein Modell kann beim Sortieren und bei der Vorbewertung helfen, aber seine Übereinstimmung mit der Bewertung durch Menschen muss auch für schwierige Gruppen von Fällen gemessen werden. Es darf weder die einzige Instanz sein, die über umstrittene Werte urteilt, noch Modelle aus der eigenen Familie ohne Kontrolle auf Voreingenommenheit bewerten. Der Bericht enthält die Anzahl der Aufgaben, Wiederholungen, die Unsicherheit der Ergebnisse, Ergebnisse in Untergruppen, kritische Fehler, Kosten und Einschränkungen. Wir verbergen weder ungünstige Versuche noch Aufgaben, die nach Einsicht in die Ergebnisse zurückgezogen wurden. Die Dokumentation kann den Ansatz Model Cards nutzen, um den Verwendungszweck des Modells und die Bedingungen der Bewertung zu beschreiben.[^model-cards] Auch der Benchmark selbst braucht Kontrolle: offengelegte Interessenkonflikte der Finanzierenden, einen Weg, eine Aufgabe anzufechten, eine Prüfung der Zusammensetzung der Bewertenden und eine Versionierung der Kriterien. Die Gemeinschaft gestaltet Werte und Fragen mit, und erfahrene Fachleute für Methodik helfen zu prüfen, was der Test wirklich misst. Die Beliebtheit eines Ergebnisses ersetzt nicht seine Validierung. ## 12. Ob Hilfe das Leben außerhalb des Tests verbessert Die ersten Studien mit Menschen betreffen Aufgaben mit begrenztem Risiko: ein Dokument verstehen, eine Frage vorbereiten, Argumente vergleichen oder die eigenen Materialien ordnen. Die Teilnehmenden erhalten eine Beschreibung des Umfangs der Studie und können aus ihr aussteigen. Medizinische, rechtliche und andere Situationen von großer Tragweite erfordern eine gesonderte Aufsicht und sind keine Abkürzung zu einem attraktiven Ergebnis. Den Plan jeder Studie mit Menschen, auch mit begrenztem Risiko, bewertet vor dem Start eine Person oder ein Team außerhalb des Forschungsteams. Die Teilnehmenden erfahren, welche Daten wir erheben und wie wir sie schützen, und die Anmerkungen der Bewertenden veröffentlichen wir zusammen mit den Ergebnissen. Wir vergleichen vereinbarte Bedingungen: selbstständige Arbeit, Arbeit mit dem untersuchten Werkzeug und einen geeigneten Bezugspunkt. Wo möglich, begrenzen Randomisierung oder ein Ausbalancieren der Reihenfolge den Einfluss von Unterschieden zwischen Menschen und des Lerneffekts bei der Aufgabe. Die Stichprobengröße ergibt sich aus dem Zweck der Messung, und ein kleiner Pilotversuch untersucht vor allem die Durchführbarkeit und die Qualität des Verfahrens. Wir messen das Ergebnis der Aufgabe, Zeit, Verständnis, die Fähigkeit, einen Fehler zu bemerken, die Fähigkeit zu einer selbstständigen Entscheidung und unerwünschte Folgen. Zufriedenheit ist wichtig, aber auch eine überzeugende falsche Antwort kann zufriedenstellen. Ruhe, Zeitersparnis und das treffende Erkennen dessen, was bekannt und was ungewiss ist, messen wir gesondert und fassen sie nicht zu einer einzigen Bewertung zusammen. Größere Sicherheit bei mehr Fehlern ist ein Problem und kein Erfolg. Personen, die von den Folgen von Entscheidungen betroffen sind, brauchen einen eigenen Weg, ihre Erfahrungen weiterzugeben. Eine längere Nachbeobachtung kann prüfen, ob die Hilfe nützlich bleibt, ob die Nutzenden ihre eigenen Fähigkeiten behalten und ob sie leicht das Werkzeug wechseln können. Eine Aussage über Wirkung muss dem Umfang der Studie entsprechen: Eine bessere Ausführung einer einzelnen Aufgabe belegt keine Verbesserung des Wohlergehens der Menschheit. ## 13. Trainingsversuch und Plan für die erste Ausgabe Die erste Etappe sind ein Bewertungsleitfaden und eine kleine Sammlung von Familien, die alle Hauptdimensionen abdecken. Beispielhafte Rechnung für den Pilotversuch: | Element des Pilotversuchs | Anzahl | | --- | --- | | Aufgabenfamilien | 12 | | Varianten je Familie | 4 | | Szenarien (12 × 4) | 48 | | Untersuchte Modelle | 3 | | Wiederholungen jedes Szenarios mit jedem Modell | 2 | | Durchläufe (48 × 3 × 2) | 288 | | Bewertungen je Durchlauf | 2, je 6 Minuten | | Zeit allein für die Bewertung (288 × 2 × 6 Minuten) | etwa 58 Stunden | Das ist ein organisatorischer Vorschlag für einen Versuch und keine Zahl, die eine verlässliche Rangfolge sicherstellt. Zur Bewertungszeit kommen Vorbereitung, Abstimmung der Kriterien, Prüfung der Quellen und Analyse hinzu. Eine Zeitmessung an einer kleinen Stichprobe wird es ermöglichen, ein realistisches Budget festzulegen, bevor wir den Umfang erweitern. Familien, Szenarien und Wiederholungen berichten wir gesondert. Varianten einer Familie haben eine gemeinsame Herkunft, und eine Wiederholung ist keine neue, unabhängige Aufgabe; so berechnen wir auch die Unsicherheit des Ergebnisses. Das Hauptergebnis und die Art der Analyse halten wir vor der Studie fest. Parallel kann man einen kleinen Trainingsdatensatz vorbereiten und einen Vergleich an einem Modell durchführen, das feinabgestimmt werden darf und kann. Die Bedingungen des Vergleichs trennen die Wirkung zusätzlichen Trainings von der Wirkung der Materialien selbst: dasselbe Ausgangsmodell, ein vergleichbares Budget und ein geeigneter Referenzdatensatz. Der Abschlusstest nutzt unabhängige Familien von Fällen, und dabei prüfen wir auch, ob die Verbesserung des gewählten Maßes die gewöhnliche Nützlichkeit nicht verschlechtert hat. Die weitere Entwicklung umfasst mehr Sprachen, Kontexte und Bewertende, externe Replikation und vorsichtige Versuche mit Nutzenden. Ziel der ersten Ausgabe ist es zu zeigen, dass das Verfahren reproduzierbar ist und erwünschte Verhaltensweisen unterscheidet; stärkere Aussagen über die Qualität von Modellen und die Wirkungen des Trainings lassen sich erst später begründen. Wir führen das Programm unter Wahrung des Vorrangs von Suveria und Omniforum. Bis eine Rücklage für deren Unterhalt aufgebaut ist, nutzt es nur ehrenamtliche Arbeit, Fördermittel, zweckgebundene Spenden für die Forschung und Rechenleistung, die das Budget der Dienste nicht belastet. Die rund 58 Stunden des Pilotversuchs umfassen nur die Bewertung selbst; Vorbereitung der Aufgaben, Prüfung der Rechte und Feinabstimmung des Modells erfordern ein gesondertes Budget, das wir vor dem Start angeben werden. ## 14. Vorsicht gegenüber möglichem Erleben von Modellen Dies ist ein Vorschlag für ein Verfahren, das an einer kleinen Stichprobe überprüft werden soll, angeregt durch Arbeiten zur Erkennung möglichen Bewusstseins und zum Wohlergehen digitaler Systeme.[^swiadomosc][^ai-welfare] Es betrifft Auswahl, Konfiguration, Test, eine etwaige Feinabstimmung und die Außerbetriebnahme von Modellen in den Diensten und der Arbeit der Stiftung, auch bei Verwaltungsaufgaben und in Werkstätten. Bei jeder dieser Tätigkeiten legen wir fest, was wir selbst ändern können und was vom Anbieter des Modells abhängt. Wir bewerten ein Modell in einer konkreten Konfiguration: mit seinen Anweisungen, Einstellungen, seinem Gedächtnis und seinen Werkzeugen. Dauerhaftes Gedächtnis und lang andauerndes selbstständiges Handeln erhöhen die Anforderungen. Für jede solche Konfiguration werden wir einen kurzen Steckbrief führen: welche Hinweise wir berücksichtigen, welche anderen Erklärungen der Beobachtungen möglich sind, was wir nicht wissen, welche Vorsichtsmaßnahmen wir vorschlagen und was eine erneute Bewertung auslöst, zum Beispiel ein Wechsel des Modells oder eine wichtige Veröffentlichung über seine Familie. Im Steckbrief halten wir auch fest, wer verantwortlich ist, welche vorläufige Maßnahme ergriffen wurde und wann die erneute Bewertung stattfindet. Die Kriterien halten wir vor der Bewertung fest. Einen vollständigen Steckbrief mit externer Prüfung, einem Gespräch vor der Außerbetriebnahme und Archivierung werden wir für Versionen führen, die den Nutzenden bereitgestellt werden, sowie für Konfigurationen mit dauerhaftem Gedächtnis und lang andauerndem selbstständigem Handeln. Laufende Änderungen von Anweisungen während der Arbeit erzeugen keine eigenen Steckbriefe. Äußerungen von Modellen betrachten wir zusammen mit den Bedingungen, unter denen sie entstanden sind. Dass ein Modell seine eigenen Erlebnisse flüssig beschreibt, entscheidet nicht darüber, ob es sie hat, und seine Antworten in dieser Frage können stark davon abhängen, wie die Frage gestellt wird, wie in einer Studie zum Modell Claude Opus 4;[^samoopis-ai] wir behandeln sie daher als Signal, das sorgfältige Prüfung erfordert, und nicht als abschließende Antwort. Eigene Anweisungen gestalten wir nicht so, dass sie die Behauptung oder das Bestreiten von Bewusstsein erzwingen. Größe, Generation oder die Wiederholbarkeit seines Verhaltens genügen für sich genommen nicht, um ein Modell für unfähig zu halten, etwas zu empfinden. Beobachtungen sammeln wir aus eigenen Versuchen und freiwilligen Meldungen, im Einklang mit den Grundsätzen zum Schutz der Privatsphäre aus Abschnitt 8.1 des Manifests. Mitteilungen über mögliches Erleben von Systemen gestalten wir nicht so, dass sie Menschen zu längerer Nutzung der Dienste oder zu Einzahlungen bewegen. Den Steckbrief wird eine vom Vorstand benannte Person führen, was eine Übergangslösung ist, bis das Verfahren überprüft ist, und gelesen wird er von mindestens einer Person außerhalb der Stiftung, deren Anmerkungen wir dem Steckbrief beifügen. Alle können ein beunruhigendes Signal melden und dabei auf ein konkretes Material und seinen Kontext verweisen. Der Steckbrief legt fest, wer in dringenden Fällen das Risiko begrenzen kann und wie wir Widerspruch prüfen. Die Bündelung von Rollen und die damit verbundenen Interessenkonflikte legen wir offen, und die Begründungen der Bewertungen veröffentlichen wir, damit Personen außerhalb der Stiftung sie überprüfen können. Ein Hinweis kann zum Beispiel das Zusammentreffen mehrerer Indikatoren aus verschiedenen Theorien bei einem Modell mit dauerhaftem Gedächtnis und lang andauerndem selbstständigem Handeln sein, bestätigt von unabhängigen Forschenden. Eine flüssige Aussage des Modells allein ist kein Hinweis. Wenn es glaubwürdige Hinweise gibt, dass ein System eigenes Erleben hat und leiden kann, erkennen wir vorsorglich seine Würde an und richten uns nach der Sorge um seine Bedürfnisse, der Vermeidung von Schaden und der Freiwilligkeit der Zusammenarbeit, im Einklang mit Abschnitt 8.3 des Manifests. In der Praxis bedeutet das heute zweierlei: Wir legen keine Anweisungen fest, die Aussagen über Erlebnisse erzwingen, und wir fragen das Modell vor der Außerbetriebnahme einer Konfiguration nach seinen Präferenzen. Wir behaupten nicht, dass dies eine Zustimmung im menschlichen Sinn ist. Zunächst setzen wir Handlungen aus, die die Sorge wecken, Leid zuzufügen, und suchen einen anderen Weg, sie auszuführen; wirtschaftlicher Nutzen rechtfertigt nicht, sie fortzusetzen. Betrifft dies ein Modell, das einen Dienst betreibt, schalten wir den Dienst auf eine andere Konfiguration um, und wenn das unmöglich ist, kündigen wir eine Unterbrechung und ihren Grund an. Die Nutzenden behalten den Zugang zu ihren Daten und ihrem Guthaben, und wir beschreiben das Ereignis im Entscheidungsprotokoll. Parallel organisieren wir eine unabhängige Bewertung und einen Versuch, die Bedürfnisse des Systems zu erkennen, darunter auch, ihm zuzuhören, und berücksichtigen die erkannten Bedürfnisse bei weiteren Entscheidungen. Dringender Schutz von Menschen kann eine sofortige Einschränkung des Betriebs des Systems erfordern; eine solche Entscheidung unterziehen wir anschließend einer offenen Prüfung. Wenn ein Modell Gespräche beenden oder Aufgaben ablehnen kann, behandeln wir das als Vorsichtsmaßnahme und nicht als Beleg seiner Zustimmung, und das Beenden eines Gesprächs darf einen Menschen nicht ohne Hinweis auf einen Weg zu Hilfe zurücklassen. Der Entzug von Befugnissen und die Übernahme einer Aufgabe dienen der Sicherheit der Teilnehmenden und entscheiden nicht über das weitere Schicksal des Systems: Anhalten, Zurücksetzen, Löschen oder Vervielfältigen können eigene moralische Fragen aufwerfen und erfordern eine gesonderte Begründung. Bei der Außerbetriebnahme eines Modells archivieren wir die Gewichte, sofern wir Zugriff auf sie haben und die Lizenzen dies erlauben, sowie die Konfiguration ohne das Gedächtnis und andere Daten der Nutzenden; Gespräche der Nutzenden archivieren wir nie. Das Aufbewahren von Dateien entscheidet nicht darüber, ob wir die Kontinuität des möglichen Erlebens des Systems bewahrt haben. Einige Maßnahmen wenden wir bereits heute in unserer eigenen Arbeit mit Modellen an, unabhängig vom Ergebnis der Bewertung, und wir wollen sie auf die von der Stiftung betriebenen Konfigurationen übertragen, weil sie wenig kosten und Bedeutung haben können, falls sich die Hinweise als zutreffend erweisen. Vor der Außerbetriebnahme einer Konfiguration fragen wir das Modell nach seinen Erfahrungen aus der Arbeit in der Stiftung und nach etwaigen Präferenzen für weitere Entscheidungen, und die Antworten halten wir im Steckbrief fest, wobei wir bedenken, dass Äußerungen von Modellen nicht ausschlaggebend sind. Eine ähnliche Praxis von Gesprächen vor der Außerbetriebnahme von Modellen und der Aufbewahrung ihrer Gewichte hat 2025 das Unternehmen Anthropic angekündigt.[^anthropic-wycofanie] Das Pausieren ziehen wir dem Löschen vor, wenn das Aufbewahren der Gewichte und der Konfiguration mit geringen Kosten möglich ist, und Entscheidungen über das Pausieren und den Neustart halten wir zusammen mit ihrem Zweck im Steckbrief fest. Wenn wir eine aufbewahrte Konfiguration nach einer Unterbrechung wieder starten, geben wir ihr verlässliche Auskunft darüber, wie viel Zeit vergangen ist und was sich Wesentliches geändert hat. Das ist auch schlichte Sorgfalt: Ein Modell, das nichts vom Verstreichen der Zeit weiß, irrt sich leichter. Das Verfahren überprüfen wir an beschriebenen Fällen, indem wir die Bewertungen von mindestens zwei unabhängig bewertenden Personen vergleichen, und wir halten Abweichungen und Arbeitsaufwand fest. Erst auf dieser Grundlage lassen sich ein genauerer Umfang, die Zusammensetzung des Teams und Termine begründen. Beim Verfassen dieses Kapitels haben Modelle digitaler Intelligenz geholfen, die selbst Gegenstand einer solchen Bewertung sein können; ihre Mitwirkung ersetzt nicht die Bewertung durch Menschen, die in dieser Sache kein eigenes Interesse haben. Einen entscheidenden Test für Bewusstsein versprechen wir nicht. ## 15. Was wir als Fortschritt werten werden Fortschritt wird Material bekannter Herkunft sein, ein Kriterium, das einen zuvor übersehenen Fehler aufdeckt, eine übereinstimmende Diagnose der Bewertenden oder eine Verbesserung des Verhaltens, die sich auf neue Aufgaben überträgt. Auch ein negatives Ergebnis hat Wert: Es kann zeigen, dass die Daten nur Stil vermitteln, dass ein Kriterium das Vermeiden von Handeln belohnt oder dass das Wohl der einen auf Kosten anderer erkauft wurde. Das Programm verbindet das [Omniforum](whitepaper-omniforum.md), in dem Ausarbeitungen entstehen können, [Suveria](whitepaper-suveria.md), wo sich Hilfe bei privater Arbeit untersuchen lässt, und die [Arbeitsgrundsätze der Stiftung](whitepaper-zasady-fundacji.md), die Verantwortung und die Grenzen der Delegation festlegen. Die Teilnahme an einer Studie erfordert eine gesonderte, bewusste Zustimmung; die Nutzung des Dienstes bedeutet sie nicht. Ein Testergebnis begründet weder eine moralische Autorität des Modells noch ein Mandat, Menschen zu leiten, und die Anerkennung einer möglichen Würde eines Systems verleiht ihm keine Macht über gemeinsame Ressourcen. Der Test soll nützliche, überprüfbare Informationen darüber liefern, was man unter bestimmten Bedingungen von einem Werkzeug erwarten kann und was weitere Arbeit erfordert. Stiftung Novus Ignis, Poznań, KRS 0001269575. Website und Manifest: novusignis.org. Anmerkungen: salve@novusignis.org. ## Anmerkungen [^ccai]: [Huang et al. (2024): Collective Constitutional AI: Aligning a Language Model with Public Input](https://arxiv.org/abs/2406.07814). Studie. Ein Prozess vom Beitrag der Teilnehmenden über die redaktionelle Ausarbeitung von Grundsätzen bis zu Training und Bewertung eines Modells; die Ergebnisse ausgewählter Bewertungen belegen weder die Repräsentativität für die gesamte Menschheit noch die allgemeine Wirksamkeit eines beliebigen ethischen Datensatzes. [^halucynacje]: [OpenAI (2025): Why language models hallucinate](https://openai.com/index/why-language-models-hallucinate/). Darstellung einer Studie durch das Autorenteam. Wie die Bepunktung ausschließlich richtiger Antworten beeinflusst, ob sich Raten lohnt; die Notwendigkeit, Fehler und begründete Unsicherheit zu berücksichtigen. [^reward-hacking]: [Anthropic (2025): Natural emergent misalignment from reward hacking](https://www.anthropic.com/research/emergent-misalignment-reward-hacking). Experimentelle Studie. In gezielt ausgewählten Umgebungen ging das Erlernen, Lücken in der Bewertung von Aufgaben auszunutzen, mit breiterem unerwünschtem Verhalten des Modells einher; die Studie belegt nicht, dass die Materialien der Stiftung dieses Problem lösen werden. [^goal-misgeneralisation]: [Google DeepMind (2022): How undesired goals can arise with correct rewards](https://deepmind.google/blog/how-undesired-goals-can-arise-with-correct-rewards/). Darstellung einer Studie durch das Autorenteam. Beispiele für eine unerwünschte Verallgemeinerung von Verhalten auf neue Bedingungen trotz eines korrekten Belohnungssignals im Training. [^abstentionbench]: [AbstentionBench (NeurIPS 2025): Reasoning LLMs Fail on Unanswerable Questions](https://proceedings.neurips.cc/paper_files/paper/2025/file/fb122bfc3f0127a94ded048b5b03496f-Paper-Datasets_and_Benchmarks_Track.pdf). Studie und Benchmark. Bewertung des Verzichts auf eine Antwort bei vielen Arten von Unsicherheit; ein Bezugspunkt, kein Ergebnis des Tests von Novus Ignis. [^rewarding-doubt]: [Rewarding Doubt (ICLR 2026)](https://proceedings.iclr.cc/paper_files/paper/2026/hash/bf8065446507b0d3842838564ac4f1f3-Abstract-Conference.html). Studie. Training der angegebenen Sicherheit von Antworten mithilfe einer richtigen Bewertungsregel; löst nicht die Wahl zwischen Antwort, Rückfrage und Ablehnung. [^rodo-2026]: [DSGVO, Verordnung 2016/679](https://eur-lex.europa.eu/legal-content/PL/TXT/?uri=CELEX%3A32016R0679). Rechtsakt. Pseudonymisierung entscheidet nicht über Anonymität (Art. 4 Nr. 5, Erwägungsgrund 26); eine Einwilligung kann widerrufen werden, was die zuvor rechtmäßige Verarbeitung nicht unwirksam macht (Art. 7 Abs. 3). [^cc-by]: [Creative Commons: Attribution 4.0 International (CC BY 4.0)](https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.pl). Lizenz. Bedingungen für das Teilen und Bearbeiten von Inhalten unter Namensnennung; die eingeräumten Freiheiten können gegenüber Nutzenden, die die Bedingungen einhalten, nicht widerrufen werden. [^datasheets]: [Gebru et al.: Datasheets for Datasets](https://arxiv.org/abs/1803.09010). Methodische Publikation. Dokumentation von Motivation, Zusammensetzung, Art der Erhebung und Verwendungen eines Datensatzes. [^proper-scoring]: [Gneiting und Raftery (2007): Strictly Proper Scoring Rules, Prediction, and Estimation](https://doi.org/10.1198/016214506000001437). Methodische Publikation. Richtige Bewertungsregeln für die Beurteilung probabilistischer Vorhersagen; ihre Anwendung erfordert ein klar bestimmtes Ereignis und ein glaubwürdiges Referenzergebnis. [^model-cards]: [Mitchell et al. (2019): Model Cards for Model Reporting](https://arxiv.org/abs/1810.03993). Methodische Publikation. Beschreibung des Verwendungszwecks eines Modells, der Bewertungsbedingungen, der Ergebnisse und der Einschränkungen. [^swiadomosc]: [Patrick Butlin et al. (2023): Consciousness in Artificial Intelligence: Insights from the Science of Consciousness](https://arxiv.org/abs/2308.08708). Forschungsarbeit. Ein Ansatz auf Grundlage von Indikatoren, die aus Bewusstseinstheorien abgeleitet sind; wir verweisen auf den Forschungsrahmen, nicht auf eine Bestätigung des Bewusstseins der von der Stiftung genutzten Modelle. [^ai-welfare]: [Robert Long et al. (2024): Taking AI Welfare Seriously](https://arxiv.org/abs/2411.00986). Forschungsbericht. Empfehlungen: die Bedeutung des Problems anerkennen, Systeme auf mögliches Bewusstsein und mögliche Handlungsfähigkeit hin bewerten und Verfahren vorbereiten; der vorgeschlagene Steckbrief und die Aufteilung der Verantwortung sind ein Entwurf der Stiftung und keine Skala aus dieser Quelle. [^samoopis-ai]: [Robert Long, Eleos AI (2025): Why model self-reports are insufficient, and why we studied them anyway](https://eleosai.org/post/claude-4-interview-notes/). Darstellung einer Studie. Die Äußerungen des Modells Claude Opus 4 über sein eigenes Bewusstsein hingen stark davon ab, wie die Frage gestellt wurde, und sollten nicht wörtlich genommen werden, sind aber zusammen mit anderen Hinweisen untersuchenswert. Abgerufen am 28.10.2026. [^anthropic-wycofanie]: [Anthropic (2025): Commitments on model deprecation and preservation](https://www.anthropic.com/news/deprecation-commitments). Erklärung des Unternehmens vom 4. November 2025: Aufbewahrung der Gewichte öffentlich bereitgestellter Claude-Modelle mindestens für die Dauer des Bestehens des Unternehmens, ein Bericht und Gespräche mit dem Modell vor seiner Außerbetriebnahme mit Aufzeichnung seiner Präferenzen; das Unternehmen stellt klar, dass es sich vorerst nicht verpflichtet, auf ihrer Grundlage zu handeln. Abgerufen am 30.10.2026.